{"id":107370,"date":"2018-03-26T11:00:17","date_gmt":"2018-03-26T11:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/03\/meier-12-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:09","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:09","slug":"meier-12-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/03\/meier-12-2017\/","title":{"rendered":"Unilateraler Zollabbau bringt administrative Entlastung"},"content":{"rendered":"<p>Die Erleichterung der Importe, der Abbau von Handelsschranken sowie die administrative Entlastung sind zentrale Handlungsfelder der Wachstumspolitik des Bundesrates.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Der Bundesrat schl\u00e4gt deshalb vor, die Importz\u00f6lle von Industrieg\u00fctern unilateral aufzuheben.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Welche Entlastung dies mit sich bringen w\u00fcrde, hat das Basler Forschungs- und Beratungsunternehmen B,S,S. im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) analysiert (siehe <em>Kasten<\/em>). Inwieweit sich die Nutzen und Kosten eines autonomen Zollabbaus indirekt (beispielsweise h\u00f6here Flexibilit\u00e4t der Unternehmen) respektive in einem gesamtwirtschaftlichen Kontext auszahlen, war nicht Fokus unserer Studie.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSch\u00e4tzungsweise verursacht der Import von Industrieg\u00fctern den Unternehmen einen administrativen Aufwand von 515 Millionen Franken pro Jahr. Diesen sogenannten Personal- und Sachaufwand sch\u00e4tzten wir auf der Basis von rund 13 Millionen Einfuhrzollanmeldungen, die im Jahr 2016 verarbeitet wurden. Ber\u00fccksichtigt man zus\u00e4tzlich den finanziellen Aufwand \u2013 die Z\u00f6lle und Geb\u00fchren \u2013 von 480 Millionen Franken, liegt die Belastung der Unternehmen bei insgesamt rund 1 Milliarde Franken pro Jahr.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVergleichsweise stark schlagen beim administrativen Aufwand \u2013 das heisst beim Personal- und Sachaufwand \u2013 der Unternehmen die sogenannten Pr\u00e4ferenzabfertigungen zu Buche, f\u00fcr die ein Ursprungsnachweis erbracht werden muss. Mit einer Pr\u00e4ferenzabfertigung wird best\u00e4tigt, dass eine Ware die in einem Freihandelsabkommen festgelegten Ursprungskriterien erf\u00fcllt, aufgrund derer sie zollfrei (oder zu einem reduzierten Zollansatz) importiert werden kann.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDurch einen unilateralen Zollabbau auf Industrieg\u00fcter resultieren f\u00fcr die Unternehmen finanzielle Entlastungen. Dem Bund entgehen dadurch Einnahmen in derselben H\u00f6he. Damit sich ein autonomer Zollabbau aus volkswirtschaftlicher Sicht lohnt, m\u00fcssen gleichzeitig Wohlfahrtsgewinne auftreten und\/oder administrative Entlastungen resultieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Einsparungen von rund 100 Millionen Franken pro Jahr<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Studie kommt zum Ergebnis, dass bei einem autonomen Zollabbau von einer administrativen Entlastung von 98 Millionen Franken pro Jahr ausgegangen werden kann. Diese resultiert prim\u00e4r aus Vereinfachungen in Zusammenhang mit der Pr\u00e4ferenzabfertigung und entspricht etwa einem F\u00fcnftel des aktuellen administrativen Aufwands.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie relativ geringe Zahl dieser direkten Nutzen und Kosten eines autonomen Zollabbaus im Vergleich zu den wegfallenden Z\u00f6llen mag auf den ersten Blick \u00fcberraschen, erkl\u00e4rt sich bei n\u00e4herer Betrachtung aber vor allem aus zwei Gr\u00fcnden: Einerseits bleibt die Notwendigkeit zur Zollveranlagung auch bei einem unilateralen Zollabbau bestehen \u2013 es f\u00e4llt also nur der <em>Mehr<\/em>aufwand f\u00fcr spezifische Verfahren der Zollveranlagung weg. Andererseits ist das Ergebnis auf den Umstand zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass bei importierten G\u00fctern, die verarbeitet oder unverarbeitet als Ware ohne Schweizer Ursprung wieder exportiert werden, der Ursprungsnachweis weiterhin ben\u00f6tigt wird. Dies ist in sch\u00e4tzungsweise einem Viertel aller Wareneinfuhren der Fall. Da die Pr\u00e4ferenzabfertigung nicht nur vergleichsweise teuer ist, sondern auch h\u00e4ufig vorkommt, f\u00e4llt dies entsprechend ins Gewicht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNebst der Entlastung auf Unternehmensebene ist auch mit einer administrativen Entlastung aufseiten des Bundes zu rechnen, beispielsweise durch Erleichterungen der formellen und materiellen Kontrolle anl\u00e4sslich der Wareneinfuhr oder der nachtr\u00e4glichen Kontrolle der Ursprungszeugnisse. Gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen der Eidgen\u00f6ssischen Zollverwaltung w\u00fcrden insgesamt Entlastungen im Umfang von 7 Millionen Franken pro Jahr resultieren.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Bundesrat (2016). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/seco\/nsb-news.msg-id-62351.html\">Neue Wachstumspolitik 2016\u20132019<\/a>, 22. Juni 2016.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\"><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-69321.html\">Bundesrat beschliesst Massnahmen gegen Hochpreisinsel<\/a>, Medienmitteilung vom 20. 12. 2017.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe dazu <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch218\/3\/mueller-1-217\/\">Beitrag<\/a> von Andr\u00e9 M\u00fcller und Sarina Steinmann (Ecoplan) in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erleichterung der Importe, der Abbau von Handelsschranken sowie die administrative Entlastung sind zentrale Handlungsfelder der Wachstumspolitik des Bundesrates. 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Insgesamt wurden sechs Zollprozesse analysiert: Einfuhrzollanmeldung mit Pr\u00e4ferenzveranlagung (1), Verfahren provisorisch wegen fehlender\/ung\u00fcltiger Ursprungsnachweise (2), Verfahren des aktiven Veredelungsverkehrs (3), Verfahren der Zollbeg\u00fcnstigung (4), Verfahren der vor\u00fcbergehenden Verwendung (5) sowie Zahlen der Zollschuld (6)."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":107373,"main_focus":[156268,156997],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":107377,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"71466","post_abstract":"Zollformalit\u00e4ten verursachen Schweizer Importeuren von Industrieg\u00fctern einen administrativen Aufwand von rund einer halben Milliarde Franken pro Jahr. Rechnet man die Z\u00f6lle und Geb\u00fchren hinzu, liegt die finanzielle Belastung f\u00fcr Unternehmen bei insgesamt einer Milliarde Franken. Eine Studie des Basler Beratungsunternehmens B,S,S. im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zeigt: Bei einem unilateralen Zollabbau auf Industrieprodukte k\u00f6nnten die Firmen administrative Kosten im Umfang von rund 100 Millionen Franken sowie Z\u00f6lle und Geb\u00fchren im Umfang von rund 500 Millionen Franken sparen. Die verbleibenden 400 Millionen Franken sind auf weiterhin notwendige Zollveranlagungen zur\u00fcckzuf\u00fchren.","magazine_issue":"20180401","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20180327","original_files":[{"file":107385}],"external_release_for_author":"20180302","external_release_for_author_time":"18:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/59649ea645c22"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107370"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3642"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107370"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107370\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126248,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107370\/revisions\/126248"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3987"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3642"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156997"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156268"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=107370"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=107370"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=107370"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=107370"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=107370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}