{"id":106901,"date":"2018-05-24T10:30:54","date_gmt":"2018-05-24T10:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/05\/barman-sonderegger-06-2018fra\/"},"modified":"2023-08-23T23:02:37","modified_gmt":"2023-08-23T21:02:37","slug":"barman-sonderegger-06-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/05\/barman-sonderegger-06-2018\/","title":{"rendered":"Seco sieht Kosmetikkunden get\u00e4uscht"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Internetsite Stylelux.ch werden Gesichtscremes, Schlankheitshosen oder Modeuhren zum Kauf angeboten. Die auf Deutsch und Franz\u00f6sisch verfasste Site erweckt den Eindruck schweizerischer Herkunft. Ein unachtsamer Klick kann Folgen haben: Beim Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) haben sich \u00fcber 200 Personen beschwert, sie h\u00e4tten Waren erhalten, ohne eine Bestellung ausgel\u00f6st zu haben. Auch w\u00fcrden bei der Lieferung Geb\u00fchren und Zollkosten verrechnet, die nicht erw\u00e4hnt worden seien.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHinter der Site steckt das d\u00e4nische Unternehmen Lux International Sales, welches inzwischen Digital Sourcing heisst und auch auf den Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram Werbeanzeigen schaltet. Aufgrund der Beschwerden hat das Seco im vergangenen Sommer beim Handelsgericht des Kantons Bern eine Zivilklage deponiert, um die geltenden Transparenzbestimmungen durchzusetzen. Das Verfahren ist noch h\u00e4ngig. Das Gericht wird zu pr\u00fcfen haben, ob die vom Seco vorgeworfenen Gesch\u00e4ftspraktiken gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstossen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine weitere Zivilklage reichte das Seco im Jahr 2017 beim Handelsgericht des Kantons Z\u00fcrich ein. Diese richtet sich gegen die Gesch\u00e4ftspraktiken der Ticket-Wiederverkaufsplattform Viagogo. Mit seiner Zivilklage will das Seco f\u00fcr mehr Transparenz auf den Websites von Viagogo \u2013 unter anderem Viagogo.ch \u2013 sorgen. So muss f\u00fcr den Kunden beispielsweise klar sein, dass er ein Konzertticket im Wiederverkauf erwirbt. Ferner muss von Anfang an der Endpreis bzw. der tats\u00e4chlich zu bezahlende Preis der Tickets angegeben werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzlich zu den beiden Zivilklagen hat das Seco im vergangenen Jahr 23 Strafklagen eingereicht.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> In 27 F\u00e4llen, die teilweise aus den Vorjahren stammen, kam es zu einem Strafbefehl, einem\u00a0Urteil oder einem\u00a0Entscheid.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Seco kann im Namen der Eidgenossenschaft Zivil- oder Strafklage gegen Personen oder Unternehmen einreichen, die unlautere Gesch\u00e4ftspraktiken begehen. Es kann allerdings nur t\u00e4tig werden, wenn im Inland die wirtschaftlichen Interessen einer Mehrzahl von Personen oder im Ausland das Ansehen der Schweiz beeintr\u00e4chtigt sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVor der Einreichung einer Klage werden die betroffenen Unternehmen normalerweise in einer sogenannten Abmahnung aufgefordert, zur beanstandeten Gesch\u00e4ftspraktik Stellung zu beziehen. Im Jahr 2017 wurden 57 Firmen abgemahnt. In 31 F\u00e4llen ging es um Irref\u00fchrung (inklusive aggressiver Verkaufsmethoden). Beispielsweise lieferte ein Unternehmen B\u00fcromaterial wie Druckertoner ohne Auftrag.&#13;<\/p>\n<h2><strong>R\u00fcckgang bei Werbeanrufen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit Abstand am meisten Beschwerden gingen beim Seco im vergangenen Jahr wegen unerbetener Werbeanrufe ein. Knapp 16\u2019000 der insgesamt 17\u2019696 Beschwerden betrafen solche Telefonate (siehe <em>Abbildung <\/em>und <em>Kasten<\/em>). Die meisten Personen beanstandeten, ihr Wunsch nach einer Werbesperre (Sterneintrag) sei nicht respektiert worden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Insgesamt beim Seco eingetroffene Beschwerden (2013\u20132017)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><div class='chart chart--normal' id='Barman-Sonderegger'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Barman-Sonderegger').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ' '\n    },\n legend: {enabled: false\n\n},\n    xAxis: {\n        categories: ['2013', '2014', '2015', '2016', '2017']\n    },\n    credits: {\n        enabled: false\n    }, yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n          labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + ' ';\n            }\n        }\n    },\n    tooltip: {\n            valueSuffix: ' '\n        },\n    series: [{\n        name: 'Anzahl Beschwerden',\n        data: [5830, 13235, 29186, 25875, 17696]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGegen\u00fcber dem Vorjahr gingen die Beschwerden insgesamt um rund 8000 zur\u00fcck. Der R\u00fcckgang d\u00fcrfte zum einen auf eine technische Massnahme der Swisscom zur\u00fcckzuf\u00fchren sein: Seit November 2016 bietet das Telekomunternehmen die M\u00f6glichkeit, Nummern von Werbeanrufern im Fix- und im Mobilnetz zu sperren. Zum anderen scheinen die Selbstregulierungsbem\u00fchungen der Krankenversicherungsbranche Fr\u00fcchte zu tragen: Seit 2016 verpflichten sich die Mitglieder der Branchenverb\u00e4nde Sant\u00e9suisse und Curafutura, keine Kunden durch Werbeanrufe zu akquirieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend die Beschwerden innerhalb der Schweiz r\u00fcckl\u00e4ufig waren, verdoppelte sich die Zahl der Reklamationen aus dem Ausland auf 570 Beschwerden. Die Zunahme ist in erster Linie auf Beanstandungen von Nutzern der Plattform Viagogo zur\u00fcckzuf\u00fchren. Am meisten Beschwerden stammten aus Frankreich (211), gefolgt von Grossbritannien (67) und Australien (47).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon s\u00e4mtlichen 2017 eingereichten Beschwerden stammten 16\u2019729 von Privatpersonen und 967 von Unternehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Verbesserung f\u00fcr die Telefonbenutzer d\u00fcrfte die geplante Teilrevision des Fernmeldegesetzes bringen. So will der Bundesrat Telekomanbieter verpflichten, einen Spam-Filter bei Werbeanrufen einzurichten. Ferner soll im UWG eine ausdr\u00fcckliche gesetzliche Grundlage f\u00fcr den Widerruf und die Sperrung von .ch- und .swiss-Domainnamen und von Rufnummern durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht geschaffen werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Mehr Details sind unter Seco.admin.ch unter dem Stichwort \u00abUnlauterer Wettbewerb\u00bb<a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Werbe_Geschaeftsmethoden\/Unlauterer_Wettbewerb\/statistische_angaben.html\"> abrufbar<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Internetsite Stylelux.ch werden Gesichtscremes, Schlankheitshosen oder Modeuhren zum Kauf angeboten. Die auf Deutsch und Franz\u00f6sisch verfasste Site erweckt den Eindruck schweizerischer Herkunft. 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