{"id":107093,"date":"2018-04-24T11:00:16","date_gmt":"2018-04-24T11:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/04\/leconomie-publique-deborde-du-service-publica\/"},"modified":"2023-08-23T23:02:46","modified_gmt":"2023-08-23T21:02:46","slug":"vaterlaus-zenhaeusern-05-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/04\/vaterlaus-zenhaeusern-05-2018\/","title":{"rendered":"Zunehmende Staatswirtschaft jenseits von Service public"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Service public stellt der Staat Leistungen zur Verf\u00fcgung, die zu einem guten Teil auch im Wettbewerb bereitgestellt w\u00fcrden. Der Staat fungiert dabei als Sicherheitsscharnier: Er garantiert, dass diese Leistungen den B\u00fcrgern zur Verf\u00fcgung stehen. \u00abFirst best\u00bb ist aus \u00f6konomischer Sicht, wenn der Staat private Unternehmen im Rahmen einer Ausschreibung zum Angebot von Service-public-Leistungen veranlasst.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> \u00abSecond best\u00bb ist, wenn er diese Leistungen selbst anbietet, also nur ausnahmsweise \u2013 weil gem\u00e4ss Bundesverfassung die Wirtschaftsfreiheit im Grundsatz nur f\u00fcr Private gilt \u2013 als Unternehmer aktiv ist. Das umfassende Portfolio der Kantone von etwa 800 Beteiligungen an \u00fcber 500 Unternehmen zeigt, dass die Abweichung vom First-best-Grundsatz h\u00e4ufig oder vielmehr gar die Regel sein d\u00fcrfte.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Forschungsunternehmen Polynomics hat im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) die Situation in den Kantonen und Gemeinden f\u00fcr den Energie- und den Verkehrssektor sowie f\u00fcr das Gesundheitswesen und die Finanzbranche untersucht.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Hintergrund ist ein Postulat des Luzerner FDP-Nationalrats Peter Schilliger mit dem Titel \u00abKonkurrenziert der Staat die Wirtschaft? \u00dcbersicht tut not\u00bb.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGegenstand der Analyse waren institutionelle und wettbewerbliche Kriterien, welche im Kern auf Leitlinien der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> sowie auf kantonalen Public-Corporate-Governance-Richtlinien basieren. Dabei gilt: Je besser die Kriterien erf\u00fcllt sind, desto wettbewerbsneutraler wirken die staatlichen Aktivit\u00e4ten (siehe <em>K\u00e4sten<\/em>).&#13;<\/p>\n<h2><strong>Staatliche Unternehmen im Energie- und im Verkehrssektor<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Untersuchung des Themenfelds Staat und Wettbewerb in den Sektoren Energie und Verkehr basiert auf den Daten zu 115 kantonalen und st\u00e4dtischen Unternehmen, zu denen Polynomics im Rahmen einer Onlineumfrage Auskunft erhalten hat. Teilgenommen haben alle Kantone mit Ausnahme von Genf sowie die St\u00e4dte Basel, Bern, Biel, Lausanne, Lugano, Luzern, St. Gallen, Thun und Z\u00fcrich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBasierend auf Ergebnissen der Onlineumfrage (siehe <em>Abbildung 1<\/em>), ist im Energiesektor ersichtlich, dass private Minderheitsaktion\u00e4re kaum zugelassen sind. In den Aufsichtsr\u00e4ten der meisten dieser Unternehmen sitzen auch politische Mandatstr\u00e4ger. Mit der Expansion in neue wettbewerbliche Gesch\u00e4ftsfelder wie Geb\u00e4udetechnik und Elektromobilit\u00e4t gehen auch Quersubventionen einher. Dadurch steigt das finanzielle Risiko f\u00fcr den Eigent\u00fcmer und somit f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand. Moral-Hazard-Verhalten k\u00f6nnte mit einem privaten Minderheitsaktionariat und abnehmendem politischem Einfluss im Aufsichtsrat entgegengewirkt werden. \u00dcber das Steuerungsinstrument der Eignerstrategie k\u00f6nnte sichergestellt werden, dass Risiken jenseits des Service-public-Angebots vermieden werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Energiesektor: <strong>Erf\u00fcllungsgrad von ausgew\u00e4hlten Referenzkriterien (2017, in Prozent)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vaterlaus_zenhaeusern_de_1_05'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#vaterlaus_zenhaeusern_de_1_05').highcharts({\n \n\n chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n  \n    xAxis: {\n        categories: ['Aktiengesellschaft', 'M\u00f6glichkeit privater Minderheitsbeteiligungen', 'Grundversorgungsauftrag', 'Eigent\u00fcmerstrategie', 'Politische Unabh\u00e4ngigkeit des Verwaltungsrates', 'Trennung von Regulierung und Betrieb', 'Keine Konkurrenzierung Dritter', 'Keine Staatsgarantie'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: '',\n        }, labels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n       \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: '%'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n    \n   \n    series: [{\n        name: 'Kantone',\n        data: [76,35,89,59,27,57,38,89]\n    }, {\n        name: 'St\u00e4dte',\n        data: [74,53,58,63,11,47,21,84]\n    }]\n});\n});\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Ein Wert von 100 Prozent bedeutet, dass der normative Referenzfall erreicht ist. Lesebeispiel: 76 Prozent der kantonalen Energieunternehmen sind als Aktiengesellschaft formiert. Zu beachten ist, dass die Antworten jeweils Einsch\u00e4tzungen von kantonalen und st\u00e4dtischen Exponenten Mitte 2017 widerspiegeln.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: R\u00fcckmeldungen der Onlineumfrage, Datenaufbereitung durch Polynomics \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Umfrage (siehe\u00a0<em>Abbildung 2<\/em>) informiert auch \u00fcber institutionelle und wettbewerbliche Aspekte \u00f6ffentlicher Verkehrsunternehmen.\u00a0So sitzen in den meisten Aufsichtsr\u00e4ten ebenfalls politische Mandatstr\u00e4ger. Diese Firmen bieten oft Dienstleistungen im Wettbewerb mit privaten Dritten an, wobei es eher um eine Randnutzung von Infrastrukturen geht: Ein \u00f6ffentlicher Verkehrsbetrieb stellt beispielsweise einen Bus f\u00fcr Privatfahrten zur Verf\u00fcgung und begibt sich damit in Konkurrenz zu Logistikunternehmen oder Reiseanbietern.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Verkehrssektor: <strong>Erf\u00fcllungsgrad von ausgew\u00e4hlten Referenzkriterien (2017, in Prozent)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vaterlaus_zenhaeusern_de_2_05'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#vaterlaus_zenhaeusern_de_2_05').highcharts({\n \n\n chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n  \n    xAxis: {\n        categories: ['Aktiengesellschaft', 'M\u00f6glichkeit privater Minderheitsbeteiligungen', 'Grundversorgungsauftrag', 'Eigent\u00fcmerstrategie', 'Politische Unabh\u00e4ngigkeit des Verwaltungsrates', 'Trennung von Regulierung und Betrieb', 'Keine Konkurrenzierung Dritter', 'Keine Staatsgarantie'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: '',\n        }, labels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n       \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: '%'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n    \n   \n    series: [{\n        name: 'Kantone',\n        data: [88,50,81,45,33,60,40,69]\n    }, {\n        name: 'St\u00e4dte',\n        data: [82,82,65,65,12,71,18,94]\n    }]\n});\n});\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Ein Wert von 100 Prozent bedeutet, dass der normative Referenzfall erreicht ist. Lesebeispiel: 82 Prozent der st\u00e4dtischen Verkehrsunternehmen lassen die M\u00f6glichkeit privater Minderheitsbeteiligungen zu etc. Zu beachten ist, dass die Antworten jeweils Einsch\u00e4tzungen von kantonalen und st\u00e4dtischen Exponenten Mitte 2017 widerspiegeln.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: R\u00fcckmeldungen der Onlineumfrage, Datenaufbereitung durch Polynomics \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWerden hingegen erhebliche Mittel in solche Gesch\u00e4ftsfelder investiert, brauchte es einen \u00f6ffentlichen Auftrag mit gesetzlicher Grundlage. In Gemeinden, in denen Gesetze in dieser Absicht verabschiedet wurden, werden die T\u00e4tigkeitsbereiche weit gefasst \u2013 auch mit Blick auf den geografischen Raum. Damit gehen vermehrt unternehmerische Risiken einher. Ein gezielter Einsatz der Eignerstrategie k\u00f6nnte hier dazu beitragen, die Risikowahrnehmung zu sch\u00e4rfen, sodass es vermehrt zu Ausschreibungen von Grundversorgungsdienstleistungen k\u00e4me. Damit einhergehend, w\u00fcrden indirekt auch die Aktivit\u00e4ten der Kantone und St\u00e4dte im Wettbewerb mit Dritten beschr\u00e4nkt.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Fallbeispiele: \u00d6ffentliche Spit\u00e4ler und Kantonalbanken<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Gesundheitswesen wurden die institutionellen und wettbewerblichen Kriterien anhand zweier Fallbeispiele \u2013 der Genfer Universit\u00e4tsspit\u00e4ler (HUG) und der Z\u00fcrcher Stadtspit\u00e4ler \u2013 untersucht. Bei beiden \u00f6ffentlichen Spit\u00e4lern entsprechen einige normative Kriterien formell den Vorgaben moderner Public Corporate Governance. Hingegen ist die Interessenentflechtung nicht umgesetzt. Der politische Einfluss ist meist direkt in den Aufsichtsgremien verankert. Dar\u00fcber hinaus machen die Fallbeispiele sichtbar, dass die Marktaktivit\u00e4ten der \u00f6ffentlichen Spit\u00e4ler zu Wettbewerbsverzerrungen f\u00fchren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch in der Finanzbranche ist der Staat mit Beteiligungen an Kantonalbanken pr\u00e4sent. Diese agieren heute als Universalbanken. Obwohl dadurch der \u00f6ffentliche Auftrag in den Hintergrund geraten ist, kommen sie im Regelfall trotzdem in den Genuss einer Staatsgarantie. Als Fallbeispiele wurden die Basler Kantonalbank und die Glarner Kantonalbank untersucht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Engagement der Kantone im Bankensektor ist kritisch zu beurteilen, da der Bankenbereich mit seiner Intermedi\u00e4rfunktion insbesondere aufgrund der technologischen Entwicklungen immer risikobehafteter wird. Institutionelle Kriterien wie politische Mandate im Aufsichtsgremium und ordnungspolitische Aspekte wie die Staatsgarantie k\u00f6nnen bewirken, dass sich Risiken (erneut) zulasten des Steuerzahlers materialisieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wettbewerbsverzerrungen und Staatswirtschaft abbauen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Branchenanalysen zeigen, dass sich die Praxis weder im Rahmen des \u00abfirst best\u00bb (Ausschreibung) noch des \u00absecond best\u00bb (ausnahmsweise \u00f6ffentliche unternehmerische Aktivit\u00e4t f\u00fcr das Angebot des Service public) bewegt. Vielfach wird im Kontext des Service public selbstredend jeweils eine \u00abEntreprise publique\u00bb mitgedacht. Ein solches Staatsunternehmen bietet mitunter auch Dienste im Wettbewerb mit privaten Dritten an, die wenig oder keinen Bezug zum Service public aufweisen. Entsprechend resultieren Wettbewerbsverzerrungen. Diese sind nicht vermeidbar, solange das \u00f6ffentliche Unternehmen seinen Grundversorgungsauftrag auf der Grundlage eines Monopols wahrnimmt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Jahr 2012 befasste sich auch das Bundesgericht mit der Thematik. In einem Urteil zur kantonalen Sachversicherung Glarus, die in Konkurrenz zu privaten Anbietern stand, legitimierten die Richter deren wettbewerbliche Aktivit\u00e4ten, untersagten aber eine \u00absystematische Quersubventionierung\u00bb.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Doch systematisch lassen sich Quersubventionierungen nur ausschliessen, wenn der gesamte Verbundvorteil dem Monopolbereich zugerechnet wird.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Ansonsten k\u00f6nnen produktivere Unternehmen vom Markt verdr\u00e4ngt werden. Wettbewerbsneutralit\u00e4t heisst letztlich, dass sich \u00f6ffentliche Unternehmen mit einem Teilmonopol gar nicht in Wettbewerbsbereichen bet\u00e4tigen d\u00fcrften.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Ball liegt nun bei der Legislative auf allen f\u00f6deralen Ebenen, Anreize zu schaffen, damit wettbewerbliche Aktivit\u00e4ten \u00f6ffentlicher Unternehmen grunds\u00e4tzlich abgebaut und \u2013 solange derartige Engagements noch vorliegen \u2013 mindestens die Kriterien der Wettbewerbsneutralit\u00e4t besser erf\u00fcllt werden. Zweifelsfrei ist im Themenfeld Staat und Wettbewerb mehr Transparenz erforderlich, um den notwendigen demokratischen Diskurs dar\u00fcber zu initiieren.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Demsetz (1988).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Steiner et al. (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Polynomics (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Postulat 15.3880 vom 22. September 2015.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">OECD (2012); OECD (2015a) und OECD (2015b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Entscheid des Bundesgerichts betreffend Glarnersach (BGE 138 I 378).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Faulhaber (1975).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Service public stellt der Staat Leistungen zur Verf\u00fcgung, die zu einem guten Teil auch im Wettbewerb bereitgestellt w\u00fcrden. 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G20\/OECD Corporate Governance-Principles, Paris.<\/li>&#13;\n \t<li>Polynomics (2017). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirschaftspolitik\/Wettbewerbspolitik\/staat-und-wettbewerb.html\">Staat und Wettbewerb. Institutionelle und wettbewerbliche Aspekte bei kantonalen und kommunalen Unternehmen<\/a>, Studie im Auftrag des Seco, Bern.<\/li>&#13;\n \t<li>Steiner, R., Raess Brenner, K., und Saxenhofer, A. (2015). Verbreitung und Effekte von Public-Corporate-Governance-Richtlinien am Beispiel der Schweizer Kantone, in: Verwaltung und Management, 2\/2015, 59\u201364.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Institutionelle Kriterien zur Analyse \u00f6ffentlicher bzw. \u00f6ffentlich beherrschter Unternehmen","kasten_box":"<ul>&#13;\n \t<li>Die Unternehmen haben die Gesellschaftsform der Aktiengesellschaft.<\/li>&#13;\n \t<li>Private Minderheitsbeteiligungen sind m\u00f6glich.<\/li>&#13;\n \t<li>Es existiert ein Grundversorgungsauftrag bzw. eine Leistungsvereinbarung.<\/li>&#13;\n \t<li>Die Leistungsvereinbarung mit dem Grundversorgungsauftrag ist \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<\/li>&#13;\n \t<li>Es erfolgt eine periodische Pr\u00fcfung der Leistungsvereinbarung.<\/li>&#13;\n \t<li>Es existiert eine Eignerstrategie mit Fokus auf den Leistungsauftrag.<\/li>&#13;\n \t<li>Die Eignerstrategie ist \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<\/li>&#13;\n \t<li>Die Trennung von Regulierung, Ausf\u00fchrung und Kontrolle ist gegeben: Die Legislative definiert den gesetzlichen Rahmen und hat die Oberaufsicht\u00a0\u00fcber das Unternehmen. Die Exekutive gibt die Eignerstrategie und den Leistungsauftrag vor; sie beaufsichtigt das Aufsichtsgremium des Unternehmens. Die operative Autonomie des Unternehmens ist gew\u00e4hrleistet.<\/li>&#13;\n \t<li>Innerhalb der Verwaltung \u00fcbernimmt ein Fachdepartement die Gew\u00e4hrleisterrolle.<\/li>&#13;\n \t<li>Innerhalb der Verwaltung \u00fcbernimmt das Finanzdepartement die Eignerrolle.<\/li>&#13;\n \t<li>Legislative und Exekutive haben kein politisches Mandat im Aufsichtsgremium des Unternehmens: Um die Umsetzung der Eignerstrategie und des Leistungsauftrags sicherzustellen, bestimmt die Exekutive das Aufsichtsgremium.<\/li>&#13;\n \t<li>Das Aufsichtsgremium des Unternehmens wird auf der Grundlage sachlich-relevanter Kriterien bestellt.<\/li>&#13;\n<\/ul>"},{"kasten_title":"Wettbewerbliche Kriterien zur Analyse \u00f6ffentlicher bzw. \u00f6ffentlich beherrschter Unternehmen","kasten_box":"<ul>&#13;\n \t<li>Die Notwendigkeit des Grundversorgungsauftrags wird periodisch evaluiert.<\/li>&#13;\n \t<li>F\u00fcr eine Neuvergabe wird der Grundversorgungsauftrag \u00f6ffentlich ausgeschrieben.<\/li>&#13;\n \t<li>Das Unternehmen steht ausserhalb seines Grundversorgungsangebots mit keinen Aktivit\u00e4ten im Wettbewerb mit privaten Unternehmen.<\/li>&#13;\n \t<li>Der Marktzugang f\u00fcr private Wettbewerber wird nicht durch den staatlichen Auftrag gehemmt oder gef\u00f6rdert (bspw. durch Spezialbewilligungen und\/oder asymmetrische Regulierungen).<\/li>&#13;\n \t<li>Im Unternehmen werden wettbewerbliche Aktivit\u00e4ten nicht quersubventioniert.<\/li>&#13;\n \t<li>Werden zus\u00e4tzliche staatliche Auftr\u00e4ge, die nicht zum Grundversorgungsauftrag geh\u00f6ren, \u00f6ffentlich vergeben, findet keine Bevorzugung von \u00f6ffentlichen bzw. \u00f6ffentlich beherrschten Unternehmen statt.<\/li>&#13;\n \t<li>Transaktionen, bei denen ein \u00f6ffentliches bzw. ein \u00f6ffentlich beherrschtes Unternehmen involviert ist, erfolgen zu Marktbedingungen.<\/li>&#13;\n \t<li>Es gibt keine j\u00e4hrliche Defizitgarantie.<\/li>&#13;\n \t<li>Es gibt keine explizite Staatsgarantie.<\/li>&#13;\n \t<li>Bei Vorliegen einer Staatsgarantie: Die Staatsgarantie wird nach marktbezogenen Kriterien abgegolten.<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":107096,"main_focus":[155974,156254,156787,156987],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":107100,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"76310","post_abstract":"Oft stehen \u00f6ffentliche Marktaktivit\u00e4ten nicht in Verbindung mit Service public oder kritischen Infrastrukturen und verzerren somit unn\u00f6tig den Wettbewerb. Inzwischen haben die Kantone rund 800 Beteiligungen an 500 Unternehmen. Ein \u00dcberblick zu den Gemeinden fehlt. Im Energie- und im Verkehrssektor, im Gesundheitswesen und in der Finanzbranche zeigt ein Vergleich zwischen normativ geforderter (Soll) und gelebter Praxis (Ist) ein \u00e4usserst unbefriedigendes Bild. Der steigende Besch\u00e4ftigungsanteil in den staatsnahen Branchen l\u00e4sst zudem vermuten, dass der Einfluss der \u00f6ffentlichen Hand in j\u00fcngster Zeit noch zugenommen hat. Es ist \u00fcberf\u00e4llig, Beteiligungen und wettbewerbliche Engagements des Staats transparent auszuweisen. Parlamente auf allen f\u00f6deralen Ebenen m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass diese Aktivit\u00e4ten wettbewerbsneutraler wirken und dass Leistungsauftr\u00e4ge neu verhandelt, ausgeschrieben und die Staatswirtschaft abgebaut wird.","magazine_issue":"05-2018","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20180425","original_files":null,"external_release_for_author":"20180331","external_release_for_author_time":"21:30:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5a716d7d6ec90"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107093"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2998"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107093"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107093\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126227,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107093\/revisions\/126227"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2997"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2998"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156987"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156787"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156254"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/155974"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22781"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=107093"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=107093"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=107093"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=107093"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=107093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}