{"id":106914,"date":"2018-05-24T10:30:48","date_gmt":"2018-05-24T10:30:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/05\/morger-foellmi-06-2018fra\/"},"modified":"2023-08-23T23:02:44","modified_gmt":"2023-08-23T21:02:44","slug":"morger-foellmi-04-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/05\/morger-foellmi-04-2018\/","title":{"rendered":"Wie produktiv ist das Gesundheitswesen?"},"content":{"rendered":"<p>Der Anteil des Gesundheitswesens an der Gesamtbesch\u00e4ftigung wird immer gr\u00f6sser. Mittlerweile betragen die Ausgaben des Gesundheitswesens 11,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Tendenz steigend. Die hohen Krankenkassenpr\u00e4mien belasten insbesondere die Mittelschichtshaushalte immer st\u00e4rker.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Und auch die \u00f6ffentliche Hand muss via Pr\u00e4mienverbilligungen und Beitr\u00e4ge an die Gesundheitsinstitutionen \u2013 insbesondere die Spit\u00e4ler \u2013 immer h\u00f6here Kosten tragen. Die dynamische Besch\u00e4ftigungsentwicklung im Gesundheitswesen weckt in der Politik ausserdem die Bef\u00fcrchtung, dass es zu einem Fachkr\u00e4ftemangel kommen k\u00f6nnte, sodass der Gesundheitssektor im Wettbewerb um qualifiziertes Personal zunehmend auch andere Wirtschaftsbereiche konkurriert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund dieser Herausforderungen ist die Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t zentral. Eine h\u00f6here Arbeitsproduktivit\u00e4t bedeutet, dass mit einem bestimmten Personalbestand mehr Gesundheitsleistungen erbracht werden k\u00f6nnen. Oder umgekehrt: dass f\u00fcr ein bestimmtes Versorgungsniveau weniger Personal ben\u00f6tigt wird (siehe <em>Kasten 1<\/em>). Im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit hat das B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) gemeinsam mit der Universit\u00e4t St. Gallen untersucht, wie es um die Arbeitsproduktivit\u00e4t im schweizerischen Gesundheitswesen steht.&#13;<\/p>\n<h2>Geringes Produktivit\u00e4tswachstum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wertsch\u00f6pfung je Vollzeit\u00e4quivalent lag 2014 im schweizerischen Gesundheitswesen mit 120\u2019755 Franken rund 15 Prozent unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Zwischen 1999 und 2014 ist die Produktivit\u00e4t im Gesundheitswesen gem\u00e4ss offiziellen Zahlen des Bundesamtes f\u00fcr Statistik preisbereinigt nur um knapp 6 Prozent gestiegen, trotz hohen Investitionen in diesem Sektor. Gleichzeitig hat die Wertsch\u00f6pfung im Gesundheitswesen um 61 Prozent zugenommen. Dieser Wertsch\u00f6pfungszuwachs wurde aufgrund des geringen Produktivit\u00e4tswachstums haupts\u00e4chlich durch eine starke Ausweitung der Besch\u00e4ftigung erzielt: Gemessen in Vollzeitstellen nahm diese um 52 Prozent zu. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen auch weiterhin zunehmen wird. Um den Druck auf die Fachkr\u00e4ftenachfrage und die Gesundheitskosten zu senken, wird es daher zentral sein, die Arbeitsproduktivit\u00e4t auch in Zukunft zu steigern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm internationalen Vergleich bewegt sich die Schweiz trotz geringen Zuwachsraten punkto Entwicklung der Arbeitsproduktivit\u00e4t im Mittelfeld. \u00dcber den Zeitraum von 1999 bis 2014 wurde das Wertsch\u00f6pfungswachstum in der Mehrheit der untersuchten OECD-L\u00e4nder haupts\u00e4chlich durch zunehmende Besch\u00e4ftigung realisiert (siehe <em>Abbildung<\/em>). Ausnahmen, die in den vergangenen Jahren ein relativ hohes Produktivit\u00e4tswachstum verzeichnen konnten, waren die Slowakei, Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Deutschland und D\u00e4nemark.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Wertsch\u00f6pfungswachstum im Gesundheitswesen und Wachstumsanteile von Arbeitsproduktivit\u00e4t und Besch\u00e4ftigung (1999\u20132014)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='MorgerFoellmi318DE'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#MorgerFoellmi318DE').highcharts({\n\n    chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Griechenland', 'Tschechien', 'Finnland', 'Belgien', 'Schweden', 'Italien', 'Slowakei', 'Portugal', 'Slowenien', '\u00d6sterreich', 'Frankreich', 'Norwegen', 'Deutschland', 'Luxemburg', 'USA', 'Spanien', '<b>Schweiz<\/b>', 'D\u00e4nemark', 'Niederlande', 'Grossbritannien']\n    },\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    yAxis: {\n        \n        title: {\n            text: ''\n        },   labels: {\n                format: '{value}%' \/\/ macht, dass auf der Y-Achse das Prozentzeichen angezeigt wird. 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Der Grossteil dieses Wachstums ist auf eine Ausweitung der Besch\u00e4ftigung (roter Balken) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dem Produktivit\u00e4tswachstum (gelber Balken) kam eine nachrangige Bedeutung zu.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: OECD, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft.<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Baumolscher Effekt im Gesundheitswesen?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Wissenschaft wird seit langer Zeit intensiv diskutiert, inwieweit das Produktivit\u00e4tswachstum im Gesundheitswesen geringer ist als in der Gesamtwirtschaft und damit einen immer gr\u00f6sseren Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung ausmacht. Die Diskussion findet unter dem Begriff der baumolschen Kostenkrankheit statt, auf die der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler William J. Baumol 1967 erstmals aufmerksam gemacht hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss dieser Theorie entwickeln sich in flexiblen Arbeitsm\u00e4rkten die L\u00f6hne in Sektoren mit hohen und in Sektoren mit tiefen Produktivit\u00e4tssteigerungen \u2013 typischerweise der \u00f6ffentliche Sektor und andere arbeitsintensive Dienstleistungsbereiche \u2013 parallel. Die Lohnst\u00fcckkosten in den wenig produktiven Sektoren steigen dadurch stetig. Bei einer relativ unelastischen Nachfrage nach Gesundheitsleistungen nimmt deshalb der Anteil des Gesundheitswesens an der Gesamtwertsch\u00f6pfung zu. Neuere Studien<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> kommen zum Schluss, dass die baumolsche Kostenkrankheit im Gesundheitswesen eine gewisse Relevanz besitzt. Die Grenzen der baumolschen Theorie liegen allerdings darin, dass sie lediglich eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Kostenwachstum liefert. Sie kann keine Aussage dar\u00fcber machen, inwieweit diese Entwicklungen gesamtgesellschaftlich erw\u00fcnscht oder effizient sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn Bezug auf die Effizienz sind folgende \u00dcberlegungen relevant: Im Gesundheitswesen sind die Preise vielerorts reguliert, und die obligatorische Krankenversicherung sowie weitere Sozialversicherungen finanzieren einen substanziellen Anteil der Kosten. Oftmals dr\u00fccken daher die Preise im Gesundheitswesen die Zahlungsbereitschaft der Nutzer nicht ad\u00e4quat aus. Die fehlende Signalwirkung der Preise impliziert, dass die erbrachten Leistungen der Gesundheitsproduzenten nicht mit dem Nutzen \u00fcbereinstimmen, welcher bei den Patienten durch den verbesserten Gesundheitszustand erzielt wird. Hier zeigt sich die Schw\u00e4che des Indikators Arbeitsproduktivit\u00e4t: Wenn \u00fcberfl\u00fcssige Untersuchungen mit teuren medizinischen Ger\u00e4ten vermieden, unn\u00f6tig lange Hospitalisierungsaufenthalte verk\u00fcrzt und der Verkauf von zu grossen Medikamentenverpackungen zugunsten von kleinen Packungen reduziert wird, sinkt zumindest kurzfristig die gemessene Arbeitsproduktivit\u00e4t. Gleichzeitig bleibt aber die Zufriedenheit der Patienten unbeeintr\u00e4chtigt oder nimmt sogar zu. Solche Entwicklungen sind also im Sinne eines effizienten Gesundheitssystems.&#13;<\/p>\n<h2>Statistische Knacknuss: Preisentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie geringen Zuwachsraten der Arbeitsproduktivit\u00e4t im Gesundheitswesen k\u00f6nnten nicht zuletzt auch auf Messprobleme zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Laut der internationalen Literatur bestehen die Herausforderungen in erster Linie bei der Messung der Preisentwicklung. Da Preissteigerungen weder Produktivit\u00e4ts- noch Wohlfahrtsgewinne darstellen, sind sie bei einer l\u00e4ngerfristigen Analyse herauszurechnen. Ber\u00fccksichtigt werden nur die Quantit\u00e4ts- und Qualit\u00e4tsver\u00e4nderungen, die zusammen die Volumen\u00e4nderung abbilden. Quantit\u00e4ts\u00e4nderungen liegen dann vor, wenn etwa die Anzahl der Blinddarmoperationen bei gleicher Qualit\u00e4t steigt. Qualit\u00e4ts\u00e4nderungen zeigen sich beispielsweise dann, wenn die Rate der Wundinfektionen zur\u00fcckgeht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie beobachtbaren Preis\u00e4nderungen in \u00abreine\u00bb Preis\u00e4nderungen und in Qualit\u00e4ts\u00e4nderungen zu unterscheiden, stellt im Gesundheitswesen eine grosse Herausforderung dar. Denn die Qualit\u00e4tsverbesserungen durch medizinischen Fortschritt zu erfassen und preislich zu bewerten, ist schwierig. In der Praxis wird daher in der Regel auf eine solche Korrektur der Preise verzichtet. Deshalb wird die Preisentwicklung tendenziell \u00fcbersch\u00e4tzt. Ein neuer Datensatz f\u00fcr die USA zeigt, dass man zwischen 1999 und 2014 die Teuerung im Gesundheitswesen je nach Methode um insgesamt 8 bis 15 Prozent \u00fcbersch\u00e4tzt hat. In anderen Worten: Die Entwicklung der Arbeitsproduktivit\u00e4t wird untersch\u00e4tzt.&#13;<\/p>\n<h2>Alternativen gesucht<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Preismessung im Gesundheitswesen ist noch mit weiteren Problemen konfrontiert. Viele Eingriffe, die fr\u00fcher station\u00e4r durchgef\u00fchrt wurden, k\u00f6nnen heute ambulant vorgenommen werden. Dadurch kommt es oft zu einer deutlichen Preissenkung, welche allerdings durch den Konsumentenpreisindex nicht oder nur unzureichend abgebildet wird. Gem\u00e4ss OECD sollte ein Preisindikator daher die komplette Behandlung einer Krankheit umfassen, um Verschiebungen in den Behandlungsmethoden ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der schwachen Aussagekraft des Indikators Arbeitsproduktivit\u00e4t stellt sich die Frage, wie man dessen Informationsgehalt erh\u00f6hen k\u00f6nnte. Seit einiger Zeit finden internationale Bestrebungen statt, die Volumenentwicklung im Gesundheitswesen besser abzubilden. Diese sollten auch in der Schweiz auf jeden Fall weiterverfolgt und allf\u00e4llige Erkenntnisse daraus umgesetzt werden. Aufgrund der unzureichenden Qualit\u00e4t und der Abstraktheit des Indikators Arbeitsproduktivit\u00e4t sollte man bei der Evaluation von gesundheitspolitischen Massnahmen aber auch auf andere Effizienzmasse zur\u00fcckgreifen. Infrage kommen einerseits Indikatoren, die direkt Qualit\u00e4tsver\u00e4nderungen in Einzelbereichen des Gesundheitswesens aufzeigen, und andererseits aggregierte Masse wie die sogenannte Data Envelope Analysis<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> sowie Kostenwirksamkeitsanalysen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Bundesrat (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Bates und Santerre (2013) sowie Colombier (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Die DEA nutzt einen Algorithmus, um zu ermitteln, wie effizient das Verh\u00e4ltnis zwischen den eingesetzten Inputfaktoren und dem erzielten Output ist (vgl. Hollingsworth 2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anteil des Gesundheitswesens an der Gesamtbesch\u00e4ftigung wird immer gr\u00f6sser. Mittlerweile betragen die Ausgaben des Gesundheitswesens 11,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Tendenz steigend. Die hohen Krankenkassenpr\u00e4mien belasten insbesondere die Mittelschichtshaushalte immer st\u00e4rker. Und auch die \u00f6ffentliche Hand muss via Pr\u00e4mienverbilligungen und Beitr\u00e4ge an die Gesundheitsinstitutionen \u2013 insbesondere die Spit\u00e4ler \u2013 immer h\u00f6here Kosten tragen. 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Dordrecht: Springer.<\/li>&#13;\n \t<li>Bradley, Ralph, Jaspreet Hunjan und Lyubov Rozental (2015). Experimental Disease Based Price Indexes. <a href=\"https:\/\/www.bls.gov\/pir\/journal\/rb03.pdf\">Abrufbar<\/a> unter www.bls.gov.<\/li>&#13;\n \t<li>Bundesrat (2016). Strategie f\u00fcr den Mittelstand: Bericht in Erf\u00fcllung des Postulats 11.3810 von Lucrezia Meier-Schatz vom 22.09.2011. Bern: Eidgen\u00f6ssische Steuerverwaltung.<\/li>&#13;\n \t<li>Colombier, Carsten (2017). Drivers of Health-Care Expenditure: What Role Does Baumol's Cost Desease Play? Social Science Quarterly, doi:10.1111\/ssqu.12384.<\/li>&#13;\n \t<li>Hollingsworth, Bruce (2016). Health System Efficiency: Measurement and Policy (Kapitel 5). In: Jonathan Cylus, Irene Papanicolas und Peter C. Smith: Health System Efficiency: How to Make Measurement Matter for Policy and Management. Copenhagen: European Observatory on Health Systems and Policies.<\/li>&#13;\n \t<li>Morger, Mario, Kilian K\u00fcnzi und Reto F\u00f6llmi (2018). Arbeitsproduktivit\u00e4t im Gesundheitswesen, Studie im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit Bern: B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien und Universit\u00e4t St. Gallen.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Kennzahl \u00abArbeitsproduktivit\u00e4t\u00bb","kasten_box":"Um die branchenspezifische Arbeitsproduktivit\u00e4t zu berechnen, wird die entsprechende Bruttowertsch\u00f6pfung durch die Vollzeit\u00e4quivalente in dieser Branche geteilt. Um zu analysieren, wie sich die Arbeitsproduktivit\u00e4t entwickelt hat, braucht es ausserdem Daten zur Preisentwicklung.&#13;\n&#13;\nModellhaft l\u00e4sst sich der Produktionsprozess mit den beiden Inputfaktoren Arbeit und Kapital darstellen, die zusammen einen Output \u2013 in diesem Fall Gesundheitsleistungen \u2013 erstellen. Um die Arbeitsproduktivit\u00e4t zu steigern, gibt es also zwei M\u00f6glichkeiten: entweder durch eine kapitalintensivere Produktion oder durch die Erh\u00f6hung der Multifaktorproduktivit\u00e4t. Die Multifaktorproduktivit\u00e4t misst die Effizienz der gemeinsam genutzten Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital und wird oft mit dem technologischen Fortschritt gleichgesetzt. Sie beinhaltet aber auch weitere wichtige Bestimmungsfaktoren wie die Humankapitalbildung.&#13;\n&#13;\nDie Produktivit\u00e4t l\u00e4sst sich also steigern, indem entweder die Inputfaktoren Arbeit und Kapital effizienter werden (z. 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Das B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) untersuchte in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t St. Gallen, inwieweit der Indikator Arbeitsproduktivit\u00e4t verl\u00e4ssliche Informationen \u00fcber den \u00f6konomischen Zustand des Gesundheitswesens liefert. Es zeigt sich, dass aufgrund konzeptioneller Herausforderungen und zahlreicher Mess- und Datenprobleme der Indikator nur sehr beschr\u00e4nkt dazu geeignet ist, Effizienz und technologischen Fortschritt im Gesundheitswesen zu messen. 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