{"id":108389,"date":"2017-10-24T08:36:04","date_gmt":"2017-10-24T08:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/10\/hofer-11-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:04:34","modified_gmt":"2023-08-23T21:04:34","slug":"hofer-11-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/10\/hofer-11-2017\/","title":{"rendered":"Investieren in Zeiten des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p>Im Mai dieses Jahres haben die Aktion\u00e4re des amerikanischen Mineral\u00f6lkonzerns Exxon Mobil ihr Unternehmen per Resolution dazu verpflichtet, Implikationen einer weltweiten CO<sub>2<\/sub>-Reduktion transparenter zu machen (siehe <em>Kasten 1<\/em>).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dies, nur wenige Tage nachdem US-Pr\u00e4sident Donald Trump laut \u00fcber den sp\u00e4ter vollzogenen Austritt der USA aus dem Pariser UNO-Klimaabkommen nachgedacht hatte. Der Entscheid der Aktion\u00e4re ist jedoch nicht prim\u00e4r als politische Antwort auf den Richtungswechsel im Weissen Haus zu verstehen. Vielmehr zeigt die Resolution, dass institutionelle Anleger in Zeiten des weltweiten \u00dcbergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ihre Risiken korrekt einsch\u00e4tzen und die Rentabilit\u00e4t sichern wollen.&#13;<\/p>\n<h2>Klimawandel bringt Chancen und Risiken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Weltwirtschaftsforum (WEF) erachtet den Klimawandel als eines der gr\u00f6ssten globalen Risiken unserer Zeit.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Ver\u00e4nderte klimatische Bedingungen k\u00f6nnen bekanntlich \u00dcberschwemmungen, Trockenheit, Sch\u00e4dlingsbefall oder steigende Meeresspiegel ausl\u00f6sen. Der Klimawandel kann auch Infrastrukturen gravierend sch\u00e4digen, neue Regulierungen veranlassen, Konsumverhalten beeinflussen oder technologische Ver\u00e4nderungen bewirken. Fehlt die F\u00e4higkeit, mit solchen eintretenden Risiken umzugehen, kann dies bei Unternehmen zu Produktionsausf\u00e4llen, h\u00f6heren Beschaffungskosten oder r\u00fcckl\u00e4ufigen Abs\u00e4tzen f\u00fchren. Der weltweit gr\u00f6sste unabh\u00e4ngige Verm\u00f6gensverwalter Black Rock r\u00e4t Kapitalanlegern deshalb, den Klimawandel nicht zu ignorieren. Selbst Investoren, die wissenschaftliche Erkenntnisse \u00fcber den Klimawandel bestritten, m\u00fcssten zumindest die durch die Klimawandeldiskussion verursachte Flut regulatorischer und technologischer Ver\u00e4nderungen akzeptieren.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeben Risiken bringen die Anpassung an ver\u00e4nderte klimatische Bedingungen und die Bek\u00e4mpfung des Klimawandels aber auch neue Gesch\u00e4fts- und Investitionschancen. Laut dem Weltklimarat der Vereinten Nationen braucht es alleine im Energieversorgungssektor bis 2050 j\u00e4hrlich zwischen 190 und 900 Milliarden Dollar. Die Internationale Energieagentur rechnet von 2015 bis 2030 mit 13,5 Billionen Dollar f\u00fcr die Umsetzung der von den UNO-Mitgliedsstaaten im Pariser Klimaabkommen eingegangenen Klimaverpflichtungen. Davon gehen 8,3 Billionen Dollar in die F\u00f6rderung von Energieeffizienz und der grosse Rest in den Aufbau kohlenstoffarmer Energieproduktionskapazit\u00e4ten.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss Climate Policy Initiative \u2013 einer auf Finanzierungsfragen spezialisierten internationalen Klimainitiative \u2013 wurden bereits im Jahr 2014 394 Milliarden Dollar in ein kohlenstoffarmes und klimawandelresistentes Wirtschaftswachstum investiert. 61 Prozent dieser Mittel stammten aus dem Privatsektor<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>, und dessen Interesse am Thema d\u00fcrfte weiter zunehmen: In einer Befragung der Global Adaptation and Resilience Investment Working Group, die \u00fcber 150 private Investoren und andere Interessengruppen vereint, zeigten sich bereits heute 70 Prozent der befragten Portfolioinvestoren an Investitionen in Klimaanpassungen und in die Widerstandsf\u00e4higkeit beim\u00a0Klimawandel interessiert. Weitere 23 Prozent wollen solche Investitionen in den kommenden ein bis drei Jahren in Betracht ziehen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Marktprognosen beachten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben Marktrisiken, Liquidit\u00e4tsrisiken und operationellen Risiken m\u00fcssen Investoren bei Investitionsentscheiden k\u00fcnftig also auch die Widerstandsf\u00e4higkeit bei\u00a0Klimaereignissen und dem Klimawandel vertieft pr\u00fcfen. Dabei k\u00f6nnen sie Marktprognosen beiziehen, die momentan vermehrt produziert werden. Laut einer k\u00fcrzlich von Black Rock ver\u00f6ffentlichten Studie steigen beispielsweise physische Klimarisiken und durch den Klimawandel verursachte Konjunkturrisiken tendenziell bei einem l\u00e4ngeren Anlagehorizont. Ein langfristiger Investitionshorizont kann aber bei neuen Technologien von Vorteil sein, die erst l\u00e4ngerfristig Gewinn abwerfen. Demgegen\u00fcber sind kurzfristig orientierte Investoren st\u00e4rker regulatorischen Risiken ausgesetzt. Insgesamt glaubt Black Rock aber, dass Gewinnstreben und klimabewusstes Investieren vereinbar sind. So habe etwa der MSCI Low Carbon Target Index den Aktienindex MSCI ACWI \u00fcbertroffen. Zudem seien global t\u00e4tige Unternehmen, welche ihren CO<sub>2<\/sub>-Fussabdruck verringert h\u00e4tten, generell rentabler als \u00abCO<sub>2<\/sub>-Bummler\u00bb.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss einer Studie des Beratungsunternehmens Mercer d\u00fcrften insbesondere die Sektoren erneuerbare Energien und Nuklearenergie vom Klimawandel profitieren. Kohle, \u00d6l und Stromversorgungsbetriebe k\u00f6nnten demgegen\u00fcber am negativsten betroffen sein. Ein ungleiches Bild zeigt sich auch bei den Anlageklassen: W\u00e4hrend die Rendite von Eigenkapital in entwickelten M\u00e4rkten voraussichtlich zur\u00fcckgehen wird, ist der prognostizierte Effekt des Klimawandels auf Staatsanleihen in entwickelten M\u00e4rkten mit wenigen Ausnahmen neutral. Bei einer Erderw\u00e4rmung von 2 \u00b0C werden gem\u00e4ss Mercer Anlagen in Schwellenl\u00e4nder-Aktien, Infrastruktur, Immobilien, Holz- und Landwirtschaft profitieren. Steigt die Erw\u00e4rmung auf 4 \u00b0C, w\u00fcrden solche Positionen jedoch verlieren.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Offenlegung von Informationen einfordern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzlich zu Marktforschungsergebnissen sollten Investoren auch von Unternehmen offengelegte wesentliche Informationen \u00fcber den Umgang mit dem Klimawandel beiziehen. Nachdem die Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G-20 Ende Juni 2017 vier Offenlegungsempfehlungen f\u00fcr Unternehmen abgegeben hat, d\u00fcrften Unternehmen solche Informationen in Zukunft vermehrt zug\u00e4nglich machen. Die von \u00fcber 100 namhaften Unternehmen mitunterzeichneten Empfehlungen betreffen die Gouvernanz, die Strategie, das Risikomanagement sowie die Ziele der Offenlegung und wie diese gemessen werden k\u00f6nnen. Entsprechende Informationen sollten Unternehmen im Jahresbericht publizieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDurch die Offenlegung sollen das Vertrauen der Investoren, das Risikomanagement und die Unternehmensstrategie gest\u00e4rkt und so der Zugang zu Investorenkapital erleichtert werden. Gleichzeitig k\u00f6nnen Unternehmen, die sich zur\u00a0Offenlegung entschliessen, allf\u00e4llige k\u00fcnftige regulatorische Anforderungen bereits im Voraus erf\u00fcllen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Bereits im Herbst 2015 hat n\u00e4mlich Frankreich als erstes Land eine gesetzliche Regelung zur umfangreichen Berichterstattung \u00fcber Klimarisiken eingef\u00fchrt. Der entsprechende Artikel<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> betrifft franz\u00f6sische b\u00f6rsenkotierte Unternehmen, Banken, Kreditinstitute, Verm\u00f6gensverwalter und institutionelle Investoren. Ein Jahr sp\u00e4ter erliess auch die EU eine Richtlinie, welche von allen europ\u00e4ischen Pensionskassen eine Einsch\u00e4tzung der Klimawandelrisiken verlangt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Offenlegung von Informationen \u00fcber den Umgang mit dem Klimawandel kann auch f\u00fcr die Einstufung der Kreditw\u00fcrdigkeit relevant sein. Ratingagenturen haben in den letzten Jahren Methoden entwickelt, um die mit dem Klimawandel verbundenen materiellen Risiken zu ber\u00fccksichtigen. Standard and Poor\u2019s zeigte beispielsweise bereits vor einem Jahr, wie Klimarisiken bei der Einstufung der Kreditw\u00fcrdigkeit von Finanzunternehmen analysiert werden.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> Nicht identifizierte und reflektierte Klimarisiken d\u00fcrften sich also mittelfristig negativ auf die Kreditw\u00fcrdigkeit auswirken.&#13;<\/p>\n<h2>Verantwortung wahrnehmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf Offenlegung wesentlicher Informationen \u00fcber die Auswirkungen des Klimawandels zu bestehen und diese bei Investitionsentscheiden mit einzubeziehen, ist nicht nur f\u00fcr die Gewinnmaximierung wichtig. Es handelt sich auch um eine Frage der unternehmerischen Verantwortung gegen\u00fcber Umwelt und Gesellschaft. Insbesondere kapitalstarke institutionelle Investoren verf\u00fcgen \u00fcber ein enormes Potenzial, durch klimagerechtes Investieren wichtige Impulse zu setzen und die Transition zu einer nachhaltigeren und kohlenstoffarmen Wirtschaft zu beg\u00fcnstigen. Auch Entwicklungsbanken wie etwa die Weltbankgruppe nehmen eine Sonderrolle ein. Viele Entwicklungsbanken haben sich bereits konkrete Klimafinanzierungsziele gesteckt (siehe <em>Kasten 2<\/em>). Als \u00f6ffentlich finanzierte Finanzinstitute stehen sie besonders in der Pflicht, wesentliche Informationen \u00fcber die Auswirkungen des Klimawandels auf ihr eigenes Gesch\u00e4ft offenzulegen und bei der Finanzierung von Unternehmen auf die Offenlegung solcher Informationen zu beharren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Gewinnmaximierung und die effiziente Kapitalallokation in Zeiten des Klimawandels m\u00fcssen Investoren Klimarisiken und -chancen korrekt bewerten und bei Investitionsentscheiden ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen. Statt zuzuwarten, bis der entsprechende rechtliche Rahmen f\u00fcr eine umfassendere Offenlegung gesetzt werden muss, sollten Investoren Verantwortung \u00fcbernehmen, proaktiv agieren und selbst zur Verbesserung der Marktinformation beitragen \u2013 genau so, wie dies die Aktion\u00e4re von Exxon Mobil getan haben.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe New York Times (2017). Exxon Mobil Shareholders Demand Accounting of Climate Change Policy Risks.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe World Economic Forum (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Black Rock (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">International Energy Agency (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Climate Policy Initiative (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Global Adaption & Resilience Investment Working Group (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Black Rock (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Mercer (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Task Force on Climate-related Financial Disclosures (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Artikel 173 des Loi de Transition Energ\u00e9tique pour la Croissance Verte.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">S&P Global (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mai dieses Jahres haben die Aktion\u00e4re des amerikanischen Mineral\u00f6lkonzerns Exxon Mobil ihr Unternehmen per Resolution dazu verpflichtet, Implikationen einer weltweiten CO2-Reduktion transparenter zu machen (siehe Kasten 1). Dies, nur wenige Tage nachdem US-Pr\u00e4sident Donald Trump laut \u00fcber den sp\u00e4ter vollzogenen Austritt der USA aus dem Pariser UNO-Klimaabkommen nachgedacht hatte. 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Bridging the Adaption Gap: Approaches to Measurement of Physical Climate Risk and Examples of Investment in Climate Adaption and Resilience.<\/li>&#13;\n \t<li>International Energy Agency (2015). World Energy Outlook Special Briefing for COP21.<\/li>&#13;\n \t<li>Mercer (2015). Investing in a Time of Climate Change.<\/li>&#13;\n \t<li>S&amp;P Global (2016). Climate Change-Related Legal and Regulatory Threats Should Spur Financial Service Providers to Action.<\/li>&#13;\n \t<li>Task Force on Climate-related Financial Disclosures (2017). Recommendations of the Task Force on Climate-related Financial Disclosures: Final Report.<\/li>&#13;\n \t<li>World Economic Forum (2017). The Global Risks Report 2017.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Kasten 1: Risiken und Chancen des Klimawandels","kasten_box":"Die amerikanische Fondsgesellschaft Black Rock unterscheidet vier Arten von Risiken und Chancen des Klimawandels<sup>a<\/sup>:&#13;\n&#13;\n1) <em>physische Einwirkungen<\/em> bedingt durch zunehmende und schwerwiegendere Wetterereignisse;&#13;\n&#13;\n2) <em>technologischer Fortschritt<\/em> etwa in den Bereichen Energiespeicherung, elektrische Fahrzeuge oder Energieeffizienz, welcher bestehende Gesch\u00e4ftsmodelle untergr\u00e4bt;&#13;\n&#13;\n3) <em>regulatorische Vorschriften<\/em> wie die Beschr\u00e4nkung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, Energieeffizienzstandards, Steuern oder Subventionen;&#13;\n&#13;\n4) <em>soziale Ph\u00e4nomene<\/em> wie ein ver\u00e4ndertes Konsumverhalten oder der Druck von Interessengruppen, Investitionen in fossile Brennstoffe abzubauen.&#13;\n&#13;\n<sup>a <\/sup>Siehe Black Rock (2016)."},{"kasten_title":"Kasten 2: Klimafinanzierung der Interamerikanischen Entwicklungsbank","kasten_box":"Als regionale Entwicklungsbank f\u00fcr Lateinamerika und die Karibik hat sich beispielsweise die Interamerikanische Entwicklungsbank-Gruppe (IADB-Gruppe) konkrete Klimafinanzierungsziele gesetzt.&#13;\n&#13;\nZur Interamerikanische-Entwicklungsbank-Gruppe geh\u00f6ren die Interamerikanische Entwicklungsbank, welche Kunden des \u00f6ffentlichen Sektors bedient, die Interamerikanische Investitionsgesellschaft, welche mit dem Privatsektor zusammenarbeitet, und der Multilaterale Entwicklungsfonds. Die Gruppe verfolgt das Ziel, mittels Investitionen und technischer Zusammenarbeit die nachhaltige Entwicklung Lateinamerikas und der Karibik zu f\u00f6rdern.&#13;\n&#13;\n2016 hat die IADB-Gruppe ihr Klimafinanzierungsvolumen auf gut 4 Milliarden Dollar erh\u00f6ht. Sie will damit die L\u00e4nder Lateinamerikas und der Karibik bei der Erreichung ihrer international vereinbarten Klimaziele unterst\u00fctzen. Bis 2020 will die Gruppe 30 Prozent ihres Gesch\u00e4ftsvolumens in die Klimafinanzierung investieren.&#13;\n&#13;\nDie Schweiz ist Mitglied aller drei Institutionen der IADB-Gruppe. 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