{"id":109849,"date":"2017-05-23T15:02:25","date_gmt":"2017-05-23T15:02:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/05\/bown-06-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:06:12","modified_gmt":"2023-08-23T21:06:12","slug":"bown-06-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/05\/bown-06-2017\/","title":{"rendered":"Handel, Handelsvertr\u00e4ge und tempor\u00e4rer Importschutz"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten 25 Jahren ist die Welt in wirtschaftlicher Hinsicht st\u00e4rker zusammengewachsen: Die Handels- und Investitionsstr\u00f6me haben massiv zugenommen, und die Produktion erfolgt zusehends grenz\u00fcberschreitend. Wesentliche Triebfedern f\u00fcr diesen Prozess sind die Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) und sogenannte pr\u00e4ferenzielle Handelsabkommen (PHA).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJ\u00fcngst ist die Globalisierungskritik allerdings im Aufwind \u2013 nicht zuletzt dank Populisten, welche auf diese Karte setzen, um ihre nationalistischen und protektionistischen Programme zu legitimieren. So schliesst die \u00abAmerica First\u00bb-Rhetorik der neuen US-Regierung auch die Handelspolitik mit ein. Ebenso ist in vielen L\u00e4ndern eine zunehmend kritischere Einstellung gegen\u00fcber internationalen Abkommen zu verzeichnen, was sich an den gross angelegten Protestkundgebungen in verschiedenen europ\u00e4ischen St\u00e4dten gegen kontinental \u00fcbergreifende Abkommen wie das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) und das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (Ceta) zeigt. Dank einer weiterhin funktionierenden WTO ist bislang jedoch noch kein unverbl\u00fcmter Protektionismus wie in den Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts festzustellen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Zahl der pr\u00e4ferenziellen Handelsabkommen angestiegen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Zunahme neuer Handelsabkommen seit den Neunzigerjahren ist beeindruckend (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Die erste Welle h\u00e4ngt mit den mittel- und osteurop\u00e4ischen Staaten zusammen, die nach dem Ende des Kalten Krieges \u00fcber PHA engere Handelsbeziehungen mit den westlichen L\u00e4ndern anstrebten. Aufgrund von langsamen Fortschritten bei den multilateralen WTO-Verhandlungen in Genf erfolgte nach der Jahrtausendwende ein zweiter Schub. In letzter Zeit ging die Zahl der j\u00e4hrlich neu ratifizierten Abkommen allerdings etwas zur\u00fcck \u2013 viele Abkommen stehen jedoch kurz vor der Unterzeichnung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch nicht nur die Zahl der Abkommen stieg, sondern auch die \u00abTiefe\u00bb \u2013 also der Grad der Markt\u00f6ffnung. Die Tiefe wird gemessen, indem der Fokus auf verschiedene Verpflichtungen innerhalb von Handelsabkommen gelegt wird. Diese Verpflichtungen reichen von Zollzugest\u00e4ndnissen \u00fcber Marktzugangsbestimmungen f\u00fcr Dienstleistungen und die Liberalisierung des \u00f6ffentlichen Beschaffungswesens bis hin zu strengeren Regeln zu den geistigen Eigentumsrechten und der Erleichterung grenz\u00fcberschreitender Investitionen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Pr\u00e4ferenzielle Handelsabkommen nach \u00abTiefe\u00bb (Grad der Markt\u00f6ffnung) seit 1945<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/05\/Elsig_Brown_DE_1neu.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-69342\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2017\/05\/Elsig_Brown_DE_1neu.png\" alt=\"\" width=\"3050\" height=\"1906\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\"><a href=\"https:\/\/www.designoftradeagreements.org\/visuals\/\">Desta Database<\/a> \/ Die Volkswirtschaft<\/span><em>&#13;<br \/>\n<\/em>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie zunehmenden Marktzugangsverpflichtungen, welche die PHA mit sich brachten, federten die Staaten ab, indem sie sogenannte Flexibilit\u00e4tsinstrumente wie Antidumping- und Schutzmassnahmen sowie Ausgleichsz\u00f6lle gegen die Subventionspraxis ausl\u00e4ndischer Staaten beibehielten oder ausbauten, wie Studien zeigen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Zudem enthalten \u00abtiefere\u00bb Abkommen l\u00e4ngere \u00dcbergangsfristen f\u00fcr Z\u00f6lle. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Wichtigkeit der Schutzinstrumente bei steigender Marktliberalisierung ist, dass die mit Importg\u00fctern im Wettbewerb stehenden Branchen vermehrt rechtlichen Schutz vor Importen verlangen. Oder: Sie fordern l\u00e4ngere Anpassungsphasen, indem sie f\u00fcr einen langsameren Zollabbau lobbyieren, damit sie der neuen Konkurrenz gewachsen sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSomit m\u00fcssen Regierungen ein angemessenes Gleichgewicht zwischen den Interessen der Exporteure und der mit Importg\u00fctern im Wettbewerb stehenden Branchen gew\u00e4hrleisten. W\u00e4hrend Exportbranchen nach einem besseren Marktzugang streben (\u00abTiefe\u00bb), fordern gewisse binnenorientierte Branchen einen rechtlichen Schutz f\u00fcr den Fall, dass es zu unvorhergesehenen wirtschaftlichen Schocks kommt (\u00abFlexibilit\u00e4t\u00bb).&#13;<\/p>\n<h2><strong>Schwellenl\u00e4nder setzen auf tempor\u00e4re Handelshemmnisse<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund zeigen wir als N\u00e4chstes, wie die gr\u00f6ssten Volkswirtschaften innerhalb des Handelssystems sogenannte tempor\u00e4re Handelshemmnisse \u2013 als Instrumente des Importschutzes\u2013 eingesetzt haben. Diese im internationalen Handelsrecht verankerten Zollmassnahmen sind zeitlich begrenzt und zielen beispielsweise gegen Dumping- und Subventionspraktiken. Sie kommen aber auch bei Marktverzerrungen, welche aufgrund von signifikanten Importzunahmen entstehen, zum Einsatz. In diesem Fall spricht man von Schutzklauseln.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Bestehende und neue tempor\u00e4re Handelshemmnisse in den G-20 einkommensst\u00e4rksten L\u00e4ndern und G-20 Schwellenl\u00e4ndern (in&nbsp;% der Importe, 1995\u20132013)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='elsig_2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#elsig_2_de').highcharts({\n chart: {\n        type: 'spline'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n\n   \n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n    labels: {\n                format: '{value}%' \n },\n },\n    plotOptions: {\n        series: {\n            pointStart: 1995\n        },\n        spline: {\n           \n           \n            marker: {\n                enabled: false\n            },\n         \n        }},\n    tooltip: {\n        valueDecimals: 2,\n        valuePrefix: '',\n        valueSuffix: '%'\n    },\n\n   \n    series: [{\n        name: 'Bestand der tempor\u00e4ren Handelshemmnisse in den G-20 einkommensst\u00e4rksten L\u00e4ndern',\n        color: '#0074be',\n        data: [1.465863,1.511269,1.632827,1.484986,1.603259,1.678823,1.668966,2.251817,2.29042,1.717815,1.569839,1.531236,1.799375,1.802701,1.889177,1.915785,1.972328,2.092212,2.040553]\n    }, {\n        name: 'Bestand der tempor\u00e4ren Handelshemmnisse in den G-20 Schwellenl\u00e4ndern',\n                color: '#88c0d3',\n\n\n        data: [0.5582329,0.6513364,0.7819173,0.8391766,0.9180254,1.174284,1.461519,1.844609,1.908071,1.607522,1.717815,1.910828,1.86866,2.366095,2.751928,2.756792,3.001967,2.890254,2.784081]\n    }, {\n        name: 'Neue Handelshemmnisse in den G-20 einkommensst\u00e4rksten L\u00e4ndern ',\n                color: '#0074be',\n                dashStyle: 'shortdot',\n\n\n        data: [0.2570281,0.4809777,0.4218411,0.487877,0.5953085,0.3515343,0.9363296,0.999807,0.3242617,0.3474233,0.2431963,0.223895,0.2760593,0.3073239,0.5088804,0.2793854,0.4490122,0.2292393,0.4339403]\n    }, {\n        name: 'Neue Handelshemmnisse in den G-20 Schwellenl\u00e4ndern',\n                        color: '#88c0d3',\ndashStyle: 'shortdot',\n\n        data: [0.1506024,0.4805592,0.2478105,0.223405,0.391428,0.6110783,0.388612,0.6296635,0.2509168,0.3501806,0.2288582,0.2757328,0.5142328,0.6550527,0.6915393,0.7217455,0.2394732,0.3501654,0.2573753]\n    }]\n\n});\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die ausgezogenen Linien stellen den Bestand der in einem bestimmten Jahr geltenden Handelshemmnisse dar, gemessen am Anteil der Importe. Die gestrichelten Linien entsprechen dem \u00abFlow\u00bb neuer Handelshemmnisse, gemessen am Anteil der Importe, die auf Wunsch inl\u00e4ndischer Wirtschaftszweige f\u00fcr den Importschutz zus\u00e4tzlich eingef\u00fchrt wurden. F\u00fcr die Definition der G-20 einkommensst\u00e4rksten L\u00e4nder und G-20 Schwellenl\u00e4nder siehe <a href=\"http:\/\/siteresources.worldbank.org\/INTTRADERESEARCH\/Resources\/544824-1272916036631\/TTBDReport_June2014.pdf\">Bown (2014), S. 2<\/a>.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Bown (2014) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie sich zeigt, hat sich der Einsatz von tempor\u00e4ren Handelshemmnissen in den einkommensstarken L\u00e4ndern im Zeitraum 1995 bis 2013 nur geringf\u00fcgig ver\u00e4ndert (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Grunds\u00e4tzlich ist das nicht erstaunlich, da die meisten Industriestaaten dem internationalen Handel insgesamt bereits\u00a0zu Beginn dieses Zeitraums sehr offen gegen\u00fcbergestanden sind. Schwellenl\u00e4nder hingegen haben das Instrument zunehmend eingesetzt. Dies steht im Einklang mit der Tatsache, dass die traditionellen Handelsschranken dieser Staaten \u2013 das heisst Zolls\u00e4tze und Mengenbeschr\u00e4nkungen \u2013 mit der Liberalisierung im Rahmen der WTO und verschiedener PHA weggefallen sind und ein gewisser Teil dieser Liberalisierung durch den vermehrten Einsatz von tempor\u00e4ren Handelshemmnissen ausgeglichen wurde.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon besonderem Interesse ist die starke Rezession der Jahre 2008 bis 2010. In dieser Phase haben Schwellenl\u00e4nder tempor\u00e4re Handelshemmnisse zwar etwas st\u00e4rker eingesetzt, doch die Zunahme ist nicht sehr ausgepr\u00e4gt und weicht nur geringf\u00fcgig vom allgemeinen Trend seit Mitte der Neunzigerjahre ab. Ausserdem f\u00e4llt der Anstieg bei den einkommensstarken L\u00e4ndern geringer als bei den Schwellenl\u00e4ndern\u00a0aus \u2013 obwohl die wirtschaftliche Erholung von der Krise in den Industriestaaten wesentlich langsamer verlief.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin wichtiger institutioneller Puffer gegen den unkontrollierten Einsatz von tempor\u00e4ren Handelshemmnissen und anderen Formen des Handelsprotektionismus ist die WTO. Zum einen schreibt die Welthandelsorganisation den Staaten vor, wie tempor\u00e4re Handelshemmnisse rechtm\u00e4ssig einzusetzen sind. Zum andern pr\u00fcfen die WTO-Richter in Genf, gest\u00fctzt auf das geltende Rechtssystem, anhand von Fakten, Belegen und Daten, wie einzelne L\u00e4nder tempor\u00e4re Handelshemmnisse einsetzen. Damit tr\u00e4gt die WTO glaubhaft zur Durchsetzung der Handelsliberalisierung bei und f\u00f6rdert gleichzeitig ein gut austariertes Gleichgewicht zwischen einem ansteigenden Marktzugang und der Ber\u00fccksichtigung inl\u00e4ndischer Anliegen bez\u00fcglich eines vor\u00fcbergehenden Importschutzes.&#13;<\/p>\n<h2><strong>\u00abAmerica First\u00bb<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit 1947, als das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (Gatt) lanciert wurde, sind die USA ein massgeblicher F\u00f6rderer des auf Regeln beruhenden internationalen Handelssystems gewesen. Zudem realisierten die Amerikaner mehrere bedeutende PHA, darunter das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) und das Freihandelsabkommen mit S\u00fcdkorea.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnter der Pr\u00e4sidentschaft von Barack Obama nahmen die USA Verhandlungen \u00fcber wichtige transkontinentale Handelsabkommen auf, wie beispielsweise die Transpazifische Partnerschaft (TPP) und das TTIP.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> W\u00e4hrend die USA beim TPP den Inhalt wesentlich pr\u00e4gten und zugleich ihre bevorzugten Handelsregeln f\u00fcr das 21. Jahrhundert entwickelten, waren die Gespr\u00e4che mit der Europ\u00e4ischen Union zum TTIP komplizierter. Beide Seiten setzten sich das Ziel,\u00a0eine neue Art von Abkommen auszuhandeln, welches die regulatorische Zusammenarbeit f\u00f6rdert und die regulatorische Koh\u00e4renz f\u00fcr viele technische und gesundheitsrelevante Bereiche anstrebt. Der Versuch zunehmender Kooperation von regulatorischen Institutionen soll massgeblich den Abbau einiger bedeutender nicht tarif\u00e4rer Handelshemmnisse angehen, die den modernen internationalen Handel behindern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeit der Wahl von Donald Trump zum US-Pr\u00e4sidenten haben die USA das Interesse an Handelsabkommen generell verloren, wie es scheint; noch sind die handelspolitischen Priorit\u00e4ten jedoch unklar. So pl\u00e4dierte Trump im Wahlkampf f\u00fcr handelsbeschr\u00e4nkende Massnahmen und beklagte die Handelsdefizite und die Verlagerung von Produktion und Arbeitspl\u00e4tzen ins Ausland. Gleich zu Beginn seiner Pr\u00e4sidentschaft beendete er darauf die Teilnahme der USA an den TPP-Verhandlungen formell, und es gibt derzeit wenig Anzeichen daf\u00fcr, dass die USA die Gespr\u00e4che mit der EU zum TTIP wieder aufnehmen werden. Zudem hat die US-Regierung die Absicht ge\u00e4ussert, bestehende Abkommen wie das Nafta und den Vertrag mit S\u00fcdkorea neu auszuhandeln \u2013 ohne dabei klare Strategien aufzuzeigen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSolche Stellungnahmen der Trump-Administration deuten auf eine nationalistische, globalisierungsablehnende Auffassung bei der Handelspolitik hin, was die Balance zwischen Liberalisierung und Importschutz m\u00f6glicherweise besch\u00e4digt, indem es zu einer markanten Zunahme der Einfuhrbeschr\u00e4nkungen f\u00fchrt. Im Extremfall sind die Verpflichtungen der USA zum regelbasierten, multilateralen Handelssystem und zur WTO gef\u00e4hrdet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nOb sich der Trend von immer umfassenderen PHA fortsetzen wird \u2013 oder ob er in gewissen F\u00e4llen m\u00f6glicherweise schon zu weit gegangen ist \u2013, ist deshalb eine offene und wichtige Forschungsfrage. Klar ist: Das Brexit-Votum in Grossbritannien und die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl im vergangenen Jahr entsprechen neuen Schockwellen, welche die jahrzehntelangen Fortschritte im Bereich der internationalen wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit \u2013 und die Balance zwischen Markt\u00f6ffnung und Importschutz \u2013 zunichtemachen k\u00f6nnten.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">D\u00fcr et al. (2014). Pr\u00e4ferenzielle Handelsabkommen (PHA) beinhalten vor allem gegenseitige Zollreduktionen und den Abbau nicht tarif\u00e4rer Marktzugangsschranken. Der Begriff wird teilweise synonym zu Freihandelsabkommen verwendet.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Desingoftradeagreements.org&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Baccini et al. (2015)&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Bown und Crowley (2013, 2014) sowie Bown (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Bown (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten 25 Jahren ist die Welt in wirtschaftlicher Hinsicht st\u00e4rker zusammengewachsen: Die Handels- und Investitionsstr\u00f6me haben massiv zugenommen, und die Produktion erfolgt zusehends grenz\u00fcberschreitend. 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(2014). <a href=\"http:\/\/siteresources.worldbank.org\/INTTRADERESEARCH\/Resources\/544824-1272916036631\/TTBDReport_June2014.pdf\">Temporary Trade Barriers Database: Update through 2013<\/a>, Weltbank, 26. Juni.<\/li>&#13;\n \t<li>Bown, Chad P. (2017). Mega-Regional Trade Agreements and the Future of the WTO, Global Policy 8(1): 107\u201312.<\/li>&#13;\n \t<li>Bown, Chad P. und Meredith A. Crowley (2013). Import Protection, Business Cycles, and Exchange Rates: Evidence from the Great Recession, Journal of International Economics 90(1): 50\u201364.<\/li>&#13;\n \t<li>Bown, Chad P. und Meredith A. Crowley (2014). Emerging Economies, Trade Policy, and Macroeconomic Shocks, Journal of Development Economics 111: 261\u201373.<\/li>&#13;\n \t<li>D\u00fcr, Andreas, Baccini Leonardo und Manfred Elsig (2014). The Design of International Trade Agreements: Introducing a New Dataset, The Review of International Organizations 9(3): 353\u201375.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":109852,"main_focus":[156361,157064],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":109856,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"68777","post_abstract":"Die\u00a0internationale Handelspolitik ist gepr\u00e4gt durch ein gut austariertes Gleichgewicht zwischen Handelsliberalisierung und Importschutz. Seit Anfang der Neunzigerjahre haben die Zahl und der Umfang der pr\u00e4ferenziellen Handelsabkommen (PHA) markant zugenommen. Gleichzeitig liberalisierten immer mehr L\u00e4nder den Handel im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO). Um diesen Prozess zu steuern, versuchten insbesondere die Schwellenl\u00e4nder, diese Liberalisierung zu einem gewissen Teil durch den vermehrten Einsatz von Flexibilit\u00e4tsinstrumenten wie tempor\u00e4ren Handelshemmnissen zu kompensieren. 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