{"id":107667,"date":"2018-02-19T07:35:42","date_gmt":"2018-02-19T07:35:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/02\/kuettel-indergand-03-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:41","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:41","slug":"kuettel-indergand-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/02\/kuettel-indergand-03-2018\/","title":{"rendered":"Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung im steten Wandel"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6nige und Staatsoberh\u00e4upter haben seit je das Bed\u00fcrfnis gehabt, die wirtschaftlichen Ressourcen ihres Landes zu ermitteln, zum Beispiel um ihre Macht zu demonstrieren oder um Steuern zu erheben. Die ersten Arbeiten, die als Vorl\u00e4ufer der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) bezeichnet werden k\u00f6nnen, stammen aus dem 17. Jahrhundert: In England nahmen die Wissenschaftler William Petty und Gregory King (\u00abPolitische Arithmetik\u00bb) Sch\u00e4tzungen des Einkommens aus Arbeit und Verm\u00f6gen vor. Im 18.\u00a0Jahrhundert entwickelte der franz\u00f6sische Arzt und \u00d6konom Fran\u00e7ois Quesnay in Anlehnung an den menschlichen Blutkreislauf das Modell eines wirtschaftlichen Kreislaufs und zeigte die Interdependenzen zwischen den Wirtschaftsakteuren auf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie \u00abmoderne\u00bb VGR wurde in den Zwanziger- und Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. Angesichts der Grossen Depression liessen insbesondere die amerikanische und die englische Regierung die vergangene Entwicklung des \u00abNational Income\u00bb sch\u00e4tzen. Weiter an Bedeutung gewann die Planung und Organisation der Wirtschaft im Zweiten Weltkrieg, da nun die R\u00fcstungsproduktion im Vordergrund stand \u2013 was umfassendes Zahlenmaterial erforderte. Im Zuge des aufkommenden Keynesianismus blieb die Wirtschaftspolitik auch nach dem Krieg eher interventionistisch ausgerichtet. Und schliesslich wuchs das Bed\u00fcrfnis nach Daten aufgrund der Verbreitung empirischer Ans\u00e4tze wie der \u00d6konometrie in der Wirtschaftswissenschaft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMehrere Staaten etablierten in den Dreissiger- und Vierzigerjahren statistische Teams, um das nationale Einkommen regelm\u00e4ssig zu sch\u00e4tzen. Die verschiedenen Ans\u00e4tze wurden in den Nachkriegsjahren international koordiniert und harmonisiert. Eine zentrale Rolle nahm der britische \u00d6konom Richard Stone ein, dessen Arbeiten zur Entwicklung der modernen VGR sp\u00e4ter mit dem Nobelpreis gew\u00fcrdigt wurden. Bis heute wird die nationale Buchhaltung international von der UNO, der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und dem Statistischen Amt der Europ\u00e4ischen Union (Eurostat) weiterentwickelt.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer System ist international kompatibel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz wurden die ersten nationalen Einkommenssch\u00e4tzungen ebenfalls in den Zwanzigerjahren ver\u00f6ffentlicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die VGR gem\u00e4ss den OECD-Richtlinien ausgebaut. Um eine bessere internationale Vergleichbarkeit innerhalb Europas zu erm\u00f6glichen, beruht die Schweizer VGR seit 1997 auf dem Europ\u00e4ischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen \u2013 welches seinerseits mit dem \u00abSystem of National Accounts\u00bb der UNO kompatibel ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse der VGR geh\u00f6ren seit ihrer Entwicklung zur zentralen Datengrundlage f\u00fcr die Wirtschaftspolitik und die Wirtschaftswissenschaft. Die VGR misst anhand des Bruttoinlandprodukts (BIP) die gesamtwirtschaftliche Produktion bzw. das Wirtschaftswachstum. Dar\u00fcber hinaus liefert sie eine Reihe von makro\u00f6konomischen Gr\u00f6ssen wie das verf\u00fcgbare Einkommen, die Ersparnis, die Finanzierungskapazit\u00e4t oder den Finanzierungsbedarf usw. Alle diese Transaktionen sowie die Aktiven und Passiven werden in einem nach institutionellen Sektoren gegliederten Kontensystem erfasst (\u00abKontensequenz\u00bb).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls wichtigste Kennzahl bildet das BIP die w\u00e4hrend einer bestimmten Periode erzeugte Wertsch\u00f6pfung in der Landesw\u00e4hrung ab: Es quantifiziert die Gr\u00f6sse bzw. Produktionskraft einer \u00d6konomie. Entscheidend ist, dass die Daten \u00fcber die Zeit hinweg und in den verschiedenen L\u00e4ndern dank dem standardisierten Vorgehen vergleichbar sind. Ausserdem wird eine Preisbereinigung der Daten vorgenommen, um Volumeneffekte (reale \u00c4nderungen) von reinen Preiseffekten zu unterscheiden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls Mass f\u00fcr die Gr\u00f6sse einer Volkswirtschaft bietet das BIP eine Referenzgr\u00f6sse, um beispielsweise die Schulden eines Landes in einen sinnvollen Kontext zu stellen. Indikatoren wie die Staats- oder Verschuldungsquote k\u00f6nnen dadurch international und \u00fcber die Zeit verglichen werden. Weiter k\u00f6nnen auf der Grundlage der VGR-Aggregate wirtschaftspolitische Ziele formuliert werden \u2013 beispielsweise indem ein Prozentsatz des BIP oder des Bruttonationaleinkommens f\u00fcr die Entwicklungshilfe bestimmt wird. Und schliesslich erm\u00f6glicht das BIP pro Kopf Aussagen \u00fcber den durchschnittlichen materiellen Wohlstand, gemessen an den produzierten G\u00fctern und Dienstleistungen, der Landesbev\u00f6lkerung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Berechnung des BIP basiert auf einer Vielzahl von Basisstatistiken. Sie wird anhand des Produktions-, des Verwendungs- und des Einkommensansatzes durchgef\u00fchrt. Mit dem Produktionsansatz wird die vom Produktionssystem generierte Wertsch\u00f6pfung bestimmt, indem vom Produktionswert der G\u00fcter und Dienstleistungen die Vorleistungen abgezogen werden (d. h. der Wert der G\u00fcter und Dienstleistungen, die w\u00e4hrend des Produktionsprozesses verwendet wurden). Er dokumentiert beispielsweise, wie viel Wertsch\u00f6pfung in den einzelnen Branchen entsteht. Der Verwendungsansatz zeigt auf, wie die generierte Wertsch\u00f6pfung verwendet wird \u2013 beispielsweise f\u00fcr den Konsum oder Investitionen \u2013 und welche Bedeutung das Ausland bei den G\u00fcterstr\u00f6men hat (Aussenhandel). Der Einkommensansatz betrachtet die Entgeltung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. Damit gibt er zum Beispiel dar\u00fcber Auskunft, wie das Volkswirtschaftseinkommen verdient wird (Arbeitseinkommen oder Kapitaleinkommen) oder wie gross die Verflechtung mit dem Ausland bei den Einkommensstr\u00f6men ist.&#13;<\/p>\n<blockquote><p>W\u00e4hrend der Grossen Depression befand sich die Wirtschaftspolitik praktisch im Blindflug.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<br \/>\nKonkret ergibt sich das BIP am Ende eines komplexen Prozesses, der zum Ausgleich zwischen dem Produktions-, dem Verwendungs- und dem Einkommensansatz f\u00fchrt, sodass alle drei Ans\u00e4tze miteinander \u00fcbereinstimmen. Das Zahlenwerk VGR erm\u00f6glicht dadurch einen detaillierten Beschrieb der Wirtschaftsstruktur. So k\u00f6nnen \u00f6konomische Determinanten beispielsweise f\u00fcr den Strukturwandel, die Inflation oder das Wirtschaftswachstum untersucht werden. Weiter werden die Auswirkungen von wirtschaftspolitischen Massnahmen empirisch analysierbar. Beispielsweise l\u00e4sst sich untersuchen, wie sich die \u00c4nderung der Steuerpolitik auf den Konsum oder das Wirtschaftswachstum auswirkt. Und schliesslich erlauben die Zahlen der VGR eine zeitnahe und umfassende Beurteilung der Konjunkturlage.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist nicht zuletzt dieser Grundlage zu verdanken, dass die Wirtschafts- und Geldpolitik im Zuge der letzten grossen Finanz- und Wirtschaftskrise die Wirtschaftslage rechtzeitig korrekt einsch\u00e4tzen und angemessen reagieren konnte. Verglichen mit dem heute zur Verf\u00fcgung stehenden Datenkranz befand sich die Wirtschaftspolitik in der Zwischenkriegszeit w\u00e4hrend der Grossen Depression praktisch im Blindflug. Um die Wirtschaftslage abzusch\u00e4tzen, verwendeten die Regierungen damals Aktienkurse oder l\u00fcckenhafte Produktionsindizes der Industrie.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Die Grenzen der VGR<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz oder gerade wegen all ihrer St\u00e4rken ist es wichtig, zu wissen, wo die Grenzen des Zahlenmaterials liegen. So werden in der VGR mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Regierungsdienste) nur Transaktionen erfasst, welche \u00fcber M\u00e4rkte abgewickelt werden. Nicht entgoltene T\u00e4tigkeiten wie etwa die Hausarbeit bleiben also mehrheitlich unber\u00fccksichtigt. Weiter werden diverse andere \u00f6konomische Aspekte nicht oder nur teilweise erfasst. Insbesondere gibt die VGR keine Auskunft \u00fcber die individuelle Verteilung von Einkommen und Verm\u00f6gen. Auch Externalit\u00e4ten wie Umweltverschmutzung werden h\u00f6chstens indirekt quantifiziert, etwa dann, wenn bereits bestehende Verschmutzung durch ein Unternehmen beseitigt wird. Und schliesslich misst das BIP zwar die entstandene Wertsch\u00f6pfung innerhalb einer Zeitperiode. Ob die Wertsch\u00f6pfung auf nachhaltige Weise zustande gekommen ist, ist jedoch nicht ersichtlich: Beispielsweise spielt es in der BIP-Rechnung keine Rolle, ob ein h\u00f6heres Wachstum auf eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t oder auf eine Kreditblase zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den letzten Jahren wurde das BIP f\u00fcr seine Unf\u00e4higkeit, die allgemeine Wohlfahrt zu messen, vermehrt kritisiert. Also f\u00fcr etwas, wof\u00fcr es nicht entwickelt wurde, was nicht sein Ziel ist und \u2013 angesichts der Komplexit\u00e4t der Berechnungen \u2013 auch in Zukunft nicht sein Ziel sein kann. Dass Faktoren wie politische Rechte, Sicherheit, sozialer Zusammenhalt oder Gesundheit die Lebensqualit\u00e4t in einem Land massgeblich mitbestimmen, ist unbestritten. Mit vielen dieser Faktoren weist das BIP zwar eine hohe Korrelation auf, genau genommen misst es aber \u00abnur\u00bb den materiellen Wohlstand, definiert \u00fcber die hergestellte Menge an G\u00fctern und Dienstleistungen. Unter dem Strich bleibt das BIP somit eine zentrale, aber doch nur eine von vielen wirtschaftspolitisch relevanten Statistiken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Wirtschaft ist einem st\u00e4ndigen Wandel unterworfen. Deshalb werden die VGR sowie die Konzepte und Methoden f\u00fcr die Berechnung des BIP laufend angepasst. Um die Vergleichbarkeit zu gew\u00e4hrleisten, ist eine internationale Koordination zentral. Parallel dazu m\u00fcssen auch die Datengrundlagen angepasst werden \u2013 von den befragten Einheiten, \u00fcber die Anpassung von Registerdaten und Erhebungsdaten bis hin zu den Berechnungsmethoden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Digitalisierung als Herausforderung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDerzeit sind die wirtschaftlichen Umw\u00e4lzungen im Zuge von Globalisierung und Digitalisierung die gr\u00f6ssten Herausforderungen f\u00fcr die VGR. Um diesen \u00c4nderungen bestm\u00f6glich Rechnung zu tragen, hat die UNO \u2013 zusammen mit der OECD und Eurostat \u2013 beispielsweise bereits vor Jahren eine Expertengruppe zum Thema Globalisierung und deren Effekte auf die VGR eingesetzt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Globalisierung sind die Gesch\u00e4ftspraktiken von multinationalen Unternehmen komplexer geworden. Insbesondere der konzerninterne Austausch hat zugenommen: Tochtergesellschaften verrechnen beispielsweise die in Rechnung gestellten Leistungen vermehrt gegenseitig, oder sie transferieren immaterielle Verm\u00f6genswerte von einem Land in ein anderes. Da es dadurch schwieriger geworden ist, die wirtschaftliche T\u00e4tigkeit der Firmen zu erfassen, m\u00fcssen grundlegende Elemente wie das Konzept der statistischen Einheit (Unternehmen) \u00fcberpr\u00fcft werden. Zudem ist der Austausch von Informationen und Daten zwischen den L\u00e4ndern auszubauen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Messkonzepte und Definitionen der Produktion und Wertsch\u00f6pfung werden durch die Digitalisierung der Wirtschaft nicht grundlegend infrage gestellt. Allerdings werden die Produktionsprozesse und die Rolle der Akteure innerhalb dieser Prozesse beeinflusst. Etwa ergeben sich Fragen bei sogenannten kostenlosen Dienstleistungen und der zunehmenden Beteiligung der Haushalte am Produktionsprozess (automatische Kassen, Online-Check-in usw.). \u00dcberdies verst\u00e4rkt die Digitalisierung einige bereits bestehende Messprobleme, wie dies auch ein Arbeitspapier der OECD 2016 hervorgehoben hat.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Namentlich wird das Geflecht an internationalen Transaktionen komplexer, beispielsweise im E-Commerce-Bereich, und der informelle Charakter bestimmter Transaktionen nimmt zu. Auch wird das korrekte Erfassen der Preisentwicklung weiter erschwert: Zwischen Qualit\u00e4ts- und Preis\u00e4nderungen ist insbesondere bei technologieintensiven G\u00fctern schwer zu unterscheiden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Bestehende Konzepte grunds\u00e4tzlich ad\u00e4quat<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSolche Entwicklungen sind jedoch nicht neu und k\u00f6nnen meist im bestehenden Rahmen abgebildet werden. So werden viele dieser neu scheinbar kostenlosen Dienstleistungen indirekt verg\u00fctet (z. B. durch Werbeeinnahmen, Umsatzbeteiligung, oder sie sind selbst Marketingmassnahmen) und k\u00f6nnen durch die VGR erfasst werden. Beispiele sind Internetsuchmaschinen, Gratis-Apps oder Sharing-Plattformen wie Uber und Airbnb. Ob neu immer mehr \u00fcber das Internet gehandelt wird oder nicht, spielt zumindest konzeptionell eine zweitrangige Rolle. Zudem kann gerade die Digitalisierung bzw. die \u00abZentralisierung\u00bb des Handels \u00fcber das Internet Chancen f\u00fcr eine bessere Erfassung bieten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die st\u00e4rkere Beteiligung der Haushalte am Produktionsprozess stellt die bestehenden Konzepte nicht grundlegend in Frage. Falls beispielsweise das Online-Check-in die Flughafenschalter ersetzt, gehen m\u00f6glicherweise die Arbeitnehmerentgelte zur\u00fcck, daf\u00fcr steigen \u2013 bei unver\u00e4ndertem Umsatz \u2013 die Betriebs\u00fcbersch\u00fcsse, und die Wertsch\u00f6pfung bleibt unver\u00e4ndert. Sinken durch das Online-Check-in die Flugpreise, gehen Umsatz und Deflatoren zur\u00fcck. In diesem Fall sinkt die nominale, aber wiederum nicht die reale Wertsch\u00f6pfung. Falls die technologische Neuerung jedoch auch die Qualit\u00e4t der Leistung beeinflusst (geringere Warteschlangen an Flugh\u00e4fen aber eventuell auch weniger Service), m\u00fcsste dies ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden: Hier besteht f\u00fcr die VGR die gr\u00f6sste Herausforderung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInteressant sind auch F\u00e4lle, bei denen sich die Produktion ganz vom Markt- in den Nichtmarktbereich verschiebt \u2013 zum Beispiel bei der Substitution von Lexika durch Wikipedia. Das Erstellen von Wikipedia-Beitr\u00e4gen ist eine Freizeitaktivit\u00e4t von Haushalten (und verdr\u00e4ngt andere Freizeitaktivit\u00e4ten) und taucht definitionsgem\u00e4ss nicht im BIP auf. Daf\u00fcr steigt die Kaufkraft der Haushalte (Lexika sind neu gratis) und es entstehen so unter Umst\u00e4nden andere Marktaktivit\u00e4ten. Der Nettoeffekt auf das BIP ist in diesem Fall unklar. Zudem finden laufend auch Verschiebungen vom Nichtmarkt- in den Marktbereich statt, etwa wenn mehr externe Kinderbetreuung genutzt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnter dem Strich entstehen also diverse neue Herausforderungen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Diese stellen die VGR aber nicht auf den Kopf. Entsprechend kommen auch die Autoren der OECD zum Schluss, dass die fortschreitende Digitalisierung kaum zu einer signifikanten Untersch\u00e4tzung des BIP f\u00fchrt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Froyen, Richard (2009): Macroeconomics: Theories and Policies, London.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe UNO (2011): <a href=\"https:\/\/www.unece.org\/fileadmin\/DAM\/stats\/publications\/Guide_on_Impact_of_globalization_on_national_accounts__web_.pdf\">The Impact of Globalization on National Accounts<\/a>, Genf und New York.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Nadim Ahmad and Paul Schreyer (2016): Measuring GDP in a Digitalised Economy, OECD Statistics Working Papers, Paris.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Ahmad und Schreyer (2016) beschreiben auf S. 7\u201319 die Effekte auf die VGR durch die Digitalisierung.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nige und Staatsoberh\u00e4upter haben seit je das Bed\u00fcrfnis gehabt, die wirtschaftlichen Ressourcen ihres Landes zu ermitteln, zum Beispiel um ihre Macht zu demonstrieren oder um Steuern zu erheben. 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