{"id":107641,"date":"2018-02-26T10:30:03","date_gmt":"2018-02-26T10:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/02\/wolter-cattaneo-03-2018fr\/"},"modified":"2025-09-09T16:55:31","modified_gmt":"2025-09-09T14:55:31","slug":"wolter-cattaneo-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/02\/wolter-cattaneo-03-2018\/","title":{"rendered":"Ist Bildung eine rentable Investition?"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten Personen bilden sich nicht ausschliesslich der monet\u00e4ren Ertr\u00e4ge wegen, welche sie dank einer Bildungsinvestition erwarten d\u00fcrfen. Trotzdem sind erwartete oder tats\u00e4chliche Bildungsrenditen wichtige Indikatoren sowohl f\u00fcr die Bildungsinteressierten als auch f\u00fcr das Bildungswesen. Denn Personen, die sich bilden, investieren Zeit, Geld und Energie und erhoffen sich, dass ein Nutzen \u2013 sei er monet\u00e4r oder nicht monet\u00e4r \u2013 diese Investition aufwiegen wird. Vermindert sich der monet\u00e4re Ertrag, den man mit Bildung am Arbeitsmarkt erzielt, und bleiben alle anderen erwarteten Ertr\u00e4ge gleich, so ist zu erwarten, dass sich dies negativ auf die individuelle Bildungsnachfrage auswirkt. Neuere Forschungsarbeiten zeigen, dass sich diese theoretischen Vorhersagen empirisch belegen lassen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Verl\u00e4ssliche und gut interpretierbare Informationen zur Rentabilit\u00e4t von Bildung sind also wichtig, damit es nicht aufgrund falscher Erwartungen zu ungewollten Bildungsentscheidungen kommt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/p>\n<h2>F\u00e4higkeiten oder Bildung?<\/h2>\n<p>Bildungsrenditen geben Aufschluss \u00fcber die Rentabilit\u00e4t einer Aus- oder Weiterbildung. Sie k\u00f6nnen auf verschiedene Art und Weise berechnet werden. Die einfachste Methode ist die nach dem amerikanischen \u00d6konomen Jacob Mincer benannte \u00abMincer-Rendite\u00bb. Sie berechnet \u00fcber das ganze Leben hinweg den Lohnvorteil, den Personen mit h\u00f6herer Bildung gegen\u00fcber Personen mit tieferem Bildungsstand haben. Wie alle Berechnungsmethoden von Bildungsrenditen haben auch die Mincer-Renditen die Tendenz, den Lohneffekt von Bildung zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Denn Personen, die sich bilden, hatten auch schon vor der Ausbildung nicht die gleichen F\u00e4higkeiten wie jene Personen, die sich nicht weitergebildet haben. Obwohl Bildungsrenditen seit \u00fcber f\u00fcnfzig Jahren berechnet werden, konnte sich bisher noch keine generelle Methode etablieren, mit welcher man die Lohnvorteile einfach und \u00fcberzeugend um diese F\u00e4higkeitsverzerrung korrigieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Diese Verzerrungen sind jedoch nicht zu untersch\u00e4tzen: Wie Zwillingsstudien zeigen, liegt der kausale Effekt von Bildung auf das Einkommen um 30 bis 50 Prozent tiefer als die nicht korrigierte Rendite. Allerdings zeigen neue Studien, die anstelle von Bildungsabschl\u00fcssen und Bildungsjahren den Einfluss von empirisch gemessenen Kompetenzen auf den Lohn untersuchen, auch, dass Kompetenzunterschiede einen starken Einfluss auf die L\u00f6hne haben.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Wenn also das Bildungswesen tats\u00e4chlich auf dem Arbeitsmarkt nachgefragte Kompetenzen vermittelt und nicht lediglich einen Selektionsprozess darstellt, dann schafft das Bildungswesen durchaus und kausal sowohl individuelle als auch gesamtwirtschaftliche Mehrertr\u00e4ge. Zudem muss ber\u00fccksichtigt werden, dass Mincer-Renditen den monet\u00e4ren Ertrag von Bildung auch untersch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Insbesondere dann, wenn Nichtbildung zu hoher Erwerbslosigkeit f\u00fchrt \u2013 und das ist zunehmend auch in der Schweiz der Fall.<\/p>\n<h2>Konjunktur und Risiko<\/h2>\n<p>Betrachtet man die Lohnvorteile, die sich in der Schweiz mit einem zus\u00e4tzlichen Ausbildungsjahr erzielen lassen, so zeigen sich im Zeitverlauf zwei konjunkturabh\u00e4ngige Muster. Bei lang anhaltenden Konjunkturerholungen sinken die Bildungsrenditen des Medianeinkommens, weil schlechter ausgebildete Personen bei den L\u00f6hnen aufholen. Gleichzeitig nimmt aber die Lohnvarianz vor allem bei gut ausgebildeten Personen zu, da die Besten von einem Aufschwung mehr profitieren als die am Arbeitsmarkt weniger erfolgreichen Personen mit gleichem Ausbildungsniveau. Das f\u00fchrt dazu, dass das Verh\u00e4ltnis der Renditen am 9. und am 1. Lohndezil berechnet zunimmt (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).<\/p>\n<p>F\u00fcr Personen mit einem Medianeinkommen gilt nach den neuesten Berechnungen auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt insgesamt: Mit einem zus\u00e4tzlichen Ausbildungsjahr lassen sich ihre L\u00f6hne um \u00fcber 8 Prozent steigern. Zudem f\u00e4llt die Rendite umso h\u00f6her aus, je h\u00f6her man sich bei gegebener Ausbildung in der Lohnverteilung befindet: So sind die Bildungsrenditen von Personen, die zu den bestverdienenden 10 Prozent je Ausbildungsniveau geh\u00f6ren, derzeit rund eineinhalb Mal h\u00f6her als von Personen, die zu den am schlechtesten verdienenden 10 Prozent geh\u00f6ren.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Bildungsrendite des Medianeinkommens und das Verh\u00e4ltnis der Bildungsrenditen am 9. und am 1. Lohndezil berechnet (1993\u20132016)<\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='Wolter_Cattaneo_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Wolter_Cattaneo_1_de').highcharts({\n  chart: {\n        zoomType: 'xy'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: [{\n        categories: ['1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015','2016'],\n        crosshair: true\n    }],\n    yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n           \n        },\n        title: {\n            text: 'Bildungsrendite',\n           \n        }\n    }, { \/\/ Secondary yAxis\n        title: {\n            text: 'Verh\u00e4ltnis (9.\/1. 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Vielmehr wollen sie erfahren, welchen Ertrag eine spezifische Ausbildung verspricht. Berechnet man die Renditen f\u00fcr ein zus\u00e4tzliches Bildungsjahr getrennt nach Bildungstyp, zeigen sich etwas h\u00f6here Ertr\u00e4ge f\u00fcr terti\u00e4re Ausbildungsg\u00e4nge als f\u00fcr Ausbildungen auf der Sekundarstufe II (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Wegen der Selektion in die terti\u00e4re Ausbildung muss dieser Unterschied aber mit Vorsicht interpretiert werden. Dasselbe gilt auch f\u00fcr die kleinen Renditeunterschiede zwischen den Ausbildungstypen selbst (siehe <em>Kasten<\/em>). Weiter ist zu ber\u00fccksichtigen, dass nicht alle Ausbildungen die gleichen Bildungskosten verursachen, die bei diesen Lohnvorteilen ja noch nicht in Abzug gebracht worden sind.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Bildungsrendite pro Ausbildungsjahr, nach Bildungstyp und Geschlecht (2016)<\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='Wolter_Cattaneo_2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Wolter_Cattaneo_2_de').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Lehre', 'Gymnasium', 'Berufspr\u00fcfung\/<br\/>H\u00f6here Fachpr\u00fcfung', 'H\u00f6here Fachschule', 'Fachhochschule', 'Uni\/ETH\/<br\/>P\u00e4dagogische Hochschule']\n    },\n      yAxis: [{ \n        title: {\n            text: '',\n            \n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        },\n    }],\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\ntooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n    series: [{\n        name: 'M\u00e4nner',\n        data: [4.371428571,5.714285714,6.844444444,7.6,7.128571429,6.705882353]\n    }, {\n        name: 'Frauen',\n        data: [5.628571429,6.828571429,8.6,7.509090909,6.985714286,6.729411765]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Renditen in dieser Abbildung sind nicht direkt mit den Renditen in Abb. 1 vergleichbar, da sie f\u00fcr durchschnittliche Einkommen berechnet wurden; die Renditen in der Abb. 1 hingegen f\u00fcr Medianeinkommen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Sake, eigene Berechnungen Cattaneo und Wolter \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<h2>Auch die Gesellschaft kann profitieren<\/h2>\n<p>Die zu erwartenden Lohnvorteile bieten den sich bildenden Personen also gute Aussichten, dass sie ihre Bildungskosten, d. h. insbesondere die w\u00e4hrend der Ausbildung entstehende Einkommensl\u00fccke, kompensieren k\u00f6nnen. Demgegen\u00fcber stellt sich nat\u00fcrlich auch die Frage, ob die Gesellschaft, welche den gr\u00f6ssten Teil der direkten Bildungskosten zu tragen hat, ebenfalls auf eine positive Rendite hoffen darf. Verschiedene Berechnungen zeigen, dass auch der Staat eine positive Rendite erwarten darf, da ausgebildete Personen h\u00f6here Steuern bezahlen und weniger Sozialtransfers beanspruchen. Allerdings h\u00e4ngt diese fiskalische Rendite stark vom Erwerbsverhalten der ausgebildeten Personen ab und ist deshalb nicht in jedem Fall garantiert.<\/p>\n<p>Die sogenannte fiskalische Bildungsrendite<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> berechnet, ob der h\u00f6here Steuerertrag auf dem dank der Bildung gestiegenen Einkommen die staatlichen Bildungskosten zu decken vermag. Bei der fiskalischen Rendite spielt der Besch\u00e4ftigungsgrad der ausgebildeten Person eine viel st\u00e4rkere Rolle als bei der privaten Rendite. Bei den privaten Renditen f\u00fcr die Individuen wird bei der Berechnung zwar in der Regel von einer 100-prozentigen Besch\u00e4ftigung ausgegangen, aber das f\u00e4llt bei der Interpretation der Rendite nicht so stark ins Gewicht, weil man davon ausgehen kann, dass bei einer freiwilligen Reduktion des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses die gewonnene Freizeit der Person einen mindestens \u00e4quivalenten Nutzen verspricht wie das entgangene Einkommen. Bei der fiskalischen Rendite hingegen sinkt der Nutzen des Staates bei verringerter Besch\u00e4ftigung automatisch, w\u00e4hrend die staatlichen Bildungskosten, unbeeinflusst vom sp\u00e4teren Erwerbsverhalten, hoch bleiben. Die fiskalische Rendite wird nicht nur dann kleiner, wenn besser gebildete Personen ihren Besch\u00e4ftigungsgrad reduzieren, sondern auch dann, wenn alle Personen unabh\u00e4ngig von ihrem Ausbildungsniveau weniger arbeiten. Denn bei einer Reduktion des Besch\u00e4ftigungsgrades wird das absolute Einkommensdifferenzial zwischen Personen mit unterschiedlicher Bildungsdauer kleiner, und somit sinken auch die relativen Steuereinnahmen (siehe <em>Abbildung 3<\/em>).<\/p>\n<p>Ebenfalls einen Einfluss auf die Steuerertr\u00e4ge haben nat\u00fcrlich die Steuers\u00e4tze und der Verlauf der Progression, weshalb die Wirkung f\u00fcr die drei dargestellten St\u00e4dte unterschiedlich ausf\u00e4llt. Wenn man als Benchmark eine j\u00e4hrliche Steuerdifferenz von rund 1750 Franken annimmt, die n\u00f6tig w\u00e4re, um die staatlichen Kosten einer durchschnittlichen terti\u00e4ren Ausbildung zur\u00fcckzuzahlen, so w\u00fcrde gem\u00e4ss Berechnungen die Bilanz f\u00fcr den Staat in Zug schon dann negativ ausfallen, wenn die Person ihren durchschnittlichen Besch\u00e4ftigungsgrad auf unter 90 Prozent reduzieren w\u00fcrde. In Delsberg w\u00e4re die fiskalische Rendite noch knapp positiv, wenn die Personen mindestens zu 70 Prozent arbeiten w\u00fcrden.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 3: Je nach Kanton und Besch\u00e4ftigungsgrad lohnt sich eine Terti\u00e4rausbildung f\u00fcr den Staat<\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='Wolter_Cattaneo_3_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Wolter_Cattaneo_3_de').highcharts({\n     chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {title: {\n            text: 'Arbeitspensum'\n        },\n        \n        categories: ['20%', '30%', '40%', '50%', '60%', '70%', '80%', '90%', '100%'],\n        \n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Steuerdifferenz in Franken pro Jahr'\n        },\n        \n        plotLines: [{\n            color: 'black',\n            width: 2,\n            value: 1750,\nlabel: {\n                align: 'left',\n                \n                text: 'N\u00f6tige Steuerdifferenz f\u00fcr eine positive fiskalische Bildungsrendite',\n                x: 0\n            },        \n        }]\n    },\n         tooltip: {\n        shared: false,\n        headerFormat: 'Arbeitspensum: {point.x}<br\/>',\n        valueDecimals: 0,\n        valueSuffix: 'Fr.',\n },\t\nplotOptions: {\n        series: {\n            marker: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n   \n    series: [{\n        name: 'Z\u00fcrich',\n        data: [92, 174.461538,304.857143,709,833.25,1608.35294,1672.44444,2766.31579,3399]\n    }, {\n        name: 'Zug',\n        data: [34.66666667, 74.3076923, 148.857143, 381.666667, 484.125, 923.588235, 973.333333,1616.21053,2087.5]\n    },\n    {\n        name: 'Delsberg',\n        data: [116.333333,234,414,990.333333,1191.75,2134.17647,2194.222222,3484.89474,4203.5]\n    }\n   ]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Abbildung zeigt die Differenz des Steueraufkommens zwischen einer Person mit terti\u00e4rem Abschluss und einer Person mit Abschluss auf Sekundarstufe II.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Sake, eigene Berechnungen mit dem Steuerrechner der Eidg. Steuerverwaltung \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 4: Bildungsrenditen pro Ausbildungsjahr, nach Bildungstyp und Geschlecht (2016)<\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='Wolter_Cattaneo_4_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Wolter_Cattaneo_4_de').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Lehre', 'Gymnasium + 2,5 Jahre Universit\u00e4t','Gymnasium + 1,5 Jahre Universit\u00e4t']\n    },\n      yAxis: [{ \n        title: {\n            text: '',\n            \n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        },\n    }],\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\ntooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n    series: [{\n        name: 'M\u00e4nner',\n        data: [4.371428571,3.333333333,4]\n    }, {\n        name: 'Frauen',\n        data: [5.628571429,3.983333333,4.78]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Sake, eigene Berechnungen Cattaneo und Wolter \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Schweri und Hartog (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Peter und Zambre (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Hanushek et al. (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr die Renditen der h\u00f6heren Berufsbildung siehe Cattaneo & Wolter 2011.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe auch Weber und Wolter (2005).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten Personen bilden sich nicht ausschliesslich der monet\u00e4ren Ertr\u00e4ge wegen, welche sie dank einer Bildungsinvestition erwarten d\u00fcrfen. Trotzdem sind erwartete oder tats\u00e4chliche Bildungsrenditen wichtige Indikatoren sowohl f\u00fcr die Bildungsinteressierten als auch f\u00fcr das Bildungswesen. 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Intended College Enrollment and Educational Inequality: Do Students Lack Information?, in: Economics of Education Review, 60: 125\u2013141.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Schweri, Juerg; Joop, Hartog (2017). Do Wage Expectations Predict College Enrollment? Evidence from Healthcare, in: Journal of Economic Behavior &amp; Organization, 141: 135\u2013150.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Wolter, Stefan C.; Weber, Bernhard A. (2005). Bildungsrendite \u2013 ein zentraler \u00f6konomischer Indikator des Bildungswesens, in: Die Volkswirtschaft, 10\/2005: 38\u201342.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;","post_kasten":[{"kasten_title":"Rentiert das Gymnasium mehr als eine Berufslehre?","kasten_box":"Die vermeintlich hohen Bildungsrenditen einer gymnasialen Ausbildung (siehe <em>Abbildung 2<\/em>) verglichen mit einer Lehre haben vor nicht allzu langer Zeit Forschende zur Interpretation verleitet, dass sich die gymnasiale Ausbildung am Arbeitsmarkt mehr lohnt als ein Abschluss der beruflichen Grundbildung. Bei der Interpretation muss man allerdings neben der erw\u00e4hnten Selektionsverzerrung ein weiteres Problem ber\u00fccksichtigen, welches mit der Berechnungsmethode zusammenh\u00e4ngt: Weil die Statistiken keine individuellen Bildungsverlaufsdaten enthalten, sondern lediglich die Information \u00fcber den h\u00f6chsten formalen Bildungsabschluss, m\u00fcssen die Forschenden Annahmen zur durchschnittlichen Ausbildungsdauer der einzelnen Bildungsabschl\u00fcsse treffen. Bei den meisten Bildungsabschl\u00fcssen ist dies relativ unproblematisch, nicht aber bei der gymnasialen Ausbildung. Denn etwas mehr als die H\u00e4lfte derjenigen Personen, die in der Statistik mit einer Maturit\u00e4t als h\u00f6chstem Bildungsabschluss gef\u00fchrt werden, haben ein Hochschulstudium in Angriff genommen, dieses aber nicht abgeschlossen.\r\n\r\nBer\u00fccksichtigt man nun bei der Berechnung der Bildungsrendite f\u00fcr Personen mit einer gymnasialen Maturit\u00e4t, dass viele von ihnen weitere zweieinhalb Jahre in Bildung ohne h\u00f6heren Abschluss investiert haben, dann reduziert sich die Bildungsrendite f\u00fcr M\u00e4nner von fast 6 Prozentpunkten pro gymnasiales Ausbildungsjahr auf noch gut 3 Prozentpunkte (siehe <em>Abbildung 4<\/em>). Nimmt man f\u00fcr die ganze Kategorie der Personen mit einer gymnasialen Maturit\u00e4t den Erwartungswert von eineinhalb Jahren zus\u00e4tzliche, allerdings nicht erfolgreiche Bildungsjahre an, sinken die Bildungsrenditen leicht unter die f\u00fcr die Berufslehre berechneten Bildungsrenditen. Mit anderen Worten besteht bei dieser sehr kleinen Kategorie von Personen mit einer gymnasialen Maturit\u00e4t als h\u00f6chstem Bildungsabschluss kein Grund zur Annahme, dass sich ein allgemeinbildender Abschluss auf dem Arbeitsmarkt besser auszahlt als ein berufsbildender Abschluss."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":107644,"main_focus":"","serie_email":"","frontpage_slider_bild":107648,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"75950","post_abstract":"Berechnungen der Lohnvorteile, die man in der Schweiz mit einem zus\u00e4tzlichen Ausbildungsjahr erzielen kann, zeigen \u00fcber die letzten 25 Jahre eine konstant hohe Rentabilit\u00e4t f\u00fcr individuelle Bildungsinvestitionen. Die Rentabilit\u00e4t ist vergleichbar hoch f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausbildungsg\u00e4ngen lassen auf eine \u00e4hnlich gute Passung zwischen den erworbenen Kompetenzen und den Bed\u00fcrfnissen des Arbeitsmarktes schliessen. W\u00e4hrend die Bildungswilligen gute Aussichten darauf haben, ihre Bildungsinvestitionen monet\u00e4r durch h\u00f6here L\u00f6hne mehr als nur zu kompensieren, h\u00e4ngt die monet\u00e4re gesellschaftliche (fiskalische) Rendite stark davon ab, wie intensiv die ausgebildeten Personen am Arbeitsmarkt aktiv sind. 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