{"id":108674,"date":"2017-09-25T11:45:50","date_gmt":"2017-09-25T11:45:50","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/09\/schaltegger-10-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:05:03","modified_gmt":"2023-08-23T21:05:03","slug":"schaltegger-10-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/09\/schaltegger-10-2017\/","title":{"rendered":"Verflechtungen bedrohen F\u00f6deralismus"},"content":{"rendered":"<p>Welche Verwaltungsaufgaben sollen auf welcher Staatsebene angelegt werden? Die Theorie des \u00abfiskalischen F\u00f6deralismus\u00bb sagt dazu: Die Aufgaben sind so auf Bund, Kantone und Gemeinden zu verteilen, dass sie m\u00f6glichst effizient erbracht werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVieles spricht f\u00fcr eine dezentrale Aufgabenerf\u00fcllung: Nachgelagerte Gebietsk\u00f6rperschaften wie die Kantone k\u00f6nnen \u00f6ffentliche Leistungen entsprechend den B\u00fcrgerpr\u00e4ferenzen bereitstellen, weil sie besser auf die regionalen oder lokalen Unterschiede eingehen k\u00f6nnen als der Zentralstaat.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Sie verf\u00fcgen \u00fcber Informationsvorteile, die es ihnen erlauben, die Politik auf die lokalen und regionalen wachstumsrelevanten Strukturen abzustimmen. Weiter beg\u00fcnstigt ein f\u00f6deralistischer Staatsaufbau eine konfliktfreie Koexistenz unterschiedlicher politischer Ansichten; die Kommunikation mit den politischen Akteuren ist einfacher, und die Leistungen zwischen den Gliedstaaten k\u00f6nnen verglichen werden.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Dar\u00fcber hinaus f\u00f6rdert der F\u00f6deralismus die Innovationskraft: Probleml\u00f6sungen k\u00f6nnen in den einzelnen Gebietsk\u00f6rperschaften auf ihre Praxistauglichkeit getestet und sp\u00e4ter von anderen nachgeahmt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDen Vorteilen der dezentralen Bereitstellung \u00f6ffentlicher Leistungen stehen Skalenertr\u00e4ge und Verbundvorteile entgegen, welche allf\u00e4llige Zentralisierungen zu begr\u00fcnden verm\u00f6gen. Sofern die einzelnen Gliedstaaten unter Umst\u00e4nden nicht in der Lage sind, die auftretenden Probleme eigenst\u00e4ndig zu l\u00f6sen, muss ebenfalls der Zentralstaat einspringen und die notwendigen Massnahmen ergreifen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Schweiz steuert in Sackgasse<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz l\u00e4sst sich seit einigen Jahrzehnten beobachten, dass viele bundeseinheitliche Regelungen die Vorteile des F\u00f6deralismus bedrohen. Beispiele sind die zunehmende Zahl gesamtschweizerischer Fachkonferenzen, die an die Stelle der einzelnen Kantone treten, oder Harmonisierungsbestrebungen des Bundes. Feststellbar ist zudem, dass der Bund seine Grundsatzgesetzgebungskompetenzen zunehmend ausreizt und teilweise den zul\u00e4ssigen Rahmen sprengt. Solche Aufgaben- und Finanzierungsverflechtungen zwischen Bund und Kantonen schr\u00e4nken den politischen Handlungs- und Gestaltungsspielraum aller beteiligten Staatsebenen ein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Verflechtungen f\u00fchren dazu, dass Kontrolle und Verantwortung nicht mehr \u00fcbereinstimmen. Da dadurch die Ausgabendisziplin nachhaltig geschw\u00e4cht wird, hat dies eine suboptimale Bereitstellung der \u00f6ffentlichen Leistungen zur Folge. Zudem wird die Entscheidungsfindung im demokratischen Prozess schwerf\u00e4lliger, was den Status quo festigt: Die resultierende Handlungs- und Reformunf\u00e4higkeit droht den Staat zu blockieren. Eine mehrere Ebenen umfassende Aufgabenstruktur erzeugt systematisch ineffiziente und Problem-unangemessene Entscheidungen, zugleich ist sie unf\u00e4hig, die institutionellen Bedingungen ihrer Entscheidungslogik zu ver\u00e4ndern.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAm Ende eines solchen Prozesses tappen vormals f\u00f6deralistische Staaten in eine \u00abPolitikverflechtungsfalle\u00bb \u2013 beispielsweise, indem etwa die Aufgaben oder ihrer Finanzierung verlagert werden, ohne jedoch die Entscheidungskompetenz an die neuen Zust\u00e4ndigkeiten anzupassen. Die verfestigten Vorteile und Privilegien, auf die kein rational Handelnder verzichten wird, verhindern eine Probleml\u00f6sung innerhalb des verflochtenen Systems.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Entwicklung l\u00e4sst sich umgehen, wenn das Prinzip der \u00abfiskalischen \u00c4quivalenz\u00bb herrscht, welches besagt, dass der Kreis der Nutzniesser \u00f6ffentlicher Leistungen mit dem Kreis der Steuerzahler \u00fcberstimmen muss.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> In der Bundesverfassung ist dieser Grundsatz verankert, sodass sich die staatliche Aufgaben- und Kompetenzstruktur daran auszurichten h\u00e4tte.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Der \u00d6konom Charles B. Blankart geht einen Schritt weiter, indem er zus\u00e4tzlich eine \u00dcbereinstimmung mit dem Kreis der Entscheidungstr\u00e4ger verlangt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Einer solchen \u00abinstitutionellen Kongruenz\u00bb liegt die Idee zugrunde, dass externe Effekte ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, wenn die drei Kreise der Nutzniesser, Kosten- und Entscheidungstr\u00e4ger \u00fcbereinstimmen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wachsende Unzufriedenheit<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin System von zweckgebundenen Zuschl\u00e4gen, Subventionen, Finanztransfers aus Steueranteilen und Zusch\u00fcssen an die Kantone bewirkte in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, dass diese einen betr\u00e4chtlichen Anteil ihres politischen Gestaltungs- und Handlungsspielraums einb\u00fcssten. Immer mehr Verantwortung in an sich kantonalen Zust\u00e4ndigkeitsbereichen entfiel auf den Bund.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie wachsende Unzufriedenheit \u00fcber die Finanz- und Aufgabenverflechtung m\u00fcndete schliesslich in die Neugestaltung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA), welche 2004 von Volk und St\u00e4nden gutgeheissen wurde. Sie war Teil einer umfassenden F\u00f6deralismusreform, die mit der Revision der Bundesverfassung im Jahr 1999 eingeleitet wurde und die Beziehung von Bund und Kantonen auf eine neue Basis stellen sollte.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Anfang 2008 in Kraft getretene NFA basiert auf vier Pfeilern: Aufgaben- und Finanzierungsentflechtung, Einf\u00fchrung neuer Zusammenarbeits- und Finanzierungsformen, Ausbau der interkantonalen Zusammenarbeit mit einem Lastenausgleich sowie Schaffung eines transparenten und nachvollziehbaren Finanzausgleichs im engeren Sinne. Das erkl\u00e4rte Hauptziel der NFA war es, die Aufgaben und die Finanzierung zwischen Bund und Kantonen zu entflechten \u2013 wodurch der F\u00f6deralismus gest\u00e4rkt und weiterentwickelt werden sollte.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>NFA verfehlt Ziel<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie anl\u00e4sslich der NFA gehegten Erwartungen blieben allerdings teilweise unerf\u00fcllt. Weder konnten die Aufgaben- und Finanzverflechtungen wie erhofft dauerhaft aufgebrochen werden, noch wurde der Trend zur Zentralisierung kantonaler Aufgaben nachhaltig gestoppt. Aus fiskalpolitischer Perspektive ist zudem bedenklich, dass die angestrebte Aufgaben- und Finanzierungsentflechtung im Politalltag kaum mehr Beachtung findet, obwohl der Anstoss f\u00fcr die Reform aus dem immer komplexer gewordenen Vollzugsf\u00f6deralismus und den stetigen Aufgabenverlagerungen hin zum Bund herr\u00fchrte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRegelm\u00e4ssig werden die Einnahmen- oder Ausgabenanteile der einzelnen Staatsebenen betrachtet, um allf\u00e4llige Zentralisierungs- und Verflechtungstendenzen zu untersuchen. Gem\u00e4ss dieser Betrachtung haben sich die Ausgabenanteile von Bund, Kantonen und Gemeinden seit 1990 nicht sonderlich verschoben (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Man k\u00f6nnte zum Schluss gelangen, dass in diesem Zeitraum keine Zentralisierungs- oder Verflechtungstendenz der Staatst\u00e4tigkeit sp\u00fcrbar gewesen sei. Ein solches Fazit w\u00e4re jedoch tr\u00fcgerisch.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Ausgaben nach Staatsebenen (1990\u20132013)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='schaltegger_winistoerfer_10_17_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#schaltegger_winistoerfer_10_17_de').highcharts({\n   chart: {\n        type: 'area'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {\n        categories: [ '1990', '1991', '1992', '1993', '1994', '1995', '1996', '1997', '1998', '1999', '2000', '2001', '2002', '2003', '2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', '2010', '2011', '2012', '2013'],\n        tickmarkPlacement: 'on',\n        title: {\n            enabled: false\n        }\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n          labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + '%';\n            }\n        }\n    },\n     legend: {\n        reversed: true\n    },\n tooltip: {\n        pointFormat: '{point.y} Mio. 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Untersucht wurden Erlasse auf Bundesebene, die zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 1. Oktober 2016 neu geschaffen oder revidiert wurden. In den Datensatz aufgenommen wurden Rechts\u00e4nderungen, die zu einer Zentralisierung, einer Dezentralisierung oder einer Verflechtung von Aufgaben oder Finanzierungen gef\u00fchrt haben (f\u00fcr Definition siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm gesamten Untersuchungszeitraum f\u00fchrten 159 Rechts\u00e4nderungen zu neuen Zentralisierungen oder Finanzierungs- beziehungsweise Aufgabenverb\u00fcnden (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Eine Dezentralisierung konnte \u2013 mit Ausnahme der NFA-Vorlage selbst \u2013 nicht festgestellt werden. Vor der Annahme der NFA im November 2004 f\u00fchrten 32 Erlasse, im Zeitraum danach 127 Erlasse auf Verfassungs-, Gesetzes- oder Verordnungsstufe zu einer zus\u00e4tzlichen Zentralisierung oder Verflechtung. Aus den 159 Erlassen resultierten 44 Zentralisierungen und 115 Verflechtungen. Davon betrafen 8 die Verfassung (5%), 123 das Gesetzesrecht (77%) und 28 das Verordnungsrecht (18%). In 147 F\u00e4llen kam der politische Input zu Rechts\u00e4nderungen vom Bundesrat oder den eidgen\u00f6ssischen R\u00e4ten, in 7 F\u00e4llen vom Volk, und in lediglich 5 F\u00e4llen f\u00fchrten kantonale Konkordate zu einer zus\u00e4tzlichen Zentralisierung oder Verflechtung.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: <\/strong>Anzahl neue E<strong>rlasse mit Zentralisierungs- und Verflechtungscharakter auf Bundesebene (2000\u20132016)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/09\/Schaltegger_Abb_2_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-73006\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/09\/Schaltegger_Abb_2_DE-1170x687.png\" alt=\"\" width=\"1170\" height=\"687\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Schaltegger, Winst\u00f6rfer und F\u00e4ssler (2017) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNimmt man die Kategorien der Systematischen Rechtssammlung des Bundesrechts (SR) zu Hilfe, f\u00e4llt auf, dass rund ein F\u00fcnftel der gefundenen Verflechtungs- bzw. Zentralisierungserlasse in der Kategorie \u00abGesundheit, Arbeit, Soziale Sicherheit\u00bb anfallen (siehe <em>Abbildung 3<\/em>). Stark betroffen sind auch die beiden Kategorien \u00abWirtschaft, Technische Zusammenarbeit\u00bb und \u00abVolk, Staat, Beh\u00f6rden\u00bb. Am wenigsten kommt die Kategorie \u00abLandesverteidigung\u00bb vor, in der der Bund eine umfassende Aufgabenkompetenz hat.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Dasselbe gilt f\u00fcr die Kategorie \u00abFinanzen\u00bb, in die traditionelle zentralstaatliche T\u00e4tigkeiten wie das Zollwesen und das M\u00fcnzwesen fallen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 3: Zentralisierung und Verflechtung nach Kategorien (Anzahl, 2000\u20132016)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='schaltegger_winistoerfer_10_17_de_3'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#schaltegger_winistoerfer_10_17_de_3').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Volk, Staat, Beh\u00f6rden','Privat- und <br\/>Zivilrecht, Vollstreckung','Strafrecht, <br\/>Strafrechtspflege, Strafvollzug','Schule, <br\/>Wissenschaft, <br\/>Kultur','Landesverteidigung','Finanzen','\u00d6ffentliche <br\/>Werke, <br\/>Energie, Verkehr','Gesundheit, Arbeit, Soziale <br\/>Sicherheit','Wirtschaft, <br\/>Technische <br\/>Zusammenarbeit',\n],\n        \n        \n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        stackLabels: {\n            enabled: false,\n           \n        }\n    },\n    legend: {\n        reversed: true\n    },\n    tooltip: {\n        headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{series.name}: {point.y}'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            stacking: 'normal',\n            dataLabels: {\n                enabled: false,\n            }\n         \n        },\n        \n    },\n    series: [\n    {\n        name: 'Zentralisierung',\n        data: [6,4,7,6,2,3,6,5,5],\n        color:'#ffdd0c'\n    }, {\n        name: 'Verflechtung',\n        data: [18,5,7,15,4,4,11,29,22],\n                color:'#e84066'\n    },\n   ]\n});\n\n\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Schaltegger, Winist\u00f6rfer und F\u00e4ssler (2017) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie zeitliche Abfolge der Rechtssetzung l\u00e4sst erkennen, dass vor allem zwischen der Abstimmung \u00fcber die NFA im Herbst 2004 und ihrem Inkrafttreten Anfang 2008 ein Schub an Zentralisierungen und Verflechtungen einsetzte. In diesem Zeitraum wurden 32 einschl\u00e4gige Rechts\u00e4nderungen gefunden, die allesamt vom Bundesrat oder den eidgen\u00f6ssischen R\u00e4ten veranlasst wurden. Ein Beispiel ist die Revision der Bildungsverfassung im Jahr 2006. Auch nach dem Inkrafttreten der NFA finden sich 80 neue Zentralisierungen und Verflechtungen. Beispielsweise wurde mit dem Verfassungsartikel zur F\u00f6rderung der musikalischen Bildung diese teilweise zu einer gemeinsamen Aufgabe von Bund und Kantonen erkl\u00e4rt.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Ausl\u00f6ser f\u00fcr Zentralisierungen und Verflechtungen kann auch vom Volk ausgehen, wie die 2012 angenommene Zweitwohnungsinitiative zeigt.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a> Der Grund liegt darin, dass die Initianten von Volksinitiativen ihr Anliegen regelm\u00e4ssig im ganzen Land verwirklicht sehen m\u00f6chten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVergleicht man die Trends in den verschiedenen Zeitperioden, ist nach Inkrafttreten der NFA gar eine Zunahme der Zentralsierungen und Verflechtungen festzustellen. W\u00e4hrend vor der Abstimmung zur NFA j\u00e4hrlich durchschnittlich rund sieben Erlasse zu Zentralisierungen oder Verflechtungen f\u00fchrten, sind es nach Inkrafttreten der NFA j\u00e4hrlich rund elf Erlasse. Die neu geschaffenen Instrumente des kooperativen F\u00f6deralismus \u2013 die Programmvereinbarungen bei der Umsetzung von Bundesrecht, die St\u00e4rkung der interkantonalen Organe, die M\u00f6glichkeit zur Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung und der Beteiligungspflicht bei interkantonalen Vertr\u00e4gen \u2013 werden diesen Trend weiter beg\u00fcnstigen.<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a> Hinzu kommt, dass die institutionelle Absicherung der Aufgaben- und Finanzierungsentflechtung ungen\u00fcgend ist.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Subsidiarit\u00e4tsprinzip nur auf dem Papier<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas im Zuge der NFA in der Bundesverfassung verankerte Subsidiarit\u00e4tsprinzip \u2013 wonach der Bundesstaat dann aktiv in die Angelegenheiten der Kantone eingreifen soll, wenn diese selbst dazu nicht in der Lage sind \u2013 hat sich bestenfalls als vage, unverbindliche Leitlinie erwiesen.<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a> Auch die Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Zuweisung und die Erf\u00fcllung staatlicher Aufgaben, welche das Prinzip der fiskalischen \u00c4quivalenz auf Verfassungsebene heben und das bundesstaatliche Subsidiarit\u00e4tsprinzip konkretisieren, haben bisher ihre Wirkung nicht entfalten k\u00f6nnen.<a href=\"#footnote_15\" id=\"footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor\">[15]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Aufwertung des Subsidiarit\u00e4tsprinzips und des Prinzips der fiskalischen \u00c4quivalenz durch die Gerichte, aber auch durch die politischen Akteure k\u00f6nnte die schleichende Zentralisierung im schweizerischen Bundesstaat einschr\u00e4nken. Die Einsch\u00e4tzung des Bundesrats, dass es dem schweizerischen Staatsverst\u00e4ndnis fremd w\u00e4re, die Interpretation des Subsidiarit\u00e4tsprinzips gerichtlichen Institutionen \u00fcbertragen zu wollen, enthebt weder ihn noch das Parlament ihrer Verantwortung.<a href=\"#footnote_16\" id=\"footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor\">[16]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist darum zu begr\u00fcssen, wenn k\u00fcnftig Vorlagen, welche die Aufgabenteilung und -erf\u00fcllung durch Bund und Kantone ber\u00fchren, speziell auf ihre Vereinbarkeit mit dem Subsidiarit\u00e4tsprinzip und dem Prinzip der fiskalischen \u00c4quivalenz gepr\u00fcft werden, wie es der Bundesrat in seiner Antwort auf das Postulat des ehemaligen Urner GLP-St\u00e4nderats Markus Stadler in Aussicht stellte.<a href=\"#footnote_17\" id=\"footnote-anchor_17\" class=\"inline-footnote__anchor\">[17]<\/a> Ob diese Massnahme zur Eind\u00e4mmung der Zentralisierungs- und Verflechtungstendenzen beitr\u00e4gt, wird sich weisen. Zur Bewahrung eines lebendigen F\u00f6deralismus bedarf es sicherlich noch weiterer institutioneller Absicherungen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Erneute \u00dcberpr\u00fcfung sinnvoll<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Entwicklungen des vergangenen Jahrzehnts zeigen deutlich: Die Schweiz hat sich \u2013 entgegen den urspr\u00fcnglichen Zielen der NFA \u2013 weiter in Richtung der Politikverflechtungsfalle bewegt und sich so in ihrer Reform- und Handlungsf\u00e4higkeit eingeschr\u00e4nkt; es droht eine Perpetuierung des Status quo.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa in Zeiten eines versch\u00e4rften Standortwettbewerbs eine regelm\u00e4ssige \u00dcberpr\u00fcfung der Verwaltungsaufgaben wesentlich f\u00fcr den Erfolg eines Landes ist, scheint eine erneute \u00abNeugestaltung der Aufgabenteilung\u00bb folgerichtig. Idealerweise w\u00e4re dies mit einem Trennsystem verbunden, das konsequent auf Ausgaben- und Einnahmenverb\u00fcnde zwischen den Staatsebenen verzichtet. Nur wenn der Kreis der Kostentr\u00e4ger und Nutzniesser mit demjenigen der Entscheidungstr\u00e4ger identisch ist \u2013 wenn also dieselben Personen, welche es auch finanzieren, \u00fcber das Angebot an \u00f6ffentlichen Leistungen bestimmen \u2013, lassen sich die Zentralisierungs- und Verflechtungstendenzen langfristig eind\u00e4mmen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Schaltegger\/Winist\u00f6rfer (2014): 184 ff.; Blankart (2011): 615 ff sowie Oates (1999): 1122.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Buchanan\/Brennan (1980): 203.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Scharpf (1985): 349 f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Olson (1969): 483.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Art. 43a Abs. 2 und 3 BV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Blankart (2011): 628 f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Schaltegger\/Weder (2011): 91 f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Bundesrat (2001): 2305.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Bundesrat (2001): 2332 f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Art. 57\u201361 BV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Art. 67a BV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Art. 75b BV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Siehe Schaltegger\/Winist\u00f6rfer (2014): 201 ff.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">Art. 5a BV sowie BGE 138 I 378 ff. (395), E. 8.4.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_15\" class=\"footnote--item\">Art. 43a BV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_16\" class=\"footnote--item\">Bundesrat (2001): 2458.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_17\" class=\"footnote--item\">Bericht des Bundesrates vom 12. September 2014 in Erf\u00fcllung des Postulats 12.3412.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_17\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Verwaltungsaufgaben sollen auf welcher Staatsebene angelegt werden? Die Theorie des \u00abfiskalischen F\u00f6deralismus\u00bb sagt dazu: Die Aufgaben sind so auf Bund, Kantone und Gemeinden zu verteilen, dass sie m\u00f6glichst effizient erbracht werden.&#13; &#13; Vieles spricht f\u00fcr eine dezentrale Aufgabenerf\u00fcllung: Nachgelagerte Gebietsk\u00f6rperschaften wie die Kantone k\u00f6nnen \u00f6ffentliche Leistungen entsprechend den B\u00fcrgerpr\u00e4ferenzen bereitstellen, weil sie besser auf [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2807,"featured_media":24572,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[228],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2807,"seco_co_author":[3915,4591,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Prof. Dr., Direktor, Institut f\u00fcr Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universit\u00e4t Luzern","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur, Institut de politique \u00e9conomique suisse (IWP) et professeur d\u2019\u00e9conomie politique, Universit\u00e9 de Lucerne","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3915,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Doktorand an der Universit\u00e4t Luzern","seco_co_author_post_occupation_fr":"Doctorant \u00e0 l\u2019universit\u00e9 de Lucerne"},{"seco_co_author":4591,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Student, Master of Arts in Politischer \u00d6konomie an der Universit\u00e4t Luzern","seco_co_author_post_occupation_fr":"\u00c9tudiant, titulaire d\u2019une ma\u00eetrise en \u00e9conomie politique de l\u2019universit\u00e9 de Lucerne"}],"short_title":"Verflechtungen bedrohen F\u00f6deralismus","post_lead":"Zehn Jahre nach dem Inkrafttreten der \u00abNeugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung\u00bb (NFA) wird klar: Die Zentralisierungstendenzen wurden nicht gestoppt, und die Verflechtungen zwischen Bund und Kantonen nehmen weiter zu.","post_hero_image_description":"Immer st\u00e4rker ineinander verwoben: Bund und Kantone.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n \t<li>Blankart, Charles B. (2011). \u00d6ffentliche Finanzen in der Demokratie, 8. Aufl., M\u00fcnchen 2011.<\/li>&#13;\n \t<li>Bundesrat (2001). Botschaft zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 14. November 2001, BBl 2002: 2291\u20132559.<\/li>&#13;\n \t<li>Buchanan, James M. und Brennan, Geoffrey (1980). The Power to Tax: Analytical Foundation of a Fiscal Constitution, Cambridge.<\/li>&#13;\n \t<li>Eidgen\u00f6ssische Finanzverwaltung (2016). Ausgaben der \u00f6ffentlichen Haushalte. Bern.<\/li>&#13;\n \t<li>Oates, Wallace E. (1999). An Essay on Fiscal Federalism, in: Journal of Economic Literature 37, S. 1120\u20131149.<\/li>&#13;\n \t<li>Olson, Mancur (1969). The Principle of \u00abFiscal Equivalence\u00bb: The Division of Responsibilities Among Different Levels of Government, in: The American Economic Review 59, S. 479\u2013487.<\/li>&#13;\n \t<li>Schaltegger, Christoph A. und Weder, Martin (2011). Finanzausgleichsreform in der Schweiz aus Prozesssicht, in: Peter Biwald, Peter Bussj\u00e4ger, Hans Pitlik und Margrit Schratzenstaller (Hgg.), Koordinierung der Finanzpolitik im Bundesstaat: Stabilit\u00e4tspolitik \u2013 Finanzausgleich \u2013 Verschuldungsgrenze, Wien\/Graz, S. 75\u201399.<\/li>&#13;\n \t<li>Schaltegger, Christoph A. und Winist\u00f6rfer, Marc M. (2014). Zur Begrenzung der schleichenden Zentralisierung im Schweizerischen Bundesstaat, in: ORDO \u2013 Jahrbuch\u00a0 f\u00fcr die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft. Band 65, S. 182\u2013228.<\/li>&#13;\n \t<li>Scharpf, Fritz W. (1985). Die Politikverflechtungs-Falle: Europ\u00e4ische Integration und deutscher F\u00f6deralismus im Vergleich, in: Politische Vierteljahresschrift 26, S. 323\u2013356.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Zentralisierung, Verflechtung und Dezentralisierung","kasten_box":"<ul>&#13;\n \t<li><strong>Zentralisierung:<\/strong> Eine vormals eigenst\u00e4ndige kantonale Aufgabe und\/oder Finanzkompetenz wird fortan ausschliesslich auf den Bund \u00fcbertragen;<\/li>&#13;\n \t<li><strong>Verflechtung:<\/strong> Eine vormals eigenst\u00e4ndige Aufgabe und\/oder Finanzkompetenz des Bundes oder der Kantone wird fortan von Bund und Kantonen gemeinsam ausge\u00fcbt;<\/li>&#13;\n \t<li><strong>Dezentralisierung<\/strong>: Eine vormals eigenst\u00e4ndige Aufgabe und\/oder Finanzkompetenz des Bundes wird fortan ausschliesslich auf die Kantone \u00fcbertragen.<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":108677,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":108681,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"71687","post_abstract":"Ziel der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung (NFA) war es beim Inkrafttreten im Jahr 2008, das in den Vorjahren immer komplexer gewordene Beziehungsgeflecht zwischen Bund und Kantonen zu entwirren und die meisten Aufgaben sowie deren Finanzierung einer einzigen Staatsebene zuzuweisen. Dadurch sollten Bund und Kantone in ihrem Handlungs- und Gestaltungsspielraum gest\u00e4rkt und die \u00f6ffentlichen Leistungen effizienter erbracht werden. Die Erwartungen wurden allerdings nicht erf\u00fcllt, wie eine Untersuchung der Rechtssetzungsprojekte in den ersten 16 Jahren nach der Jahrtausendwende zeigt. So hat der Zentralisierungsprozess erneut zugenommen, und es wurden neue Ausgaben- und Einnahmenverb\u00fcnde geschaffen. Zudem ist inzwischen ein Teil der im Rahmen der NFA get\u00e4tigten Aufgabenentflechtungen und Dezentralisierungen bereits wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht worden. Da sich die Schweiz dadurch zusehends in ihrer Reform- und Handlungsf\u00e4higkeit einschr\u00e4nkt, scheint eine erneute Debatte \u00fcber die Aufgabenteilung zwischen den Staatsebenen angezeigt.","magazine_issue":"10\/2017","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20170726","original_files":[{"file":108689},{"file":108693},{"file":108697}],"external_release_for_author":"20170831","external_release_for_author_time":"19:30:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/596cd106241f1"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108674"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2807"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=108674"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108674\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126348,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108674\/revisions\/126348"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4591"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3915"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2807"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=108674"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=108674"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=108674"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=108674"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=108674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}