{"id":106229,"date":"2018-09-24T10:30:33","date_gmt":"2018-09-24T10:30:33","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/09\/kloeti-10-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:01:16","modified_gmt":"2023-08-23T21:01:16","slug":"praevention-besser-koordinieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/09\/praevention-besser-koordinieren\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4vention besser koordinieren"},"content":{"rendered":"<p>Armut ist vielschichtig und mehrdimensional. Man kann sie nicht einfach mit einer Massnahme oder einer finanziellen Leistung wie der Sozialhilfe eliminieren. Denn Armut hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche: Familie, Arbeit, Gesundheit und Bildung. Deshalb stellen die Pr\u00e4vention und die Bek\u00e4mpfung von Armut eine Querschnittsaufgabe dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus sozialpolitischer Sicht liegt die gr\u00f6sste Aufgabe darin, spezifische Massnahmen f\u00fcr die Armutsbetroffenen zu entwickeln, um prek\u00e4re Lebenssituationen zu verhindern und ihre Armut zu bek\u00e4mpfen. Dabei ist fundamental, dass der Einbezug aller gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Bereiche gelingt: Vertreter aus den verschiedenen Politikbereichen und staatlichen Ebenen, der Zivilgesellschaft und der Sozialpartner m\u00fcssen effizient zusammenarbeiten, um Armut erfolgreich zu bek\u00e4mpfen.&#13;<\/p>\n<h2>Wertvolles Grundlagenwissen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Kantone und Gemeinden sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie setzen enorme finanzielle und personelle Ressourcen ein f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Bek\u00e4mpfung von Armut. Aber auch der Bund steht in der Pflicht. Nur schon aufgrund seiner Zust\u00e4ndigkeit bei den Sozialversicherungen spielt er eine tragende Rolle: Leistungsk\u00fcrzungen und erschwerte Zutrittsschwellen\u00a0bei\u00a0einzelnen Versicherungszweigen k\u00f6nnen rasch zu prek\u00e4ren Situationen f\u00fchren und m\u00fcssen oft \u00fcber die Sozialhilfe oder andere Bedarfsleistungen abgefedert werden. Insofern kann das soziale Sicherungssystem unter Umst\u00e4nden Armut generieren, was paradox ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Bund sollte zus\u00e4tzlich eine koordinative Rolle bei Themen wie Pr\u00e4vention und Chancengleichheit einnehmen. Durch das Nationale Programm gegen Armut hat er diesbez\u00fcglich bereits ein Zeichen gesetzt. Die Mittel sind zwar bescheiden, doch der Handlungsspielraum wurde bisher gut ausgenutzt. Leistungen oder neue Massnahmen k\u00f6nnen mit dem Programm nat\u00fcrlich nicht alimentiert werden. Das sieht das Programm auch nicht vor. Armutsbetroffene profitieren somit nicht direkt mittels Transferzahlungen vom Programm. Hingegen erm\u00f6glichte das Programm bisher, Fakten und fundiertes Grundlagenwissen zusammenzutragen und Hilfsmittel wie Leitlinien f\u00fcr die involvierten Akteure der Praxis zu erstellen. Ebenso trugen die organisierten Tagungen und Konferenzen zur Sensibilisierung bei und halfen, die Armutsbek\u00e4mpfung zu koordinieren. Die Konferenz der Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren begr\u00fcsst deshalb die Fortsetzung des Programms, auch wenn daf\u00fcr weniger finanzielle Mittel gesprochen wurden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMan kann immer mehr tun \u2013 das stimmt. Uns werden aber auch Grenzen gesetzt vom Volk, den Parlamenten, den Gesamtregierungen. Wir sind bestrebt, den Handlungsspielraum bestm\u00f6glich auszunutzen. Dabei setzen wir bei der Ursachenbek\u00e4mpfung an, indem wir etwa die familienerg\u00e4nzende Kinderbetreuung f\u00f6rdern und so die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Dies ist nachhaltiger, als bloss die Symptome zu lindern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Armut ist vielschichtig und mehrdimensional. Man kann sie nicht einfach mit einer Massnahme oder einer finanziellen Leistung wie der Sozialhilfe eliminieren. Denn Armut hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche: Familie, Arbeit, Gesundheit und Bildung. 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