{"id":107449,"date":"2018-03-21T07:30:48","date_gmt":"2018-03-21T07:30:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/03\/seiler-zimmermann-04-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:39","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:39","slug":"seiler-zimmermann-04-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/03\/seiler-zimmermann-04-2018\/","title":{"rendered":"Pensionskassen: Potenzial f\u00fcr Umverteilungen ist gross"},"content":{"rendered":"<p>Die berufliche Vorsorge soll zusammen mit der AHV die Fortf\u00fchrung des gewohnten Lebensstandards in angemessener Weise erm\u00f6glichen. Dies verlangt das 1985 in Kraft getretene Bundesgesetz \u00fcber die Berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Generell wird davon ausgegangen, dass die Fortf\u00fchrung des gewohnten Lebensstandards mit einem Renteneinkommen (AHV plus berufliche Vorsorge) von 60 Prozent des letzten Lohns m\u00f6glich ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas BVG enth\u00e4lt Vorschriften, welche zu Rentenversprechungen f\u00fchren, die die Vorsorgeeinrichtungen aufgrund der derzeitigen Zinssituation und des demografischen Umfelds nicht l\u00e4ngerfristig gew\u00e4hren k\u00f6nnen. Die am 24. September 2017 von den Stimmb\u00fcrgern abgelehnte Altersreform 2020 wollte diesem Umstand entgegenwirken: Was sind die Konsequenzen f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Renten?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs kann vermutet werden, dass die Auswirkungen nicht f\u00fcr alle Versicherten gleich gross sind. Ein Grund daf\u00fcr liegt darin, dass das BVG nur einen Teilbereich der Erwerbseinkommen der Arbeitnehmenden abdeckt. Viele Unternehmen bieten freiwillige Vorsorgel\u00f6sungen an, die \u00fcber das BVG-Minimum hinausgehen. In diesem Bereich sind sie an keine gesetzlichen Vorschriften gebunden. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Leistungen im freiwilligen Bereich \u2013 also im \u00dcberobligatorium \u2013 abgebaut werden, um den Verpflichtungen im BVG nachhaltig nachkommen zu k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Einkommensobergrenze im BVG<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas BVG verlangt, dass s\u00e4mtliche Unternehmungen f\u00fcr ihre Arbeitnehmenden eine Vorsorgel\u00f6sung bereitstellen. Es regelt unter anderem, wer beitragspflichtig ist, welcher Lohn versichert werden muss und welche prozentualen Beitr\u00e4ge von Arbeitgebenden und -nehmenden zusammen zu leisten sind. Beitragspflichtig sind vollj\u00e4hrige Arbeitnehmende, die mindestens einen Jahreslohn von 21\u2019500 Franken verdienen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Arbeitgebende sind dabei verpflichtet, jenen Teil des Jahreslohnes ihrer Arbeitnehmenden zu versichern, der zwischen 24\u2019675 und 84\u2019600 Franken liegt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Der gem\u00e4ss BVG maximal zu versichernde Lohn betr\u00e4gt somit 59\u2019925.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist den Unternehmen freigestellt, \u00fcber die Vorschriften des BVG hinaus Vorsorgel\u00f6sungen anzubieten. So k\u00f6nnen beispielsweise auch h\u00f6here L\u00f6hne versichert werden oder h\u00f6here Beitr\u00e4ge geleistet werden. Das BVG schreibt somit die obligatorische Untergrenze der Vorsorge vor.&#13;<\/p>\n<h2>Leistungsabbau im \u00dcberobligatorium<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNebst den oben beschriebenen Vorschriften regelt das BVG insbesondere auch den Mindestzins- und den Umwandlungssatz. In der obligatorischen beruflichen Vorsorge betr\u00e4gt der Mindestzinssatz derzeit 1 Prozent; der Mindestumwandlungssatz bel\u00e4uft sich auf 6,8 Prozent. Beide Gr\u00f6ssen beeinflussen die H\u00f6he der Rente und damit die zuk\u00fcnftigen Verpflichtungen einer Vorsorgeeinrichtung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Mindestzinssatz legt fest, zu welchem Zinssatz das Vorsorgekapital j\u00e4hrlich zu verzinsen ist. Je h\u00f6her er ausf\u00e4llt, desto h\u00f6her wird das angesparte Vorsorgekapital bei Renteneintritt sein. Liegt dieser Zinssatz \u00fcber demjenigen, welcher am Kapitalmarkt verdient werden kann, k\u00f6nnen die Leistungsverpflichtungen nur noch durch zus\u00e4tzliche Risiken oder auf Kosten des Deckungsgrades erf\u00fcllt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Umwandlungssatz ist der Prozentsatz, mit welchem das Vorsorgekapital bei Renteneintritt multipliziert werden muss, um die lebenslange Rente zu berechnen. Liegt dieser unter Ber\u00fccksichtigung des Zinssatzes am Kapitalmarkt und der Langlebigkeit zu hoch, k\u00f6nnen die Renten nicht durch das angesparte Vorsorgekapital finanziert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSowohl der Mindestzinssatz wie auch der Umwandlungssatz sind im BVG seit Jahren zu hoch angesetzt. Vorsorgeeinrichtungen, welche ausser dem BVG auch Leistungen im \u00dcberobligatorium versichern, k\u00f6nnten daher versucht sein, eine Umverteilung ins BVG vorzunehmen. Beispielsweise k\u00f6nnten die Vorsorgeeinrichtungen die Beitr\u00e4ge konstant tief halten und den Umwandlungssatz oder die Verzinsung heruntersetzen. Dies h\u00e4tte zur Folge, dass jemand mit einem Lohn \u00fcber 84\u2019600 Franken eine Rente erhalten w\u00fcrde, welche in Relation zu seinem letzten Einkommen tiefer liegt als die Rente von jemandem unter dieser Einkommensschwelle.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Umverteilung vom \u00dcberobligatorium zum BVG ist jedoch nur f\u00fcr jene Kassen m\u00f6glich, deren \u00fcberobligatorischer Anteil gen\u00fcgend gross ist und die daher \u00fcber gen\u00fcgend Spielraum verf\u00fcgen, um die Finanzierung der Rentenverpflichtungen im BVG sicherzustellen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Die Auswirkungen einer solchen Umverteilung w\u00fcrden sich darin \u00e4ussern, dass BVG-Versicherte eine h\u00f6here Rente im Verh\u00e4ltnis zu ihrem letzten Lohn aufweisen als solche im \u00dcberobligatorium.&#13;<\/p>\n<h2>Analyse anhand des Schweizer Haushalt-Panels<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm sch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, wie hoch das Risiko einer Umverteilung vom \u00dcberobligatorium ins BVG ausf\u00e4llt, muss der Anteil der Erwerbseinkommen im BVG respektive im \u00dcberobligatorium bekannt sein. Zudem muss man den Anteil der Arbeitnehmenden kennen, die ihre L\u00f6hne ausschliesslich im BVG bzw. zus\u00e4tzlich im \u00fcberobligatorischen Bereich verdienen. Daraus kann man ableiten, welcher Anteil an Erwerbseinkommen direkt von politischen Entscheidungen abh\u00e4ngig ist. Leider liefern die Pensionskassenstatistik und andere \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Quellen dazu keine Informationen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEbenfalls unbekannt ist, wie hoch das Renteneinkommen im Verh\u00e4ltnis zum letzten Erwerbslohn ausf\u00e4llt und wie gross die Unterschiede zwischen jenen Personen sind, deren L\u00f6hne im \u00dcberobligatorium respektive im BVG liegen. Eine Datenanalyse des Schweizer Haushalt-Panels (SHP) liefert erstmals Antworten auf diese Fragen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Das Panel beruht auf einer zufallsgezogenen Stichprobe von Haushalten in der Schweiz, welche j\u00e4hrlich \u00fcber ihre Einkommenssituation und andere soziale Faktoren befragt werden. Die Untersuchung beschr\u00e4nkt sich auf die Jahre 2002 bis 2015, wobei nur Arbeitnehmende ber\u00fccksichtigt wurden. Pro Jahr liegen durchschnittlich rund 3000 Beobachtungen vor.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Derzeit noch keine Umverteilungseffekte sichtbar<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie die Analyse zeigt, finden sich rund 70 Prozent aller Gelder im \u00dcberobligatorium und 30 Prozent im BVG (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Im Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2015 blieb dieses Verh\u00e4ltnis ziemlich konstant. Das Potenzial f\u00fcr m\u00f6gliche Umverteilungen ist somit enorm. Da die Zahl der Arbeitnehmenden im BVG und im \u00dcberobligatorium etwa gleich gross ist, w\u00e4re etwa die H\u00e4lfte aller Versicherten von m\u00f6glichen Umverteilungseffekten negativ tangiert (siehe <em>Abbildung 2<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Anteil versicherte Erwerbseinkommen nach Versicherungsart (2002\u20132015; aggregiert)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='zimmermann_seiler_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#zimmermann_seiler_de_1').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['2002', '2003', '2004', '2005', '2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015']\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n    },\n   \n    plotOptions: {\n        bar: {\n            stacking: 'percent'\n        }\n    },\n    tooltip: {\n        headerFormat: '<b>{series.name}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{point.y}%'\n    },\n      legend: {\n        reversed: true\n    },\n    series: [{\n        name: '\u00dcberobligatorium',\n        data: [71,71,70,68,69,68,70,68,68,67,68,68,67,68]\n    },{\n        name: 'BVG',\n        data: [29,29,30,32,31,32,30,32,32,33,32,32,33,32]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: SHP 2002\u20132015, Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Anteil Arbeitnehmende nach Versicherungsart (aggregiert)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='zimmermann_seiler_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#zimmermann_seiler_de_2').highcharts({\n       chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['2002', '2003', '2004', '2005', '2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015']\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n    },\n   \n    plotOptions: {\n        bar: {\n            stacking: 'percent'\n        }\n    },\n    tooltip: {\n        headerFormat: '<b>{series.name}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{point.y}%'\n    },\n      legend: {\n        reversed: true\n    },\n    series: [{\n        name: '\u00dcberobligatorium',\n        data: [48,47,47,46,47,46,49,46,46,46,47,47,45,46]\n    },{\n        name: 'Obligatorium',\n        data: [40,40,42,47,46,47,44,47,46,48,47,46,48,48]\n    },{\n        name: 'Nicht versichert',\n        data: [12,13,12,8,7,8,7,7,8,6,6,7,7,6]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: SHP 2002\u20132015, Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie hoch ist die Rente im Vergleich zum Lohn vor der Pensionierung? Die Verteilung der Rentenh\u00f6he zum letzten Lohn vor der Pensionierung haben wir f\u00fcr die Jahre 2002 bis 2015 zun\u00e4chst unter Einbezug der AHV-Rente berechnet.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Dabei zeigt sich: Im Median betr\u00e4gt das Verh\u00e4ltnis 56 Prozent, somit konnten die sozialpolitisch angestrebten 60 Prozent des BVG beinahe erreicht werden (siehe <em>Tabelle<\/em>). Hingegen kommen Personen, die mit ihren L\u00f6hnen im \u00dcberobligatorium liegen, generell weniger gut weg als die BVG-Versicherten. Dies best\u00e4tigt sich auch statistisch anhand des sogenannten Wilcoxon-Mann-Whitney-Tests.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBetrachtet man nur das Verh\u00e4ltnis zwischen Renten aus der beruflichen Vorsorge mit dem letzten Lohn \u2013 also ohne AHV \u2013, so findet sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Verteilungen. Somit ist das Renten-Lohn-Verh\u00e4ltnis jener Personen, die einen Lohn im \u00dcberobligatorium verdienen, etwa gleich hoch wie bei denjenigen Personen, deren Lohn tiefer oder beim BVG-Maximum liegt.&#13;<\/p>\n<h2>Verh\u00e4ltnis der Rente zum letzten Lohn vor der Pensionierung (2002\u20132015)<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"83\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td colspan=\"2\" width=\"241\"><strong>AHV und berufliche Vorsorge<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td colspan=\"2\" width=\"241\"><strong>Berufliche Vorsorge<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"83\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\"><strong>BVG-Obligatorium<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\"><strong>\u00dcberobligatorium<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\"><strong>BVG-Obligatorium<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\"><strong>\u00dcberobligatorium<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"83\">Mittelwert<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"107\">80%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"134\">77%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"107\">70%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"134\">56%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"83\">Median<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"107\">56%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"134\">37%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"107\">26%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"134\">29%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"83\">Anzahl<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"107\">135<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"134\">222<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"107\">135<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\" width=\"134\">222<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Lesebeispiel: Die H\u00e4lfte der Personen (Median), die ihr Einkommen ausschliesslich im BVG-Obligatorium versichert haben, erh\u00e4lt eine Rente (AHV und berufliche Vorsorge), welche 56 Prozent des letzten Lohnes entspricht. Anmerkung: Die Stichprobe besteht aus 135 Personen, deren Einkommen ausschliesslich im BVG-Obligatorium, sowie aus 222 Personen, deren Einkommen sowohl im BVG-Obligatorium als auch im \u00dcberobligatorium versichert sind.&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: SHP 2002\u20132015, Berechnungen der Autoren&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analyse f\u00fchrt zur Schlussfolgerung, dass die Vorsorgeeinrichtungen bisher noch keine Umverteilung vom \u00dcberobligatorium ins BVG vorgenommen haben. Ein m\u00f6glicher Grund k\u00f6nnten das Abwarten der Abstimmung zur Altersreform 2020 sein oder die parit\u00e4tische Vertretung von Arbeitnehmenden und -gebenden im verantwortlichen Gremium der Vorsorgeeinrichtung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa aus politischer Sicht in n\u00e4herer Zukunft eine drastische Senkung von Umwandlungs- und Mindestzinssatz wohl kein Thema mehr sein wird, k\u00f6nnten die Vorsorgeeinrichtungen versucht sein, solche Umverteilungen in Betracht zu ziehen. Wie gezeigt, ist das Potenzial daf\u00fcr hoch.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Dieser Mindestlohn gilt seit 2015.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Vom maximalen Lohn, der ins BVG-Obligatorium f\u00e4llt, wird der sogenannte Koordinationsabzug von 24\u2019675 Franken abgezogen. Dieser entspricht\u00a0sieben Achteln der einfachen Maximalrente der AHV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Die im BVG vorgeschriebenen Beitr\u00e4ge von Arbeitgebenden und -nehmenden beziehen sich auf diesen \u00abkoordinierten Lohn\u00bb.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Bei einer Unterdeckung ist gem\u00e4ss BVG eine Sanierung unausweichlich.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Die Daten werden vom Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften (Fors) ver\u00f6ffentlicht.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Hier sind nur diejenigen Arbeitnehmenden einbezogen, welche in einem Folgejahr in Rente gingen (357 Personen).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die berufliche Vorsorge soll zusammen mit der AHV die Fortf\u00fchrung des gewohnten Lebensstandards in angemessener Weise erm\u00f6glichen. 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Dieser Teil, der durch das Bundesgesetz \u00fcber die Berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) definiert ist, enth\u00e4lt verschiedene regulatorische Auflagen, die mit der Realit\u00e4t nicht mehr \u00fcbereinstimmen. Mit der Ablehnung der Altersreform 2020 konnte das Problem nicht entsch\u00e4rft werden. Daher besteht ein m\u00f6gliches Umverteilungsrisiko vom nicht regulierten Teil der Vorsorge zugunsten der BVG-Renten. Eine Datenauswertung des Schweizer Haushalt-Panels (SHP) zeigt erstmals, dass in der Vergangenheit keine Umverteilungseffekte stattgefunden haben. Das Potenzial dazu ist allerdings hoch. 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