{"id":108016,"date":"2017-11-23T10:18:09","date_gmt":"2017-11-23T10:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/11\/kugler-12-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:04:47","modified_gmt":"2023-08-23T21:04:47","slug":"kugler-12-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/11\/kugler-12-2017\/","title":{"rendered":"Zu lockere Eigenkapitalanforderungen f\u00fcr Schweizer Grossbanken"},"content":{"rendered":"<p>Es ist weitgehend unumstritten, dass die Unterkapitalisierung der grossen, international t\u00e4tigen Banken eine wichtige Ursache f\u00fcr die Finanzkrise von 2007\/08 war. Als Reaktion darauf haben die Aufsichtsbeh\u00f6rden die Banken gezwungen, ihr Eigenkapital massiv zu erh\u00f6hen. Allerdings gehen die Meinungen \u00fcber die richtige H\u00f6he des Bankenkapitals weit auseinander. Die \u00d6konomin Anat Admati und der \u00d6konom Martin Hellwig fordern in einem viel beachteten Buch<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>, das Eigenkapital der Banken auf rund 20 bis 30 Prozent ihrer Aktiva zu erh\u00f6hen. Das w\u00e4re rund vier bis sechs Mal h\u00f6her als die aktuellen Vorgaben f\u00fcr systemrelevante Banken, wie sie der Basler Ausschuss f\u00fcr Bankenaufsicht (BCBS) im Rahmen von Basel III ab 2019 vorschreibt. Auf der anderen Seite klagen Bankenvertreter bereits heute zunehmend \u00fcber zu hohe regulatorische Eigenkapitalanforderungen, die den globalen wirtschaftlichen Aufschwung behindern. Doch wo liegen die optimalen Eigenkapitalanforderungen?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einer Studie untersuchen wir empirisch die volkswirtschaftlich optimalen Eigenkapitalanforderungen f\u00fcr die beiden global systemrelevanten Banken aus der Schweiz (Global Systemically Important Banks, G-SIB) \u2013 die Credit Suisse und die UBS.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Um die volkswirtschaftlichen Kosten von h\u00f6heren Eigenkapitalanforderungen zu berechnen, sch\u00e4tzen wir mit Daten aus den Jahren 2001\u20132015 die Beziehung zwischen dem Eigenkapital der Banken, dem Unternehmensrisiko und der Eigenkapitalrendite. Dabei ber\u00fccksichtigen wir das Modigliani-Miller-(MM)-Theorem der Irrelevanz der Kapitalstruktur (siehe <em>Kasten<\/em>). Zur Berechnung des Nutzens ziehen wir Schweizer Daten seit 1881 heran und identifizieren vier schwere Bankenkrisen in den Jahren 1911, 1931, 1991 und 2007\/08, die mit jeweils hohen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden waren.&#13;<\/p>\n<h2>Strengere Too-big-to-fail-Regulierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00abGoing Concern\u00bb bedeutet, dass eine Bank \u00fcber gen\u00fcgend Eigenkapital verf\u00fcgt, um Verluste bei laufender Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit decken zu k\u00f6nnen. Dieses Kapital setzt sich zusammen aus dem harten Common-Equity-Tier1-Kapital (CET1) und zus\u00e4tzlicher Tier1-Kapitalqualit\u00e4t (AT1). Im Gegensatz dient \u00abGone Concern\u00bb-Kapital dazu, eine Bank bei Insolvenz zu rekapitalisieren. Dieses kann aus Fremdkapital bestehen, das unter bestimmten Bedingungen in Eigenkapital gewandelt wird. Gem\u00e4ss der revidierten Schweizer Too-big-to-fail-(TBTF)-Regulierung f\u00fcr G-SIB von Oktober 2015 m\u00fcssen die beiden Schweizer Grossbanken f\u00fcr den \u00abGoing Concern\u00bb bis Ende 2019 Eigenkapital in der H\u00f6he von 5 Prozent des Gesamtengagements (sogenannte Leverage Ratio) bzw. von 14,3 Prozent des risikogewichteten Engagements halten (sogenannte RWA-Quote). Zus\u00e4tzlich sollen die Banken bis 2019 f\u00fcr die Sanierung oder die geordnete Abwicklung \u00abGone Concern\u00bb-Kapital von 5 Prozent des Gesamtengagements aufbauen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas sind substanzielle Erh\u00f6hungen des Bankenkapitals im Vergleich zur vorangegangenen TBTF-Regulierung mit einer Leverage Ratio von 3,12 Prozent und einer RWA-Quote von 10 Prozent f\u00fcr den \u00abGoing Concern\u00bb. Diese Erh\u00f6hungen sollten gem\u00e4ss dem Schlussbericht der Expertengruppe zur Weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie die Schweiz in den Kreis der L\u00e4nder mit den strengsten Kapitalerfordernissen einreihen. Bei der Bestimmung der Eigenkapitalanforderungen hat sich die Schweiz im Wesentlichen an den Regulierungen anderer L\u00e4nder orientiert. Die Frage, was denn aus volkswirtschaftlicher Sicht die optimalen Kapitalanforderungen w\u00e4ren, ist dadurch jedoch noch nicht beantwortet.&#13;<\/p>\n<h2>Volkswirtschaftliche Kosten und Nutzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Nutzen einer h\u00f6heren Eigenkapitalfinanzierung besteht darin, die Wahrscheinlichkeit von Bankenkrisen zu reduzieren. Geht man von einer Leverage Ratio von 3,3 Prozent<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> aus, steigt der Nutzen zus\u00e4tzlicher Eigenkapitalanforderungen zun\u00e4chst steil an. Ab rund 6 Prozent wird die Nutzenkurve jedoch zunehmend flacher, danach f\u00fchrt sie nur noch zu moderaten Nutzengewinnen (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Dieser Verlauf ist ein direktes Resultat der gesch\u00e4tzten Wahrscheinlichkeit von Bankenkrisen und reflektiert die Erfahrung, dass leichte Bankenkrisen h\u00e4ufiger auftreten, w\u00e4hrend schwere Bankenkrisen seltener sind und zur Bek\u00e4mpfung sehr viel mehr Eigenkapital erfordern. Folglich nimmt der Grenznutzen im Verh\u00e4ltnis zur Leverage Ratio kontinuierlich ab.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAndererseits f\u00fchrt eine Erh\u00f6hung der Leverage Ratio auch zu Kosten, wie etwa zu einem linearen Anstieg der aggregierten Finanzierungskosten bei den Banken. Damit steigen die Kreditzinsen, da die billigere Schuldenfinanzierung durch eine teurere Eigenkapitalfinanzierung ersetzt wird, und so f\u00e4llt der BIP-Wachstumspfad auf ein niedrigeres Niveau.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Trade-off zwischen langfristigen BIP-Gewinnen und -Verlusten erlaubt es, die optimalen Eigenkapitalanforderungen zu sch\u00e4tzen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Kosten und Nutzen h\u00f6herer Eigenkapitalanforderungen von \u00abGoing Concern\u00bb-Tier1-Kapital<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/11\/KUGLER_JUNGE_Abb1_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-74711\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/11\/KUGLER_JUNGE_Abb1_DE.png\" alt=\"\" width=\"2054\" height=\"1196\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Optimale Eigenkapitalanforderungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas optimale Niveau der Eigenkapitalanforderungen ist erreicht, wenn der Nettonutzen \u2013 Nutzen minus Kosten \u2013 maximiert wird. Gem\u00e4ss unseren Berechnungen liegt die maximale Distanz zwischen Kosten und Nutzen bei einer Leverage Ratio f\u00fcr den \u00abGoing Concern\u00bb-Tier1\u00a0bei 6,1 Prozent (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Demgegen\u00fcber sieht die TBTF-Gesetzgebung mit einer minimalen Leverage Ratio von 5 Prozent f\u00fcr die beiden Grossbanken einen rund 1 Prozentpunkt niedrigeren Wert vor. Auch die Berechnungen f\u00fcr das harte, verlusttragende Kernkapital (CET1) ergeben eine h\u00f6here optimale Leverage Ratio von 4,4 Prozent. Zum Vergleich: Bei der TBTF-Mindestanforderung liegt die Leverage Ratio bei 3,5 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei unserer Analyse wird nicht ber\u00fccksichtigt, dass die Grossbanken nochmals Kapital in H\u00f6he von 5 Prozent des Gesamtengagements f\u00fcr den \u00abGone Concern\u00bb-Fall halten m\u00fcssen. Wir sind der Meinung, dass damit weder die Wahrscheinlichkeit von Bankenkrisen noch die BIP-Verluste im Krisenfall wesentlich beeinflusst werden: Das \u00abGone Concern\u00bb-Kapital ist der Aufl\u00f6sung und der Abwicklung von Konzernteilen vorbehalten und steht nicht f\u00fcr den \u00abGoing Concern\u00bb zur Verf\u00fcgung. Mit anderen Worten: Dieses Kapital wird erst freigesetzt, wenn die Krise und die mit ihr verbundenen volkswirtschaftlichen Verluste schon da sind. Es ist also nur f\u00fcr die Frage relevant, wer die direkten betriebswirtschaftlichen Verluste einer Bankenabwicklung tr\u00e4gt.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Zudem gibt es erhebliche Unterschiede in der Qualit\u00e4t zwischen \u00abGoing Concern\u00bb- und \u00abGone Concern\u00bb-Kapital. Letzteres kann aus Fremdkapital bestehen, das im Krisenfall in Eigenkapital gewandelt wird, wie etwa bei einem Bail-in, wo die Gl\u00e4ubiger die Kosten einer Bankenrettung mittragen m\u00fcssen. Angesichts der negativen Erfahrungen der Finanzkrise mit der Verlusttragf\u00e4higkeit von Fremdkapital und mangelnden Erfahrungen mit Bail-in-Instrumenten ist einige Skepsis angebracht, ob das \u00abGone Concern\u00bb-Kapital im Krisenfall tats\u00e4chlich die Bankenverluste absorbiert.&#13;<\/p>\n<h2>Sensitivit\u00e4tsanalyse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie entscheidenden Parameterwerte wie beispielsweise die St\u00e4rke des MM-Effekts und der BIP-Verluste bei Bankenkrisen sind so weit wie m\u00f6glich \u00f6konometrisch gesch\u00e4tzt worden und daher mit zuf\u00e4lligen Sch\u00e4tzfehlern behaftet. Um deren Auswirkungen auf die Bestimmung der optimalen Leverage Ratio auszuloten, wurde diese auch f\u00fcr andere Kosten\/Nutzen-Parameterkombinationen, die nach statistischen Kriterien m\u00f6glich sind, berechnet. Insgesamt ergeben sich daraus 324 Kombinationen. Die niedrigste optimale Leverage Ratio betr\u00e4gt 3,72 Prozent (bei einem MM-Effekt von null und einem BIP-Verlust von 10%) und die h\u00f6chste 8,75 Prozent (bei einem MM-Effekt von 67% und einem BIP-Verlust von 28%) (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Der Median ist 5,7 Prozent und liegt damit ebenfalls \u00fcber den heutigen TBTF-Mindestanforderungen von 5 Prozent. Ebenso ist es bei den Berechnungen f\u00fcr das harte Kernkapital CET1: Auch hier liegt der Median mit 4,1 Prozent \u00fcber der aktuellen TBTF-Anforderung von 3,5 Prozent.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2:\u00a0 Verteilung Optimaler Too-big-to-fail-Leverage-Ratios f\u00fcr \u00abGoing Concern\u00bb-Tier1-Kapital<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Kugler_Junge_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Kugler_Junge_de').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    }, credits: {enabled: false},\n  \n    \n    xAxis: {\n        type: 'category',\n  \n        \n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: 'H\u00e4ufigkeit'\n        }\n    },\n    \n     \n  tooltip: {\n            valueSuffix: ''\n        }\n    ,\n    \n    \n    legend: {\n        enabled: false\n    },\n   \n    series: [{\n        name: 'H\u00e4ufigkeit',\n        data: [\n             ['3,5\u20133,75%', 1],\n            ['>3,75\u20134%', 5],\n            ['>4\u20134,25%', 10],\n            ['>4,25\u20134,5%', 14],\n            ['>4,5\u20134,75%', 25],\n            ['>4,75\u20135%', 24],\n            ['>5\u20135,25%', 27],\n            ['>5,25\u20135,5%', 34],\n            ['>5,5\u20135,75%', 27],\n['>5,75\u20136%', 28],\n            ['>6\u20136,25%', 30],\n            ['>6,25\u20136,5%', 24],\n            ['>6,5\u20136,75%', 19],\n            ['>6,75\u20137%', 15],\n            ['>7\u20137,25%', 15],\n            ['>7,25\u20137,5%', 5],\n            ['>7,5\u20137,75%', 8],\n            ['>7,75\u20138%', 4],\n            ['>8\u20138,25%', 5],\n            ['>8,25\u20138,5%', 2],\n            ['>8,5\u20138,75%', 2]\n        ],\n       \n    }]\n});\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Abbildung zeigt die berechneten Optima von alternativen (statistisch relevanten oder plausiblen) Parameterwerte f\u00fcr BIP-Kosten und -Nutzen.&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Kugler und Junge (2017) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Optimum leicht h\u00f6her<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnsere Studie zeigt, dass die volkswirtschaftlich optimalen Leverage Ratios und Kapitalquoten (RWA) f\u00fcr die Schweizer G-SIB \u00fcber den ab 2019 g\u00fcltigen TBTF-Anforderungen liegen. Bei den Kapitalquoten f\u00fcr Tier1 sowie f\u00fcr das harte Kernkapital CET1 betr\u00e4gt die Differenz rund 2,5 Prozentpunkte (siehe <em>Tabelle<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnsere Untersuchung zeigt aber auch, dass die optimalen Eigenkapitalanforderungen deutlich unter den 20\u201330 Prozent der Bankaktiva liegen, die Admati und Hellwig vorschlagen. Gem\u00e4ss unseren Analysen r\u00fchrt das nicht von den Kostenfolgen h\u00f6herer Eigenkapitalanforderungen her, die f\u00fcr die Schweiz gem\u00e4ss den Erwartungen von Admati und Hellwig wegen des MM-Effekts nur schwach sind. Der entscheidende Faktor liegt in der Konkavit\u00e4t der Nutzenfunktion: Zwar ist der Grenznutzen h\u00f6herer Eigenkapitalanforderungen bei niedrigen Leverage Ratios anf\u00e4nglich sehr hoch, ab einer Leverage Ratio von 6 Prozent f\u00fcr Tier1-Kapital bzw. von rund 4,5 Prozent f\u00fcr CET1-Kapital nimmt er jedoch schnell ab.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Optimale und tats\u00e4chliche Anforderungen f\u00fcr global systemrelevante Schweizer Banken (G-SIB)<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 182px;\" width=\"429\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"2\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\" colspan=\"2\"><strong>\u00abGoing Concern\u00bb-Kapital<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">Basel III Tier1<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">Basel III CET1<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\"><strong>Leverage Ratios<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Optimum<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">6,1%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">4,4%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>tats\u00e4chliche Mindestanforderung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">5,0%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">3,5%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\"><strong>Kapitalquoten (RWA-Quoten)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Optimum<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">17,0%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">12,5%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>tats\u00e4chliche Mindestanforderung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">14,3%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">10,0%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Da das Too-big-to-fail-Regime eine feste Beziehung zwischen den Mindestanforderungen der Leverage Ratio und der risikogewichteten Kapitalquote etabliert hat, lassen sich die Ergebnisse in risikogewichtete Kapitalquoten umrechnen.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Junge und Kugler (2017) \/ TBTF-Eigenmittelverordnung \/ Finma (2015) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnsere Ergebnisse, die auf einer Vielzahl von Modellannahmen und -sch\u00e4tzungen beruhen, bieten eine wichtige, zus\u00e4tzliche Perspektive f\u00fcr die Bestimmung der angemessenen H\u00f6he des Eigenkapitals. Diese sollte neben anderen Ans\u00e4tzen wie internationalem Benchmarking oder Wettbewerbs\u00fcberlegungen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Admati und Hellwig (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Junge und Kugler (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Finma (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die Ausgangsbasis der Leverage Ratio von 3,3% entspricht der durchschnittlichen Leverage Ratio der G-SIB zwischen 2013 und 2015. Die optimale Leverage Ratio ist nicht von der gew\u00e4hlten Ausgangsbasis abh\u00e4ngig.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Die Steigung der Kostenfunktion h\u00e4ngt vom Grad der G\u00fcltigkeit des MM-Theorems ab: Sie ist null bei 100% G\u00fcltigkeit des Theorems. Bei einer partiellen G\u00fcltigkeit des Theorems ist sie umso geringer, je st\u00e4rker der MM-Effekt ist. Der mit unseren Daten gesch\u00e4tzte MM-Effekt von rund 50% f\u00fchrt zu einer mittleren Steigung.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Der methodische Ansatz ist nicht neu: siehe z. B. Miles et al (2012) sowie Junge und Kugler (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Vickers (2016). Einzelne Studien haben den Versuch unternommen, \u00abGone Concern\u00bb-Kapital bei der Berechnung der Krisenpr\u00e4vention zu ber\u00fccksichtigen, indem sie anscheinend pauschal die erwarteten Verluste reduzieren. Siehe etwa Bank of England (2015) sowie Fender und Lewrick (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist weitgehend unumstritten, dass die Unterkapitalisierung der grossen, international t\u00e4tigen Banken eine wichtige Ursache f\u00fcr die Finanzkrise von 2007\/08 war. 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Eine Studie f\u00fcr die Schweiz legt nun aber nahe, dass die optimalen Anforderungen f\u00fcr Schweizer Grossbanken noch h\u00f6her liegen.","post_hero_image_description":"UBS-Chef Sergio Ermotti warnt vor zu hohen Eigenkapitalquoten.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n \t<li>Admati, Anat und Martin Hellwig (2014). Des Bankers neue Kleider. FinanzBuch Verlag.<\/li>&#13;\n \t<li>Bank of England (2015). Measuring the Macroeconomic Costs and Benefits of Higher UK Bank Capital Requirements. Financial Stability Paper no. 35.<\/li>&#13;\n \t<li>Fender, I. und U. Lewrick (2016). Adding It All Up: the Macroeconomic Impact of Basel III and Outstanding Reform Issues. BIS Working Papers.<\/li>&#13;\n \t<li>Finma (2015). Die neuen Too-big-to-fail-Kapitalanforderungen f\u00fcr global systemrelevante Banken in der Schweiz, Faktenblatt.<\/li>&#13;\n \t<li>Junge, Georg und Peter Kugler (2012). Die Auswirkungen der h\u00f6heren Eigenkapitalanforderungen auf die Schweizer Wirtschaft, in: Die Volkswirtschaft 2012\/10.<\/li>&#13;\n \t<li>Junge, Georg und Peter Kugler (2017). Optimal Equity Capital Requirements for Swiss G-SIBs, Center of Business and Economics (WWZ), Discussion Paper 2017\/11, University of Basel.<\/li>&#13;\n \t<li>Miles, D., Yang, J. und\u00a0G. Marcheggiano (2012). Optimal Bank Capital, in: The Economic Journal.<\/li>&#13;\n \t<li>Vickers, J. (2016). The Systemic Risk Buffer for UK Banks: A Response to the Bank of England's Consultation Paper, Special Paper 244.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Modigliani-Miller-Theorem der Irrelevanz der Kapitalstruktur","kasten_box":"Das Theorem besagt, dass die Kapitalkosten eines Unternehmens nicht durch die Art der Finanzierung \u2013 Eigenkapital oder Fremdkapital \u2013 beeinflusst wird. 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Unklar ist allerdings, ob die neuen Eigenkapitalanforderungen ausreichen, um zu verhindern, dass in einer n\u00e4chsten Krise wieder eine systemrelevante Bank scheitert. Basierend auf einer einfachen volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Betrachtung, kommt die Studie zum Ergebnis, dass die k\u00fcrzlich revidierten TBTF-Eigenkapitalanforderungen unterhalb der optimalen Kapitalquoten liegen. 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