{"id":107769,"date":"2017-12-21T11:00:27","date_gmt":"2017-12-21T11:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/12\/mattmann-01-02-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:03:56","modified_gmt":"2023-08-23T21:03:56","slug":"mattmann-01-02-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/12\/mattmann-01-02-2018\/","title":{"rendered":"Anteil der \u00abatypischen-prek\u00e4ren\u00bb Jobs bleibt stabil"},"content":{"rendered":"<p>Der Arbeitsmarkt ver\u00e4ndert sich: Die Bedeutung der klassischen Vollzeitarbeit hat in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. Im Gegenzug haben flexiblere Formen wie Teilzeitarbeit, befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse, Arbeit auf Abruf, Tempor\u00e4rarbeit und Praktika an Bedeutung gewonnen. Wenn die Flexibilit\u00e4t aus Sicht des Arbeitnehmers unfreiwillig in Kauf genommen wird, spricht man von einem sogenannten atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis. Prek\u00e4r sind die Arbeitsverh\u00e4ltnisse gem\u00e4ss der hier verwendeten Definition (siehe <em>Kasten<\/em>), wenn die Unsicherheiten monet\u00e4r nicht abgegolten werden.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Jahr 2016 waren in der Schweiz ungef\u00e4hr 113\u2019000 Personen in einem atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis besch\u00e4ftigt. Dies entspricht 2,5 Prozent aller Erwerbst\u00e4tigen (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Der Anteil dieser Arbeitsverh\u00e4ltnisse blieb im laufenden Jahrzehnt relativ stabil: Seit 2010 verharrte er zwischen 2,2 und 2,5 Prozent. Nachdem von 2010 bis 2013 eine leichte Abnahme zu beobachten gewesen war, fand von 2013 bis 2015 wieder ein gewisses Wachstum statt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den Jahren 2004 bis 2009 liess sich eine Zunahme der atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse feststellen. Aufgrund des Strukturbruchs in der Datengrundlage<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> k\u00f6nnen die Anteile vor und nach 2010 jedoch nicht miteinander verglichen werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Anteil Personen in atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen an allen Erwerbst\u00e4tigen (2004 bis 2016)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Mattmann_Walther_Frank_Marti_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Mattmann_Walther_Frank_Marti_1_de').highcharts({\n chart: {\n    type: 'column'\n  },\n  title: {\n    text: ''\n  },\n  xAxis: {\n    categories: ['2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', 'Sake-Strukturbruch', '2010', '2011', '2012', '2013', '2014', '2015', '2016'],\n  plotBands: [{ \/\/ visualize the weekend\n            from: 5.5,\n            to: 6.5,\n            color: 'rgba(68, 170, 213, .2)'\n        }]\n  },\n  yAxis: {\n    title: {\n      text: 'Anteil Erwerbst\u00e4tige'\n    },\n stackLabels: {\n            enabled: false,\n            \n        },\n     labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + '%';\n            }\n        },\n\n  },\n\n  tooltip: {\n    headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n    pointFormat: '{series.name}: <b>{point.y}%<\/b><br\/>Total: {point.stackTotal}%'\n  },\n plotOptions: {\n        column: {\n      stacking: 'normal',\n\n            \n        }\n    },\n  legend: {\n    reversed: true\n  },\n  series: [{\n    name: 'Ohne Lohnangabe, mind. 1 Hauptunsicherheit (proportional verteilt)',\n    data: [0.23, 0.28, 0.30, 0.24, 0.27, 0.26, null, 0.20, 0.16, 0.15, 0.15, 0.15, 0.14, 0.13],\n    color: '#d2d803'\n\n  }, {\n    name: '60\u2013100% des Medianlohns, mind. 2 Hauptunsicherheiten',\n    data: [0.18, 0.25, 0.19, 0.23, 0.13, 0.20, null, 0.20, 0.23, 0.21, 0.17, 0.22, 0.26, 0.25],\n    color: '#0074be'\n  }, {\n    name: '<60% des Medianlohns, mind. 1 Hauptunsicherheit',\n    data: [1.87, 1.95, 2.28, 2.18, 2.42, 2.41, null, 2.01, 1.89, 1.88, 1.87, 1.98, 2.08, 2.08],\n    color: '#23318a'\n\n\n  }, ]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Im Jahr 2010 \u00e4nderte die Befragungsmethode der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake). Dies ist in der Abbildung als Strukturbruch gekennzeichnet. Hauptunsicherheiten entsprechen den beiden im Kasten beschriebenen \u00ab\u00f6konomischen\u00bb und \u00abzeitlichen\u00bb Unsicherheiten, wobei in einem Arbeitsverh\u00e4ltnis auch beide auftreten k\u00f6nnen.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS (Sake), Berechnungen: Ecoplan \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse auf dem Vormarsch<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse weisen mit ungef\u00e4hr gleicher H\u00e4ufigkeit zeitliche wie \u00f6konomische Unsicherheiten auf. Erstere werden vorwiegend durch befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse hervorgerufen, welche seit 2010 zugenommen haben (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Knapp die H\u00e4lfte dieses Zuwachses fand bei Praktika statt. Bei den \u00f6konomischen Unsicherheiten dominiert die weitverbreitete Arbeit auf Abruf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAtypisch-prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse finden sich vor allem im Dienstleistungssektor. Davon sind \u00fcberdurchschnittlich viele Frauen, j\u00fcngere Erwerbst\u00e4tige und Personen mit tiefem Bildungsniveau betroffen. Unter M\u00e4nnern und Personen mit einem hohen Bildungsniveau sind atypisch-prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse hingegen seltener. Die regionale Verteilung wiederum zeigt eine st\u00e4rkere Verbreitung in der lateinischen Schweiz, besonders im Tessin, aber auch im Grossraum Genf. Im Tessin d\u00fcrfte ein Grund daf\u00fcr ein generell tieferes Lohnniveau sein. Die zwischen 2013 und 2015 beobachtete Zunahme fand ebenfalls in der lateinischen Schweiz, nicht aber in der Deutschschweiz statt, sodass sich die Unterschiede zwischen den Landesteilen in den letzten Jahren verst\u00e4rkt haben.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Anzahl Personen in atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen 2004 bis 2016 nach Auspr\u00e4gung (inkl. Doppelz\u00e4hlungen)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Mattmann_Walther_Frank_Marti_2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Mattmann_Walther_Frank_Marti_2_de').highcharts({\n     chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: ['2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', '<b>Sake-Strukturbruch<b\/>', '2010', '2011', '2012', '2013', '2014', '2015', '2016'],\n  plotBands: [{ \/\/ visualize the weekend\n            from: 5.5,\n            to: 6.5,\n            color: 'rgba(68, 170, 213, .2)'\n        }]\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Anzahl Personen'\n        },\n        labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + '';\n            }\n        },\n\n\n    },\n    plotOptions: {\n            series: {\n                marker: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n \n    series: [{\n        name: 'Tempor\u00e4rarbeit',\n        data: [8000,10487,7716,8279,9282,8647,null,9986,11096,9324,7621,10135,12160,11101\n], \ncolor: '#d2d803'\n    }, {\n        name: 'Befristete Besch\u00e4ftigte',\n        data: [34956,42694,46652,47074,48528,49699,null,44861,46492,46154,52533,51288,57382,58168],\ncolor: '#37a932'\n\n    },\n   {\n        name: 'Arbeit auf Abruf',\n        data: [51554,52537,58195,58687,58239,66830,null,53449,50211,46814,40598,47436,53478,53220\n],\ncolor: '#88c0d3'\n    },{\n        name: 'Heimarbeit',\n        data: [4437,5058,8293,6636,8946,6984,null,4469,4653,4982,4659,5958,6271,7667\n],\ncolor: '#00b3d4'\n    },{\n        name: 'Unterbesch\u00e4ftigung mit Arbeitssuche',\n        data: [9669,13060,15196,13312,14296,12992,null,11179,9085,11354,10076,14558,12743,13841\n],\ncolor: '#23318a'\n    },]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Im Jahr 2010 \u00e4nderte die Befragungsmethode der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake). Dies ist in der Abbildung als Strukturbruch gekennzeichnet. Heimarbeit in den Jahren 2004, 2005, 2007, 2013: Extrapolation aufgrund von weniger als 50 Beobachtungen. Diese Resultate sind mit grosser Vorsicht zu interpretieren.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS (Sake), Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus dem Vergleich der Besch\u00e4ftigungssituation vor bzw. nach einem atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis geht hervor, dass viele Personen nur kurze Zeit in einem atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis verweilen. Nur 15 Prozent der Betroffenen arbeiten l\u00e4nger als zwei Jahre in einer solchen Situation. Viele Personen wechseln von einem anderen Arbeitsverh\u00e4ltnis in ein atypisch-prek\u00e4res Arbeitsverh\u00e4ltnis und wieder zur\u00fcck. Wie sich zeigt, wechseln mehr Personen aus der Erwerbslosigkeit oder Nichterwerbst\u00e4tigkeit in ein atypisch-prek\u00e4res Arbeitsverh\u00e4ltnis als umgekehrt.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Anteil Solo-Selbstst\u00e4ndiger bleibt stabil<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVor \u00e4hnlichen Herausforderungen wie Menschen, die in einem atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis angestellt sind, stehen viele Solo-Selbstst\u00e4ndige. Auch sie verf\u00fcgen oft \u00fcber eine unterdurchschnittliche sozialstaatliche Absicherung. Zwischen 2004 und 2016 verharrte ihr Anteil ausserhalb der Landwirtschaft bei rund 6,5 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSolo-Selbstst\u00e4ndige finden sich ebenfalls h\u00e4ufiger im Dienstleistungssektor und in der lateinischen Schweiz. Entgegen den Ergebnissen bei den atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen zeigt sich hier, dass ihre Zahl mit zunehmendem Alter steigt, bei Personen mit tiefer Ausbildung unterdurchschnittlich ist und bei Schweizern h\u00e4ufiger vorkommt als bei Ausl\u00e4ndern.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Einfluss von Uber, Airbnb &amp; Co. noch ungewiss<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem technologischen Fortschritt und der damit einhergehenden Digitalisierung haben sich verschiedenste Plattformen und Kommunikationskan\u00e4le entwickelt, die es erlauben, Arbeits- oder Dienstleistungen unabh\u00e4ngig von r\u00e4umlicher Entfernung zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden zu erbringen. Mit dem Aufkommen der sogenannten Plattform\u00f6konomie sind so neue Arbeitsformen entstanden. Bekannte Beispiele sind die Plattformen des Fahrdienstleisters Uber, des Unterkunftanbieters Airbnb sowie des Arbeitsvermittlers Upwork, welche sich allerdings stark bez\u00fcglich Arbeitsbedingungen unterscheiden. Allen Arbeitsverh\u00e4ltnissen in der Plattform\u00f6konomie gemeinsam ist, dass sie einen atypischen Charakter haben und damit nicht einem Normalarbeitsverh\u00e4ltnis entsprechen. Die Bedeutung der Plattform\u00f6konomie international abzusch\u00e4tzen, ist sehr schwierig. Verschiedene Studien kommen zum Schluss, dass die Plattform\u00f6konomie gesamtwirtschaftlich im Moment noch eine sehr kleine Rolle einnimmt. In der Schweiz kann auf Basis der verf\u00fcgbaren Daten der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake) noch keine empirische Evidenz f\u00fcr eine wachsende gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Plattform\u00f6konomie als Haupterwerbst\u00e4tigkeit festgestellt werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Dieser Beitrag basiert auf: Ecoplan (2017), Die Entwicklung atypisch-prek\u00e4rer Arbeitsverh\u00e4ltnisse in der Schweiz, Studie im Auftrag des Seco.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Schweizerische Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Arbeitsmarkt ver\u00e4ndert sich: Die Bedeutung der klassischen Vollzeitarbeit hat in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. 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Die Unsicherheiten werden \u00fcber die verschiedenen Formen von atypischen Arbeitsverh\u00e4ltnissen definiert, und die Operationalisierung von \u00abunfreiwillig\u00bb erfolgt \u00fcber das Einkommen. Dabei wird davon ausgegangen, dass Arbeitnehmende die Unsicherheit ab einem bestimmten Einkommen akzeptieren. Konkret wird ein Arbeitsverh\u00e4ltnis in der vorliegenden Studie dann als atypisch-prek\u00e4r identifiziert, wenn es eine Form von Unsicherheit aufweist und das Einkommen kleiner ist als 60 Prozent des Medianlohns oder wenn es zwei Formen von Unsicherheiten aufweist und das Einkommen unter dem Medianlohn liegt. In der empirischen Analyse unterscheiden wir erstens die <em>zeitliche Unsicherheit<\/em>. Damit ist Unsicherheit aufgrund befristeter Anstellung oder unsicherer Einsatzplanung gemeint. Konkret sind das Tempor\u00e4rarbeit oder befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Zweitens gibt es die <em>\u00f6konomische Unsicherheit<\/em>: Hierzu z\u00e4hlen unsichere Einkommen aufgrund von Unterbesch\u00e4ftigung oder variablen L\u00f6hnen, z. B. aufgrund nicht gesicherter Arbeitsvolumen. Konkret sind dies Arbeit auf Abruf, Heimarbeit sowie Unterbesch\u00e4ftigung mit Stellensuche im letzten Monat."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":107772,"main_focus":[156289,157012],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":107776,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"73800","post_abstract":"Vor dem Hintergrund des sich ver\u00e4ndernden Arbeitsmarktes interessiert die Entwicklung der atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse in der Schweiz. Ein Arbeitsverh\u00e4ltnis definieren wir dann als atypisch-prek\u00e4r, wenn relative Unsicherheit vorhanden ist, die nur unfreiwillig in Kauf genommen wird. Vergangenes Jahr waren in der Schweiz 113\u2019000 Personen in einem atypisch-prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis t\u00e4tig, was 2,5 Prozent aller Erwerbst\u00e4tigen entspricht. Seit 2010 hat sich dieser Anteil nur geringf\u00fcgig erh\u00f6ht, wobei die Zahl der befristeten Arbeitsverh\u00e4ltnisse zugenommen hat. Betroffen sind vor allem junge, niedrig qualifizierte, weibliche und ausl\u00e4ndische Erwerbst\u00e4tige. Auch der Anteil der Solo-Selbstst\u00e4ndigen, deren Situation teilweise vergleichbar ist, war in der Schweiz in den vergangenen Jahren stabil. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung ist in diesem Zusammenhang zudem die sogenannte Plattform\u00f6konomie von Interesse. 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