{"id":109917,"date":"2017-05-22T07:09:20","date_gmt":"2017-05-22T07:09:20","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/05\/vanis-06-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:06:20","modified_gmt":"2023-08-23T21:06:20","slug":"vanis-06-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/05\/vanis-06-2017\/","title":{"rendered":"Der Vorsprung schwindet"},"content":{"rendered":"<p>Aus Sicht der Arbeitnehmenden waren die Arbeitsbedingungen in der Schweiz im Jahr 2015 gut. Insgesamt sind fast neun von zehn Besch\u00e4ftigten zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. Damit liegt die Schweiz im europ\u00e4ischen Durchschnitt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas zeigt die neuste Europ\u00e4ische Erhebung \u00fcber die Arbeitsbedingungen 2015. Dieser sogenannte European Working Conditions Survey (EWCS) wird seit 1990 alle f\u00fcnf Jahre in allen L\u00e4ndern Europas durchgef\u00fchrt (siehe <em>Kasten<\/em>).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Die Studie macht sichtbar, wo die Schweiz stark ist, aber auch, wo im Vergleich mit Europa ihre Schw\u00e4chen liegen. Im zeitlichen Vergleich zeigt sich, dass die Schweiz an Vorsprung verloren hat: Sie steht nicht mehr so oft an der Spitze wie noch 2005.&#13;<\/p>\n<h2>Gesunde Schweizer Erwerbst\u00e4tige<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Gesundheit liegt die Schweiz rund 10 Prozentpunkte \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt: Neun von zehn Erwerbst\u00e4tigen stufen in der Umfrage ihre allgemeine Gesundheit als gut oder sehr gut ein. Die Schweizer Erwerbst\u00e4tigen fehlen pro Jahr durchschnittlich 5 Tage wegen Krankheit oder Unfall. Das ist wenig im Vergleich zu Europa, wo die Arbeitnehmer im Schnitt 6 Tage fehlen. Aber auch der Umkehrschluss, dass viele Schweizer trotz Krankheit zur Arbeit gehen, trifft nicht zu: Nur 22 Prozent der Schweizer sind am Arbeitsplatz erschienen, obwohl sie krank waren. Im EU-Durchschnitt waren es 38 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch bei den Gesundheitsbeschwerden, die h\u00e4ufig in Verbindung mit der Arbeit auftreten, steht die Schweiz im Vergleich zur EU h\u00e4ufig besser da. Auffallend ist, dass der Anteil Erwerbst\u00e4tiger, die an gesundheitlichen Beschwerden leiden, die l\u00e4nger als sechs Monate dauern, hierzulande mit 8 Prozent vergleichsweise tief ist. Der europ\u00e4ische Durchschnitt ist doppelt so hoch (17%). In \u00d6sterreich (18%), Deutschland (20%) und Frankreich (26%) arbeiten deutlich mehr Erwerbst\u00e4tige mit solchen chronischen Erkrankungen als in der Schweiz.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Vorgesetzte f\u00f6rdern die Zusammenarbeit <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch bei wichtigen Aspekten des F\u00fchrungsverhaltens schneidet die Schweiz im Vergleich zu ihren Nachbarstaaten und Europa besser ab (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Vier von f\u00fcnf Arbeitnehmenden in der Schweiz sind der Meinung, dass ihre F\u00fchrungsperson gute Arbeit mit Lob und Anerkennung honoriert und ein hilfreiches Feedback gibt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusserdem geben die Befragten vergleichsweise h\u00e4ufiger an, dass die Vorgesetzten ihre Arbeitnehmenden zu erfolgreicher Zusammenarbeit motivieren. Drei Viertel der Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz antworteten, dass sie ihre Organisation motiviere, ihr Bestes zu geben. Damit liegt die Schweiz \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt mit 61 Prozent.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: So nehmen Erwerbst\u00e4tige ihre Vorgesetzten wahr (Schweiz und Europa, 2015)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vanis_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#vanis_de_1').highcharts({\nchart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {\n        categories: ['Respektiert sie als Person', 'Gibt Lob und Anerkennung bei guter Arbeit', 'Gibt ihnen hilfreiches Feedback zur Arbeit', 'Bringt Menschen erfolgreich dazu, zusammenzuarbeiten', 'Unterst\u00fctzt sie bei der Erledigung der Arbeit', 'Unterst\u00fctzt und f\u00f6rdert ihre Entwicklung'],\n        title: {\n            text: null\n        },\n        \n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: '',\n        },labels: {\n            format: '{value}%'\n        }\n        \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: '%'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n    \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Schweiz',\n        data: [92,80,78,78,68,68]\n    }, {\n        name: 'EU',\n        data: [89,71,70,73,66,68]\n    }]\n});\n \n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Die Balken zeigen den Anteil der Arbeitnehmenden (ohne Landwirtschaft), die den Aussagen in Bezug auf ihre Vorgesetzten zustimmen, in Prozent. Anzahl Befragte Schweiz: 871, Anzahl Befragte EU: 28\u2019079.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nQuelle: European Working Conditions Survey 2015, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Arbeitgeber fordern mehr Flexibilit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSchlechter als das europ\u00e4ische Ausland schneidet die Schweiz bei der Arbeitszeit ab \u2013 aber nur auf den ersten Blick: Eine Arbeitswoche ist bei Vollzeiterwerbst\u00e4tigen in der Schweiz mit 42 Stunden l\u00e4nger als im europ\u00e4ischen Durchschnitt, wo sie nur 39 Stunden dauert. Gut ein Viertel der Erwerbst\u00e4tigen arbeitet in der Schweiz jedoch weniger als f\u00fcnf Tage pro Woche. Dieser Anteil Teilzeitarbeitender ist deutlich gr\u00f6sser als im europ\u00e4ischen Durchschnitt mit 17 Prozent. Bei der H\u00e4ufigkeit von Nachtarbeit, der Arbeit an Wochenenden oder w\u00e4hrend der Freizeit bewegt sich die Schweiz im europ\u00e4ischen Rahmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Arbeitszeitflexibilit\u00e4t m\u00fcssen zwei Seiten unterschieden werden: die M\u00f6glichkeit der Erwerbst\u00e4tigen, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten, und die Flexibilit\u00e4tsanforderungen der Betriebe an die Arbeitnehmenden. So verzeichnet die Schweiz mit 12 Prozent den h\u00f6chsten Anteil Erwerbst\u00e4tiger, welche die Arbeitszeit vollst\u00e4ndig individuell festlegen k\u00f6nnen (EU: 6%). Umgekehrt verlangen die Arbeitgeber in der Schweiz aber auch h\u00e4ufiger regelm\u00e4ssige kurzfristige \u00c4nderungen der Arbeitszeiten (Schweiz: 18%; EU: 13%).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSolche nicht planbaren Arbeitseins\u00e4tze k\u00f6nnen sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken, weil sie die Plan- und Gestaltbarkeit der arbeitsfreien Zeit behindern und die Erholungszeiten beeintr\u00e4chtigen. Dennoch: Die Vereinbarkeit der Arbeitszeiten mit den famili\u00e4ren oder sozialen Verpflichtungen ausserhalb des Berufs beurteilen 88 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen als gut oder sehr gut.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Vergleich zur Befragung vor zehn Jahren hat der Zeitdruck auf die Arbeitnehmer abgenommen. Der Anteil schweizerischer Erwerbst\u00e4tiger, die angeben, w\u00e4hrend mindestens eines Viertels der Zeit einem hohen Arbeitstempo ausgesetzt zu sein, ist seit 2005 von 73 auf heute 65 Prozent gesunken. \u00c4hnlich beim Anteil Erwerbst\u00e4tiger, die unter Termindruck stehen: Dieser hat zwischen 2005 und 2015 von 69 auf 63 Prozent abgenommen und entspricht heute dem europ\u00e4ischen Mittelwert. Eine \u00e4hnliche Tendenz beobachtet man auch in Deutschland und Italien, w\u00e4hrend die Ergebnisse im europ\u00e4ischen Mittel \u00fcber die Zeit stabil blieben.&#13;<\/p>\n<h2>Arbeitsqualit\u00e4t und Einflussm\u00f6glichkeiten nehmen ab<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGanzheitliche, als sinnvoll erlebte und im richtigen Mass fordernde Aufgaben wirken motivierend. Zudem f\u00f6rdern sie auch die Kompetenzentwicklung und die Gesundheit. Eine sorgf\u00e4ltige Abstimmung der Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Maschine ist gerade in Zeiten einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung der Arbeit wichtig. Gem\u00e4ss der Studie verrichten immer mehr Personen eint\u00f6nige Aufgaben (2005: 22%, 2015: 33%). Der Anteil Erwerbst\u00e4tiger, die ihre Arbeit als sinnvoll erachten, ist zwar hoch, er nimmt aber tendenziell ab (2005: 92%, 2015: 86%). Ausserdem berichten weniger Personen davon, dass sie komplexe Arbeiten verrichten, dass sie die Qualit\u00e4t der Arbeit selber \u00fcberpr\u00fcfen, dass sie unvorhergesehene Probleme selbstst\u00e4ndig l\u00f6sen oder die M\u00f6glichkeit erhalten, Neues zu lernen (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Insgesamt hat die Schweiz hier an Vorsprung eingeb\u00fcsst und gleicht sich hinsichtlich der Anforderungen der Arbeitsaufgaben dem europ\u00e4ischen Niveau an.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Arbeitsinhalt aus Sicht der Schweizer Arbeitnehmenden (2005 und 2015)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vanis_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#vanis_de_2').highcharts({\nchart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {\n        categories: ['Komplexe Arbeitsaufgaben', 'Selbstst\u00e4ndiges L\u00f6sen von unvorhergesehenen Problemen', 'Selbstbeurteilung der Qualit\u00e4t der Arbeit', 'Neues lernen'],\n        title: {\n            text: null\n        },\n        \n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: '',\n        },labels: {\n            format: '{value}%'\n        }\n        \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: '%'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n    \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: '2005',\n        data: [72,88,85,85]\n    }, {\n        name: '2015',\n        data: [64,82,80,70]\n    }]\n});\n \n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Die Balken zeigen den Anteil der Arbeitnehmenden (ohne Landwirtschaft), die den Aussagen in Bezug auf ihren Arbeitsinhalt zustimmen, in Prozent. Anzahl Befragte 2005: 845, Anzahl Befragte 2015: 871.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: European Working Conditions Survey 2005 und 2015, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie M\u00f6glichkeit, die Arbeit selber mitzugestalten, ist eine bedeutsame Ressource f\u00fcr die Motivationsf\u00f6rderung und den Gesundheitsschutz. Denn sie erleichtert die Passung von Anforderungen und individuellem Leistungsverm\u00f6gen. Im Allgemeinen haben schweizweit zwischen 2005 und 2015 mehrere Aspekte des Gestaltungsspielraums und der Partizipation abgenommen. So ist etwa die M\u00f6glichkeit, das Arbeitstempo zu gestalten, um 5 Prozentpunkte auf 68 Prozent gesunken. Auch der Gestaltungsfreiraum, um die Reihenfolge von Aufgaben und das Vorgehen beim Erledigen einer Aufgabe zu bestimmen, ist um jeweils 8 Prozentpunkte gesunken. Markant sind die R\u00fcckg\u00e4nge bei den M\u00f6glichkeiten, Pausen frei einzuteilen und eigene Ideen in der Arbeit umzusetzen. Auch die Zahl der Personen, die angeben, Einfluss auf die Auswahl von Kollegen zu haben, ist leicht gesunken, w\u00e4hrend sie im europ\u00e4ischen Durchschnitt gestiegen ist (siehe <em>Abbildung 3<\/em>). Insgesamt haben sich die M\u00f6glichkeiten zum Einfluss auf die Arbeit dem europ\u00e4ischen Durchschnitt angeglichen. Gegen\u00fcber der Erhebung 2005 hat die Schweiz ihre Spitzenposition bei wichtigen Ressourcen eingeb\u00fcsst.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 3: Einflussm\u00f6glichkeiten aus Sicht der Arbeitnehmenden in der Schweiz und in der EU (2005 und 2015)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vanis_de_3'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    \n    var ugly = ['', '2005',  '2015',  ''];\n    var cats = ugly.concat(ugly).concat(ugly);\n    var zeroes = [];\n    cats.forEach(function () {zeroes.push(0);}); \n    var options = {\n\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n\n        title: {\n            text: ''\n        },\n\n        xAxis: [\n   \n                  {\n            categories: cats,\n            \n\n\n           tickWidth: 0,\n        },\n                 {\n            categories: ['Eigene Ideen umsetzen', 'Freie Pausenwahl', 'Einfluss auf die Auswahl der Kollegen'],\n                         lineColor:'#ffffff',\n                      tickWidth: 0,\n                     \n              \n        }  ,\n         ],\n\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: ''\n            },\n             labels: {\n            format: '{value}%'\n        }\n        },\n\n        tooltip: {\n            formatter: function () {\n        \n                return '<b>' + this.x +  ' ' + this.series.options.stack +  '<\/b><br\/>' +\n                    this.series.name + ': ' + this.y+ '<br\/>' \n                   \n            }\n        },\n\n       \n    \n    plotOptions: {\n        categories: {\n            style: {\n\tleft: '0',\n\ttop: '100px'\n}\n        }\n    },\n\n\n        series: [{\n            name: 'Schweiz',\n            color: '#e84066',\n            data: [62,54,25],\n            stack: '2005',\n                    xAxis: 1            \n            \n        },{\n            name: 'EU',\n            color: '#88c0d3',\n\n            data: [53,38,19],\n            stack: '2005',\n            xAxis: 1            \n            \n        }, {\n            name: 'Schweiz',\n            color: '#e84066',\n            showInLegend: false,\n\n            data: [49,42,24],\n            stack: '2015',\n            xAxis: 1            \n            \n        }, {\n            name: 'EU-27',\n            color: '#88c0d3',\n            showInLegend: false,\n\n            data: [50,43,25],\n            stack: '2015',\n                    xAxis: 1            \n            \n        },  {\n            name: '',\n            data: zeroes,\n            showInLegend: false,\n            stack: '2015',\n        \n        }]\n    };\n    \n   \n    $('#vanis_de_3').highcharts(options);\n});\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Die Balken zeigen den Anteil der Arbeitnehmenden (ohne Landwirtschaft), die sagten, dass sie in ihrem Betrieb die entsprechenden M\u00f6glichkeiten geniessen. Anzahl Befragte Schweiz: 2005: 845; 2015: 871. Anzahl Befragte EU: 2005: 20\u2019883; 2015: 28\u2019079.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: European Working Conditions Survey 2005 und 2015, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Kombination aus fehlendem zeitlichem Gestaltungsspielraum bei der Arbeit und hohem Zeitdruck kann sich besonders ung\u00fcnstig auf die Gesundheit auswirken. Von dieser ung\u00fcnstigen Kombination sind rund 11 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen betroffen.&#13;<\/p>\n<h2>Physische Belastungen nehmen zu<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSchmerzhafte K\u00f6rperhaltung, repetitive Bewegungen und das Tragen oder Bewegen schwerer Lasten bleiben die h\u00e4ufigsten gesundheitlichen Risikofaktoren bei der Arbeit in der Schweiz. F\u00fcr die meisten dieser Risikofaktoren l\u00e4sst sich seit 2005 eine Zunahme beobachten. Insbesondere Arbeiten mit repetitiven Bewegungen und mit schmerzhafter K\u00f6rperhaltung nehmen in der Schweiz stark zu (siehe <em>Abbildung 4).<\/em> Dieser Trend steht im Gegensatz zur EU, wo der Anteil Erwerbst\u00e4tiger, die solche Arbeiten verrichten, stabil bleibt. In den Nachbarstaaten nehmen sie sogar ab.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 4: Physische Belastungen bei der Arbeit in der Schweiz und in der EU (2005 und 2015)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vanis_de_4'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    \n    var ugly = ['', '2005', '2015',  ''];\n\n\n    var cats = ugly.concat(ugly).concat(ugly).concat(ugly);\n    var zeroes = [];\n    cats.forEach(function () {zeroes.push(0);}); \n    var options = {\n\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n\n        title: {\n            text: ''\n        },\n\n        xAxis: [\n   \n                  {\n            categories: cats,\n            \n\n\n           tickWidth: 0,\n        },\n                 {\n            categories: ['Stets gleiche Hand- oder Armbewegungen','Schmerzhafte oder erm\u00fcdende K\u00f6rperhaltungen','Tragen oder Bewegen schwerer Lasten','Starker L\u00e4rm'],\n                         lineColor:'#ffffff',\n                      tickWidth: 0,\n                     \n              \n        }  ,\n         ],\n\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: ''\n            },\n             labels: {\n            format: '{value}%'\n        }\n        },\n\n        tooltip: {\n            formatter: function () {\n        \n                return '<b>' + this.x +  ' ' + this.series.options.stack +  '<\/b><br\/>' +\n                    this.series.name + ': ' + this.y+ '<br\/>' \n                   \n            }\n        },\n\n       \n    \n    plotOptions: {\n        categories: {\n            style: {\n\tleft: '0',\n\ttop: '100px'\n}\n        }\n    },\n\n\n        series: [{\n            name: 'Schweiz',\n            color: '#e84066',\n            data: [40,33,25,21],\n            stack: '2005',\n                    xAxis: 1            \n            \n        },{\n            name: 'EU',\n            color: '#88c0d3',\n\n            data: [61,43,32,30],\n            stack: '2005',\n            xAxis: 1            \n            \n        }, {\n            name: 'Schweiz',\n            color: '#e84066',\n            showInLegend: false,\n\n            data: [60,45,26,24],\n            stack: '2015',\n            xAxis: 1            \n            \n        }, {\n            name: 'EU-27',\n            color: '#88c0d3',\n            showInLegend: false,\n\n            data: [62,43,30,28],\n            stack: '2015',\n                    xAxis: 1            \n            \n        },  {\n            name: '',\n            data: zeroes,\n            showInLegend: false,\n            stack: '2015',\n        \n        }]\n    };\n    \n   \n    $('#vanis_de_4').highcharts(options);\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Die Balken zeigen den Anteil der Arbeitnehmenden (ohne Landwirtschaft), die mehr als ein Viertel der Arbeitszeit den genannten Risikofaktoren ausgesetzt sind, in Prozent. Anzahl Befragte: Schweiz: 2005: 845; 2015: 871. Anzahl Befragte EU: 2005: 20\u2019883; 2015: 28\u2019079.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: European Working Conditions Survey 2005 und 2015, eigene Berechnungen der Autoren \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die Schweiz hat nur 2005 und 2015 voll an der Umfrage teilgenommen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Sicht der Arbeitnehmenden waren die Arbeitsbedingungen in der Schweiz im Jahr 2015 gut. Insgesamt sind fast neun von zehn Besch\u00e4ftigten zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. 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Doch im Vergleich zu 2005 hat die Schweiz 2015 ihre Spitzenstellung gegen\u00fcber Europa teilweise eingeb\u00fcsst. Insbesondere die physischen Belastungen haben zugenommen und n\u00e4hern sich dem europ\u00e4ischen Niveau an.","post_hero_image_description":"Der Anteil Erwerbst\u00e4tiger in Berufen mit physischen Belastungen hat in der Schweiz seit 2005 zugenommen. Bauarbeiter erneuern Tramgleise in Basel.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Die Europ\u00e4ische Erhebung \u00fcber die Arbeitsbedingungen (EWCS)","kasten_box":"Der European Working Conditions Survey (EWCS) ist die umfangreichste vergleichende Untersuchung zu den Arbeitsbedingungen in Europa. Er erlaubt L\u00e4ndervergleiche und die langfristige Beobachtung der Risikoentwicklung. Seit 1990 wird er alle f\u00fcnf Jahre von Eurofound durchgef\u00fchrt und deckt die EU-Mitgliedsl\u00e4nder sowie interessierte Nichtmitgliedsl\u00e4nder ab. 2015 wurden mehr als 43\u2019000 Erwerbst\u00e4tige aus 35 L\u00e4ndern<sup>a<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/sup> befragt.&#13;\n&#13;\n&nbsp;&#13;\n&#13;\nDie Schweiz nahm 2005 und 2015 direkt daran teil. Die repr\u00e4sentative Schweizer Stichprobe der Arbeitnehmenden und selbstst\u00e4ndigen Erwerbst\u00e4tigen beinhaltet Personen, die \u00fcber f\u00fcnfzehn Jahre alt sind, in einem Privathaushalt leben und in der zur\u00fcckliegenden Woche w\u00e4hrend mindestens einer Stunde einer bezahlten T\u00e4tigkeit nachgingen (Anzahl Befragte 2005: 1040; Anzahl Befragte 2015: 1006).&#13;\n&#13;\n<span class=\"text__quelle--kasten\"><sup>a<\/sup>EU-28, Schweiz, Norwegen, T\u00fcrkei, Mazedonien, Serbien, Montenegro und Albanien<\/span>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":109920,"main_focus":[156368,157069],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":109924,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"68353","post_abstract":"Der European Working Conditions Survey 2015 \u2013 die neueste Europ\u00e4ische Erhebung \u00fcber die Arbeitsbedingungen \u2013 zeigt, dass sich die Arbeitsbedingungen in der Schweiz zwischen 2005 und 2015 teilweise verschlechtert haben. Besonders bei den physischen Belastungen am Arbeitsplatz hat die Schweiz \u00fcber die Zeit und gegen\u00fcber dem europ\u00e4ischen Ausland einen R\u00fcckschritt erlitten. Zudem haben auch der Gestaltungsspielraum und die Mitsprachem\u00f6glichkeit bei der Arbeit abgenommen. Gegen\u00fcber 2005 stufen heute mehr Personen ihre Arbeit als eint\u00f6nig ein, und weniger Personen erachten ihre Arbeit als sinnvoll. Trotzdem: Immer noch beurteilen hierzulande rund 90 Prozent ihre Arbeitsbedingungen als gut oder sehr gut. Die eigene Gesundheit und die Motivierungsf\u00e4higkeit der F\u00fchrungspersonen werden oft als gut eingestuft. Auch wenn gegen\u00fcber dem EU-Durchschnitt den Schweizer Arbeitnehmenden eine hohe Flexibilit\u00e4t abverlangt wird, hat der zeitliche Druck auf die Besch\u00e4ftigten seit 2005 abgenommen.","magazine_issue":"06-2017","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20170524","original_files":[{"file":109932},{"file":109936}],"external_release_for_author":"20170523","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/58da30cf9730e"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109917"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4532"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=109917"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126423,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109917\/revisions\/126423"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2971"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2970"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4532"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157069"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156368"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=109917"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=109917"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=109917"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=109917"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=109917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}