{"id":109198,"date":"2017-07-25T15:05:51","date_gmt":"2017-07-25T15:05:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/07\/truetsch-08-09-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:05:27","modified_gmt":"2023-08-23T21:05:27","slug":"bankkarten-verdraengen-bargeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/07\/bankkarten-verdraengen-bargeld\/","title":{"rendered":"Bankkarten verdr\u00e4ngen Bargeld"},"content":{"rendered":"<p>In der Schweiz existiert eine Reihe von Zahlungsmitteln. Diese lassen sich grob in bare Zahlungsmittel wie M\u00fcnzen, Noten und Checks sowie in elektronische Zahlungsmittel wie Bankkarten unterteilen. Letztere existieren in der Schweiz erst seit den F\u00fcnfzigerjahren, als Kreditkarten eingef\u00fchrt wurden. Ab den Neunzigerjahren etablierten sich dann die Debitkarten.<\/p>\n<p>Aussagen zur Entwicklung der Bargeldzahlungen sind immer mit Messproblemen verbunden, da diese anonym und nicht verfolgbar sind. Es gibt jedoch einige M\u00f6glichkeiten, die Bedeutung des Bargelds als Zahlungsmittel approximativ zu quantifizieren. Eine Variante ist die Analyse der Bargeldquote und der Bargeldumlaufquote. Der erste empirische Indikator misst das Verh\u00e4ltnis des Noten- und M\u00fcnzumlaufs zum Geldmengenaggregat M1, w\u00e4hrend die Bargeldumlaufquote den Bargeldumlauf in Relation zum Bruttoinlandprodukt (BIP) setzt. Der Bargeldumlauf umfasst einerseits den Noten- und M\u00fcnzumlauf inklusive des Bargeldbestands bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Andererseits beinhaltet er die Giroguthaben von Versicherungen und \u00f6ffentlichen Verwaltungen (ohne Bund) bei der SNB sowie exklusive Noten und M\u00fcnzen, welche bei den Banken aufbewahrt werden.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Die Bargeldumlaufquote reagiert weniger empfindlich auf Geldmarktinterventionen der SNB als die Bargeldquote, da das BIP weniger stark schwankt als die direkt beeinflussbare Geldmenge M1. Je h\u00f6her die beiden Quoten, desto bedeutsamer ist generell das Bargeld in einer Volkswirtschaft.<\/p>\n<h2><strong>Bargeldquote seit 1990 halbiert<\/strong><\/h2>\n<p>Seit 1990 ist die Bedeutung des Bargelds stark gesunken: W\u00e4hrend die Bargeldquote damals noch 26 Prozent betrug, sank sie bis Ende 2016 auf 14 Prozent (siehe <em>Abbildung 1<\/em>) Die Bargeldumlaufquote blieb bis Ende 2008 mit rund 7 Prozent durchgehend stabil. Der Bargeldumlauf ging folglich Hand in Hand mit dem BIP-Wachstum. Von 2008 bis Ende 2016 stieg die Umlaufquote jedoch graduell auf 12 Prozent an. Damit hat sich der Bargeldumlauf in dieser Periode vom BIP-Wachstum entkoppelt \u2013 was f\u00fcr eine Bedeutungszunahme des Bargelds spricht.<\/p>\n<p>Woher r\u00fchren diese teils gegens\u00e4tzlichen Beobachtungen? Die Bedeutungszunahme des Bargelds seit 2008 l\u00e4sst sich vor allem mit dem starken Wertanstieg des Bestands an Tausendernoten begr\u00fcnden, der im Verh\u00e4ltnis zum BIP innerhalb von sechs Jahren von 4,7 auf 7,4 Prozent zugenommen hat, w\u00e4hrend das Verh\u00e4ltnis der anderen St\u00fcckelungen mehr oder weniger stabil blieb: Mittlerweile decken die Tausendernoten rund 62 Prozent des Gesamtwertes des Notenumlaufs ab. In der Konsequenz hat die Bedeutung des Bargelds als Zahlungsmittel seit 1990 stark abgenommen, wohingegen das Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel vor allem seit 2008 zusehends an Relevanz gewonnen hat.<\/p>\n<p>Dies l\u00e4sst sich eindr\u00fccklich anhand der Umlaufgeschwindigkeit des Notenumlaufs verdeutlichen, die zwischen 2008 und 2016 deutlich gefallen ist. Mit anderen Worten: In den vergangenen neun Jahren wechselten die Banknoten deutlich weniger den Besitzer, woraus hervorgeht, dass Personen und Institutionen Banknoten vermehrt horteten.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Bargeld-, Bargeldumlaufquote und Umlaufgeschwindigkeit in der Schweiz (1990\u20132016)<\/strong><\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='truetsch_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#truetsch_de_1').highcharts({\n   chart: {\n        zoomType: 'xy'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n\n    xAxis: [{\n        categories: ['1990', '1991', '1992', '1993', '1994', '1995', '1996', '1997', '1998', '1999', '2000', '2001', '2002', '2003', '2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', '2010', '2011', '2012', '2013', '2014', '2015', '2016'],\n        crosshair: true\n    }],\n    yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        },\n        title: {\n            text: '',\n            \n        },\n         plotOptions: {\n        spline: {\n           \n            marker: {\n                enabled: false\n            },\n          \n        }\n    }\n    }, { \/\/ Secondary yAxis\n        title: {\n            text: 'Umlaufgeschwindigkeit (nominelles BIP \/ Notenumlauf)',\n             style: {\n                color: \"#88c0d3\"\n            }\n           \n        },\n        \n       \n        labels: {\n            format: '',\n             style: {\n                color: \"#88c0d3\"\n            }\n        },\n        opposite: true\n    }],\n    tooltip: {\n        shared: false\n    },\n    plotOptions: {\n        spline: {\n           \n            marker: {\n                enabled: false\n            },\n          \n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Umlaufgeschwindigkeit Notenumlauf (rechte Skala)',\n      \n                color: \"#88c0d3\",\n           \n           \n        type: 'spline',\n        yAxis: 1,\n        data: [12.06,12.78,12.99,13.28,13.07,13.08,12.56,12.94,12.87,11.71,12.93,11.80,11.85,11.69,12.32,12.27,12.46,12.95,12.15,11.75,11.77,11.10,10.09,9.65,9.52,8.86,8.33],\n        tooltip: {\n            valueSuffix: 'Umlaufgeschwindigkeit (nominelles BIP \/ Notenumlauf)'\n        },\n      \n\n    }, {\n        name: 'Bargeldumlaufquote (in % des BIP)',\n        type: 'spline',\n        color: \"#e84066\",\n        data: [7.4,7.0,7.0,6.9,7.0,6.9,7.2,6.9,7.1,7.3,7.0,7.6,7.5,7.5,7.4,7.3,7.1,6.8,7.2,7.5,7.8,8.7,10.2,10.5,10.7,11.5,12.4],\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        }\n    },\n    {\n        name: 'Bargeldquote (Noten- und M\u00fcnzumlauf in % von M1)',\n        type: 'spline',\n                color: \"#ee7452\",\n\n\n        data: [26.4,25.9,25.3,23.0,23.1,21.3,20.4,18.6,18.2,19.1,18.6,19.1,17.4,14.8,15.3,15.1,16.4,17.3,15.8,13.3,12.5,12.1,12.1,12.4,12.4,13.6,13.7],\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        }\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: SNB (2017a), Berechnungen: Tr\u00fctsch \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<p>Sowohl der Bargeld- als auch der Bargeldumlaufquote liegen die Annahme zugrunde, dass Bargeldzahlungen (flow of cash), das heisst der eigentliche Bargeldgebrauch, in einem fixen Verh\u00e4ltnis zum Bargeldbestand in Zirkulation (stock of cash) sind. Bei den ausgewiesenen Geldmengenaggregaten der SNB handelt es sich um eine Bestandsgr\u00f6sse, also um eine an einem bestimmten Stichtag gehaltene Menge an Bargeld. Somit wird aber der effektive Bargeldgebrauch, das heisst der tats\u00e4chlich mit Bargeld get\u00e4tigte Umsatz, nicht akkurat erfasst, weil einzelne Noten und M\u00fcnzen jeweils mehrmals und unterschiedlich h\u00e4ufig als Zahlungsmittel verwendet werden. Beispielsweise werden Banknoten mit kleinerem Nennwert und M\u00fcnzen tendenziell eher als Wechselgeld eingesetzt, w\u00e4hrend die Tausendernote vielmehr als Wertaufbewahrungsmittel dient.<\/p>\n<h2><strong>Debitkarten vermehrt im Einsatz<\/strong><\/h2>\n<p>Um diese Unsch\u00e4rfe zu vermeiden, verfolgte eine Studie der Universit\u00e4t St. Gallen aus dem Jahr 2011 einen alternativen Ansatz, indem versucht wurde, den effektiven Bargeldgebrauch an den Verkaufspunkten in der Schweiz zu messen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die Verkaufspunkte bezeichnet man \u00fcblicherweise als Point of Sale (POS), wobei man zwischen station\u00e4rem und virtuellem POS unterscheidet. An letzterem ist eine Barzahlung nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die von uns verwendete Methode basiert auf den gesamtwirtschaftlichen Ausgaben der Haushalte f\u00fcr den Endkonsum und den Umsatzstatistiken alternativer Zahlungsmittel. Die Vorgehensweise ist folgende: Zun\u00e4chst gliedert man die Ausgaben der Haushalte f\u00fcr den privaten Konsum in unterschiedliche Untergruppen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Dabei sind aber ausschliesslich diejenigen Untergruppen relevant, welche haupts\u00e4chlich mit Bargeld in der Schweiz station\u00e4r bezahlt werden k\u00f6nnen. Folglich z\u00e4hlen private Konsumausgaben f\u00fcr Wohnen, Gesundheitspflege, Nachrichten\u00fcbermittlung, Unterrichtswesen, Versicherungen und Finanzdienstleistungen sowie sonstige Waren und Dienstleistungen nicht dazu, weil diese meistens per \u00dcberweisung beglichen werden. Daraus resultiert der bereinigte Umsatz am station\u00e4ren POS, wo Bargeld ausschliesslich als Zahlungsmittel verwendet wird. Anschliessend wird der Umsatz aller Zahlungsmittel, welche an den station\u00e4ren Verkaufspunkten eingesetzt werden k\u00f6nnen, vom bereinigten POS-Umsatz subtrahiert. Daraus resultiert der gesch\u00e4tzte Wert aller Bargeldzahlungen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Die relativen Umsatzanteile der verschiedenen Zahlungsmittel an den station\u00e4ren Verkaufspunkten zeigen, dass immer h\u00e4ufiger mit der Karte bezahlt wird (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). So ist der Umsatzanteil der Kreditkarte seit 1990 von 6 Prozent auf 17 Prozent im Jahr 2016 gestiegen, w\u00e4hrend der Umsatzanteil der Debitkarten von 0,4 Prozent auf 28 Prozent geradezu explodierte. Prepaid- und H\u00e4ndlerkarten hatten 2016 einen bescheidenen Umsatzanteil von 2 Prozent (1990: 1%). Hingegen spielen Bankchecks, welche vor 27 Jahren noch rund 3 Prozent des POS-Umsatzes ausmachten, heute keine relevante Rolle mehr. Auch der Umsatz der von der Schweizer Reisekasse (Reka) herausgegebenen Reka-Checks entsprach lediglich einem POS-Anteil von 0,4 Prozent.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Im Jahr 2016 wurden gem\u00e4ss dieser Messmethode 85 Milliarden Franken bar bezahlt. Dies entspricht einem Umsatzanteil von knapp \u00fcber der H\u00e4lfte. Damit ist das Bargeld zwar nach wie vor das wichtigste Zahlungsmittel \u2013 verglichen mit \u00fcber 90 Prozent im Jahr 1990 ist dieser relative R\u00fcckgang jedoch enorm. Dieser Trend scheint ungebrochen, wobei nebst Kreditkarten vor allem Debitkarten das Bargeld als Zahlungsmittel zusehends substituieren.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Umsatzanteile von Zahlungsmitteln an den station\u00e4ren Verkaufspunkten in der Schweiz (1990\u20132016)<\/strong><\/h3>\n<div class='chart chart--normal' id='truetsch_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#truetsch_de_2').highcharts({\n     chart: {\n        type: 'area'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n  \n    xAxis: {\n        categories: ['1990', '1991', '1992', '1993', '1994', '1995', '1996', '1997', '1998', '1999', '2000', '2001', '2002', '2003', '2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', '2010', '2011', '2012', '2013', '2014', '2015', '2016'],\n        tickmarkPlacement: 'on',\n        \n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n            \n        },\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '<span style=\"color:{series.color}\">{series.name}<\/span>: <b>{point.percentage:.1f}%<\/b> <br\/>',\n        split: false\n    },\n      legend: {\n        reversed: true\n    },\n    plotOptions: {\n        area: {\n            stacking: 'percent',\n            lineColor: '#ffffff',\n            lineWidth: 1,\n            marker: {\n            enabled: false,\n                lineWidth: 1,\n                lineColor: '#ffffff'\n            }\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Checks',\n        data: [3.29,3.02,2.74,2.40,2.17,1.86,1.73,1.51,1.32,1.09,0.76,0.48,0.29,0.22,0.17,0.11,2.34,1.90,1.68,1.37,1.12,0.94,0.77,0.62,0.45,0.15,0.00]\n    }, {\n        name: 'H\u00e4ndlerkarten',\n        data: [1.08,1.08,1.10,1.15,1.17,1.20,1.22,1.23,1.24,1.30,1.40,1.41,1.43,1.54,1.60,1.72,1.61,1.61,1.63,1.52,1.67,1.72,1.75,1.78,1.82,1.81,1.83]\n    },{\n        name: 'Prepaidkarten (<0,5%)',\n        data: [0.00,0.00,0.00,0.00,0.00,0.00,0.00,0.00,0.00,0.00,0.06,0.05,0.05,0.05,0.05,0.05,0.05,0.06,0.05,0.05,0.05,0.04,0.01,0.00,0.00,0.33,0.45]\n    },{\n        name: 'Debitkarten',\n        data: [0.35,0.54,0.92,1.65,2.46,3.50,4.72,6.21,8.16,9.68,11.07,12.41,13.71,14.65,15.35,16.03,16.97,17.62,18.78,19.23,20.13,20.66,21.30,21.61,22.51,26.90,27.46]\n    }, {\n        name: 'Kreditkarten',\n        data: [\t4.45,4.99,5.60,6.36,7.00,7.09,7.67,8.63,9.29,10.48,11.57,11.89,11.81,11.36,11.31,11.71,12.46,14.02,15.10,14.51,15.23,15.03,15.36,16.09,16.81,16.58,17.20]\n    }, {\n        name: 'Bargeld',\n        data: [90.83,90.37,89.64,88.43,87.20,86.35,84.65,82.42,79.98,77.44,75.15,73.75,72.70,72.17,71.52,70.38,66.58,64.79,62.76,63.32,61.81,61.61,60.82,59.89,58.41,54.23,53.06]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BIS (2015), BFS (2017), SNB (2017a), H\u00f6ppli et al. (2011), Berechnung: Tr\u00fctsch \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<h2><strong>Bargeldaffine Deutsche und \u00d6sterreicher<\/strong><\/h2>\n<p>Eine weitere Messmethode zum Bargeldgebrauch basiert auf Konsumentenumfragen. Die Befragten notieren sich dazu all ihre Zahlungen in einem Tagebuch. Diese Methode hat den Vorteil, dass auch die Funktionsweise des Bargelds erfasst werden kann \u2013 was mithilfe oben genannter aggregierter Statistiken nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Umfragen aus Kanada, Australien, \u00d6sterreich, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den USA deuten auf grosse Unterschiede im Zahlungsverhalten zwischen den einzelnen L\u00e4ndern hin: W\u00e4hrend beispielsweise in Deutschland und in \u00d6sterreich noch vier von f\u00fcnf Transaktionen in bar stattfanden, machten Cashzahlungen in den USA weniger als die H\u00e4lfte aus. In Frankreich (52%), den Niederlanden (56%) und Australien (65%) wurden etwas mehr als die H\u00e4lfte der Zahlungen bar abgewickelt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Wertm\u00e4ssig hatten Barzahlungen in Deutschland und in \u00d6sterreich einen Anteil von 53 respektive 65 Prozent. In den Niederlanden und Australien lag dieser bei ungef\u00e4hr einem Drittel und in den USA bei 23 Prozent. Wertm\u00e4ssig am wenigsten Barzahlungen wurden in Frankreich mit einem Anteil von 15 Prozent gemacht.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr den vergleichsweise hohen Bargeldgebrauch in Deutschland und \u00d6sterreich sind die geringe Verbreitung von Kreditkarten und die tiefe Akzeptanz von Bankkarten. Viele Menschen in diesen beiden Nachbarl\u00e4ndern tragen noch immer hohe Bargeldbest\u00e4nde auf sich. Letztendlich basiert das Zahlungsverhalten aber vor allem auf Gewohnheiten, und Entscheidungen zur Zahlungsmittelwahl werden im Unterbewusstsein getroffen.<\/p>\n<p>Da f\u00fcr die Schweiz entsprechende Daten fehlen, plant die Universit\u00e4t St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erstmals eine umfassende Umfrage zum individuellen Zahlungsverhalten mithilfe eines Zahlungstagebuchs zu erheben. Die Zahlen f\u00fcr die Schweiz d\u00fcrften sich im \u00e4hnlichen Rahmen wie in Deutschland bewegen, wie der oben berechnete Umsatzanteil des Bargelds offenbart.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">SNB (2017b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">H\u00f6ppli et al. (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">BFS (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Datengrundlage SNB (2017a) und H\u00f6ppli et al. (2011). F\u00fcr detaillierte Ausf\u00fchrungen siehe H\u00f6ppli et al. (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Reka-Checks in der Erhebung nicht ber\u00fccksichtigt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Bagnall et al. (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schweiz existiert eine Reihe von Zahlungsmitteln. Diese lassen sich grob in bare Zahlungsmittel wie M\u00fcnzen, Noten und Checks sowie in elektronische Zahlungsmittel wie Bankkarten unterteilen. Letztere existieren in der Schweiz erst seit den F\u00fcnfzigerjahren, als Kreditkarten eingef\u00fchrt wurden. Ab den Neunzigerjahren etablierten sich dann die Debitkarten. 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Consumer Cash Usage: A Cross-Country Comparison with Payment Diary Survey Data, International Journal of Central Banking, 12(4), 1\u201361.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>BFS (2017). Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung \u2013 Gesamtwirtschaftliche Ausgaben der Haushalte f\u00fcr den Endkonsum.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>BIS (2015). Statistics on Payment, Clearing and Settlement Systems in the CPMI Countries \u2013 Figures for 2014, Committee on Payments and Market Infrastructures.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>H\u00f6ppli, T., Jaeger, F. und Tr\u00fctsch, T. (2011). 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Diese Ans\u00e4tze zeigen, dass einerseits Bargeld als Zahlungsmittel kontinuierlich an Bedeutung verliert und die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs, insbesondere hervorgerufen durch Debit- und Kreditkarten, voranschreitet. 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