{"id":109445,"date":"2017-06-22T16:39:40","date_gmt":"2017-06-22T16:39:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/06\/kupper-07-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:05:54","modified_gmt":"2023-08-23T21:05:54","slug":"kupper-07-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/06\/kupper-07-2017\/","title":{"rendered":"Hohe Systemrisiken bei den Pensionskassen"},"content":{"rendered":"<p>Pensionskassen haben in der Schweiz eine lange Tradition. Viele der grossen firmeneigenen Kassen existieren bereits l\u00e4nger als 90 Jahre. Die Versicherten haben dabei viel von diesen Kassen profitiert: Seit Einf\u00fchrung des Obligatoriums 1985 wurde den Altersguthaben im Durchschnitt ein inflationsbereinigter j\u00e4hrlicher Zinssatz von mindestens 1,9 Prozent gutgeschrieben. Das ist deutlich mehr, als man 1985 erwartet hatte. Tats\u00e4chlich wurden viele Altersguthaben noch h\u00f6her verzinst, da zahlreiche Pensionskassen mehr als die Mindestverzinsung gew\u00e4hrten. Und auch seit 2009 zeigt sich inflationsbereinigt ein besseres Ergebnis, als die nominalen Zahlen vermuten lassen (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Doch wie sieht die Zukunft aus?&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: BVG-Mindestverzinsung (1985 bis 2017)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='kupper_eggenberger_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#kupper_eggenberger_1_de').highcharts({\n\nchart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: ['1985','1986','1987','1988','1989','1990','1991','1992','1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015','2016','2017'\n]\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n        \n    },\n    plotOptions: {\n        line: {marker: {\n                enabled: false\n            },\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            enableMouseTracking: true\n        }\n    },\n     tooltip: {\n        pointFormat: '{point.y:.2f}%'\n    },\n    series: [{\n        name: 'BVG-Mindestzinssatz',\n        data: [4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,4,3.25,2.25,2.5,2.5,2.5,2.75,2,2,2,1.5,1.5,1.75,1.75,1.25,1]\n    }, {\n        name: 'Inflationsbereinigte BVG-Mindestverzinsung',\n        data: [0.76,3.96,2.11,2.05,-1.02,-1.28,-1.23,0.58,1.52,3.58,2.05,3.22,3.61,4.17,2.33,2.51,3.67,3.11,2.66,0.92,1.49,1.88,0.5,2.05,1.72,1.48,2.71,1.93,1.43,2.08,3.06,1.26]\n    },\n     {\n        name: 'Durchschnitt Inflationsbereinigte BVG-Mindestverzinsung',\n                    dashStyle: 'dot',\n\n        data: [1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9,1.9]\n    }]\n});\n\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nQuelle: SNB, BSV&#13;<\/p>\n<h2>Immer weniger Vorsorgeeinrichtungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die finanziellen Risiken des Pensionskassensystems beurteilen zu k\u00f6nnen, f\u00fchrt die eidgen\u00f6ssische Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 2012 eine j\u00e4hrliche Umfrage zur finanziellen Lage der Vorsorgeeinrichtungen durch. Die f\u00fcr die ganze Schweiz einheitliche Fr\u00fcherhebung erm\u00f6glicht eine aktuelle Gesamtsicht \u00fcber die finanziellen Systemrisiken der beruflichen Vorsorge.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie aktuelle Umfrage<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> f\u00fcr das Jahr 2016 zeigt, dass sich die Konzentration in der zweiten S\u00e4ule fortsetzt. Die Zahl der Schweizer Vorsorge&shy;ein&shy;richtungen ist von 1936 im Jahr 2015 auf 1865 gesunken. Davon nahmen rund 92 Prozent an der Umfrage teil.&#13;<\/p>\n<h2>Vier Risikodimensionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss der Umfrageergebnisse wiesen per Ende 2016 88 Prozent der privat- und \u00f6ffentlich-rechtlichen Vorsorge&shy;einrichtungen ohne Staatsgarantie einen Deckungsgrad von mindestens 100 Prozent aus. Das ist vergleichbar mit dem Vorjahr, wo es 87 Prozent waren. Um das Gesamtrisiko der Vorsorgeeinrichtungen einzusch\u00e4tzen, gen\u00fcgt der ausgewiesene Deckungsgrad als alleiniger Parameter jedoch nicht. Er sagt zu wenig \u00fcber zuk\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen aus. Die Einsch\u00e4tzung des Gesamtrisikos basiert in der Studie deshalb auf vier Risikodimensionen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Deckungsgrad mit einheitlichen Grundlagen<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Zinsversprechen f\u00fcr k\u00fcnftige Rentenleistungen<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Sanierungsf\u00e4higkeit in Abh\u00e4ngigkeit der Versichertenstruktur<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Renditevolatilit\u00e4t der Anlagestrategie<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Deckungsgrad ist die wichtigste Risikodimension und wird deshalb doppelt gewichtet \u2013 die \u00fcbrigen Dimensionen nur einfach. Dennoch: Dies erm\u00f6glicht nur eine grobe Risikoabsch\u00e4tzung. Sie dient allein der Analyse der System&shy;risiken und nicht der Beurteilung der individuellen Situation einer Vorsorge&shy;einrichtung.&#13;<\/p>\n<h3>Ungen\u00fcgender Deckungsgrad<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Sch\u00e4tzung des Deckungs&shy;grads mit einheitlichen Grundlagen werden per Ende 2016 ein technischer Zinssatz von 2,4 Prozent<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> und Generationen&shy;tafeln<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> zur Absch\u00e4tzung der zuk\u00fcnftigen Sterblichkeit verwendet.&#13;<br \/>\nDie Deckungssituation hat sich im letzten Jahr geringf\u00fcgig verbessert. Grund daf\u00fcr waren die Anlagerenditen von durchschnittlich 3,6 Prozent f\u00fcr Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie. 24 Prozent dieser Vorsorgeeinrichtungen weisen diesbez\u00fcglich ein eher hohes bis hohes Risiko aus. Im Vorjahr waren es 27 Prozent.&#13;<\/p>\n<h3>Zu hohe Zinsversprechen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZum Zeitpunkt der Pensionierung gibt die Vorsorgeeinrichtung durch die Umwandlung des Sparkapitals in eine Altersrente ein implizites Zinsversprechen ab. Je h\u00f6her dieses nominale Zinsversprechen, desto risikobehafteter wird seine Erf\u00fcllung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analyse der Oberaufsichtskommission zeigt, dass die hohen Zins&shy;versprechen in den Umwandlungs&shy;s\u00e4tzen das gr\u00f6sste Risiko f\u00fcr die Vorsorgeeinrichtungen darstellen. Durch die Senkung der Umwandlungs&shy;s\u00e4tze ausserhalb des BVG-Obligatoriums konnten die Vorsorgeeinrichtungen dieses Risiko im Vergleich zum Vorjahr zwar reduzieren, dennoch verharrt es auf einem relativ hohen Niveau. Aktuell tragen 52 Prozent der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie ein eher hohes oder ein hohes Risiko. Im Vorjahr waren es noch 66 Prozent. Im Durchschnitt belaufen sich die Zinsversprechen bei Pensionierung auf 2,97 Prozent (Vorjahr: 3,25%). Ein Vergleich dieses Werts mit dem Marktzinsniveau per Ende 2016 von \u20130,1 Prozent zeigt, woher dieses Risiko kommt.&#13;<\/p>\n<h3>Eingeschr\u00e4nkte Sanierungsf\u00e4higkeit<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nFalls eine Vorsorgeeinrichtung saniert werden muss, sind die Kon&shy;sequen&shy;zen f\u00fcr die aktiven Versicherten und den Arbeitgeber in Form von Zusatzbeitr\u00e4gen oder K\u00fcrzungen von zuk\u00fcnftigen Leistungen erheblich. Der eigentliche Risikofaktor dabei ist der Anteil der Renten&shy;verpflichtungen. Denn die laufenden Renten m\u00fcssen stets mit&shy;finanziert werden. Je gr\u00f6sser dieser Anteil ausf\u00e4llt, desto kleiner ist letztlich die Wirkung einer Sanierungsmassnahme.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit einem Anteil von 50 Prozent, die ein eher hohes bis hohes Risiko haben, stellt die eingeschr\u00e4nkte Sanierungsf\u00e4higkeit die zweitgr\u00f6sste Gefahr f\u00fcr Vorsorgeeinrichtungen ohne Staats&shy;garantie dar. Die eingeschr\u00e4nkte Sanierungsf\u00e4higkeit der Vorsorge&shy;einrichtungen wird im aktuellen Tiefzinsumfeld noch akzentuiert, da Minder&shy;verzinsungen nur noch ein sehr beschr\u00e4nktes Potenzial haben. F\u00fcr die Stabilit\u00e4t des Systems ist es darum zentral, dass zur Bewertung der Verpflichtungen realistische versicherungs&shy;technische Grundlagen verwendet werden.&#13;<\/p>\n<h3>Zunehmende Renditevolatilit\u00e4t<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nVorsorgeeinrichtungen sind nach dem Gesetz verpflichtet, ihr Verm\u00f6gen so anzulegen, dass neben dem Liquidit\u00e4tsbedarf insbesondere auch Sicherheit, gen\u00fcgender Ertrag und eine angemessene Verteilung der Risiken gew\u00e4hrleistet sind.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Im aktuellen Tiefzinsumfeld w\u00fcrde allerdings eine reine Obligationen-Strategie f\u00fcr Arbeitgeber und aktive Versicherte h\u00f6here Beitr\u00e4ge und tiefere Leistungen bedeuten. Deshalb m\u00fcssen fast alle Vorsorgeeinrichtungen gezielt zus\u00e4tzliche Anlagerisiken eingehen. Sie investieren in Anlagekategorien, deren Werte sich im Gegensatz zu Obligationen nicht gleich wie der Wert der Rentenverpflichtungen verhalten und im Durchschnitt h\u00f6here Renditen versprechen. Daher m\u00fcssen sie entsprechende Wert&shy;schwan&shy;kungs&shy;reserven aufbauen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Vorsorgeeinrichtungen haben w\u00e4hrend der letzten Jahre den strategischen Anteil der risikobehafteten Anlagen leicht erh\u00f6ht. Entsprechend stiegen auch die Risiken im Bereich der Anlagestrategie. 2016 trugen 41 Prozent der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie ein eher hohes bis hohes Risiko. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren nur 33 Prozent der Pensionskassen derart gef\u00e4hrdet. Solange die Zinsversprechen nicht ausreichend gesenkt werden, wird der Renditedruck auch in Zukunft nicht abnehmen.&#13;<\/p>\n<h2>Tieferes Gesamtrisiko der Pensionskassen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Pensionskassen haben teilweise reagiert und senken ihre Zinsversprechen langsam. Insbesondere deshalb hat das Gesamtrisiko der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatgarantie 2016 abge&shy;nommen: 24 Prozent dieser Vorsorgeeinrichtungen weisen ein eher hohes bis hohes Gesamtrisiko aus, wobei nur wenige Vorsorgeeinrichtungen ein hohes Gesamtrisiko tragen (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Im Vorjahr waren es noch 32 Prozent der Pensionskassen ohne Staatsgarantie.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Gesamtrisiko der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='kupper_eggenberger_2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#kupper_eggenberger_2_de').highcharts({\n\nchart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['2016','2015','2014']\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        labels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        }\n    },\n    \n    legend: {\n        reversed: true\n    },\n    plotOptions: {\n        series: {\n            stacking: 'percent'\n        }\n    },\n     tooltip: {\n        pointFormat: '{point.y:.2f}%'\n    },\n    series: [\n     {\n        name: 'hoch',\ncolor:'#e84066',\n        data: [0.23,0.20,0.02]\n    },\n     {\n        name: 'eher hoch',\ncolor:'#ee7452',\n\n        data: [23.28,31.80,15.77]\n    },\n     {\n        name: 'mittel',\ncolor:'#ffdd0c',\n\n        data: [58.72,50.41,58.97]\n    },\n     {\n        name: 'eher klein',\ncolor:'#d2d803',\n\n        data: [17.46,17.23,24.77]\n    },{\n        name: 'klein',\ncolor:'#37a932',\n\n        data: [0.32,0.36,0.47]\n    }\n   \n    ]\n});\n\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nQuelle: OAK BV&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Vorsorgeeinrichtungen mit Staatsgarantie<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>, welche mehrheitlich im System der Teilkapitalisierung finanziert sind, zeigt sich ein \u00e4hnliches, aber deutlich risikoreicheres Bild. In der Risikodimension Zinsversprechen tragen 86 Prozent ein eher hohes bis hohes Risiko (Vorjahr: 94%). Bei der Sanierungsf\u00e4higkeit sind sogar 93 Prozent derart gef\u00e4hrdet (Vorjahr: 91%). Beim Gesamtrisiko tragen gut 60 Prozent dieser Vorsorgeeinrichtungen ein so hohes Risiko. 2015 waren es noch 70 Prozent.&#13;<\/p>\n<h2>Risiken senken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nJedes Altersvorsorgesystem ist mit Risiken verbunden. In der Schweiz erweisen sich die hohen nominalen Zinsversprechen und die eingeschr\u00e4nkte Sanierungsf\u00e4higkeit als die beiden gr\u00f6ssten Risiken. Im Gegensatz zur Sanierungsf\u00e4higkeit, welche in der Regel kaum ver\u00e4nderbar ist, k\u00f6nnen die nominalen Zins&shy;ver&shy;sprechen f\u00fcr k\u00fcnftige Rentenleistungen grunds\u00e4tzlich innerhalb kurzer Frist reduziert werden. F\u00fcr die Zukunft ist es deshalb wichtig, dass Umwandlungss\u00e4tze schneller an sich ver&shy;\u00e4ndernde wirtschaftliche Realit\u00e4ten angepasst werden k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Anlagerisiko ist im Kapitaldeckungsverfahren systemimmanent und kann folglich nie eliminiert werden. Es muss jedoch in einer f\u00fcr Versicherte und Arbeit&shy;geber ertr\u00e4glichen H\u00f6he gehalten werden. Dies ist von realistischen Zinsversprechen und realistischen technischen Zinss\u00e4tzen abh\u00e4ngig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchliesslich sollte auch die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen verbessert werden. Aktuell sind die Wertschwankungs&shy;reserven der Vorsorgeeinrichtungen trotz der vergangenen mehrheitlich guten Anlagejahre nur zu 39 Prozent ge\u00e4ufnet. Grund daf\u00fcr ist, dass ein erheblicher Teil der Ertr\u00e4ge der letzten Jahre f\u00fcr die vorsichtigere Bewertung der Rentenverpflichtungen eingesetzt werden musste.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Massnahmen zur Verminderung der Risiken m\u00fcssen von den aus aktiven Versicherten und Arbeitgeber zusammengesetzten Leitungsorganen der Vorsorgeeinrichtungen getroffen werden: Sie m\u00fcssen die finanziellen Chancen und Risiken ihrer Vorsorgeeinrichtungen realistisch beurteilen, ihre Rentenverpflichtungen versicherungstechnisch korrekt bewerten, die notwendigen Beschl\u00fcsse fassen und ihre Versicherten transparent informieren.&#13;<\/p>\n<h2>Tragbare Rentenreform notwendig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRisikomindernde Massnahmen erfolgen fast ausschliesslich auf Kosten der aktiven Versicherten und der Arbeitgeber. Angesichts der geringen durch&shy;schnittlichen Sanierungs&shy;f\u00e4higkeit, des sehr tiefen Zinsniveaus und der zu erwartenden Erh\u00f6hung des Rentenanteils sind aber auch weitere Kreise aus Wirtschaft und Politik gefordert, um realistische und f\u00fcr alle Beteiligten tragbare L\u00f6sungen zu erm\u00f6glichen. Mit der Umsetzung der Rentenreform \u00abAltersvorsorge 2020\u00bb k\u00f6nnten die Risiken im Bereich der beruflichen Vorsorge reduziert werden. Auch Vorsorge&shy;einrichtungen mit einem hohen Anteil an obligatorischem BVG-Altersguthaben k\u00f6nnten dadurch ihre Umwandlungss\u00e4tze reduzieren und somit der wirtschaftlichen Realit\u00e4t ann\u00e4hern.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (2017). Online erh\u00e4ltlich auf Oak-bv.admin.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Durchschnitt der technischen Zinss\u00e4tze der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie. Der Vorjahreszins betrug 2,6%.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Generationentafeln des Projektes \u00abTechnische Grundlagen BVG 2015\u00bb der Pensionskassenexperten Aon Schweiz AG und Libera AG.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Art. 71 BVG.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">An der Umfrage haben sich 39 Vorsorge\u00adeinrichtungen mit einer Bilanzsumme von insgesamt 103 Milliarden Franken beteiligt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pensionskassen haben in der Schweiz eine lange Tradition. 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Eine Umfrage der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) bei den Vorsorgeeinrichtungen zeigt, dass aktuell die unrealistischen Umwandlungss\u00e4tze im Obligatorium und die im Durchschnitt reduzierte Sanierungsf\u00e4higkeit die zwei gr\u00f6ssten finanziellen Risiken f\u00fcr Pensionskassen darstellen. Durch die bereits umgesetzten Senkungen der Zinsversprechen konnte das Systemrisiko zwar teilweise abgebaut werden. Deutlich h\u00f6her als bei den Kassen ohne Staatsgarantie sind die finanziellen Risiken bei den Pensionskassen mit Staatsgarantie. Um die Zinsversprechen \u00a0weiter zu senken, m\u00fcssen die Umwandlungss\u00e4tze im Obligatorium reduziert werden, so wie es in der Reform \u00abAltersvorsorge 2020\u00bb vorgesehen ist. 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