{"id":106737,"date":"2018-06-25T10:00:54","date_gmt":"2018-06-25T10:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/06\/zellweger-07-2018fr\/"},"modified":"2024-04-02T16:30:49","modified_gmt":"2024-04-02T14:30:49","slug":"bildung-der-schweiz-zellweger-07-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/06\/bildung-der-schweiz-zellweger-07-2018\/","title":{"rendered":"Keine Weiterentwicklung ohne Fakten"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich mit der Digitalisierung, der Fachkr\u00e4ftethematik oder mit der Integration verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen ins Erwerbsleben befasst, st\u00f6sst unweigerlich auf Bildungsthemen. So stehen Arbeitsmarkt und Bildungssystem \u00fcber die Nachfrage nach kompetenten Fachkr\u00e4ften in Kontakt zueinander. Eine Besonderheit des Schweizer Berufsbildungssystems liegt darin, dass die Arbeitgeber darin systematisch eingebunden sind, und zwar weit mehr als in Systemen anderer L\u00e4nder. Zu nennen sind die grosse Bedeutung der betrieblich organisierten Berufslehre, der Einfluss der Verb\u00e4nde auf die Bildungsinhalte, das hohe finanzielle Engagement sowie die freiwillige Bereitstellung der dazu n\u00f6tigen Verbandsstruktur, inklusive entsprechender Milizarbeit. Dieses milliardenschwere Engagement der Wirtschaft f\u00fcr die Berufsbildung f\u00fchrt zum guten Leistungsausweis unseres gesamten Bildungswesens.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich besteht der Wunsch nach Verbesserungen und Weiterentwicklung. Die Rahmenbedingungen \u00e4ndern sich, und die gegenw\u00e4rtigen Herausforderungen f\u00fchren zu einer gewissen Verunsicherung. Aus Arbeitgebersicht gilt es sicherzustellen, dass das Bildungssystem f\u00fcr die Zukunft ger\u00fcstet ist. Aus- und Weiterbildung sollen dazu beitragen, die Chancen der digitalen Wirtschaft zu nutzen, aber auch rasche Ver\u00e4nderungen oder gar Umbr\u00fcche auf dem Arbeitsmarkt zu bew\u00e4ltigen. Mehrere Aktivit\u00e4ten tragen zu diesen Zielsetzungen bei: Zu erw\u00e4hnen sind etwa die \u00dcberlegungen von Bund, Kantonen und Sozialpartnern zur \u00abBerufsbildung 2030\u00bb, die Berichte der Landesregierung zur Digitalisierung und Bildung oder die Arbeiten von Verb\u00e4nden, mit denen die berufliche Mobilit\u00e4t der Erwerbst\u00e4tigen f\u00fcr Berufs- und Branchenwechsel verbessert werden soll.<\/p>\n<h2><strong>Bildungsbericht als Basis<\/strong><\/h2>\n<p>Eine faktenbasierte Bildungspolitik ist unabdingbar, um den Vorstellungen der Arbeitgeber von einer langfristig ausgelegten, effektiven, effizienten und chancengerechten Bildungspolitik gerecht zu werden. Diese Forderung gr\u00fcndet auch auf der Erfahrung, dass sich im laufenden Politbetrieb nur wenige mit Systemzusammenh\u00e4ngen, tats\u00e4chlichen Resultaten und dem gezielten Mitteleinsatz f\u00fcr Bildung auseinandersetzen. Entsprechend lautet ein Leitsatz des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes: \u00abDie Erkenntnisse aus dem Prozess des Bildungsmonitorings Schweiz sowie der entsprechenden Bildungsberichte sind zu nutzen und in die Weiterentwicklung des Systems und in den Bildungsalltag einfliessen zu lassen.\u00bb<\/p>\n<p>Der nationale Bildungsbericht 2018 erscheint also zur richtigen Zeit. Er wird dazu beitragen, erst einmal zu begreifen, wie das (Berufs-)Bildungswesen funktioniert, welche Eigenschaften es erfolgreich machen, aber auch m\u00f6gliche Dysfunktionen zu orten. Kritiker sprechen daher vom Blick in den \u00abR\u00fcckspiegel\u00bb. Ihnen ist entgegenzuhalten, dass der Bildungsbericht das Fundament f\u00fcr die k\u00fcnftigen Arbeiten sein muss. Ohne ein solches Fundament w\u00fcrde Weiterentwicklung zur Lotterie mit ungewissem Ausgang.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich mit der Digitalisierung, der Fachkr\u00e4ftethematik oder mit der Integration verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen ins Erwerbsleben befasst, st\u00f6sst unweigerlich auf Bildungsthemen. So stehen Arbeitsmarkt und Bildungssystem \u00fcber die Nachfrage nach kompetenten Fachkr\u00e4ften in Kontakt zueinander. 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