{"id":107589,"date":"2018-02-26T10:30:11","date_gmt":"2018-02-26T10:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/02\/delbiaggo-fischer-03-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:45","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:45","slug":"delbiaggo-fischer-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/02\/delbiaggo-fischer-03-2018\/","title":{"rendered":"Finanzausgleich st\u00e4rkt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Ostschweiz"},"content":{"rendered":"<p>Zahlreiche staatliche G\u00fcter und Dienstleistungen werden in der Schweiz dezentral von den Kantonen und Gemeinden angeboten. Diese verf\u00fcgen ausserdem \u00fcber eine grosse Steuerautonomie. Diese beiden Aspekte bilden ein Fundament des Schweizer F\u00f6deralismus. Aus \u00f6konomischer Sicht weist die Autonomie der Kantone und Gemeinden allokative Vorteile auf, weil durch eine Bereitstellung von staatlichen Leistungen auf unterschiedlichen Staatsebenen den Grunds\u00e4tzen der Subsidiarit\u00e4t und der fiskalischen \u00c4quivalenz m\u00f6glichst gut Rechnung getragen werden kann. Beide Prinzipien bilden eine Grundvoraussetzung f\u00fcr ein effizientes Angebot an staatlichen Leistungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Subsidiarit\u00e4tsprinzip basiert auf dem Dezentralisierungstheorem des US-\u00d6konomen Wallace Eugene Oates aus den Siebzigerjahren.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dieses besagt: Staatliche Aufgaben sollen grunds\u00e4tzlich der untersten staatlichen Ebene \u2013 also den Gemeinden \u2013 zugewiesen werden. Erst wenn nachgewiesen ist, dass diese nicht in der Lage sind, eine Aufgabe zu erf\u00fcllen, soll eine h\u00f6here staatliche Ebene, zum Beispiel die Kantone, der Bund oder supranationale Einheiten, die Verantwortung \u00fcbernehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss der fiskalischen \u00c4quivalenz sollen die Nutzniesser einer Leistung einerseits \u00fcber deren Bereitstellung entscheiden und andererseits die Kosten tragen. Deshalb soll eine Leistung auf derjenigen staatlichen Ebene bereitgestellt und finanziert werden, auf welcher r\u00e4umliche externe Effekte am besten vermieden werden k\u00f6nnen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Solche sogenannten Spill-over-Effekte treten beispielsweise auf, wenn staatliche Leistungen Einwohnern anderer Gebietsk\u00f6rperschaften zugutekommen, die jedoch nicht daf\u00fcr bezahlen. Mit anderen Worten besteht die Gefahr des Trittbrettfahrens oder der Unterversorgung. Eine dezentrale Bereitstellung ist dabei nicht in allen F\u00e4llen die effizienteste L\u00f6sung. So ist die Vermeidung von Spill-over-Effekten bei zahlreichen staatlichen Aufgaben wie zum Beispiel Bildung, Kultur oder Umweltschutz eines der Hauptargumente f\u00fcr eine st\u00e4rkere Zentralisierung.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Regionale Spezialisierung mit Folgen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzlich zum Subsidiarit\u00e4ts- und zum \u00c4quivalenzprinzip k\u00f6nnen auch Skalenertr\u00e4ge eine effiziente Bereitstellung staatlicher Leistungen auf der dezentralen Ebene beeintr\u00e4chtigen. Skalenertr\u00e4ge zeigen sich in sinkenden Durchschnittskosten pro Einwohner, je mehr Einwohner die Leistung nutzen. Hinzu kommt, dass grosse Unterschiede in der finanziellen Leistungsf\u00e4higkeit zwischen subzentralen Gebietsk\u00f6rperschaften den Zentralisierungsdruck verst\u00e4rken. Diese regionalen Unterschiede in der Finanzkraft haben ihren Ursprung in der historisch entstandenen regionalen Spezialisierung der Branchenstruktur.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZwar \u00fcbt die Spezialisierung dank Agglomerationseffekten einen positiven Effekt auf die Wirtschaftsleistung und die wirtschaftliche Wohlfahrt eines Landes aus. Die damit verbundenen Produktivit\u00e4tsunterschiede haben jedoch zur Folge, dass zwischen den subzentralen Gebietsk\u00f6rperschaften grosse Unterschiede in der Pro-Kopf-Wertsch\u00f6pfung und im Pro-Kopf-Einkommen und somit in der Finanzkraft bestehen. So sind Gebietsk\u00f6rperschaften mit einer unterdurchschnittlichen Wirtschafts- und Finanzkraft weniger gut in der Lage, staatliche Angebote in gen\u00fcgend hoher Qualit\u00e4t und mit einer massvollen Steuerbelastung anzubieten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Aufgabenteilung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen den allokativen Vor- und Nachteilen einer dezentralen Bereitstellung von staatlichen Leistungen. Zwar k\u00f6nnen zweckgebundene Transfers des Bundes und die interkantonale Zusammenarbeit die Aussch\u00f6pfung von Skalenertr\u00e4gen verbessern und Spill-over-Effekte kompensieren \u2013 wodurch sich der Zentralisierungsdruck reduziert. Voraussetzung daf\u00fcr sind jedoch ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Menge und Qualit\u00e4t der Leistungen und die daf\u00fcr notwendige Verf\u00fcgbarkeit von finanziellen Mitteln.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSomit kommt dem Finanzausgleich in einem f\u00f6deralistischen Staat eine existenzielle Bedeutung zu. Er erm\u00f6glicht es, allen Kantonen, unabh\u00e4ngig von ihrer Wirtschafts- und Finanzkraft, ein vergleichbares Angebot an staatlichen Leistungen mit einer moderaten Steuerbelastung bereitzustellen, und tr\u00e4gt dazu bei, dass die allokativen Vorteile des F\u00f6deralismus m\u00f6glichst optimal zum Tragen kommen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Studie zur Ostschweiz<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAm Beispiel der Grossregion Ostschweiz kann gezeigt werden, wie unterschiedliche regionale Wirtschaftsstrukturen \u00fcber die Steuerbemessungsgrundlage ihren Niederschlag im Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen finden und welche Auswirkungen sich daraus f\u00fcr die Steuerbelastung ergeben.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Zur Ostschweiz z\u00e4hlen in der Untersuchung die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graub\u00fcnden, St. Gallen, Schaffhausen und Thurgau. Diese Abgrenzung entspricht der Grossregion Ostschweiz gem\u00e4ss der Definition des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm gesamtschweizerischen Vergleich weist die Ostschweiz eine Spezialisierung in den Branchen Landwirtschaft, traditionelle Industrie, Spitzenindustrie und Bau auf (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Dagegen sind Unternehmensdienstleistungen sowie die Finanzbranche und die Informatik- und Kommunikationsbranche von unterdurchschnittlicher Bedeutung.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Betrachtet man die untersuchten Ostschweizer Kantone einzeln, kommen zwar regionale Besonderheiten zum Vorschein. So dominieren beispielsweise in Graub\u00fcnden die Branchen Unterhaltung und Gastgewerbe sowie die Energieversorgung. Auch in Glarus sticht der hohe Anteil der Energieversorgung hervor. Im Allgemeinen best\u00e4tigt sich jedoch das Gesamtbild einer von Industrie und Gewerbe gepr\u00e4gten Wirtschaft. So weisen fast alle Ostschweizer Kantone einen \u00fcberdurchschnittlich hohen Anteil bei der traditionellen Industrie und der Spitzenindustrie auf.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb 1: Wirtschaftszweige der Ostschweiz im Vergleich zur Gesamtschweiz <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Delbiaggio_Fischer_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Delbiaggio_Fischer_de_1').highcharts({\n\n   chart: {\n        polar: true,\n        type: 'line'\n    },\n\n    title: {\n        text: '',\n    },\n\n    pane: {\n        size: '80%'\n    },\n\n    xAxis: {\n        categories: ['Landwirtschaft', 'Traditionelle Industrie', 'Spitzenindustrie', 'Bauwesen', 'Energieversorgung', 'Handel und Verkauf', 'Verkehr, Transport und Post', 'Informatik, Kommunikation und IT', 'Finanzbranche', 'Unternehmens-<br>dienstleistungen', 'Unterhaltung <br>und Gastgewerbe', 'Administrative und soziale Dienste'],\n        tickmarkPlacement: 'on',\n        lineWidth: 0\n    },\n\n    yAxis: {\n        gridLineInterpolation: 'polygon',\n        lineWidth: 0,\n        min: 0\n    },\n\n     tooltip: {\n        shared: false,\n        pointFormat: '<span style=\"color:{series.color}\">{series.name}: <b>{point.y:,.2f}<\/b><br\/>'\n    },\n\n\n    series: [{\n        name: 'Ostschweiz',\n        data: [1.5955,1.5952,1.1476,1.1876,1.0271,0.9504,0.9054,0.6001,0.5966,0.7644,1.0475,0.9134],\n        pointPlacement: 'on',\ncolor:'#d2d803'\n\n    }, {\n        name: 'Gesamtschweiz',\n        data: [1,1,1,1,1,1,1,1,1,1,1,1],\n        pointPlacement: 'on',\ncolor:'#e84066'\n\n    }]\n\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Der Index beschreibt den Besch\u00e4ftigungsanteil einer Branche in der Ostschweiz im Verh\u00e4ltnis zum gesamtschweizerischen Besch\u00e4ftigungsanteil dieser Branche. Ein Wert von 2 w\u00fcrde bedeuten, dass die Branche in der Ostschweiz einen doppelt so hohen Besch\u00e4ftigungsanteil hat wie in der gesamten Schweiz. Ein Wert von 0,5 hingegen w\u00fcrde bedeuten, dass der Besch\u00e4ftigungsanteil in der Ostschweiz nur halb so gross ist wie in der gesamten Schweiz.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS, Statent 2005\u20132014, Darstellung gem\u00e4ss Hoover-Balassa-Index, vgl. Delbiaggio und Fischer (2017)<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa die Branchen Landwirtschaft, traditionelle Industrie und Bau im gesamtschweizerischen Branchenvergleich eine tiefere, die Finanzbranche sowie Informatik, Kommunikation und Informationstechnologie hingegen eine h\u00f6here Arbeitsproduktivit\u00e4t aufweisen, l\u00e4sst sich f\u00fcr die Ostschweiz ein unterdurchschnittliches Produktivit\u00e4tsniveau vermuten.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Die Berechnung des Korrelationskoeffizienten zwischen dem branchenspezifischen Spezialisierungsindikator und der durchschnittlichen Arbeitsproduktivit\u00e4t best\u00e4tigt diese These.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Mit einem Wert von \u20130,49 ist der Koeffizient f\u00fcr die Ostschweiz im mittleren negativen Bereich angesiedelt. Die Nordwestschweiz weist mit 0,43 den h\u00f6chsten, die Zentralschweiz mit \u20130,70 den tiefsten Wert auf. Allgemein kann man feststellen: Je wichtiger eine Branche f\u00fcr die Wirtschaft der Ostschweiz ist, desto tiefer ist ihre durchschnittliche Arbeitsproduktivit\u00e4t. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr die Zentralschweiz und den Espace Mittelland. Die anderen Grossregionen weisen hingegen positive Korrelationskoeffizienten auf, was hinsichtlich Arbeitsproduktivit\u00e4t auf einen g\u00fcnstigeren Branchenmix hindeutet.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Unterschiedliches Ressourcenpotenzial <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00dcber die Steuerbemessungsgrundlagen wirkt sich die Arbeitsproduktivit\u00e4t auf das Ressourcenpotenzial im Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen aus. Dies wird durch den hohen Korrelationskoeffizienten zwischen dem Bruttoinlandprodukt pro Einwohner und dem Ressourcenpotenzial pro Einwohner der Kantone f\u00fcr die Jahre 2011 bis 2013 best\u00e4tigt.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Das Ressourcenpotenzial berechnet sich aus den steuerbaren Einkommen und Verm\u00f6gen der nat\u00fcrlichen Personen und den steuerbaren Gewinnen der juristischen Personen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsbesondere bei den steuerbaren Pro-Kopf-Einkommen liegen alle Ostschweizer Kantone unter dem Schweizer Durchschnitt. Das Gleiche gilt, mit Ausnahme von Schaffhausen, auch f\u00fcr die steuerbaren Gewinne. Derzeit gelten alle Ostschweizer Kantone als ressourcenschwach und erhalten Beitr\u00e4ge aus dem horizontalen und dem vertikalen Ressourcenausgleich. Ausserdem sind insbesondere Graub\u00fcnden, die beiden Appenzell und Glarus bei der Bereitstellung von staatlichen Leistungen mit hohen geografisch-topografischen Sonderlasten konfrontiert, weshalb sie zus\u00e4tzlich Beitr\u00e4ge aus dem Lastenausgleich des Bundes erhalten.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Auswirkung von Sonderlasten und Finanzausgleich auf die durchschnittliche Steuerbelastung der Kantone und Gemeinden (Durchschnitt der Jahre 2008\u20132014)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Delbiaggio_Fischer_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Delbiaggio_Fischer_de_2').highcharts({\nchart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\ntitle: {\n            text: 'Kantone (Ressourcenindex in Klammern)'\n        },\n        categories:\n        ['JU (62,6)','UR (63,4)','VS (67,4)','GL (68,9)','BE (73,6)','SO (75,0)','FR (76,0)','TG (77,0)','SG(78,1)','LU (82,3)','AI (83,5)','AR (83,5)','GR (84,6)','AG (85,6)','NE (90,7)','OW (91,9)','TI (96,1)','BL (96,4)','SH (96,6)','VD (102,3)','ZH (118,4)','NW (142,3)','GE (143,3)','BS (146,4)','SZ (165,7)','ZG (248,3)']\n    }, \n\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n         \n        },\n    },\n   plotOptions: {\n        series: {\n            marker: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n     tooltip: {\n        valueDecimals: 2,\n        valueSuffix: '%'\n    },\n    series: [{\n        name: 'Effektive Steueraussch\u00f6pfung',\n        data: [33.75,19.85,29.43,21.95,31.00,27.43,27.19,22.57,24.89,22.14,19.57,22.58,26.17,22.47,31.31,17.55,26.62,25.61,21.26,32.53,23.12,13.51,35.70,29.62,10.96,12.25],\ncolor: '#e84066',\n    }, {\n        name: 'Hypothetische Steueraussch\u00f6pfung unter Annahme <br>eines harmonisierten Pro-Kopf-Steuerertrags <br>(= Mittelwert Pro-Kopf-Steuerertrag Kantone und Gemeinden)',\n        data: [37.02,36.59,34.40,33.63,31.50,30.90,30.50,30.09,29.67,28.17,27.77,27.75,27.39,27.07,25.54,25.23,24.11,24.04,23.99,22.66,19.58,16.28,16.18,15.83,13.99,9.33],\ncolor:'#d2d803',\n    },\n    {\n        name: 'Gesch\u00e4tzte Steueraussch\u00f6pfung auf Basis eines harmonisierten Pro-Kopf-Steuerertrags <br>und von Sonderlasten',\n        data: [37.75,33.80,34.14,34.89,36.81,29.71,30.31,25.30,28.92,27.30,23.69,26.44,28.92,22.51,35.05,21.91,30.62,22.45,27.09,30.94,24.26,11.86,30.08,30.84,11.67,8.74],\ncolor: '#88c0d3',\n    },{\n        name: 'Gesch\u00e4tzte Steueraussch\u00f6pfung auf Basis eines harmonisierten Pro-Kopf-Steuerertrags, <br>von Sonderlasten und Finanzausgleich',\n        data: [28.16,22.65,26.68,27.01,32.63,26.53,23.71,21.57,25.71,23.82,19.65,22.47,24.15,21.44,31.97,17.34,30.27,22.57,26.80,31.12,25.13,12.65,31.20,31.76,12.78,11.36],\ncolor: '#23318a'\n    }]\n});\n \n});\n\n\n\n<\/script>\n<em>&#13;<br \/>\n<\/em>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Steueraussch\u00f6pfung ist die Summe der Steuereinnahmen eines Kantons und seiner Gemeinden in Prozent des Ressourcenpotenzials des Kantons. Die Kantone sind gem\u00e4ss ihrem Pro-Kopf-Ressourcenpotenzial (Ressourcenindex) in aufsteigender Reihenfolge aufgelistet. Im Kanton Glarus betr\u00e4gt die effektive Steueraussch\u00f6pfung im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2014 rund 22 Prozent. Eine gesch\u00e4tzte Steueraussch\u00f6pfung, welche einen schweizweit harmonisierten durchschnittlichen Pro-Kopf-Steuerertrag, die gesch\u00e4tzte Belastung des Kantons durch Sonderlasten sowie die Nettobelastung oder -entlastung durch den Finanzausgleich mitber\u00fccksichtigt, w\u00fcrde bei rund 27 Prozent liegen. Das bedeutet, dass der Kanton Glarus sein Ressourcenpotenzial weniger stark mit Steuern aussch\u00f6pft, als dass man dies aufgrund von Sonderlasten und Finanzausgleichszahlungen erwarten w\u00fcrde.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Berechnungen auf der Basis von Daten des BFS und der EFV.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNehmen wir an, alle Kantone bieten ein hypothetisches identisches Angebot an staatlichen Leistungen an, welches f\u00fcr alle Kantone gleich hohe Kosten verursacht: Ohne Ber\u00fccksichtigung von Sonderlasten und Zahlungen aus dem Finanzausgleich w\u00fcrde dies bedeuten, dass die steuerliche Aussch\u00f6pfung des Ressourcenpotenzials im ressourcenschw\u00e4chsten Kanton Jura rund vier Mal so hoch ausf\u00e4llt wie im ressourcenst\u00e4rksten Kanton Zug (siehe <em>Abbildung 2<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Unterschiede zwischen den Kantonen erh\u00f6hen sich, wenn die gesch\u00e4tzten Auswirkungen von Sonderlasten ber\u00fccksichtigt werden. Werden zus\u00e4tzlich die Zahlungen aus dem Finanzausgleich mit einbezogen, reduzieren sich die Steuerbelastungsunterschiede hingegen \u2013 haupts\u00e4chlich dank der Reduktion der Steueraussch\u00f6pfung der ressourcenschwachen Kantone.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie so gesch\u00e4tzte Steuerbelastung korreliert relativ stark mit der effektiven Steueraussch\u00f6pfung. Eine Regressionsanalyse zeigt, dass die Kantone die Zahlungen des Finanzausgleichs fast vollst\u00e4ndig in der Form von Anpassungen der Steuerbelastung an die Steuersubjekte weitergeben bzw. verrechnen, was auf einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit den Mitteln des Finanzausgleichs hindeutet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAbschliessend kann festgehalten werden: Die Ostschweiz weist zwar aufgrund ihrer Spezialisierung ein vergleichsweise tiefes Ressourcenpotenzial auf, was die finanzielle Leistungsf\u00e4higkeit der Kantone und Gemeinden beeintr\u00e4chtigt. Dank der Zahlungen aus dem Finanzausgleich sind die Ostschweizer Kantone aber dennoch in der Lage, ein mit anderen Kantonen vergleichbares Angebot an staatlichen Leistungen zu einer moderaten Steuerbelastung bereitzustellen. Dies schafft die Voraussetzungen daf\u00fcr, dass die in der Ostschweiz \u2013 aber auch in anderen Regionen \u2013 historisch entstandene Spezialisierung erhalten und ausgebaut werden kann. Da die r\u00e4umliche Konzentration dank Wissensexternalit\u00e4ten sowie der lokalen Verf\u00fcgbarkeit von spezialisierten Inputfaktoren und spezialisierten Arbeitskr\u00e4ften die Entstehung von Agglomerationsvorteilen beg\u00fcnstigt, ist diese Spezialisierung von besonderer Bedeutung. Sie f\u00f6rdert die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der regionalen Unternehmen und mit ihr den Beitrag der Region zum Wohlstand des gesamten Landes.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Oates (1972).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Olson (1969).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Delbiaggio und Fischer (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Hoover-Balassa-Index, vgl. Delbiaggio und Fischer (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Wirtschaftszweige wurden gem\u00e4ss den Noga-Codes des BFS zu zw\u00f6lf Kategorien aggregiert. Siehe BFS (2008) und Delbiaggio und Fischer (2017, Anhang A).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Vgl. BFS-Daten zur Arbeitsproduktivit\u00e4t nach Branchen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Da die Arbeitsproduktivit\u00e4t nur den Businesssektor ber\u00fccksichtigt, wird die Branche \u00abAdministrative und soziale Dienste\u00bb nicht ber\u00fccksichtigt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Delbiaggio und Fischer (2017), Seite 70.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlreiche staatliche G\u00fcter und Dienstleistungen werden in der Schweiz dezentral von den Kantonen und Gemeinden angeboten. Diese verf\u00fcgen ausserdem \u00fcber eine grosse Steuerautonomie. Diese beiden Aspekte bilden ein Fundament des Schweizer F\u00f6deralismus. 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The Principle of \u00abFiscal Equivalence\u00bb: The Division of Responsibilities Among Different Levels of Government, in: American Economic Review, Vol. 59 (2): 479\u201387.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":107592,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":107596,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"75472","post_abstract":"Eine Studie der Hochschule Luzern hat f\u00fcr die Grossregion Ostschweiz Wechselwirkungen zwischen regionaler Spezialisierung, der Arbeitsproduktivit\u00e4t und dem Finanzausgleich in der Schweiz untersucht. 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