{"id":107602,"date":"2018-02-26T10:30:10","date_gmt":"2018-02-26T10:30:10","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/02\/wicki-03-2018\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:49","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:49","slug":"wicki-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/02\/wicki-03-2018\/","title":{"rendered":"Wissen schafft Wohlstand"},"content":{"rendered":"<p>Der Wohlstand der Schweiz ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Will die Schweiz diesen Wohlstand f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Generationen erhalten, muss sie die zahlreichen kommenden Herausforderungen erfolgreich bew\u00e4ltigen. Dazu z\u00e4hlt etwa die \u00dcberalterung der Bev\u00f6lkerung, die unser Gesundheits- und Rentensystem zunehmend unter Druck setzt. Wie noch nie zuvor in der Geschichte entwickeln zudem die Globalisierung und der technische Fortschritt eine Dynamik, die zu immer schnelleren Ver\u00e4nderungen in allen Lebensbereichen f\u00fchrt und immer mehr neues Wissen schafft. Doch: Von dem Wirtschaftswachstum und den Produktivit\u00e4tsgewinnen, die aus diesem Wissen und der fortschreitenden Digitalisierung entstehen, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit nur ein kleiner Teil der Bev\u00f6lkerung profitieren. Die \u00abArbeit-on-Demand\u00bb, die auf Onlineplattformen vermittelt wird und f\u00fcr das digitale Zeitalter charakteristisch ist, kann ausserdem zu unsicheren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen und einer geringeren sozialen Absicherung f\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h2>Standortfaktor Hochschule<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn diesem Kontext nimmt die Bedeutung der Hochschulen weiter zu. Hochschulen haben nicht nur die Aufgabe, junge Menschen auszubilden und sie auf die Herausforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Als Denk- und Forschungsst\u00e4tten begleiten sie die Entwicklungen der Gesellschaft und tragen wesentlich zur Innovationskraft und zum Wachstum einer Volkswirtschaft bei, zumal heute sch\u00e4tzungsweise 70 Prozent des BIP-Wachstums auf Innovationen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. In einer Welt, in welcher der Zugang zu gut ausgebildeten Fachkr\u00e4ften und zum neusten Wissen eine immer gr\u00f6ssere Rolle spielt, stellen forschungsstarke Universit\u00e4ten zudem einen wichtigen Standortfaktor dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nParallel dazu nimmt der internationale Wettbewerb in Forschung und Entwicklung stark zu. Viele L\u00e4nder haben in den letzten Jahren enorm viel in ihr Wissenschaftssystem und ihre Hochschulen investiert \u2013 sowohl staatlich als auch privat. Die Konkurrenz stammt dabei zunehmend auch aus Asien: Kaufkraftbereinigt investiert China heute mehr in Forschung und Entwicklung als die gesamte Europ\u00e4ische Union und wird in wenigen Jahren voraussichtlich auch die Vereinigten Staaten \u00fcberholen. F\u00fcr die europ\u00e4ischen und nordamerikanischen Universit\u00e4ten wird es daher immer schwieriger, die weltweit besten K\u00f6pfe anzuziehen und Forschung auf international h\u00f6chstem Niveau zu betreiben. Ein wesentlicher Grund daf\u00fcr ist das Kostenwachstum bei der Forschungsinfrastruktur, insbesondere in den Lifesciences, in der Medizin und bei Supercomputern. Den allermeisten Universit\u00e4ten f\u00e4llt es immer schwerer, diese Kosten zu tragen und die entsprechenden Investitionen zu finanzieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund dieser Herausforderungen stellt sich auch hierzulande die grundlegende Frage, ob die heutige Aufgaben- und Kompetenzverteilung mit diesen Herausforderungen Schritt halten kann oder ob wir uns in Zukunft nicht ganz neue Modelle der Zusammenarbeit \u00fcberlegen m\u00fcssten. Dabei geht es in erster Linie darum, welche Aufgaben der Bund und welche Aufgaben die Kantone \u00fcbernehmen m\u00fcssen, um das Wohlstandsniveau in der Schweiz halten zu k\u00f6nnen. Da die Forschungsuniversit\u00e4ten massgeblich zum Wachstum des Wohlstands in den wissensbasierten \u00d6konomien beitragen, wird zum ersten Mal in der Geschichte Wissenschaftspolitik zur Wirtschaftspolitik und umgekehrt Wirtschaftspolitik zur Wissenschaftspolitik. Daraus ergibt sich, dass die F\u00f6rderung von Universit\u00e4ten nicht mehr nur ein zentrales Anliegen des Bildungsb\u00fcrgertums ist, sondern bestimmt, wie sich der Wohlstand in einem Land entwickelt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Dieser Beitrag gr\u00fcndet auf der Rede \u00abDie moderne Forschungsuniversit\u00e4t und ihre Herausforderungen im fr\u00fchen 21. Jahrhundert\u00bb, gehalten am Dies Academicus der Universit\u00e4t Basel vom 24. November 2017.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wohlstand der Schweiz ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Will die Schweiz diesen Wohlstand f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Generationen erhalten, muss sie die zahlreichen kommenden Herausforderungen erfolgreich bew\u00e4ltigen. 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