{"id":106305,"date":"2018-09-20T08:00:09","date_gmt":"2018-09-20T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/09\/interview-10-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:01:22","modified_gmt":"2023-08-23T21:01:22","slug":"interview-10-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/09\/interview-10-2018\/","title":{"rendered":"\u00abWir regulieren nicht zu viel \u2013 wir regulieren schlecht\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Herr Fehr, der letztj\u00e4hrige Nobelpreistr\u00e4ger f\u00fcr Wirtschaft war mit Richard Thaler ein Verhaltens\u00f6konom. Sie haben sich diese Disziplin in Ihrem Beratungsunternehmen auf die Fahne geschrieben. Profitieren Sie von Thalers Auszeichnung?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, ein Nobelpreis ist wie ein Ritterschlag der Scientific Community. F\u00fcr die Legitimation in der Praxis hilft das nat\u00fcrlich. Die Verhaltens\u00f6konomie hat seit Anfang der Neunzigerjahre die Wirtschaftswissenschaften revolutioniert. Mit Richard Thaler ist nun die empirische Revolution der \u00d6konomie in der breiten \u00d6ffentlichkeit angekommen.&#13;<\/p>\n<h3>Und das ist in Ihrem Sinne?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, denn aus meiner Sicht ist die \u00d6konomie die einzige wirklich interdisziplin\u00e4re Sozialwissenschaft. Sie analysiert menschliches Verhalten mit psychologischen, soziologischen, spieltheoretischen, neurowissenschaftlichen und \u00f6konometrischen Methoden und kann dadurch sehr viel in der Politik und der Wirtschaft erkl\u00e4ren \u2013 aber auch ver\u00e4ndern. Momentan sickern die Erkenntnisse allerdings noch sehr langsam in die Gesellschaft.&#13;<\/p>\n<h3>Wie meinen Sie das?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nVerhaltens\u00f6konomie ist bisher haupts\u00e4chlich an Universit\u00e4ten pr\u00e4sent. Wirtschaft, Politik und Verwaltung stehen hier am Anfang. Viele Regierungen beginnen gerade erst damit zu experimentieren. Alte Rezepte funktionieren nicht mehr wie gew\u00fcnscht. Um Neues und Besseres zu gestalten, ben\u00f6tigt man ein empirisch fundiertes Verst\u00e4ndnis menschlichen Verhaltens.&#13;<\/p>\n<h3>Wo steht die Schweiz betreffend Forschung in diesem Bereich?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBisher werden die Erkenntnisse der Verhaltens\u00f6konomie schweizweit, mit Z\u00fcrich als Motor, systematisch in die Lehre eingebaut. Auch f\u00fcr Z\u00fcrich als weltweit wichtigsten Hub f\u00fcr Verhaltens\u00f6konomie ist der Nobelpreis deshalb ein Geschenk.&#13;<\/p>\n<h3>Was untersucht die Verhaltens\u00f6konomie?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSie untersucht, wie sich Menschen im tats\u00e4chlichen Leben in Gruppen verhalten und wie sie Entscheidungen treffen. Die Forschung zeigt, dass die zentrale Annahme der klassischen \u00d6konomie, dass der Mensch immer rational entscheidet, oft nicht zutrifft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Die zentrale Annahme der klassischen \u00d6konomie, dass der Mensch immer rational entscheidet, trifft oft nicht zu.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3>In welchen Wirtschaftsbereichen hat das Modell des Homo oeconomicus ausgedient?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem Homo oeconomicus haben es die \u00d6konomen geschafft, eine generelle Theorie aufzustellen, die in den letzten rund 60 Jahren in Politik und Wirtschaft sehr grossen Einfluss gewonnen hat. Beispielsweise basieren heute die Funktionsweise von Notenbanken sowie das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr M\u00e4rkte und Freihandel auf diesen Annahmen. Die zentrale Annahme des Homo oeconomicus war, dass es zwar irrationales Verhalten gibt, dieses jedoch auf M\u00e4rkten nicht systematisch beobachtbar ist. F\u00fcr gewisse M\u00e4rkte wie etwa den Erd\u00f6lmarkt mag das stimmen. F\u00fcr Arbeitsm\u00e4rkte, beim Klimawandel, in internationalen Handelsabkommen und auch in Organisationen ist diese Annahme meist nicht korrekt. Dort spielen systematische Verhaltensmuster, Fairnesspr\u00e4ferenzen, Geduld, Identit\u00e4t und Referenzpunktabh\u00e4ngigkeiten eine grosse Rolle.&#13;<\/p>\n<h3>Das sogenannte Nudging \u2013 auf Deutsch k\u00f6nnte man es als Stupsen bezeichnen \u2013 bedient sich ebenfalls an menschlichen Verhaltensmustern. Was wird genau untersucht?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn ihrem richtungsweisenden Buch \u00abNudging\u00bb aus dem Jahr 2008 befassen sich Richard Thaler und Cass Sunstein mit der Frage: Wie kann man Verhalten von Menschen \u00e4ndern, ohne zu stark in ihre Entscheidungsfreiheit einzugreifen? Das ist fundamental. Die Entscheidungsfreiheit bleibt beim Nudging erhalten, aber es werden gewisse Grundeinstellungen \u2013 sogenannte Defaults \u2013 ge\u00e4ndert. Haben wir Menschen die Wahl, entscheiden wir uns meist f\u00fcr die Standardoption. Regierungen und Unternehmen nutzen diesen Umstand: Sie ver\u00e4ndern die Standardoption in ihrem Sinne und \u00abstupsen\u00bb die B\u00fcrger und Kunden so zum gew\u00fcnschten Verhalten.&#13;<\/p>\n<h3>Im Marketing werden wir mit Ger\u00fcchen und Musik seit Jahrzehnten dazu veranlasst, gewisse Produkte zu kaufen. Ist die Verhaltens\u00f6konomie also gar nichts Neues?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSo gesehen stimmt das. Auch die Psychologie hat in den letzten hundert Jahren irrationales Verhalten zu ergr\u00fcnden versucht. Seit einigen Jahren zeigt sich, dass sich empirisch-psychologische Arbeiten nur sehr bedingt replizieren lassen \u2013 sprich: Mit derselben experimentellen Anordnung sind keine vergleichbaren Ergebnisse zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Resultat in einem verhaltens\u00f6konomischen Experiment wiederholt werden kann, ist hingegen hoch. Und das gibt der Politik, dem Management und den Wissenschaftern die Sicherheit, das Erkenntnisse erforscht werden, die hohe Relevanz f\u00fcr die Praxis haben. Und das ist die Grundlage f\u00fcr Fortschritt.&#13;<\/p>\n<h3>Die britische Regierung hat 2010 eine sogenannte Nudge Unit gegr\u00fcndet, welche die B\u00fcrger dazu bringen will, sich in ihrem Sinne zu verhalten. Ist das verwerflich?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIch finde es nicht verwerflich. Das ist die Aufgabe von Politik. Wir ver\u00e4ndern mit jeder neuen Regulierung das Verhalten von Menschen. Aber was ist gesellschaftlich erw\u00fcnschtes Verhalten? Und wie viel Entscheidungsfreiheit erm\u00f6glicht man den B\u00fcrgern? In der Schweiz tun wir uns mit dieser Frage ein bisschen leichter, weil die Politiker durch die Basisdemokratie n\u00e4her am B\u00fcrger sind und an der Wahlurne ein unmittelbares Feedback bekommen k\u00f6nnen. In einer repr\u00e4sentativen Demokratie, wo diese Art von Mitsprache fehlt, ist es fundamental, dass in demokratischen Prozessen ausdiskutiert wird, was erw\u00fcnschtes Verhalten ist.&#13;<\/p>\n<h3>Die britische Nudge Unit hat beispielsweise einen Brief an die B\u00fcrger geschrieben, in dem stand: \u00abNeun von zehn B\u00fcrgern zahlen die Steuern rechtzeitig. In Ihrer Nachbarschaft haben schon fast alle bezahlt.\u00bb Dieses Vorgehen war erfolgreich. Mehr Leute haben ihre Steuerschuld beglichen.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIch glaube, es gibt kaum jemand, der in einem fairen Steuersystem gegen mehr Steuerehrlichkeit ist. Aber es gibt auch Themen, wo es keinen klaren Konsens dar\u00fcber gibt, was gesellschaftlich erw\u00fcnschtes Verhalten ist. Wichtig ist, dass wir die Nebenwirkungsdiskussion nicht ausser Acht lassen. So kritisieren libert\u00e4re Kreise etwa, diese Art der Beeinflussung mindere die Selbstverantwortung der B\u00fcrger. Die verhaltens\u00f6konomische Empirie kann diese These allerdings nicht best\u00e4rken. Denn wir k\u00f6nnen zeigen, dass es Menschen gibt, die auch dann wenig lernen, wenn sie Fehler machen und f\u00fcr diese finanzielle Nachteile in Kauf nehmen m\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h3>Es gibt schon \u00fcber 50 L\u00e4nder, welche Nudging von staatlicher Seite her anwenden. Warum hat die Schweiz noch keine solche Einheit?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIch glaube, die Schweiz braucht keine.&#13;<\/p>\n<h3>Warum?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bund hat viel weniger Kompetenzen als in anderen L\u00e4ndern. Eine zentrale Einheit w\u00e4re sogar kontraproduktiv. Aber viele Bundes\u00e4mter, Kantone und Gemeinden verschliessen sich diesen neuen Ans\u00e4tzen nicht. Denn die Verhaltens\u00f6konomie gibt ihnen viel mehr M\u00f6glichkeiten, mit begrenzten Ressourcen die Themen b\u00fcrgern\u00e4her und sparsamer zu behandeln.&#13;<\/p>\n<h3>Gibt es ein Beispiel, wo Nudging in der Schweiz ein Thema sein k\u00f6nnte?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, beispielsweise bei den Organspenden. Heute haben wir eine freiwillige Opt-in-Regel beim Spenden, aber wir sehen, dass das nicht so gut funktioniert. Dabei m\u00fcsste man nur eine Opt-out-Regel daraus machen. So hat es Holland gemacht, und auch in \u00d6sterreich existiert eine solche Opt-out-Regel bereits seit vielen Jahren. Dort werden die Organe im Ungl\u00fccksfall gespendet, ausser die Angeh\u00f6rigen entscheiden sich dagegen. In der Schweiz ist es umgekehrt. Hier muss man sich aktiv f\u00fcr das Spenden entscheiden.&#13;<\/p>\n<h3>Was passierte in diesen L\u00e4ndern?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Holland hatte man zuvor mit teuren Bewusstseinskampagnen eine Spenderrate von 27 Prozent erreicht. Nachdem man die Standardoption ge\u00e4ndert hat, kommen heute 90 Prozent der zur Spende geeigneten Bev\u00f6lkerung als Organspender infrage. Rund 10 Prozent melden sich aktiv ab. Und das ist gut so \u2013 niemand soll seine Organe spenden, wenn er es explizit nicht will.&#13;<\/p>\n<h3>Ist Nudging Manipulation?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMan kann nicht nicht beeinflussen. Das gilt auch in der Geschlechterfrage. Nichts zu tun, bedeutet, Frauen so zu beeinflussen, dass sie viel weniger Karrierechancen und Lohngleichheit erleben und die ganzen Kosten der Kinder selber tragen m\u00fcssen. Wenn wir nichts tun, zementieren wir die Strukturen, welche die M\u00e4nner bevorzugen. Wir beeinflussen also auch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Man kann nicht nicht beeinflussen.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3>Wie l\u00e4sst sich dieses Muster aufbrechen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn unserer Firma haben wir mit den Mitarbeitenden zusammen eine Arbeitsumgebung geschaffen, wo Frauen sich systematisch wohl und M\u00e4nner sich aufgrund der Ver\u00e4nderung nicht unfair behandelt f\u00fchlen.&#13;<\/p>\n<h3>Wie geht das?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einem Prototyp, den wir seit zwei Jahren testen, haben wir drei Karrierewege durch die Firma konzipiert. Einen dieser Wege nennen wir Irrational Track. Mit diesem Weg erm\u00f6glichen wir einen schnellen Aufstieg, dementsprechend ist auch die erwartete Arbeitsleistung hoch. Einen zweiten Weg nennen wir Evidence-based Track. Hier kann die Arbeitszeit flexibel reduziert werden. Und einen dritten Weg nennen wir Experimentability Track. Letzteren w\u00e4hlen Menschen, die experimentieren und andere Arbeitsformen entwickeln wollen. Nehmen wir das Beispiel eines 50-j\u00e4hrigen Bankers, der das Bed\u00fcrfnis hat, sich zu ver\u00e4ndern. Statt zu k\u00fcndigen, macht er bei uns ein dreimonatiges Sabbatical und lernt Verhaltens\u00f6konomie. Mit anderen Worten: Mit dem Aufzeigen dieser Karrierewege machen wir die Entscheidungsarchitektur f\u00fcr Karriere transparent, aber wir lassen unseren Mitarbeitern die Freiheit, selber zu entscheiden, welchen Karriereweg sie w\u00e4hlen.&#13;<\/p>\n<h3>Was ist das Fazit, das Sie daraus ziehen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAlleine dadurch, dass man diese drei M\u00f6glichkeiten transparent macht, erzielt man auf einmal andere Verhaltensweisen der Menschen. Wir wollen keine normative Work-Life-Balance vorgeben, denn es gibt auch Menschen, die arbeiten gerne viel, wollen aber nicht als schlechtes Rollenmodell an den Pranger gestellt werden.&#13;<\/p>\n<h3>Welchen Nutzen hat Ihre Firma davon?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWenn wir den Leuten Entscheidungsfreiheit geben, identifizieren sie sich viel st\u00e4rker mit dem Unternehmen. Das ist Verhaltens\u00f6konomie pur. Wir wissen, dass Freiwilligkeit die Motivation und damit die Zufriedenheit der Leute erheblich erh\u00f6ht.&#13;<\/p>\n<h3>Worauf legen Sie bei der Unternehmensberatung den Fokus?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWir entwickeln Massnahmen, die das menschliche Verhalten in die gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndern. Wir haben Projekte sowohl zum Kundenverhalten als auch zum Mitarbeiterverhalten und zur Compliance. Da geht es teilweise um lapidare Dinge, beispielsweise wie man in E-Mails die CC-Flut verringern k\u00f6nnte, die Millionen von Arbeitsstunden frisst. Oder wie man Mitarbeiter dazu bringt, ihre Spesenrapporte rechtzeitig und akkurat auszuf\u00fcllen.&#13;<\/p>\n<h3>Sie behandeln also die ganze Themenpalette?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nUns interessiert jedes Thema. Beispielsweise arbeiten wir in \u00d6sterreich zur Frage, wie man mehr Frauen in Mint-Berufe bringt, die also mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu tun haben. Auch das bedingt eine Verhaltens\u00e4nderung \u2013 m\u00f6glicherweise von den Lehrern oder den Eltern. Derzeit untersuchen wir in einem anderen grossen Projekt f\u00fcr einen Retailer in der Schweiz, wie man es schafft, Menschen digital zu binden, damit sie mehr Zeit online mit diesem Unternehmen verbringen und beginnen, mit dem Unternehmen gemeinsam neue Themen zu entwickeln.&#13;<\/p>\n<h3>Beraten Sie auch die Politik?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWir machen Beratung im Bereich Regulierung. Dort suchen wir nach L\u00f6sungen, wie man b\u00fcrgern\u00e4her werden kann und die Politik wieder die Akzeptanz findet, die es braucht. Heute gibt es keinen einzigen Bereich, der nicht reguliert ist.&#13;<\/p>\n<h3>Sie meinen, dass man Gebote und Verbote ersetzen m\u00fcsste?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWir regulieren nicht zu viel \u2013 wir regulieren schlecht. Nehmen Sie etwa das Mobility-Pricing, bei dem Mobilit\u00e4t nach Angebot und Nachfrage bepreist wird. Solche Massnahmen wirken oft nur eingeschr\u00e4nkt, benachteiligen aber Menschen, die zu bestimmten Uhrzeiten pendeln m\u00fcssen. Aber es gibt auch Ausnahmen: Das Rauchverbot in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen etwa l\u00e4sst sich nicht ersetzen. Hier kommt man mit Nudging nicht weiter. Das heisst, wir brauchen also des \u00d6fteren auch harte, zentrale Regulierungen. Aber das ist nur auf wenigen Gebieten so. Am besten sind freiwillige Regulierungen, wo Menschen und Unternehmen sich anpassen k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h3>Wo konkret gibt es Ihrer Meinung nach Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr freiwillige Regulierungen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBeispielsweise im CO<sub>2<\/sub>-Bereich. Hierzu gibt es bereits ein Experiment der privaten schweizerischen Energieagentur Enaw, welches kleinen und mittleren Unternehmen erm\u00f6glicht, die Lenkungsabgabe zu vermeiden und stattdessen ein Commitment zu machen, an dem sie sich messen lassen. Wenn ein Unternehmen sein selbst gestecktes Ziel aber nicht erf\u00fcllt, bekommt es die zentrale Regulierung zu sp\u00fcren. Dieses Vorgehen sollte man auch auf grosse Unternehmen ausdehnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Fehr, der letztj\u00e4hrige Nobelpreistr\u00e4ger f\u00fcr Wirtschaft war mit Richard Thaler ein Verhaltens\u00f6konom. Sie haben sich diese Disziplin in Ihrem Beratungsunternehmen auf die Fahne geschrieben. 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