{"id":107353,"date":"2018-03-26T11:00:19","date_gmt":"2018-03-26T11:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/03\/berden-shingal-sieber-gasser-fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:28","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:28","slug":"berden-shingal-sieber-04-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/03\/berden-shingal-sieber-04-2018\/","title":{"rendered":"Verhandlungsposition der Schweiz bei neuen Freihandelsabkommen nur leicht betroffen"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren haben zahlreiche L\u00e4nder weltweit autonom Industriez\u00f6lle abgeschafft. Dabei wurden vor allem die wirtschaftlichen Argumente diskutiert. In diesem Artikel beleuchten wir eine Frage, die in der Literatur weniger Aufmerksamkeit erhalten hat: die potenziellen Auswirkungen eines einseitigen Zollabbaus f\u00fcr Industrieg\u00fcter auf die k\u00fcnftige Verhandlungsmacht der Schweiz bei Gespr\u00e4chen \u00fcber Freihandelsabkommen (FHA). Bei einem autonomen Abbau von Importz\u00f6llen k\u00f6nnen diese in Verhandlungen \u00fcber k\u00fcnftige FHA nicht mehr als direktes Verhandlungspfand eingesetzt werden. In einer Studie im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) haben wir deshalb die Auswirkungen eines Zollabbaus auf die k\u00fcnftige Verhandlungsposition der Schweiz untersucht (siehe <em>Kasten<\/em>).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie vorhandene Literatur zu den Auswirkungen eines einseitigen Zollabbaus auf die Verhandlungsposition zeichnet kein einheitliches Bild. W\u00e4hrend einige Studien aufzeigen, dass Zollsenkungen spezifisch eingesetzt werden, um in Verhandlungen andere Zugest\u00e4ndnisse einzufordern, weist eine neuere Studie \u00fcber den schrittweisen Abbau der Importz\u00f6lle f\u00fcr Industrieg\u00fcter in Kanada (ab 2009) auf einen anderen Aspekt hin:<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Neue Freihandelsabkommen erlauben es Kanada, den Partnern die Nullz\u00f6lle vertraglich zuzusichern. Zusammen mit potenziellen Konzessionen in der Landwirtschaft und in zus\u00e4tzlichen Handelsbereichen erm\u00f6glicht dies Kanada weiterhin, attraktive Abkommen abzuschliessen.&#13;<\/p>\n<h2>Potenzielle Handelspartner unterscheiden sich stark<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn unserer Untersuchung haben wir insgesamt die verbleibenden potenziellen Freihandelspartner der Schweiz betrachtet (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). F\u00fcr die Wirtschaftsstruktur dieser L\u00e4nder, mit denen die Schweiz bisher noch kein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat, resultiert ein vielf\u00e4ltiges Bild: Bei L\u00e4ndern wie Pakistan und Myanmar dominiert die Landwirtschaft, bei anderen die verarbeitende Industrie (Algerien) oder der Dienstleistungssektor (USA).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch bei der Marktgr\u00f6sse ist das Spektrum breit: Es reicht vom kleinen Inselstaat Mauritius bis zu den riesigen Volkswirtschaften Brasilien und USA. Welche Produkte gehandelt werden, ist je nach Handelspartner ebenfalls unterschiedlich. Dasselbe gilt f\u00fcr die Handelshemmnisse gegen\u00fcber Schweizer Waren: Der durchschnittlich angewendete Zoll variiert zwischen 1,6 Prozent (Mauritius) und fast 19 Prozent in Algerien. Stark unterscheiden sich schliesslich auch die Anzahl der bestehenden FHA der Handelspartner sowie das Ausmass der dabei eingegangenen Verpflichtungen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Potenzielle FHA-Partner der Schweiz und deren eingegangene Verpflichtungen in aktuellen FHA<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #ff00ff;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2018\/03\/Abb1_Berden_Shingal_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-77443\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2018\/03\/Abb1_Berden_Shingal_DE.png\" alt=\"\" width=\"1320\" height=\"2042\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Dargestellt ist die Tiefe der Verpflichtungen pro Partner in den von ihnen abgeschlossenen FHA mit anderen Staaten. Diese variiert je nach Partner und Bereich (0 = Bereich nicht oder kaum abgedeckt in FHA; 1 = weitgehende Verpflichtungen bez\u00fcglich Marktzugang).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Datenbank Desta \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeben den verbleibenden potenziellen Freihandelspartnern fokussierte die Studie auf G\u00fctergruppen, bei welchen ein autonomer Zollabbau die Verhandlungssituation beeinflussen k\u00f6nnte. Die Analyse f\u00fchrt zu drei Erkenntnissen: Erstens sind die Schweizer Z\u00f6lle auf Industrieg\u00fcter bereits sehr niedrig oder sogar null. Zweitens bildet der Textil- und Bekleidungssektor die wesentlichste Ausnahme.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> F\u00fcr mehrere potenzielle FHA-Partner wie Pakistan, Iran und Moldawien geh\u00f6ren diese Produkte zu den Kerninteressen. Drittens zeigt sich, dass es zus\u00e4tzlich Spitzenz\u00f6lle f\u00fcr wenige Produkte im Industriebereich gibt wie beispielsweise bei verkehrstechnischen Ausr\u00fcstungen oder einzelnen nicht elektrischen Ger\u00e4ten. Diese sind manchmal sehr hoch; die Importe dieser spezifischen Produkte in die Schweiz machen aber einen sehr geringen Anteil aus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie noch bestehenden hohen Z\u00f6lle f\u00fcr diese wenigen Produkte lassen darauf schliessen, dass Z\u00f6lle auf Industrieg\u00fcter in zuk\u00fcnftigen Verhandlungen \u2013 trotz weniger verbleibender Verhandlungspartner und des insgesamt tiefen Zollniveaus \u2013 weiterhin eine relevante Verhandlungsmasse darstellen. So k\u00f6nnen hohe Z\u00f6lle auf einzelnen Produkten weiter reichende Auswirkungen auf die Produktionskette und die Preise f\u00fcr Endprodukte haben, wenn Zwischenprodukte der globalen Wertsch\u00f6pfungsketten betroffen sind. F\u00fcr eine kleine Zahl von Exportfirmen der potenziellen Partnerstaaten sind sie m\u00f6glicherweise sogar das gr\u00f6sste Hindernis beim Marktzugang. Aus wirtschaftspolitischer Sicht ist zudem zu bedenken: Um bei FHA-Verhandlungen den R\u00fcckhalt im eigenen Land zu erh\u00f6hen, heben ausl\u00e4ndische Regierungen zu Hause gerne Verhandlungserfolge hervor. Damit k\u00f6nnen sie sich die Unterst\u00fctzung der Exportindustrie sichern und mit dieser Allianz den Widerstand der Branchen brechen, die sich einem verst\u00e4rkten Wettbewerb durch (Schweizer) Importprodukte gegen\u00fcbersehen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Es gibt alternative Verhandlungstr\u00fcmpfe<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nPotenzielle negative Auswirkungen auf die Verhandlungssituation der Schweiz aufgrund eines autonomen Zollabbaus f\u00fcr Industrieg\u00fcter k\u00f6nnen m\u00f6glicherweise durch andere Verhandlungstr\u00fcmpfe kompensiert werden. Im Folgenden nehmen wir vier Elemente unter die Lupe:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li><strong>Gebundene Zolls\u00e4tze: <\/strong>Bei einem autonomen Zollabbau werden die angewendeten Zolls\u00e4tze auf null gesetzt, w\u00e4hrend die bei der WTO eingegangenen Verpflichtungen bez\u00fcglich Maximalz\u00f6lle (diese liegen oft \u00fcber den angewendeten Zolls\u00e4tzen) unver\u00e4ndert bleiben. Wenn die WTO-Zolls\u00e4tze h\u00f6her sind als die wirklich angewendeten Zolls\u00e4tze, kann das Land letztere jederzeit wieder erh\u00f6hen, ohne internationale Verpflichtungen zu verletzen. Heute liegen die WTO-Zolls\u00e4tze der Schweiz insgesamt leicht \u00fcber den angewendeten Z\u00f6llen. Diese Differenz w\u00fcrde im Fall eines Zollabbaus bedeutend gr\u00f6sser und stellt somit ein alternatives Verhandlungselement dar. FHA w\u00fcrden somit den Handelspartnern der Schweiz vertraglich zusichern, dass die angewendeten Nullz\u00f6lle dem FHA-Partner gegen\u00fcber nicht mehr angehoben werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><strong>Portfolio an Zugest\u00e4ndnissen: <\/strong>Bereits heute regeln FHA neben den Z\u00f6llen f\u00fcr Industrieprodukte eine Reihe weiterer Bereiche wie Landwirtschaftsz\u00f6lle, die regulatorische Zusammenarbeit, technische Handelshemmnisse, gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Massnahmen, Investitionen, Dienstleistungen, Standards und die Wettbewerbspolitik. Zugest\u00e4ndnisse in diesen Bereichen k\u00f6nnten die wegfallende Verhandlungsmasse bei den Industriez\u00f6llen kompensieren. Ein solches Portfolio w\u00e4re ein n\u00fctzliches Verhandlungsmittel, weil die nicht tarif\u00e4ren Handelshemmnisse \u2013 beispielsweise technische Vorschriften und Sicherheitsstandards \u2013 f\u00fcr Produkte immer noch hoch sind und auch nach einem autonomen Zollabbau den Marktzugang noch erheblich erschweren oder de facto sogar behindern k\u00f6nnen. Auch Zugest\u00e4ndnisse beim Zugang f\u00fcr Dienstleistungen und Investitionen bilden attraktive Verhandlungselemente.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><strong>Ursprungsregeln: <\/strong>Ursprungsregeln sind fester Bestandteil von FHA. Sie legen f\u00fcr jede Warengruppe fest, ab wann diese als Ursprungsware eines bestimmten Landes deklariert werden kann. Die Forschung zeigt, dass Ursprungsregeln im Zusammenhang mit pr\u00e4ferenziellen Z\u00f6llen ein bedeutendes Handelshemmnis darstellen. Bei einer einseitigen Zollaufhebung werden die Ursprungsregeln f\u00fcr den Import in die Schweiz weniger wichtig, und die damit verbundenen regulatorischen Anforderungen f\u00fcr Unternehmen entfallen teilweise oder ganz. Ursprungsregeln sind somit kein alternatives Verhandlungselement.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><strong>Efta-Plattform: <\/strong>Die Schweiz verhandelt den Grossteil ihrer FHA im Rahmen der Efta. Das Gewicht der Efta-L\u00e4nder insgesamt k\u00f6nnte theoretisch in den Verhandlungen zuk\u00fcnftiger FHA die wegfallende Verhandlungsmasse aufgrund der abgeschafften Industriez\u00f6lle kompensieren. Allerdings konnten wir keine Hinweise auf gegenseitige Zugest\u00e4ndnisse zwischen Efta-Mitgliedsstaaten bei Verhandlungen finden, womit auch dieses Element keinen alternativen Verhandlungstrumpf darstellt.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Gesamthandelsvolumen der Schweiz im Industriebereich nach Partnern<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #ff00ff;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2018\/03\/Abb2_Berden_Shingal_DE.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-77449\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2018\/03\/Abb2_Berden_Shingal_DE.png\" alt=\"\" width=\"1888\" height=\"1468\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Textilz\u00f6lle f\u00fcr einige L\u00e4nder relevant<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt zeigt die Studie, dass eine Abschaffung der verbleibenden Industriez\u00f6lle die Position der Schweiz nur in geringem oder sogar vernachl\u00e4ssigbarem Ausmass schw\u00e4chen w\u00fcrde.\u00a084 Prozent des G\u00fcterhandels finden mit Staaten statt, mit welchen die Schweiz bereits \u00fcber ein FHA verf\u00fcgt (siehe <em>Abbildung 2<\/em>), und die Industriez\u00f6lle sind bereits sehr tief. Relevant w\u00e4re ein autonomer Zollabbau hingegen f\u00fcr Verhandlungen mit L\u00e4ndern, deren Hauptinteresse auf dem Textil- und Bekleidungssektor oder den einzelnen Spitzenz\u00f6llen liegt \u2013 insbesondere aus wirtschaftspolitischer Sicht und unter Ber\u00fccksichtigung der globalen Wertsch\u00f6pfungsketten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPotenzielle zuk\u00fcnftige Handelspartner mit mittlerer bis hoher Sensitivit\u00e4t gegen\u00fcber einem einseitigen Zollabbau der Schweiz sind Indien, Brasilien, Malaysia, Vietnam, die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) mit Russland als gr\u00f6sstem Staat und eine kleine Restgruppe (u. a. mit der Mongolei, Pakistan, dem Iran, Moldawien und Indonesien). Die Rolle der gebundenen Z\u00f6lle und das gesamte Portfolio an Zugest\u00e4ndnissen k\u00f6nnen f\u00fcr die Schweiz eine n\u00fctzliche alternative Verhandlungsmasse darstellen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Berden et al. (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Keohane (1986), Davis (2004) und Lim\u00e3o (2007) sowie Ciuriak und Xiao (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Z\u00f6lle gelten nicht f\u00fcr die am wenigsten entwickelten L\u00e4nder. Siehe \u00abEntwicklungsl\u00e4nder APS\/GSP\u00bb unter Ezv.admin.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren haben zahlreiche L\u00e4nder weltweit autonom Industriez\u00f6lle abgeschafft. Dabei wurden vor allem die wirtschaftlichen Argumente diskutiert. 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Should Canada Unilaterally Adopt Global Free Trade?&#13;\nCommissioned Study, Canadian Council of Chief Executives.<\/li>&#13;\n \t<li>Davis, C. L. (2004). International Institutions and Issue Linkage: Building Support for&#13;\nAgricultural Trade Liberalization, in: American Political Science Review, 98(1), 153\u2013169.<\/li>&#13;\n \t<li>Keohane, R. O. (1986). Reciprocity in International Relations, in: International Organization,&#13;\n40(1), 1\u201327.<\/li>&#13;\n \t<li>Lim\u00e3o, N. (2007). Are Preferential Trade Agreements with Non-trade Objectives a Stumbling&#13;\nBlock for Multilateral Liberalization?, in: The Review of Economic Studies, 74(3), 821\u2013855.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Verwendete Daten","kasten_box":"Die Studie basiert auf Statistiken \u00fcber Handelspartner und Handelsabkommen sowie auf Daten zur Tiefe der einzelnen Freihandelsabkommen (FHA) und zu bestehenden tarif\u00e4ren und nicht tarif\u00e4ren Massnahmen. Zus\u00e4tzlich f\u00fchrten die Autoren ausf\u00fchrliche Gespr\u00e4che mit politischen Verantwortlichen und anderen wirtschaftspolitischen Akteuren (z. B. 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Aktuell finden 84 Prozent des Schweizer G\u00fcterhandels mit Staaten statt, mit welchen bereits ein FHA besteht, und die Industriez\u00f6lle sind bereits sehr tief. Aufgrund der derzeit hohen Textil- und Bekleidungsz\u00f6lle sowie der wenigen Spitzenz\u00f6lle im Luxussegment k\u00f6nnte die Verhandlungsposition der Schweiz mit Staaten wie Indien, Brasilien und Russland geschw\u00e4cht werden. 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