{"id":107999,"date":"2017-11-23T10:18:11","date_gmt":"2017-11-23T10:18:11","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/11\/un-monde-en-leger-repli\/"},"modified":"2023-08-23T23:04:18","modified_gmt":"2023-08-23T21:04:18","slug":"steuerdaten-zeigen-schwaechelnden-mittelstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/11\/steuerdaten-zeigen-schwaechelnden-mittelstand\/","title":{"rendered":"Steuerdaten zeigen schwaches Wachstum der mittleren Einkommen"},"content":{"rendered":"<p>J\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Berichte erwecken den Eindruck, dem Mittelstand gehe es generell gut. Aber kann die Mittelschicht gleich stark vom Wohlstand des Landes profitieren wie andere Schichten? Dieser Artikel wirft einen kritischen Blick auf die Entwicklung der mittleren Einkommen w\u00e4hrend der vergangenen zehn Jahre.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs wird hier davon ausgegangen, dass der Mittelstand aus denjenigen Steuerpflichtigen besteht, deren Netto\u00e4quivalenzeinkommen zwischen dem 40. und dem 90. Perzentil liegt (siehe <em>Kasten 1<\/em> zur Methodik und <em>Kasten 2<\/em> zur Definition der verwendeten Begriffe). Somit umfasst der Mittelstand die H\u00e4lfte der Steuerpflichtigen und wird im Verh\u00e4ltnis zur Gesamtbev\u00f6lkerung definiert. Auf gesamtschweizerischer Ebene lag das Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands im Jahr 2004 beispielsweise zwischen 32\u2019100 und 74\u2019509 Franken und im Jahr 2014 zwischen 35\u2019300 und 86\u2019900 Franken. Wenn der Mittelstand auf Kantonsebene definiert wird, fallen die Betr\u00e4ge unterschiedlich aus.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Geringere Zunahme der Einkommen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer gesamtschweizerische Durchschnitt der Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands hat sich im Zeitraum 2004 bis 2014 von 48\u2019712 auf 54\u2019857 Franken erh\u00f6ht. Dies entspricht einem j\u00e4hrlichen Anstieg um 1,2\u00a0Prozent (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Mit einem Wachstum von 1,42\u00a0Prozent pro Jahr hat das durchschnittliche Netto\u00e4quivalenzeinkommen der Gesamtbev\u00f6lkerung etwas st\u00e4rker zugenommen. Bei den Steuerpflichtigen, deren Netto\u00e4quivalenzeinkommen \u00fcber dem 90. Perzentil liegt (\u00abhohe Einkommen\u00bb), ist der entsprechende Anstieg mit 2,21 Prozent pro Jahr deutlich markanter ausgefallen. Hingegen sind die Einkommen der Steuerpflichtigen, deren Netto\u00e4quivalenzeinkommen unter oder auf dem 40. Perzentil liegt (\u00abtiefe Einkommen\u00bb), mit j\u00e4hrlich 0,63 Prozent weniger stark gewachsen als die Einkommen des Mittelstands. Von 2004 bis 2014 betrug die durchschnittliche j\u00e4hrliche Teuerungsrate 0,49 Prozent.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: J\u00e4hrliche nominale Zunahme der Netto\u00e4quivalenzeinkommen (2004\u20132014, Durchschnitt pro Einkommensklasse, in&nbsp;%)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='peters_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#peters_1_de').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    yAxis: {\n    title: {\n            text: '',\n            \n        },\n      labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        }},\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n       \n    legend: {\n        showInLegend: false\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Tiefe Einkommen', 'Mittlere Einkommen', 'Total', 'Hohe Einkommen']\n       \n      \n    },\n    plotOptions: {\n            series: {\n                colorByPoint: true\n                \n            }},\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'J\u00e4hrliche nominale Zunahme',\n        data: [0.63, 1.20,1.42,2.21],\n         colors: ['#88c0d3','#88c0d3','#e84066','#88c0d3'],\n showInLegend: false\n    }]\n});\n\n\n});\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: ESTV \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine regionale Studie zum Einkommenswachstum zeigt, dass die Einkommen des Mittelstands in lediglich 354 der 2352 Schweizer Gemeinden st\u00e4rker gestiegen sind als die Einkommen aller Steuerpflichtigen (1,42% pro Jahr). Dies entspricht einem Anteil von lediglich 15 Prozent (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Um mehr als 2,21 Prozent pro Jahr zugenommen haben die Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands in nur 14 Gemeinden.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Gemeinden mit einer j\u00e4hrlichen nominalen Zunahme der durchschnittlichen Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands \u00fcber 1,42 Prozent (2004\u20132014)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/11\/PETERS_Abb2_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-74656\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/11\/PETERS_Abb2_DE.png\" alt=\"\" width=\"1772\" height=\"1330\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Einkommen des unteren Mittelstands wachsen langsamer<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin genaueres Bild verschafft die Unterteilung des Mittelstandes in Perzentile bzw. Quartile (siehe <em>Abbildung 3<\/em>). F\u00fcr den Zeitraum 2004 bis 2014 zeigt sich: Die Netto\u00e4quivalenzeinkommen des untersten Quartils stiegen real, d.\u00a0h. unter Ber\u00fccksichtigung der Teuerung, um lediglich 6,21 Prozent. Demgegen\u00fcber stiegen die Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Medianwertes um 6,60 Prozent; diejenigen des obersten Quartils verzeichneten ein Wachstum von 7,31 Prozent. Auf dem 90. Perzentil stiegen die Netto\u00e4quivalenzeinkommen um 8,92 Prozent, auf dem 95.\u00a0Perzentil um 9,75 Prozent und auf dem 99. Perzentil sogar um 10,65 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSomit sind die tiefsten Einkommen unter den Mittelstandseinkommen weniger stark angestiegen. Dies hat zunehmende Disparit\u00e4ten zwischen den Einkommen der Mittelschicht zur Folge, was durch den Gini-Koeffizienten der Netto\u00e4quivalenzeinkommen veranschaulicht wird. Hinsichtlich des Mittelstands ist der Gini-Koeffizient innerhalb von zehn Jahren von 0,1302 auf 0,1367 gestiegen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 3: Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstandes nach Perzentilen (2004 und 2014, in Franken von 2014)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #ff00ff;\"><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/11\/PETERS_Abb3_DE.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-74654\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/11\/PETERS_Abb3_DE.png\" alt=\"\" width=\"1802\" height=\"1630\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die blaue Linie zeigt die Einkommen der wichtigsten Perzentile in den Jahren 2004 und 2014. Der Abstand zur Referenzlinie (schwarze Linie) gibt die reale Zunahme der von den betreffenden Perzentilen bezogenen Einkommen an. Dieser vergr\u00f6ssert sich mit zunehmendem Einkommen. Mit anderen Worten: Die Ungleichheit der Mittelstandseinkommen (gemessen anhand des Gini-Koeffizienten) steigt.<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Geringes Wachstum der Einkommen von Alleinstehenden<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNur sehr geringf\u00fcgig zugenommen hat das durchschnittliche Netto\u00e4quivalenzeinkommen von kinderlosen Alleinstehenden, die zum Schweizer Mittelstand geh\u00f6ren: Zwischen 2004 und 2014 ist dieses von 48\u2019723 auf 54\u2019571 Franken gestiegen, was 1,14 Prozent pro Jahr entspricht (siehe <em>Abbildung 4<\/em>). Am st\u00e4rksten erh\u00f6ht haben sich die Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands bei Familien mit Kindern: Der durchschnittliche j\u00e4hrliche Einkommenszuwachs betrug hier 1,28\u00a0Prozent bei Einelternfamilien und 1,33\u00a0Prozent bei Ehepaaren. Diese Werte lagen indessen unter dem gesamtschweizerischen Einkommenswachstum (+1,42% pro Jahr).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 4: J\u00e4hrliche nominale Zunahme der durchschnittlichen Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands von 2004 bis 2014, pro Haushaltstyp (in&nbsp;%)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='peters_4_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#peters_4_de').highcharts({\n     chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    yAxis: {\n    title: {\n            text: '',\n            \n        },\n      labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        }},\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n       \n    legend: {\n        showInLegend:false\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Kinderlose Alleinstehende', 'Total', 'Kinderlose Ehepaare', 'Alleinstehende mit Kindern', 'Ehepaare mit Kindern']\n          \n    },\n    plotOptions: {\n            series: {\n                colorByPoint: true,\n\n                \n            }},\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'J\u00e4hrliche nominale Zunahme',\n        data: [ 1.14,1.20,1.22,\t1.28,1.33],\n         colors: ['#88c0d3','#e84066','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3'],\n         showInLegend: false\n         \n    }]\n});\n});\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: ESTV \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Abnehmende Teilhabe am nationalen Wohlstand<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Anteil der Reineinkommen der Mittelschicht am gesamten Reineinkommen hat sich im Untersuchungszeitraum von 55,95 auf 54,53\u00a0Prozent verringert. Mit anderen Worten lag der Einkommensanteil jener 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung, die dem Mittelstand entsprechen, im Jahr 2014 um 1,42 Prozentpunkte tiefer als vor zehn Jahren. Dies ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Einkommen dieser Einkommensklasse weniger stark stiegen als die Einkommen der Gesamtbev\u00f6lkerung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBetrachtet man die Situation der Steuerpflichtigen des Mittelstands in den einzelnen Kantonen, stellt man fest, dass ihr Anteil am kantonalen Einkommen innerhalb von zehn Jahren nur in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Aargau, Glarus und Jura zugenommen hat (siehe<em> Abbildung\u00a05<\/em>). Besonders stark zur\u00fcckgegangen sind die Anteile in den Kantonen Schwyz, Genf, Nidwalden und Basel-Stadt.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 5: Ver\u00e4nderung des Anteils der mittleren Reineinkommen am gesamten Reineinkommen (gesamtschweizerisch und auf Kantonsebene; 2004\u20132014)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='peters_5_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#peters_5_de').highcharts({\n   chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    yAxis: {\n    title: {\n            text: 'In Prozentpunkten',\n            \n        },\n      labels: {\n            format: '{value}',\n            \n        }},\n        tooltip: {\n            valueSuffix: ''\n        }, plotOptions: {\n            series: {\n                colorByPoint: true,\n\n                \n            }},\n       \n    legend: {\n        showInLegend:false\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['SZ','GE','NW','BS','OW','TI','GR','CH','VD','UR','FR','SG','LU','VS','ZG','SH','AR','SO','NE','BE','ZH','BL','TG','JU','GL','AG','AI'],\n               \n\n        plotBands: [{ \n               color: '#FCFFC5',\n               label: {\n                text: 'Kantone mit steigendem Anteil<br> der Mittelstandseinkommen' ,\n                y: 250,\n                  x:-26,\n                  align: 'right',},\n              \n               \n            from: 22.5,\n            to: 26\n        }],\n       \n   \n    },\n    \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Differenz (in Prozentpunkten)',\n        data: [-8.27,-5.66,-5.58,-3.60,-3.37,-2.47,-2.30,-1.43,-1.28,-1.23,-1.04,-1.01,-0.92,-0.76,-0.65,-0.31,-0.28,-0.24,-0.19,-0.15,-0.12,-0.06,-0.05,0.06,0.12,0.58,0.90] ,\n          colors: ['#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#e84066','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3','#88c0d3'],\n        showInLegend: false,\n         \n    }]\n});\n});\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: ESTV \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Unvorteilhaftere Senkung der Steuerbelastung in einzelnen Orten<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie obigen Ergebnisse beziehen sich auf die Einkommen vor Steuern. Wird die Entwicklung der Mittelstandseinkommen im Verh\u00e4ltnis zur Einkommensentwicklung bei den hohen Einkommen durch die Steuern etwas ausgeglichen? Diese Frage l\u00e4sst sich anhand einer j\u00e4hrlichen \u00dcbersicht der Eidgen\u00f6ssischen Steuerverwaltung (ESTV) zur Steuerbelastung der nat\u00fcrlichen Personen (Bundes-, Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuer) beantworten.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Steuerbelastung eines Steuerpflichtigen h\u00e4ngt dabei von der Art seiner Einkommen (unterschiedliche Steuerabz\u00fcge), vom Haushaltstyp (Alleinstehender, Ehepaar, Familie mit Kindern oder ohne Kinder), vom Ort der Besteuerung (Gemeinde, Kanton) und in einem geringeren Ausmass von seiner Konfession (Kirchensteuer) ab. Als Beispiel zeigt <em>Abbildung 6<\/em> f\u00fcr den Zeitraum 2005 bis 2016 die Entwicklung der Steuerbelastung von Ehepaaren ohne Kinder, die eine unselbstst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit aus\u00fcben, in einem Kantonshauptort wohnen und im Jahr 2016 ein Jahresbruttoeinkommen von 98\u2019587 bzw. 394\u2019349 Franken erzielt haben (unter Ber\u00fccksichtigung der Teuerungskorrektur). Abgesehen vom Kanton Schwyz (SZ) hat die Steuerbelastung in allen Kantonen abgenommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus der Abbildung geht jedoch hervor, dass der prozentuale R\u00fcckgang der Steuerbelastung in drei Kantonshauptorten beim Durchschnittseinkommen von 98\u2019587 Franken geringer war als beim Einkommen von 394\u2019349 Franken. In Bern (BE), Aarau (AG) und Altdorf (UR) sind die Steuern auf dem Einkommen von 98\u2019587 Franken um 1,1 Prozent, 7,3 Prozent bzw. 15,2\u00a0Prozent zur\u00fcckgegangen, w\u00e4hrend sie auf dem Einkommen von 394\u2019349\u00a0Franken um 2,3\u00a0Prozent, 10,7 Prozent bzw. 25,3\u00a0Prozent gesunken sind.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 6: Ver\u00e4nderung der Steuerbelastung pro Kantonshauptort (kinderlose Ehepaare, 2005\u20132016, in&nbsp;%)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='peters_6_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#peters_6_de').highcharts({\n       chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    yAxis: {\n    title: {\n            text: '',\n            \n        },\n      labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        }},\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n       \n    legend: {\n        showInLegend:false\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['ZH', 'BL', 'GE', 'VS', 'SH','JU', 'FR', 'BS', 'LU', 'NW', 'AR', 'TG', 'TI', 'GL', 'ZD','VS', 'AI', 'SG','GR', 'SO', 'NE', 'OW','SZ', 'BE', 'AG' ,'UR'],\n        plotBands: [{ \n               color: '#FCFFC5',\n               label: {\n                text: 'Kantonshauptorte, bei denen sich<br> die Steuerbelastung des Durchschnittseinkommens<br> weniger vorteilhaft entwickelt hat<br> als die Steuerbelastung des hohen Einkommens',\n                y: 300,\n                  x:-26,\n                  align: 'right',},\n              \n               \n            from: 22.5,\n            to: 26\n        }],\n       \n   \n    },\n    \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Jahresbruttoeinkommen von 98\u2019587 Franken',\n        data: [-34.7,-24.2,-27.1,-15.3,-17.8,-16.7,-13.2,-10.1,-14.6,-9.1,-9.3,-15.8,-8.0,-18.1,-7.0,-5.2,-7.0,-10.1,-8.2,-9.6,-5.4,-14.1,2.1,-1.1,-7.3,-15.2]      \n         \n    },{\n        name: 'Jahresbruttoeinkommen von 394\u2019349 Franken',\n        data: [-4.3,-1.8,-8.2,-4.4,-8.3,-8.7,-5.5,-4.3,-8.9,-3.5,-4.1,-10.7,-3.6,-14.0,-4.3,-2.5,-5.1,-8.4,-6.7,-8.1,-4.4,-13.3,2.9,-2.3,-10.7,-25.3],\n        \n         \n    }]\n});\n});\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Situation von Ehepaaren ohne Kinder, die eine unselbstst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit aus\u00fcben und ein Jahresbruttoeinkommen von 98\u2019587 bzw. 394\u2019349\u00a0Franken erzielt haben (zu Preisen von 2016).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: ESTV \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Zunehmende Polarisierung&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Reichen werden immer reicher und die Armen vergleichsweise immer \u00e4rmer: Diese weitverbreitete Auffassung hat sich ausgehend von den Steuerdaten zum Reineinkommen und vom Vergleich der verschiedenen Einkommensklassen w\u00e4hrend der letzten zehn Jahre anscheinend bewahrheitet. Somit kann die Mittelschicht am Wohlstand in der Schweiz immer weniger teilhaben. Gleichzeitig steigen die Mittelstandseinkommen nach wie vor st\u00e4rker als die Einkommen der unteren Einkommensklassen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit dieser ausschliesslich deskriptiven Analyse wird nicht versucht, die Unterschiede zu erkl\u00e4ren, die zwischen den Einkommensklassen und Haushaltstypen festgestellt wurden. Man k\u00f6nnte sich beispielsweise fragen, inwiefern die ungleiche Entwicklung auf Unterschiede bei der Entwicklung der verschiedenen Einkommensquellen \u2013 Arbeitseinkommen, Kapitalertrag, Rentenzahlungen usw. \u2013 zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, aus denen sich das Steuersubstrat der Steuerpflichtigen zusammensetzt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Durchschnittliche Zunahme der Netto\u00e4quivalenzeinkommen der hohen Einkommen auf gesamtschweizerischer Ebene.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">ESTV, Steuerbelastung in der Schweiz.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Berichte erwecken den Eindruck, dem Mittelstand gehe es generell gut. Aber kann die Mittelschicht gleich stark vom Wohlstand des Landes profitieren wie andere Schichten? 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Dieser Begriff ist nicht im Sinn der Gesetzgebung, sondern der Steuerstatistik zu verstehen. Der massgebende Wert entspricht dem steuerbaren Einkommen, zu dem der Steuerabzug f\u00fcr Kinder und unterst\u00fctzte Personen, der Abzug f\u00fcr Versicherungspr\u00e4mien und Zinsen von Sparkapitalien sowie der Zweitverdienerabzug hinzugerechnet werden. Das Reineinkommen unterscheidet sich vom <em>Bruttoeinkommen<\/em> der Steuerpflichtigen durch die Summe der \u00fcbrigen gew\u00e4hrten Steuerabz\u00fcge (deren Umfang gegebenenfalls mit der H\u00f6he des Einkommens variiert).&#13;\n&#13;\nMit Ausnahme von quellensteuerpflichtigen Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben (Grenzg\u00e4nger, Kunstschaffende, Verwaltungsratsmitglieder usw.) oder nur \u00fcber eine Kurzaufenthaltsbewilligung verf\u00fcgen, werden alle Personen erfasst, die der direkten Bundessteuer unterliegen. Insgesamt wurden 4\u2019421\u2019868 Steuererkl\u00e4rungen f\u00fcr das Jahr 2004 und 4\u2019989\u2019633 Steuererkl\u00e4rungen f\u00fcr das Jahr 2014 ber\u00fccksichtigt. Die erhobenen Daten beinhalten die Einkommen beider Ehegatten und von unterst\u00fctzungspflichtigen minderj\u00e4hrigen Kindern (sofern diese nicht getrennt besteuert wurden).&#13;\n&#13;\nDamit der materielle Wohlstand von Haushalten verschiedener Gr\u00f6sse vergleichbar ist, wird das Reineinkommen durch einen \u00c4quivalenzfaktor dividiert, wodurch sich das<em> Netto\u00e4quivalenzeinkommen<\/em> ergibt. In dieser Studie betr\u00e4gt der \u00c4quivalenzfaktor f\u00fcr alleinstehende Erwachsene 1 und f\u00fcr Verheiratete 1,5; f\u00fcr jedes unterst\u00fctzungspflichtige Kind und jede weitere durch den Steuerpflichtigen unterst\u00fctzte Person wird ein Wert von 0,3 hinzugerechnet. So ist zum Beispiel das Netto\u00e4quivalenzeinkommen von verheirateten Paaren mit zwei unterst\u00fctzungspflichtigen Kindern gleich dem Reineinkommen dividiert durch 2,1 (1,5 + 0,3 + 0,3)."},{"kasten_title":"Kasten 2: Perzentil und Mittelstand","kasten_box":"Die <em>Perzentile<\/em> (oder Zentile) entsprechen den 99 Werten, welche die Reihe der Einkommen der Bev\u00f6lkerung in aufsteigender Reihenfolge in 100 gleiche Teile unterteilen. Das 25. Perzentil entspricht dem Einkommen des \u00abersten Quartils\u00bb (Wert, der die untersten 25\u00a0Prozent der Werte der Reihe abtrennt), das 50. Perzentil entspricht dem \u00abMedianeinkommen\u00bb (Wert, der die Reihe in zwei gleiche Teile unterteilt), und das 75.\u00a0Perzentil entspricht dem Einkommen des \u00abdritten Quartils\u00bb (Wert, der die obersten 25 Prozent der Werte der Reihe abtrennt).&#13;\n&#13;\nDie <em>untere Grenze des Mittelstands<\/em> wurde recht hoch angesetzt (40. Perzentil), um der grossen Zahl von tiefen Einkommen bei den Steuerdaten gerecht zu werden. Letztere sind (a) nicht vorhandene oder sehr geringe Einkommen von vollj\u00e4hrigen Kindern, die noch von ihren Eltern unterst\u00fctzt werden, (b) das geringe Einkommen von in der Schweiz besteuerten Personen mit Wohnsitz im Ausland, die wirtschaftlich mit der Schweiz verbunden sind, zum Beispiel weil sie hier eine Zweitwohnung besitzen, oder (c) die Einkommen von Personen, die Unterst\u00fctzungsleistungen beziehen, bei denen diese Unterst\u00fctzungsleistungen mangels Steuerbarkeit nicht ber\u00fccksichtigt werden.&#13;\n&#13;\nUntersucht wurden dabei nicht die Einkommensschwankungen eines genau definierten Personenkreises im Zeitraum 2004 bis 2014, sondern die Einkommensschwankungen einer Personengruppe, die entsprechend der Entwicklung der Einkommen der Bev\u00f6lkerung jedes Jahr neu festgelegt wurde."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":108002,"main_focus":[156297,157018],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":108006,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"73865","post_abstract":"Dieser Artikel beschreibt die Entwicklungen der Mittelklasse anhand eines Vergleichs der Steuerdaten von 2004 und 2014. Auf gesamtschweizerischer Ebene hat sich das durchschnittliche Netto\u00e4quivalenzeinkommen des Mittelstands im Zeitraum 2004 bis 2014 um 1,2\u00a0Prozent pro Jahr erh\u00f6ht. Etwas st\u00e4rker zugenommen hat das durchschnittliche Netto\u00e4quivalenzeinkommen der Gesamtbev\u00f6lkerung (1,42%). Markanter ist der Anstieg bei den hohen Einkommen, wo das Netto\u00e4quivalenzeinkommen 2,21 Prozent zugelegt hat. Auf regionaler Ebene sind die Mittelstandseinkommen nur in 15\u00a0Prozent der Gemeinden rascher gewachsen als die Einkommen aller Steuerpflichtigen. Ausserdem ist der Anstieg der Mittelstandseinkommen bei den tiefsten Einkommen geringer ausgefallen, wodurch sich der Gini-Koeffizient erh\u00f6ht hat. Der Anteil der Reineinkommen der Mittelschicht am gesamten Reineinkommen hat sich im Zeitraum 2004 bis 2014 von 55,95 auf 54,53\u00a0Prozent verringert. 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