{"id":109641,"date":"2017-06-22T14:00:38","date_gmt":"2017-06-22T14:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/06\/leitz-07-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:05:59","modified_gmt":"2023-08-23T21:05:59","slug":"leitz-07-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/06\/leitz-07-2015\/","title":{"rendered":"Der Banksektor hilft mit, die UNO-Ziele zu erreichen"},"content":{"rendered":"<p>Armut, Hunger, Klimawandel, Gesundheit und Ungleichheit: Die Anfang 2016 in Kraft getretenen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der UNO zeigen deutlich auf, mit welchen sozialen und \u00f6kologischen Herausforderungen wir weltweit konfrontiert sind. Aber die SDGs sind mehr als eine Auflistung von Problemen: Es sind 17 Ziele zur F\u00f6rderung von globalem Wirtschaftswachstum und einer nachhaltigen Entwicklung f\u00fcr die Menschheit und unseren Planeten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie UNO hat versucht, das Ausmass dieser Herausforderungen in Zahlen zu fassen. Dabei sticht der gesch\u00e4tzte j\u00e4hrliche Investitionsbedarf von 5 bis 7 Billionen Dollar \u2013 oder 7 bis 10 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts heraus, der ben\u00f6tigt wird, um die Ziele zu erreichen. Es \u00fcberrascht daher nicht, dass die UNO bei den SDGs die aktive Mitwirkung des Privatsektors fordert \u2013 inklusive des Finanzsektors.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie gehen Banken also mit \u00f6kologischen und sozialen Problemen um? Eine bedeutende Rolle kommt dem Management von Umwelt- und Sozialrisiken zu: Banken haben umfassende Prozesse mit Verfahren und Instrumenten eingef\u00fchrt, mit denen Umwelt- und Sozialrisiken fr\u00fchzeitig erkannt, beurteilt und \u00fcberwacht werden k\u00f6nnen. Im Zuge ihrer Sorgfaltspr\u00fcfungen befassen sie sich mit Kunden und Lieferanten. Dabei versuchen sie, deren Richtlinien und deren Verhalten besser zu verstehen und festzustellen, wie allf\u00e4llig negative Auswirkungen auf Umwelt und Menschenrechte vermindert werden k\u00f6nnen. Bei der UBS sind erweiterte Datenanalysen zu Unternehmen, die mit diesen Risiken in Verbindung gebracht werden, in dem webbasierten Compliance-Tool der Bank integriert. Mitarbeiter nutzen dies, bevor sie eine Gesch\u00e4ftsbeziehung (mit Kunden oder Lieferanten) eingehen oder eine Transaktion ausf\u00fchren. Da das Tool systematische \u00dcberpr\u00fcfungen erm\u00f6glicht, k\u00f6nnen potenzielle Risiken viel besser erkannt werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Fokussiert auf Menschenrechte: Die Thun-Gruppe&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Themenbereich Wirtschaft und Menschenrechte ist komplex. Ein enger Austausch unter Banken ist daher ein wichtiger Faktor f\u00fcr dessen erfolgreiche F\u00f6rderung. Aus diesem Grund hat UBS zusammen mit anderen internationalen Banken 2011 die Initiative ergriffen, die sogenannte Thun-Gruppe (benannt nach deren j\u00e4hrlichem Versammlungsort) zu lancieren, um regelm\u00e4ssig Erfahrungen auszutauschen und Wege zur Umsetzung der UNO-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte zu diskutieren. Im Rahmen dieser proaktiven Auseinandersetzung mit den Leitprinzipien und den \u00dcberlegungen zu deren Implementierung hat die Gruppe zwei Diskussionspapiere ver\u00f6ffentlicht. Diese beinhalten beispielsweise \u00dcberlegungen zur Sorgfaltspr\u00fcfung und ein Rahmenkonzept f\u00fcr die Beurteilung der Bedeutung und Reichweite der Leitprinzipien f\u00fcr Banken im Bereich Corporate- und Investmentbanking.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeit der Ver\u00f6ffentlichung der UNO-Leitprinzipien hat die internationale Diskussion zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte deutlich an Bedeutung gewonnen, was sich unter anderem an der hohen Beteiligung von Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft am UNO-Forum f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte in Genf zeigt. An diesem weltweit gr\u00f6ssten Anlass zum Thema Unternehmen und Menschenrechte trafen sich im vergangenen Herbst 2300 Teilnehmer, um sich mit Themen wie Menschenrechte im Beschaffungswesen, im Finanzsektor oder bei der Migration von Arbeitskr\u00e4ften auseinanderzusetzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf der \u00f6kologischen und sozialen Agenda von Finanzunternehmen steht nebst den Menschenrechten auch der Klimawandel. Von besonderer Bedeutung ist hier die Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) des Financial Stability Board. Diese vom Gouverneur der Bank of England initiierte Arbeitsgruppe hat im Dezember 2016 ihre Empfehlungen zu klimabezogener Berichterstattung mit dem Fokus auf die vier Kernthemen Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Kennzahlen und Ziele ver\u00f6ffentlicht. Die Empfehlungen ermutigen Unternehmen dazu, die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Strategie und Aktivit\u00e4ten offenzulegen. Dadurch k\u00f6nnen Investoren und andere Beteiligte besser verstehen, welche Herausforderungen durch den Klimawandel entstehen und so fundierte, langfristige Entscheidungen treffen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Nachhaltige Anlagen als wachsender Markt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Nachfrage nach nachhaltigen Finanzdienstleistungen und -produkten ist in den vergangenen Jahren angestiegen. Gerade beim Klimawandel \u2013 mit dessen Bek\u00e4mpfung sich viele Finanzprodukte befassen \u2013 gibt es folglich eine klare Verbindung zwischen Rendite und Nachhaltigkeit. Bereits 2014 stand der globale Markt f\u00fcr nachhaltige Anlagen bei 21,4 Billionen Dollar. Der Schweizer Finanzsektor spielt hierbei bereits seit Jahren eine prominente Rolle.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDamit schliesst sich der Bogen zu den SDGs und besonders zum erw\u00e4hnten, immensen Investitionsbedarf. Um diesen Bedarf zu decken, m\u00fcssen innovative Finanzl\u00f6sungen geschaffen oder unterst\u00fctzt und neue finanzielle L\u00f6sungen eingef\u00fchrt werden, die sich replizieren, skalieren und breit nutzen lassen. F\u00fcr nachhaltiges Anlegen gibt es verschiedene Kriterien. Besonders bekannt sind die Anlagen, die einem strengen und sorgf\u00e4ltigen Auswahlverfahren unterliegen. Dazu geh\u00f6ren die Negativselektion (d. h. die Anwendung von Ausschlusskriterien) und verschiedene Arten von Positivselektion wie \u00abBest in Class\u00bb-Ans\u00e4tze (d. h. f\u00fchrend bei Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten; ESG), thematische Anlagen oder die Integration von ESG-Kriterien.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine vielversprechende Innovation ist das sogenannte Impact Investing, bei dem der Privatkunde die M\u00f6glichkeit erh\u00e4lt, eine konkurrenzf\u00e4hige finanzielle Rendite zu erwirtschaften und zugleich eine messbare gesellschaftliche Wirkung zu erzielen. Impact-Investing-Fonds wie der UBS Oncology Impact Fund, der Unternehmen f\u00f6rdert, die neue Krebstherapien erforschen, machen anschaulich, wie der Finanzsektor zusammen mit seinen Kunden einen wichtige Beitrag im Umgang mit \u00f6kologischen und sozialen Herausforderungen leisten kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Armut, Hunger, Klimawandel, Gesundheit und Ungleichheit: Die Anfang 2016 in Kraft getretenen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der UNO zeigen deutlich auf, mit welchen sozialen und \u00f6kologischen Herausforderungen wir weltweit konfrontiert sind. 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Zum einen besch\u00e4ftigen sich Banken mit \u00f6kologischen und sozialen Problemen \u2013 insbesondere \u00fcber das Management von Umwelt- und Sozialrisiken, wozu sie Prozesse zur Fr\u00fcherkennung, Beurteilung und \u00dcberwachung eingef\u00fchrt haben. Zum anderen entwickeln und vertreiben sie immer mehr nachhaltige Finanzprodukte und -dienstleistungen. Bereits 2014 stand der globale Markt f\u00fcr nachhaltige Anlagen bei 21,4 Billionen Dollar.","magazine_issue":"07-2017","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":null,"planned_publication_date":"20170623","original_files":[{"file":109648}],"external_release_for_author":"20170529","external_release_for_author_time":"20:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5907449bdeb89"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109641"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4555"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=109641"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126407,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109641\/revisions\/126407"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4555"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157053"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=109641"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=109641"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=109641"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=109641"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=109641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}