{"id":107550,"date":"2018-02-26T10:30:49","date_gmt":"2018-02-26T10:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/02\/kopp-siegenthaler-03-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:42","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:42","slug":"kopp-siegenthaler-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/02\/kopp-siegenthaler-03-2018\/","title":{"rendered":"Die Kurzarbeit in der Rezession zeigte Wirkung"},"content":{"rendered":"<p>Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 bis 2009 erlebten zahlreiche Industrienationen einen scharfen Einbruch ihrer Wirtschaftsleistung. Viele Regierungen ergriffen daraufhin Massnahmen, um zu verhindern, dass sich die Rezession in Massenarbeitslosigkeit niederschl\u00e4gt. Besonders popul\u00e4r waren Kurzarbeitsprogramme. Kurzarbeit richtet sich an Unternehmen, die mit einem vor\u00fcbergehenden Nachfrager\u00fcckgang nach ihren G\u00fctern und Dienstleistungen konfrontiert sind. Die Kurzarbeit erm\u00f6glicht es diesen Betrieben, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden vor\u00fcbergehend zu reduzieren. F\u00fcr den entstehenden Einkommensverlust werden die betroffenen Mitarbeitenden von der Arbeitslosenversicherung entsch\u00e4digt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas wichtigste Ziel der Kurzarbeit ist es, Entlassungen und damit Arbeitslosigkeit zu verhindern. Zudem sollen die Unternehmen aber auch die M\u00f6glichkeit erhalten, qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte weiterzubesch\u00e4ftigen, damit sie sie im folgenden Aufschwung wieder einsetzen k\u00f6nnen. Wenn Unternehmen die Arbeitszeit vieler Besch\u00e4ftigter reduzieren, anstatt einige Wenige zu entlassen, verteilen sie die Last der Rezession auf eine gr\u00f6ssere Anzahl Schultern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Schweiz wurde Kurzarbeit w\u00e4hrend der grossen Rezession ab 2008 ausgiebig genutzt. Allein im Jahr 2009 gab die Schweizer Arbeitslosenkasse 1,1 Milliarden Franken f\u00fcr Kurzarbeitsgeld aus. Zeitweise erhielten \u00fcber 90\u2019000 Besch\u00e4ftigte Kurzarbeitsentsch\u00e4digungen. Der Grossteil von ihnen war in der Industrie t\u00e4tig. Die Verbreitung von Kurzarbeit war deshalb in Industrieregionen besonders hoch. Im Kanton Jura bezogen 2009 nicht weniger als 13 Prozent aller Besch\u00e4ftigten Kurzarbeitsgeld. Im Kanton Neuenburg waren es 11 Prozent.&#13;<\/p>\n<h2>Zweifel an der Wirksamkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs gibt allerdings berechtigte Zweifel, ob Kurzarbeitsprogramme tats\u00e4chlich in der Lage sind, Arbeitslosigkeit nachhaltig zu verhindern. Eine Gefahr ist, dass Entlassungen lediglich hinausgez\u00f6gert statt verhindert werden. Eine zweite Gefahr sind sogenannte Mitnahmeeffekte. Dazu kommt es, wenn Kurzarbeitsgelder eingesetzt werden, um Jobs zu erhalten, die auch ohne staatliche Unterst\u00fctzung erhalten worden w\u00e4ren. Bisherige wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit von Kurzarbeit kommen denn auch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Einige wenige k\u00f6nnen die erhofften d\u00e4mpfenden Effekte auf die Arbeitslosigkeit nachweisen. Andere \u2013 so auch \u00e4ltere Studien zur Kurzarbeit in der Schweiz \u2013 sind weit weniger optimistisch. Sie kommen teilweise sogar zum nicht intuitiven Resultat, dass Kurzarbeit zu mehr statt weniger Entlassungen f\u00fchrt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einer neuen Studie<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> im Auftrag der Aufsichtskommission f\u00fcr den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung untersuchte die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich die Wirksamkeit des Schweizer Kurzarbeitsprogramms. Hat Kurzarbeit in der Schweiz in den Jahren 2009 bis 2015 Arbeitslosigkeit verhindert? In welchem Verh\u00e4ltnis stehen die bedeutenden finanziellen Kosten der Kurzarbeit zu deren finanziellem Nutzen? Um diese Fragen zu beantworten, greifen wir auf einen erstmals erstellten Datensatz zur\u00fcck. F\u00fcr diesen verkn\u00fcpfen wir die Daten aller Schweizer Betriebe, die sich in den Jahren 2009 bis 2014 um Kurzarbeitsentsch\u00e4digung beworben haben, mit Daten der Arbeitslosenversicherung des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und der Besch\u00e4ftigungsstatistik des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie jede Studie zur Kurzarbeit ist auch unsere mit dem Problem konfrontiert, dass es alles andere als Zufall ist, welche Firmen Kurzarbeit beziehen. Firmen, die Kurzarbeit bezogen haben, d\u00fcrften unter anderem von einem st\u00e4rkeren Nachfrager\u00fcckgang betroffen sein als Firmen, die nicht auf Kurzarbeit zur\u00fcckgreifen mussten. Ein einfacher Vergleich der Besch\u00e4ftigungsentwicklung in den beiden Gruppen von Firmen l\u00e4uft deshalb Gefahr, den Effekt der Kurzarbeit zu untersch\u00e4tzen: Es werden, salopp gesagt, \u00abfaule \u00c4pfel\u00bb mit \u00abgesunden Birnen\u00bb verglichen. Im Gegensatz zu den bisherigen Studien zur Kurzarbeit vergleichen wir deshalb nur Betriebe, die vorhatten, Kurzarbeit einzuf\u00fchren. In rund einem von\u00a0sechs F\u00e4llen lehnten die kantonalen Beh\u00f6rden \u2013 die f\u00fcr die Bewilligung von Kurzarbeitsgesuchen in der Schweiz zust\u00e4ndig sind \u2013 den Antrag jedoch ab. Wie entwickelten sich die Besch\u00e4ftigung und die Zahl von Entlassungen in Betrieben, deren Kurzarbeitsantrag bewilligt wurde, im Vergleich mit Betrieben, deren Antrag abgelehnt wurde? Unsere Analysen sprechen daf\u00fcr, dass man anhand dieses Vergleichs messen kann, wie sich Kurzarbeit auswirkt. Dabei kommt uns zugute, dass \u00e4hnliche Kurzarbeitsf\u00e4lle in den Kantonen unterschiedlich behandelt werden. Das erh\u00f6ht die Wahrscheinlichkeit, dass Unterschiede in der Entlassungspraxis der beiden Firmengruppen auf die Kurzarbeit und nicht auf andere Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Zudem kontrollieren unsere statistischen Verfahren f\u00fcr eine grosse Zahl von beobachteten und unbeobachteten Faktoren, welche die kantonale Vergabepraxis beeinflussen und damit unsere Resultate verzerren k\u00f6nnten.&#13;<\/p>\n<h2>Kurzarbeit verhindert Arbeitslosigkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnsere Analysen zeigen klar, dass Kurzarbeit in den Jahren 2009 bis 2015 dazu beigetragen hat, Entlassungen zu verhindern. In Betrieben, deren Kurzarbeitsantrag abgelehnt wurde, wurden in den zwei Quartalen unmittelbar nach Kurzarbeitsantrag jeweils \u00fcber 4 Prozent der Besch\u00e4ftigten entlassen. In den drei Jahren vor der Antragsstellung waren es nur gut 1 Prozent. Bei Betrieben, deren Antrag bewilligt wurde, war der Anstieg der Entlassungen wesentlich weniger ausgepr\u00e4gt. Die Entlassungen stiegen um nur 1 Prozentpunkt auf rund 2 Prozent an (siehe <em>Abbildung<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZwei weitere Resultate sind interessant: Erstens h\u00e4lt dieser Effekt relativ lange an. Firmen mit negativem Entscheid entliessen selbst zwei bis drei Jahre nach dem Antrag f\u00fcr Kurzarbeit noch mehr Besch\u00e4ftigte als Firmen mit positivem Entscheid. Das spricht daf\u00fcr, dass Kurzarbeit Entlassungen nicht bloss hinausgez\u00f6gert, sondern effektiv langfristig verhindert hat. Zweitens entwickelte sich die Entlassungsh\u00e4ufigkeit in den drei Jahren vor Antragsstellung bei beiden Gruppen \u00e4hnlich, was f\u00fcr die Vergleichbarkeit der beiden Gruppen spricht.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Anteil entlassener Arbeitnehmender an der Gesamtbesch\u00e4ftigung vor und nach Kurzarbeitsantrag<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='siegenthaler_kopp_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#siegenthaler_kopp_1_de').highcharts({\n\nchart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: ['-12', '-11', '-10', '-9', '-8', '-7', '-6', '-5', '-4', '-3', '-2', '-1', '0', '1', '2', '3', '4', '5', '6', '7', '8', '9', '10', '11', '12'],\n          title: {\n            text: 'Quartale vor\/nach dem Kurzarbeitsantrag'\n        },\n         plotLines: [{\n            color: 'black',\n            width: 2.5,\n            value: 11.5\n        }]\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n          labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + '%';\n            }\n        },\n    },\n    tooltip: {\n        shared: false,\n        headerFormat: 'Quartal:{point.x}<br\/>',\n        pointFormat: 'Anteil entlassener Arbeitnehmender: <b>{point.y}<\/b>',\n        valueDecimals: 2,\n        valueSuffix: '%',\n },\n      plotOptions: {\n        line: {\n            marker: {\n                enabled: false\n            },\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Betriebe mit abgelehntem Antrag',\n        data: [1.076052431, 1.4257567, 1.18405614, 1.796611026, 1.474856492, 1.335639786, 1.351800561, 1.608863845, 1.495722029, 1.457179803, 1.292403974, 1.665679179, 4.011997581, 4.529410228, 2.830660716, 2.81913802, 2.737713046, 2.004202269, 1.849131286, 2.29301434, 1.954505965, 1.939680614, 1.50621552, 2.180230245, 2.17323266]\n    }, {\n        name: 'Betriebe mit bewilligtem Antrag',\n        data: [0.598826865,0.885435473,0.8294411,1.198665332,1.214176789,1.020104904,1.174900308,1.190940198,1.165117975,0.940924603,0.98388847,1.237685699,1.434228383,1.674626395,1.924549788,1.901054755,1.557080261,1.254172157,1.164758578,1.249194425,1.329417992,1.170392148,1.113882568,1.374929212,1.385835838]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Grafik zeigt die Zahl der Personen, die in einem spezifischen Quartal entlassen wurden und sich anschliessend bei den regionalen Arbeits\u00e4mtern als arbeitslos registrierten. Diese Zahl wurde dann ins Verh\u00e4ltnis zur Gesamtbesch\u00e4ftigung des vorherigen Arbeitgebers gesetzt.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco \/ eigene Berechnungen Kopp und Siegenthaler \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnsere Regressionsanalysen st\u00fctzen den Befund, dass Kurzarbeit Arbeitslosigkeit nachhaltig verhindert. Gem\u00e4ss unseren Sch\u00e4tzungen reduzierte sich die Zahl der Entlassenen dank Kurzarbeit in den drei Jahren nach einem Kurzarbeitsantrag um mindestens 10 Prozent der Belegschaft. Manche Sch\u00e4tzungen weisen sogar auf einen doppelt so hohen Effekt hin. Zus\u00e4tzliche Analysen zeigen, dass die Kurzarbeit vor allem die Stellen von Arbeitnehmenden mit obligatorischem Schulabschluss oder mit Berufsausbildung sicherte. Zudem scheint sie in allen Branchen gewirkt zu haben, wenn auch in kleineren Firmen deutlich st\u00e4rker als in grossen. Gewisse Unterschiede zeigen sich einzig im verarbeitenden Gewerbe. Der Effekt der Kurzarbeit auf Entlassungen war in Hightech-Branchen wie der Pharma oder der Chemie-, Maschinen- und Elektroindustrie deutlich st\u00e4rker als in Lowtech-Branchen wie der Nahrungsmittelproduktion, der Textilindustrie oder in Druckereien. Diese Resultate werden durch Analysen mit Besch\u00e4ftigungsdaten gest\u00fctzt.&#13;<\/p>\n<h2>M\u00f6gliche Einsparungen bei Arbeitslosenkasse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAnhand unserer Daten k\u00f6nnen wir direkt absch\u00e4tzen, wie viele Arbeitslosentaggelder durch die Kurzarbeit eingespart werden konnten. Dieser direkte finanzielle Nutzen der Kurzarbeit f\u00fcr die Arbeitslosenversicherung l\u00e4sst sich anschliessend mit den direkten Kosten \u2013 den ausbezahlten Kurzarbeitstaggeldern \u2013 vergleichen (siehe <em>Tabelle<\/em>). Gem\u00e4ss der unteren Grenze unserer Sch\u00e4tzresultate konnte die Kurzarbeit pro Betrieb rund 650 Taggelder einsparen \u2013 das entspricht einer Einsparung von 108\u2019000 Franken Arbeitslosenzahlungen pro Betrieb. Die obere Grenze der Sch\u00e4tzresultate liegt bei 1200 Taggeldern. Gem\u00e4ss diesen Resultaten lag der finanzielle Nettonutzen der Kurzarbeit also zwischen \u2013400 und +324 Millionen Franken. Die Einsparungen beim Arbeitslosengeld scheinen also ausgereicht zu haben, um die gesamten Kosten der Kurzarbeit f\u00fcr die Arbeitslosenversicherung zu decken. Dieses g\u00fcnstige Ergebnis hat unter anderem damit zu tun, dass Arbeitslose im Schnitt 9,5 Monate lang Arbeitslosengeld beziehen, w\u00e4hrend ein durchschnittlicher Betrieb nur w\u00e4hrend knapp 7 Monaten auf Kurzarbeitsentsch\u00e4digung angewiesen ist. Zudem sind die durchschnittlichen Ausgaben pro Arbeitslosen h\u00f6her als die durchschnittlichen Ausgaben pro Kurzarbeitsbez\u00fcger, da bei Kurzarbeit in der Regel nur ein Teil der Arbeitsstunden kompensiert werden muss.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Kosten-Nutzen-Analyse des Schweizer Kurzarbeitsprogramms 2009 (in Mio. Franken)<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 131px;\" width=\"672\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>untere Grenze<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>obere Grenze<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Finanzieller Nutzen der Kurzarbeit 2009<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>856 <sup>a<\/sup><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1\u2019580 <sup>b<\/sup><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Finanzielle Kosten der Kurzarbeit 2009<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1\u2019256<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1\u2019256<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Finanzieller Nettonutzen der Kurzarbeit 2009&#13;<br \/>\n<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>\u2013400&#13;<br \/>\n<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>+324&#13;<br \/>\n<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\"><sup>a <\/sup>Der finanzielle Nutzen berechnet sich aus der Untergrenze eingesparter Taggelder (650) * durchschnittlichem Arbeitslosentaggeld (167 Franken) * Anzahl Betriebe im Kurzarbeitprogramm 2009 (7882).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\"><sup>b <\/sup>Obergrenze der eingesparten Taggelder (1200) * durchschnittliches Arbeitslosentaggeld (167 Franken) * Anzahl Betriebe im Kurzarbeitprogramm 2009 (7882).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco \/ eigene Berechnungen Kopp und Siegenthaler \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZu beachten ist, dass diese einfache Kosten-Nutzen-Rechnung indirekte Effekte der Kurzarbeitsentsch\u00e4digung nicht ber\u00fccksichtigt. Ausgeblendet bleibt beispielsweise, dass Arbeitslosigkeit \u00fcblicherweise auch Kosten in anderen Sozialversicherungen verursacht und zu psychosozialen Kosten sowie zu Humankapitalverlusten bei den Betroffenen f\u00fchren kann. Denkbar ist zudem, dass Kurzarbeit die Konsumnachfrage in einer Volkswirtschaft st\u00fctzt. Denn Kurzarbeitsbez\u00fcger konsumieren m\u00f6glicherweise einen gr\u00f6sseren Teil ihres Einkommens als Arbeitslose. Das Verhindern von Arbeitslosigkeit k\u00f6nnte aber auch volkswirtschaftliche Kosten aufweisen, die wir in unserer einfachen Kosten-Nutzen-Analyse nicht ber\u00fccksichtigen. So ist es m\u00f6glich, dass Kurzarbeit den strukturellen Wandel von unproduktiven zu produktiven Sektoren und Firmen bremst.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Cahuc (2014); Hijzen und Martin (2013); Frick und Wirz (2005).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Kopp und Siegenthaler (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 bis 2009 erlebten zahlreiche Industrienationen einen scharfen Einbruch ihrer Wirtschaftsleistung. Viele Regierungen ergriffen daraufhin Massnahmen, um zu verhindern, dass sich die Rezession in Massenarbeitslosigkeit niederschl\u00e4gt. 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The Role of Short-time Work Schemes During the Global\u00a0Financial Crisis and Early Recovery: a Cross-country Analysis,in: IZA Journal of Labor Policy, Apr 2013, 2 (1), 5.<\/li>&#13;\n \t<li>Kopp, Daniel und Michael Siegenthaler (2017). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Arbeit\/Arbeitsmarkt\/Informationen_Arbeitsmarktforschung\/does.html\">Does Short-time Work Prevent Unemployment?<\/a> SECO Publikation Arbeitsmarktpolitik No 49 (12.2017).<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":107553,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":107557,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"75761","post_abstract":"Kurzarbeit hat das Ziel, in Betrieben, die mit einem konjunkturellen Nachfrageeinbruch konfrontiert sind, \u00fcberm\u00e4ssige Entlassungen zu verhindern. In der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise wurde das Instrument rege genutzt. Doch bisherige Studien zur Wirksamkeit der Kurzarbeit kommen zu ern\u00fcchternden Ergebnissen. Schiebt Kurzarbeit Entlassungen nur auf? Eine aktuelle Studie der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich im Auftrag der Aufsichtskommission f\u00fcr den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung zeigt, dass das Schweizer Kurzarbeitsprogramm zwischen 2009 und 2015 Entlassungen nachhaltig verhindert hat. Die Kurzarbeit sicherte in den betroffenen Betrieben mindestens 10 Prozent der Arbeitspl\u00e4tze. Dadurch wurden auch Ausgaben f\u00fcr Arbeitslosengelder eingespart. Die resultierenden Einsparungen d\u00fcrften ausgereicht haben, um die gesamten Ausgaben f\u00fcr Kurzarbeitsentsch\u00e4digungen auszugleichen. 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