{"id":108973,"date":"2017-07-25T15:05:58","date_gmt":"2017-07-25T15:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/07\/guzzella-interview-08-09-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:05:52","modified_gmt":"2023-08-23T21:05:52","slug":"guzzella-interview-08-09-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/07\/guzzella-interview-08-09-2017\/","title":{"rendered":"\u00abMenschen machen den Unterschied\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Herr Guzzella, wer kauft die ETH-Souvenirs wie Tassen, Krawatten oder Nuggis im ETH Store?<\/strong><\/div>\n<p>Die Studierenden, deren Eltern, Grosseltern und Touristen \u2013 alle m\u00f6glichen Leute. Wenn ich ins Ausland reise, kaufe ich auch dort ein und bringe den Kollegen kleine Gastgeschenke. Das t\u00f6nt jetzt vielleicht etwas seltsam f\u00fcr eine Hochschule, aber das Ziel ist, die Marke ETH bekannter zu machen und damit das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl unter Studierenden und Mitarbeitenden zu st\u00e4rken.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Die ETH Z\u00fcrich ist die beste Universit\u00e4t Kontinentaleuropas und die beste nicht englischsprachige Universit\u00e4t der Welt. Freut Sie das?<\/strong><\/div>\n<p>Ich halte nicht viel von solchen Reihenfolgen. Eine Universit\u00e4t ist kein Sportanlass.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Und doch geh\u00f6rt die ETH zu den Top-Hochschulen weltweit. Welchen Einfluss haben Sie als Pr\u00e4sident?<\/strong><\/div>\n<p>Ich definiere im Gespr\u00e4ch mit der Schulleitung und den Departementen die groben Ziele der Strategie. Wir wollen zwei Bereiche noch st\u00e4rker bearbeiten: den ganzen Bereich der Daten- und Computerwissenschaften, der Informatik und der k\u00fcnstlichen Intelligenz. Zum anderen den Gesundheitsbereich mit den Lifesciences, der Medizin und der Verbindung zur Molekularbiologie und dem Ingenieurwesen. Meine zweite wesentliche Aufgabe ist es, neue Professorinnen und Professoren zu berufen und dem ETH-Rat zur Wahl vorzuschlagen. Das ist entscheidend, denn Menschen machen den Unterschied. Sie k\u00f6nnen noch so gute Strukturen und viele Mittel haben \u2013 am Schluss sind es die Menschen, die \u00fcber den Erfolg entscheiden. Schliesslich ist es auch eine Aufgabe des Pr\u00e4sidenten, mit der Politik und den Medien im Gespr\u00e4ch zu bleiben. Besonders f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Hochschule ist die Kommunikationsaufgabe sehr wichtig.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Wie lautet der Auftrag des Bundesrates an die ETH?<\/strong><\/div>\n<p>Der Bundesrat will, dass wir f\u00fcr dieses Land etwas N\u00fctzliches tun, indem wir Spitzenforschung und -lehre sowie Wissens- und Technologietransfer machen. Das Wichtigste f\u00fcr mich ist, der Schweiz zu helfen, weiterhin so erfolgreich zu sein.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Die ETH ist stark gewachsen. Mit knapp 20\u2019000 Studierenden ist die Zahl in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen. Leidet nicht die Qualit\u00e4t des Unterrichtes darunter?<\/strong><\/div>\n<p>Wenn sich die neusten Sparpl\u00e4ne unserer Eigner bewahrheiten, bekommen wir n\u00e4chstes Jahr weniger Mittel. Insbesondere das Betreuungsverh\u00e4ltnis wird schlechter werden, und das macht uns nat\u00fcrlich Sorgen. Damit wir uns richtig verstehen: Mehr Geld im System bedeutet nicht automatisch, dass alles besser wird. Aber wenn Sie dem System Geld entziehen, dann wird es schlechter. Deshalb pl\u00e4diere ich f\u00fcr langfristigere Budgetperioden. Wir brauchen Planungssicherheit, damit wir uns auch nachhaltig entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Die ETH soll gem\u00e4ss den Zielen des Bundesrates ihre Spitzenposition wahren. Daf\u00fcr holen Sie auch die besten Professoren und Forscher nach Z\u00fcrich. Schr\u00e4nken Sie die Rahmenbedingungen des Bundes dabei ein?<\/strong><\/div>\n<p>Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Autonomie, Offenheit und gen\u00fcgend Mittel: Wir m\u00fcssen autonom entscheiden k\u00f6nnen, auf welchen Gebieten wir forschen wollen, weil wir die Experten auf diesem Gebiet sind. Wir brauchen Offenheit, das heisst, wir brauchen den Zugang zum globalen \u2013 nicht nur zum europ\u00e4ischen \u2013 Talentpool. Und wir brauchen gen\u00fcgend finanzielle Mittel, um im globalen Wettbewerb bestehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Schr\u00e4nken Sie die Kontingente f\u00fcr Drittstaaten und der Inl\u00e4ndervorrang light also ein?<\/strong><\/div>\n<p>Einschr\u00e4nken ist zu hart \u2013 aber es macht meinen Job sicher nicht einfacher.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Im vergangenen Jahr waren von 40 neuen Professoren nur 8 Schweizer. K\u00f6nnen Sie das Verh\u00e4ltnis aufrechterhalten unter den aktuellen und geplanten Rahmenbedingungen?<\/strong><\/div>\n<p>Wir freuen uns immer, wenn sich Schweizerinnen und Schweizer in den Berufungsprozessen durchsetzen, und wir berufen diese dann mit hervorragenden Resultaten. Aber wir brauchen auch den Zugang zum globalen Talentpool. Ich hoffe sehr, dass wir weiterhin mit gleich langen Spiessen wie unsere Konkurrenten die besten K\u00f6pfe weltweit anwerben k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Ein umfassender Bericht des Staatssekretariats f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation zu Forschung und Innovation gibt der Schweiz im L\u00e4ndervergleich zwar sehr gute Noten. Im Direktvergleich mit Regionen wie dem deutschen Baden-W\u00fcrttemberg oder dem amerikanischen Neuengland schmilzt der Vorsprung jedoch. Welche Schl\u00fcsse ziehen Sie daraus?<\/strong><\/div>\n<p>Wir d\u00fcrfen das, was wir in der Vergangenheit gut gemacht haben, nicht vergessen: das absolute Streben nach Qualit\u00e4t und nach h\u00f6chsten Leistungen, nach Verl\u00e4sslichkeit und schweizerischer Pr\u00e4zision. Das darf nicht untergehen, wenn wir diesen Vorsprung halten wollen. Doch dieses Erfolgsrezept ist heute allen klar: Investiere in Bildung, Forschung, Wissenstransfer und Innovation. Singapur, als Kleinstaat ohne Ressourcen in einer vergleichbaren Situation wie die Schweiz, hat das Budget im Bereich Forschung und Innovation um 25 Prozent gesteigert. Das ist das Schwierigste: Wir waren sehr gut und sind es immer noch, aber die anderen holen auf.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Was m\u00fcssen wir also tun?<\/strong><\/div>\n<p>Wir sind in einer Konkurrenzsituation. Um an der Spitze zu bleiben, m\u00fcssen wir Gas geben. Ausser der Pharmaindustrie generiert kein anderer Bereich mehr grosses Wachstum in Bezug auf Umsatz und Besch\u00e4ftigung. Deshalb setze ich mich pers\u00f6nlich ein f\u00fcr die Digitalisierungsoffensive. Wir Schweizer m\u00fcssen versuchen, noch mehr in diesem Bereich zu investieren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Die Schweiz ist seit Anfang Jahr wieder voll bei Horizon 2020 assoziiert. Ist alles wieder im Lot?<\/strong><\/div>\n<p>Zum Gl\u00fcck sind wir wieder im EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 aufgenommen worden. Herzlichen Dank an die Politik und an Bundesrat Schneider-Ammann, der sich hier speziell eingesetzt hat. Horizon 2020 hat zwei grosse Bereiche: Die Projektf\u00f6rderung ist besonders f\u00fcr die Wirtschaft wichtig. Die Personenf\u00f6rderung ist extrem wichtig f\u00fcr die ETH, denn der European Research Council (ERC) spricht Stipendien und Forschungspreise aus. Und diese ERC-Awards sind entscheidend f\u00fcr uns. In der letzten Runde haben acht Forschende von uns einen Preis gewonnen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Und warum ist es so wichtig, dabei zu sein? <\/strong><\/div>\n<p>Professorinnen und Wissenschaftler sind \u00fcber fachliche Motive angetrieben. Sie sind nicht prim\u00e4r Menschen, die \u00fcber Geld motiviert werden. Ein Wissenschaftler will aufgrund seiner fachlichen Spitzenleistungen in seiner Community anerkannt sein. Diese Anerkennung erzielt er in erster Linie durch Preise. Diese ERC-Awards haben ein bisschen die Rolle eines Mini-Nobelpreises. Wenn die ETH nicht mehr mitmachen k\u00f6nnte im ERC-Wettbewerb und bei Horizon 2020, dann w\u00fcrden die Leute nicht mehr zu uns kommen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist Ihnen wichtig. Es gibt verschiedene Ans\u00e4tze, das zu sehen. Grunds\u00e4tzlich: Ist es nicht eine Frage der Unabh\u00e4ngigkeit, dass die Zusammenarbeit nicht zu eng sein sollte?<\/strong><\/div>\n<p>Diese Frage wird mir oft gestellt, aber ich verstehe sie einfach nicht. Ich habe fast 20 Jahre als Professor gearbeitet und intensiv mit der Wirtschaft kooperiert. Es ist nur einmal vorgekommen, dass eine Firma versucht hat, Einfluss darauf zu nehmen, was wir machen. Ich habe den Vertrag sofort gek\u00fcndigt, das Geld zur\u00fcckgegeben und nie wieder mit dieser Firma zusammengearbeitet. Alle anderen hundert Kontakte, die wir hatten, waren absolut problemlos. Wir haben ein gemeinsames Interesse gehabt auf einem Gebiet, und wir haben beide profitiert. Auch die Hochschulen profitieren vom Wissen in der Wirtschaft, etwa was die Praxisrelevanz der Probleme angeht. Nat\u00fcrlich gibt es auch m\u00f6gliche Interessenkonflikte. Aber die muss man einfach offen ansprechen und l\u00f6sen. Und wenn sie nicht l\u00f6sbar sind, verzichtet man auf eine Kooperation.<\/p>\n<h3><strong>Mit dem World Food System Center haben Sie ein Kompetenzzentrum f\u00fcr Weltern\u00e4hrung gegr\u00fcndet. Auch Grosskonzerne wie Nestl\u00e9 und Syngenta sind Sponsoren.<\/strong><\/h3>\n<p>Wir sprechen in diesem Zusammenhang nicht von Sponsoring, sondern von Donationen. Nestl\u00e9 hat mit der Schenkung die Forschung gef\u00f6rdert, Syngenta hat die Einrichtung einer neuen Professur f\u00fcr nachhaltige Agrar\u00f6kosysteme unterst\u00fctzt. Es gibt klare Rahmenbedingungen f\u00fcr Donationen, von denen wir nicht abweichen. Wir legen all diese Vertr\u00e4ge offen. Es gibt nichts zu verheimlichen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Nestl\u00e9 erkauft sich als Grossfirma ETH-Forschung und kann dann die Produkte kommerziell verkaufen. Ist das nicht verwerflich?<\/strong><\/div>\n<p>Nestl\u00e9 erh\u00e4lt durch seine Schenkung Zugang zu unseren Forschenden und ist Teil eines Industrienetzwerks, an dem auch Firmen wie B\u00fchler, Migros und Coop sowie Fenaco beteiligt sind. Die Zusammenarbeit kann mithelfen, eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit zu bew\u00e4ltigen. Wenn die Firma dadurch bessere Produkte entwickeln kann und Arbeitspl\u00e4tze schafft, hilft das der ganzen Schweiz. Ich kann Ihre Emp\u00f6rung beim besten Willen nicht teilen.<\/p>\n<h3><strong>Um bei Nestl\u00e9 zu bleiben: Das Unternehmen erh\u00e4lt von der ETH eine Forschungsdienstleistung, die teilweise vom Bund mitfinanziert wird. Wenn Nestl\u00e9 das selber finanzieren m\u00fcsste, w\u00fcrde sie das m\u00f6glicherweise nicht machen.<\/strong><\/h3>\n<p>Wir arbeiten mit Nestl\u00e9 und vielen weiteren Firmen zusammen und sind froh dar\u00fcber. Dies entspricht unserem gesetzlichen Auftrag: Die Hochschulen sind angehalten, mit der Wirtschaft und der Industrie zusammenzuarbeiten. Es wird immer wieder gefordert, wir m\u00fcssten mehr Drittmittel erwirtschaften, weil die Bundesmittel zur\u00fcckgehen, und wir m\u00fcssten initiativer werden.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Wie ist es beim brasilianischen \u00d6lkonzern Petrobras? Der unterst\u00fctzt auch Forschung. Inwiefern ist die ETH mit diesem Konzern verbunden?<\/strong><\/div>\n<p>Das war nicht in meiner Amtszeit, und deshalb kenne ich keine Details dazu. Aber ich m\u00f6chte mit Ihnen gerne \u00fcber Google sprechen. Google ist sicher nicht nur wegen der ETH in Z\u00fcrich. Aber ich kann Ihnen garantieren: Wenn die ETH nicht hier w\u00e4re, w\u00e4re Google auch nicht hier. Es ist gut f\u00fcr unser Land, dass Google in Z\u00fcrich 2000 hochwertige Arbeitspl\u00e4tze geschaffen hat und im Hightech-Bereich das gr\u00f6sste Forschungslabor ausserhalb der USA betreibt. Es ist gut f\u00fcr unser Land, dass Google Pl\u00e4ne hat, die Anzahl Arbeitspl\u00e4tze auszubauen. Und es ist gut f\u00fcr unser Land, dass wenn Google in Z\u00fcrich ist, auch Microsoft, Facebook, Apple und andere IT-Firmen anfangen, sich f\u00fcr diese Stadt zu interessieren.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Wie ist diese Zusammenarbeit entstanden? <\/strong><\/div>\n<p>Einer der f\u00fchrenden Mitarbeiter von Google, Urs H\u00f6lzle, hat bei uns studiert. Ihm ist es zu verdanken, dass Google ein erstes B\u00fcro in Z\u00fcrich er\u00f6ffnete, weil er ja als ETH-Absolvent wusste, dass hier gut ausgebildete Informatiker zu finden sind. Danach spielte das an der ETH erarbeitete Grundlagenwissen im Bereich Kartografie eine Rolle, weil daraus eine Firma entstand, die dann von Google aufgekauft wurde.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Liefert die ETH Antworten auf dringliche gesellschaftliche Fragen?<\/strong><\/div>\n<p>O ja, das tut sie. Um nur drei Beispiele zu nennen: Beitr\u00e4ge zur Klimaforschung und zur Reduktion von Treibhausgasen, neue Methoden zur Diagnose und Therapie von schweren Krankheiten und neue Technologien und Spin-off-Firmen im Bereich der Digitalisierung.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Sie haben im PAC-Car-Projekt beispielsweise den Weltrekord im Fahren mit einem wasserstoffbetriebenen Auto errungen. Aber der Wagen war nicht alltagstauglich. Was ist eine Innovation wert, welche die Marktreife nicht erreicht hat?<\/strong><\/div>\n<p>Das Ziel des Studentenprojektes war es nicht, ein Produkt zu entwickeln, das auf den Markt kommt. Das Ziel war es, Leute auszubilden. An diesem Projekt haben w\u00e4hrend vier bis f\u00fcnf Jahren \u00fcber 100 Studierende mitgearbeitet. Und von diesen Studierenden sind einige heute in der Wirtschaft t\u00e4tig\u00a0und setzen Konzepte und Ideen, die sie im Studium gelernt haben, in Massenprodukte um. Ein weiterer Zweck war es, f\u00fcr die ETH Visibilit\u00e4t zu schaffen: Es ist nicht so schlecht, wenn man einen Weltrekord aufstellt, denn dann ist man ja per Definition der Beste der Welt.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Und doch muss man den Studenten beibringen, wie sie ein Start-up gr\u00fcnden k\u00f6nnen?<\/strong><\/div>\n<p>In diesem komplexen Projekt \u00fcber mehrere Jahre lernten die Studierenden vieles. Wie organisiert man sich, wie geht man mit Konflikten im Team um? Wie beschafft man Geld? Es ist daher kein Zufall, dass jede zweite Woche an der ETH eine Spin-off-Firma gegr\u00fcndet wird und viele davon \u00e4usserst erfolgreich sind.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Die ETH hat sogenannte Exosuits entwickelt, die Behinderten beim Gehen helfen. Das mediale Interesse beim Cybathlon im letzten Jahr war riesig. Wie geht es weiter in diesem Bereich?<\/strong><\/div>\n<p>Wir haben beschlossen, im Jahr 2020 den n\u00e4chsten Cybathlon-Anlass zu organisieren. Zudem wollen wir mit der Rehabilitation-Engineering-Initiative den wichtigen Bereich der Assistenzsysteme f\u00fcr behinderte Menschen an der ETH verst\u00e4rken.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Gibt es jetzt Firmen, die diese Produkte auch verkaufen?<\/strong><\/div>\n<p>Ja, Dutzende. Spin-offs der EPFL und der ETH, aber auch kleine und grosse Firmen im In- und Ausland steigen hier ein. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es einen Markt daf\u00fcr. Wir wollen Ideen und Visionen kreieren und Enthusiasmus schaffen, damit nachher gesellschaftlicher Nutzen entsteht. Denn will man, dass m\u00f6glichst viele Menschen mit Behinderung davon profitieren k\u00f6nnen, muss so ein Exosuit billiger werden. Das kann nur \u00fcber Massenfertigung und optimierte Prozesse geschehen.<\/p>\n<div class=\"content-copy-questions\"><strong>Ist die EPFL eine Partnerin oder eine Konkurrentin der ETH?<\/strong><\/div>\n<p>Wir arbeiten in vielen Gebieten sehr gut mit der EPFL zusammen, beispielsweise betreiben wir seit Kurzem gemeinsam das Swiss Data Science Center. Aber es gibt auch Wettbewerb, und das ist gut so. Es ist ein Gl\u00fcck f\u00fcr die Schweiz, dass sie \u00fcber zwei hervorragende technische Hochschulen verf\u00fcgt. Beide sind enorm wichtig, damit wir als Land aus den sich bietenden Chancen des digitalen Wandels das Beste machen k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Guzzella, wer kauft die ETH-Souvenirs wie Tassen, Krawatten oder Nuggis im ETH Store? Die Studierenden, deren Eltern, Grosseltern und Touristen \u2013 alle m\u00f6glichen Leute. Wenn ich ins Ausland reise, kaufe ich auch dort ein und bringe den Kollegen kleine Gastgeschenke. 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Anschliessend arbeitete er in der Forschung bei den beiden Industrieunternehmen Sulzer und Hilti. Seit 1993 ist er wieder an der ETH, erst als Assistenzprofessor am Departement f\u00fcr Maschinenbau und Verfahrenstechnik und seit 1999 als ordentlicher Professor f\u00fcr Thermotronik. In seiner Forschung besch\u00e4ftigte er sich unter anderem mit der Reduktion des Verbrauchs und der Schadstoffemissionen von Antriebssystemen. Zwischen 2012 und 2014 war er Rektor der ETH. In dieser Zeit war er gleichzeitig immer noch in der Forschung und der Lehre an der ETH aktiv. Seit seiner Ernennung 2015 konzentriert er sich auf sein Amt als Pr\u00e4sident der ETH."},{"kasten_title":"Finanzierung durch Drittmittel wird immer wichtiger","kasten_box":"Insgesamt beliefen sich die Einnahmen der ETH im Jahr 2016 auf 1,7 Milliarden Franken. Diese setzten sich zusammen aus einem Globalbudget des Bundes in der H\u00f6he von 1247 Millionen Franken und Drittmitteleinnahmen von insgesamt 453 Millionen Franken. Zu den Drittmitteln z\u00e4hlen Donationen von Unternehmen und Privatpersonen (62 Millionen), projektorientierte Forschungsbeitr\u00e4ge (315 Millionen) und eigenerwirtschaftete Ertr\u00e4ge der ETH (76 Millionen) wie beispielsweise Schulgelder und Ertr\u00e4ge aus diversen Dienstleistungen. Die Drittmittel werden immer wichtiger f\u00fcr die ETH. 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