{"id":108516,"date":"2017-10-24T08:36:03","date_gmt":"2017-10-24T08:36:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/10\/scheidegger-interview-11-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:05:20","modified_gmt":"2023-08-23T21:05:20","slug":"interview-scheidegger-11-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/10\/interview-scheidegger-11-2017\/","title":{"rendered":"\u00abIch lebe gerne in einem Land mit einer starken W\u00e4hrung\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Herr Scheidegger, was verbinden Sie mit dem Wort Frankenst\u00e4rke?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Begriff ist seit L\u00e4ngerem negativ besetzt. Den starken Franken grunds\u00e4tzlich als Problem zu betrachten, ist einseitig. Die schockartige Frankenaufwertung nach der Weltwirtschaftskrise war vor allem die Folge eines chronisch schwachen Euros. Wenn wir umgekehrt mit starkem Franken das Spiegelbild einer starken Volkswirtschaft meinen, ist derselbe Begriff positiv behaftet. Ich lebe gerne in einem Land mit einer starken W\u00e4hrung und h\u00e4tte Sorgen, B\u00fcrger in einem Weichw\u00e4hrungsland zu sein.&#13;<\/p>\n<h3>Warum?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einem Land mit einer schwachen W\u00e4hrung verteuern sich Importg\u00fcter oder Ferien im Ausland immer wieder.&#13;<\/p>\n<h3>Seit 1973 wird der Franken stetig st\u00e4rker. Wo liegen die Gr\u00fcnde?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin erster Grund f\u00fcr die nominelle Aufwertung gegen\u00fcber anderen W\u00e4hrungen ist das Inflationsgef\u00e4lle: Die Teuerung war in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zum Ausland tief. Zweitens st\u00fctzte die hohe Nachfrage nach Schweizer Qualit\u00e4tsg\u00fctern die W\u00e4hrung. Und drittens bleibt der Standort Schweiz als sicherer Hafen in der Krise attraktiv.&#13;<\/p>\n<h3>Der Franken ist also stark von Kapitalstr\u00f6men getrieben?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nKurzfristig ja. Das ist typischerweise in Zeiten politischer Unsicherheit der Fall. Seien das geopolitische Unruhen oder Krisen in der W\u00e4hrungsunion. Dann ist der Franken jeweils f\u00fcr ausl\u00e4ndische Anleger attraktiv. Umgekehrt ist in solchen Zeiten auch der Kapitalstrom aus der Schweiz ins Ausland schw\u00e4cher. Beispielsweise hatten Schweizer Investoren in den letzten Jahren wenig Vertrauen in die Eurozone, was die Nachfrage nach Schweizer Franken ebenfalls st\u00e4rkte. Langfristig werden die Kapitalfl\u00fcsse und damit der Wert einer W\u00e4hrung aber von Fundamentalfaktoren bestimmt und nicht von kurzfristigen Entscheiden einiger Investoren.&#13;<\/p>\n<h3>Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft vergibt externe Auftr\u00e4ge f\u00fcr \u00f6konomische Studien mit thematischen Schwerpunkten. Was bezweckt das Seco damit?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWir leisten damit einen Beitrag zur \u00f6ffentlichen Forschung mit einem starken Bezug zur Schweiz. Einerseits versprechen wir uns Erkenntnisse zu den Herausforderungen in der Wirtschaftspolitik. Anderseits wollen wir die Forschungsinstitute motivieren, auf Grundlage dieser Erkenntnisse sp\u00e4ter selber weitere Studien durchzuf\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h3>In der j\u00fcngsten Studienwelle geht es um die Frankenaufwertung und deren Auswirkungen. Welches Ergebnis hat Sie \u00fcberrascht?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZwei Punkte sind interessant: Die Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung reagieren st\u00e4rker auf eine Aufwertung, als ich dachte. Ich h\u00e4tte die Ausgabenentwicklung f\u00fcr Forschung und Entwicklung als stetiger eingesch\u00e4tzt \u2013 das sind ja schliesslich Investitionen in die Zukunft.&#13;<\/p>\n<h3>Und der zweite Punkt?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWir haben kaum ein Problem mit dem sogenannten Dutch-Disease-Effekt. Demnach h\u00e4tte man erwarten k\u00f6nnen, dass produktive Exportbranchen wie die Pharma- und die Uhrenindustrie oder auch die Finanzindustrie indirekt eine Belastung f\u00fcr andere, wenig produktive Branchen wie zum Beispiel das Gastgewerbe darstellen, weil die Nachfrage zugunsten starker Exportbranchen zu einer Aufwertung der heimischen W\u00e4hrung f\u00fchren kann. Die entsprechende Studie gibt zwar Hinweise auf solche Effekte \u2013 diese sind aber als relativ gering einzustufen.&#13;<\/p>\n<h3>Langfristig gesehen hat die Volkswirtschaft die Aufwertung also gut weggesteckt?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, das ist eine zentrale Erkenntnis: Die stetige Aufwertung des Frankens ist an sich keine Last f\u00fcr die Volkswirtschaft. Trotz der langfristigen realen Aufwertung nehmen die Exporte zu. Zudem zeigen Studien, dass die Auslandkonjunktur f\u00fcr die Exportentwicklung in der Regel wichtiger ist als der Wechselkurs: Wenn es in den Absatzm\u00e4rkten gut l\u00e4uft, dann k\u00f6nnen Exporteure auch bei verh\u00e4ltnism\u00e4ssig starker W\u00e4hrung exportieren.&#13;<\/p>\n<h3>Die Schweizer Volkswirtschaft hat sich nach der Mindestkursaufhebung im Januar 2015 als erstaunlich widerstandsf\u00e4hig erwiesen. Einige Prognosen hatten zun\u00e4chst gar eine Rezession vorausgesagt. Woran liegt das?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDiejenigen Prognosen, die eine Rezession voraussagten, wurden kurz nach der Aufhebung des Mindestkurses erstellt. Das Seco hat bewusst auf eine unmittelbare Zwischenprognose verzichtet, da wir die Entwicklung der Devisenm\u00e4rkte, aber auch die Reaktionen der Unternehmen abwarten wollten. In der M\u00e4rzprognose konnten wir die Entwicklung dann bereits besser einsch\u00e4tzen und waren ziemlich sicher, dass es nicht zu einer Rezession kommt. Letztlich war der Bremseffekt sogar noch weniger stark, als wir angenommen hatten.&#13;<\/p>\n<h3>Seit der Jahrtausendwende beobachten wir einen Konzentrationsprozess in der Exportstruktur. Insbesondere hat die Pharmabranche an Gewicht gewonnen. Laut einer Studie der Universit\u00e4t Basel hat das wenig mit der Frankenst\u00e4rke zu tun. Ist das nicht erstaunlich?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Pharmabranche ist die Nachfrage nach Medikamenten im Ausland wichtiger als der Wechselkurs. Gr\u00fcnde sind beispielsweise der zunehmende Wohlstand in den Schwellenl\u00e4ndern und die verh\u00e4ltnism\u00e4ssig geringe Preissensitivit\u00e4t im Gesundheitssektor.&#13;<\/p>\n<h3>Die Frankenaufwertung steigert langfristig die Qualit\u00e4t der Schweizer Exportprodukte, wie die Z\u00fcrcher Hochschule ZHAW schreibt. Welche Schl\u00fcsse ziehen Sie daraus?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Unternehmen haben es verstanden, mit der stetigen Aufwertung umzugehen. Man konzentriert sich auf hochwertige Produkte oder auf bessere Qualit\u00e4t der bisherigen Produkte. Qualit\u00e4tsg\u00fcter sind weniger wechselkurssensibel, da die Kunden im Ausland bereit sind, gute Preise zu bezahlen. Es kann also aus Unternehmenssicht durchaus Sinn machen, einfachere Produkte im Ausland herzustellen und sich in der Schweiz auf erstklassige G\u00fcter zu spezialisieren.&#13;<\/p>\n<h3>Die Qualit\u00e4t der Produkte erh\u00f6ht sich, der Strukturwandel beschleunigt sich: Ist der starke Franken unter dem Strich sogar vorteilhaft f\u00fcr die Volkswirtschaft?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese Frage ist falsch gestellt: Der starke Franken ist eine Folge einer leistungsf\u00e4higen Volkswirtschaft. Ich halte wenig von der Auffassung: \u00abJe schwieriger man es den Unternehmen macht, desto fitter werden sie.\u00bb Wir haben kreative Unternehmen und z\u00e4hlen seit Jahrzehnten zu den innovativsten Volkswirtschaften. In Krisen zeigt sich die F\u00e4higkeit zu Kreativit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t besonders deutlich.&#13;<\/p>\n<h3>Der Gesamtblick t\u00e4uscht dar\u00fcber hinweg, dass letztlich f\u00fcr jedes Unternehmen und jede Branche die Folgen der Frankenst\u00e4rke unterschiedlich sind. Die Besch\u00e4ftigung hat im verarbeitenden Gewerbe nach 2015 deutlich abgenommen, wie eine KOF-Studie zeigt. Welchen Schluss ziehen Sie daraus?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas ist ein wichtiger Punkt. In der Schweiz haben wir Hunderttausende von Unternehmen. Jede Firma ist unterschiedlich exponiert. Der Industriesektor ist aufgrund der starken Exportorientierung besonders exponiert bei einer schockartigen Aufwertung. Als Sofortmassnahme haben die Unternehmen typischerweise die Zahl der offenen Stellen reduziert, wie die Studie zeigt. Statt vorschnelle Entscheide zu raschen Kostensenkungen zu treffen und Massenentlassungen vorzunehmen, handelten die Unternehmen weitsichtig. Gerade kleinere Betriebe reduzierten die Besch\u00e4ftigung kaum. Zudem zeigt sich, dass ein wesentlicher Teil des R\u00fcckgangs \u00fcber nat\u00fcrliche Fluktuationen aufgefangen werden konnte, da weniger Personen neu eingestellt wurden.&#13;<\/p>\n<h3>In der Industrie sinkt der Anteil der Besch\u00e4ftigten seit den Siebzigerjahren: Wie geht es dem Werkplatz Schweiz?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz ist bemerkenswert, dass seit den Neunzigerjahren der Industrieanteil an der Wertsch\u00f6pfung am Bruttoinlandprodukt stabil ist. Der Anteil der Industriearbeitspl\u00e4tze am Total hat zwar abgenommen, aber es wird immer noch ein gleich hoher Anteil der Wertsch\u00f6pfung in der Industrie erzielt wie vor zwanzig Jahren. Der Werkplatz Schweiz ist also weiterhin stark.&#13;<\/p>\n<h3>Als \u00fcberraschend bezeichneten Sie, dass die Unternehmen bei einer Frankenaufwertung die Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung k\u00fcrzen. Wie verhalten sich die Firmen bei einer Abwertung?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZwar ist der deutliche negative Effekt auf die F&amp;E-Ausgaben bei starken Aufwertungen etwas \u00fcberraschend, doch die Firmen haben in den letzten Jahrzehnten alles in allem immer mehr in Forschung und Entwicklung investiert. Die Studie zeigt jedoch, dass die Unternehmen ihre F&amp;E-Ausgaben aufgrund der Aufwertung weniger stark erh\u00f6hten als ohne. Die Unternehmen reagieren zudem symmetrisch. Das heisst: Eine Aufwertung schw\u00e4cht zwar die F&amp;E-Ausgaben der Unternehmen, umgekehrt f\u00fchrt eine Abwertung des Frankens jedoch zu st\u00e4rkeren F&amp;E-Ausgaben. Insgesamt zeigt sich, dass die Schweiz trotz einer Aufwertung weiterhin sehr attraktiv f\u00fcr Forschung und Entwicklung bleibt.&#13;<\/p>\n<h3>Das gilt f\u00fcr die grossen Firmen. Was ist mit den kleinen und mittleren Unternehmen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese halten Forschung und Entwicklung auch angesichts der Aufwertung hoch, wie die Studien zeigen. Manche KMU bauen diese T\u00e4tigkeiten sogar noch aus. Nach der Aufhebung des Mindestkurses hatte sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann besorgt gezeigt, dass mittelst\u00e4ndische Betriebe ihre Forschung und Entwicklung abbauen k\u00f6nnten und dadurch an Wettbewerbsf\u00e4higkeit einb\u00fcssen. Im Sommer 2015 vereinfachte der Bund deshalb den Zugang zu KTI-Forschungsprojekten f\u00fcr kleinere und mittlere Unternehmen. Das war ein bewusster Ansatz zur Stabilisierung der F&amp;E-T\u00e4tigkeit bei mittelst\u00e4ndischen Unternehmen.&#13;<\/p>\n<h3>Muss der Bundesrat hier mehr tun?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNein. Bei der Frankenaufwertung m\u00fcssen wir unterscheiden zwischen dem langfristigen Trend und punktuellen Wechselkursschocks wie denjenigen der Jahre 2010\/2011 und 2015. Trotz stetiger Aufwertung hat die Forschung und Entwicklung seit den Siebzigerjahren in der Schweiz stark zugenommen. Man k\u00f6nnte argumentieren: Ohne die Aufwertungsschocks w\u00e4ren die Ausgaben f\u00fcr F&amp;E noch h\u00f6her ausgefallen.&#13;<\/p>\n<h3>Das Massnahmenpaket 2011 zur Abfederung der Frankenst\u00e4rke enthielt neben der Innovationsf\u00f6rderung noch Zusatzgelder f\u00fcr Tourismuswerbung. War das r\u00fcckblickend unn\u00f6tig?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Entscheid des Bundesrates war gut begr\u00fcndet. Die Tourismusbranche war gleich dreifach gefordert. Erstens ist die Schweiz f\u00fcr Auslandg\u00e4ste teurer geworden. Zweitens fehlten auch inl\u00e4ndische G\u00e4ste, die dank g\u00fcnstigerer Auslandw\u00e4hrung Ferien im g\u00fcnstigeren Ausland machen. Und drittens k\u00f6nnen Tourismusunternehmen nicht g\u00fcnstiger Vorleistungen einkaufen, wie zum Beispiel Industriebetriebe.&#13;<\/p>\n<h3>Welche Schl\u00fcsse ziehen Sie aus den Studienergebnissen f\u00fcr die Wirtschaftspolitik?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nErstens sind die Schweizer Unternehmen gegen\u00fcber einer Aufwertung sehr anpassungsf\u00e4hig. Zweitens muss die Wirtschaftspolitik alles tun, damit die Unternehmen weiterhin anpassungsf\u00e4hig bleiben. Wichtig ist der Erhalt des flexiblen Arbeitsmarktes, denn bei einem vor\u00fcbergehenden W\u00e4hrungsschock m\u00fcssen die Unternehmen beispielsweise die M\u00f6glichkeit haben, tempor\u00e4r die Arbeitszeiten zu erh\u00f6hen. Und drittens ist man bei solchen \u00fcberraschenden Ereignissen gut beraten, zun\u00e4chst die weitere Entwicklung und die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft zu beobachten, um vorschnelle konjunkturpolitische Massnahmen zu vermeiden. Die Strategie, nach der Mindestkursaufhebung eine quartalsweise Lagebeurteilung vorzunehmen \u2013 und gleichzeitig m\u00f6gliche Massnahmen vorzubereiten \u2013, war r\u00fcckblickend richtig.&#13;<\/p>\n<h3>Was heisst das f\u00fcr die Wachstumspolitik 2016\u20132019 des Bundesrates?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin wichtiger Pfeiler des Massnahmenpakets ist die Verbesserung der Arbeitsproduktivit\u00e4t in allen Branchen. Ein zweiter Pfeiler will die Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber exogenen Schocks erh\u00f6hen. Eine weitsichtige Wirtschaftspolitik weiss: Eine n\u00e4chste Krise kommt bestimmt. Darauf m\u00fcssen wir vorbereitet sein. Ein gesunder Staatshaushalt ohne strukturelle Defizite verhindert in Krisen einschneidende Austerit\u00e4tsprogramme. Banken m\u00fcssen auf einer soliden Basis stehen, um in einer Krise ihre Kreditf\u00e4higkeit zu behalten. Und: Die Haushalte d\u00fcrfen nicht \u00fcberschuldet sein, damit sie in Krisenzeiten ihren Konsum nicht stark zur\u00fcckfahren m\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h3>Die Frankenaufwertung l\u00f6ste viele Forderungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverb\u00e4nden und einzelnen Firmen aus. Wie geht das Seco damit um?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Seco folgt dem Grundsatz der Branchenneutralit\u00e4t und verfolgt keine Branchenpolitik. Wir sind auch kritisch gegen\u00fcber Rettungsaktionen und Subventionen zugunsten einzelner Firmen. Wir glauben nicht an Industriepolitik. Das Seco vertraut schliesslich der Tradition der Sozialpartnerschaft, in der man auch in Krisenzeiten Massnahmen in gegenseitigem Einvernehmen beschliesst. Dadurch k\u00f6nnen wir auf staatliche Kriseninterventionen in der Regel verzichten.&#13;<\/p>\n<h3>Wie sch\u00e4tzen Sie die j\u00fcngste Abwertungstendenz des Frankens gegen\u00fcber dem Euro ein?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEs bleibt abzuwarten, ob sich diese als dauerhaft erweisen wird. Aber es ist nat\u00fcrlich eine \u00e4usserst willkommene Entspannung, die sehr viele Unternehmen entlasten d\u00fcrfte. Sollte sich die Abwertung als nachhaltig erweisen oder gar noch verst\u00e4rken, d\u00fcrfte die bislang moderate Konjunkturerholung an Breite und St\u00e4rke gewinnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Scheidegger, was verbinden Sie mit dem Wort Frankenst\u00e4rke? &#13; Der Begriff ist seit L\u00e4ngerem negativ besetzt. Den starken Franken grunds\u00e4tzlich als Problem zu betrachten, ist einseitig. Die schockartige Frankenaufwertung nach der Weltwirtschaftskrise war vor allem die Folge eines chronisch schwachen Euros. 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