{"id":109997,"date":"2017-04-27T15:50:26","date_gmt":"2017-04-27T15:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/04\/emmenegger-05-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:06:34","modified_gmt":"2023-08-23T21:06:34","slug":"emmenegger-05-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/04\/emmenegger-05-2017\/","title":{"rendered":"Zollverwaltung definiert sich neu"},"content":{"rendered":"<p>Die mit den Zollverfahren einhergehenden Regulierungskosten schlagen f\u00fcr die Wirtschaft j\u00e4hrlich mit rund 500 Millionen Franken zu Buche.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dies h\u00e4ngt unter anderem damit zusammen, dass die Unternehmen zurzeit auch bei Routinegesch\u00e4ften pers\u00f6nlich mit der Eidgen\u00f6ssischen Zollverwaltung (EZV) in Kontakt treten m\u00fcssen. Dabei sind sie von Schalter\u00f6ffnungszeiten abh\u00e4ngig und gehalten, die Landesgrenze dort zu \u00fcberqueren, wo die Zollverwaltung pr\u00e4sent ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts dieser Schwierigkeiten bietet die geplante Digitalisierung der Prozesse in der Zollverwaltung eine Chance \u2013 womit die EZV zugleich einem Anliegen von Wirtschaft, Reisenden, Partnerbeh\u00f6rden und Politik entspricht. Die Bestrebungen laufen unter der Programmbezeichnung \u00abDaziT\u00bb<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDank automatisierter Schnittstellen soll der Gesch\u00e4ftsverkehr dereinst vollst\u00e4ndig elektronisch abgewickelt werden. In Zukunft k\u00f6nnen die Kunden Zollanmeldungen via E-Portal weitgehend ortsunabh\u00e4ngig und selbstst\u00e4ndig vornehmen. Zugleich k\u00f6nnen sie jederzeit auf ihre eigenen Daten zugreifen und diese auswerten. Insgesamt wird die Digitalisierung zu k\u00fcrzeren Kontroll- und Wartezeiten beim Grenz\u00fcbertritt f\u00fchren. Die Mitarbeitenden der EZV wiederum werden von administrativen Routinearbeiten entlastet und k\u00f6nnen dort eingesetzt werden, wo es um die Durchsetzung von Recht, die Verhinderung von Missbr\u00e4uchen und die Steigerung der Sicherheit der Schweiz geht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa sich die Zollverwaltung mit dem Digitalisierungsprogramm \u00abDaziT\u00bb neu definiert, wird dies weitreichenden Anpassungsbedarf in den rechtlichen Grundlagen, der Ablauf- und Aufbauorganisation und im Personaleinsatz nach sich ziehen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Gesamtheitliche L\u00f6sung gefragt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie angestrebte Gesamttransformation bedingt eine umfassende Modernisierung der ICT-Landschaft. Denn die Systeme der EZV stossen in mehrfacher Hinsicht an ihre Grenzen. So ist die ICT-Infrastruktur \u00fcber mehrere Jahrzehnte gewachsen und umfasst mittlerweile rund 80 Fachanwendungen. Viele dieser in die Jahre gekommenen Anwendungen sind sogenannte Insell\u00f6sungen, die Redundanzen und Medienbr\u00fcche generieren. Homogene Technologie- und Architekturprinzipien hingegen fehlen. Diese technischen Grenzen verhindern vielfach Optimierungen zur Verbesserung der Effizienz und Weiterentwicklungen. Mit anderen Worten: Es besteht dringender Handlungsbedarf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine 2015 durchgef\u00fchrte Studie f\u00fchrte zur Erkenntnis, dass der angestrebte Effizienzgewinn sowie die geforderten Verbesserungen f\u00fcr die Anspruchsgruppen nur durch eine serviceorientierte Gesamterneuerung und eine Modernisierung der Systemlandschaft realisiert werden k\u00f6nnen. Die bestehenden Insell\u00f6sungen m\u00fcssen in eine v\u00f6llig neue ICT-Architektur \u00fcbergef\u00fchrt werden. Entsprechend werden die Fachanwendungen auf ihre Kernaufgaben reduziert, zusammengefasst und, wo n\u00f6tig, funktional erweitert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa sich effiziente Prozesse mit einer optimalen technischen Systemunterst\u00fctzung nur durch eine ganzheitliche Vorgehensweise erreichen lassen, werden bei \u00abDaziT\u00bb die sieben Projekte \u00fcber ein gemeinsames Steuerungsdach gef\u00fchrt und koordiniert (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<\/p>\n<h2><strong>Gesamtkredit von 400 Millionen Franken beantragt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Programm \u00abDaziT\u00bb ist ein Informatik-Schl\u00fcsselprojekt des Bundes und wird auf der Grundlage der Projektmanagement-Methodik Hermes gef\u00fchrt. Die Erkenntnisse aus den bisherigen IT-Projekten des Bundes fliessen bei der Initialisierung ein. Der Gesamtkredit (siehe <em>Abbildung<\/em>) ist in mehrere Verpflichtungskredite unterteilt und wird in vier Etappen freigegeben. Dadurch erh\u00e4lt der Bundesrat die M\u00f6glichkeit, laufend steuernd auf den Fortgang von \u00abDaziT\u00bb einzuwirken. Auch die Finanzdelegation des Parlaments soll alle sechs Monate \u00fcber den Fortschritt von \u00abDaziT\u00bb informiert werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Gesch\u00e4tzte Kosten von \u00abDaziT\u00bb (in Mio. Fr.; 2018 bis 2026)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"legacy_chart_custom\"><div class='chart chart--normal' id='emmenegger_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#emmenegger_1_de').highcharts({\n\n \n      chart: {\n           \n            type: 'pie'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        tooltip: {\n            pointFormat: '{point.y:.2f} Mio. 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Fr.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">EZV \/ Die Volkswirtschaft<\/span><span style=\"color: #ff00ff;\">&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie mit dem Programm \u00abDaziT\u00bb beabsichtigte systematische Digitalisierung ist ein hochkomplexes Vorhaben, das mit vielen Unsicherheiten und Risiken behaftet ist. Bei einer erfolgreichen Umsetzung bringt die digitale Gesamterneuerung der EZV jedoch eine nachhaltige Verbesserung f\u00fcr alle betroffenen Kreise.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nOffiziell startet das Programm \u00abDaziT\u00bb im Jahr 2018 und dauert bis 2026. Doch bereits im laufenden Jahr werden wichtige Aufbau- und Grundlagenarbeiten an die Hand genommen. Nachdem der Bundesrat am 15. Februar die Botschaft zur Finanzierung von \u00abDaziT\u00bb verabschiedet hat, liegt das Gesch\u00e4ft nun beim Parlament, das \u00fcber die Freigabe des beantragten Sonderkredits von rund 400 Millionen Franken entscheidet. Voraussichtlich im Sommer kommt die Vorlage in den Nationalrat.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">B,S,S. (2013). Sch\u00e4tzung der Kosten von Regulierungen und Identifizierung von Potenzialen f\u00fcr die Vereinfachung und Kostenreduktion im Bereich Zollverfahren; Studie zuhanden der EZV.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">DaziT setzt sich aus dem r\u00e4toromanischen Wort \u00abDazi\u00bb und \u00abTransformation\u00bb zusammen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mit den Zollverfahren einhergehenden Regulierungskosten schlagen f\u00fcr die Wirtschaft j\u00e4hrlich mit rund 500 Millionen Franken zu Buche. 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Damit wird es Kunden m\u00f6glich sein, zeit- und ortsunabh\u00e4ngig auf s\u00e4mtliche Dienstleistungen der EZV digital, sicher und einfach zuzugreifen. Das Projekt <em>Redesign Fracht<\/em> umfasst eine einheitliche Fachanwendung zur Verzollung von Waren (Fracht) und die vollst\u00e4ndige Digitalisierung der Prozesse f\u00fcr die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren. <em>Redesign Abgaben<\/em> beinhaltet die Erneuerungen und Modernisierungen in den Bereichen Strassenverkehrsabgaben und Verbrauchssteuern. <em>Shared Services<\/em> umfasst die Vereinheitlichung und Digitalisierung von verwaltungsinternen, bereichs\u00fcbergreifenden Prozessen (z. B. Bewilligungsverfahren oder Ressourcenmanagement). Und schliesslich f\u00fchrt das Projekt <em>Kontrolle und Befund<\/em> zu einer funktionalen Verbesserung der Anwendungen zur Steuerung der Eins\u00e4tze des Grenzpersonals (z. B. Einsatzleitsystem) sowie zur zentralen, gemeinsamen und einheitlichen Dokumentation der Kontrollaktivit\u00e4ten und -ergebnisse."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":110000,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":110004,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"67713","post_abstract":"Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet voran. Die \u00f6ffentliche Hand ist gefordert, diesen tiefgreifenden Wandel mitzugestalten. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Eidgen\u00f6ssische Zollverwaltung (EZV) als wichtige Akteurin in der internationalen Lieferkette von G\u00fctern und Dienstleistungen und als zentrales Sicherheitsorgan an der Grenze. Die durchgehende Digitalisierung der EZV soll im Rahmen des Programms \u00abDaziT\u00bb von 2018 bis 2026 erfolgen. Die k\u00fcnftigen digitalen Zollformalit\u00e4ten werden vereinfacht und beschleunigt \u2013 zum Nutzen aller beteiligten Parteien. Im Vordergrund stehen eine Senkung der Regulierungskosten f\u00fcr die Wirtschaft und eine Fokussierung der Personalressourcen auf die Sicherheit an der Grenze. Zur Umsetzung dieses ambitionierten, aber notwendigen Vorhabens hat der Bundesrat dem Parlament einen Sonderkredit von rund 400 Millionen Franken beantragt.","magazine_issue":"05-2017","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20170428","original_files":[{"file":110012}],"external_release_for_author":"20170331","external_release_for_author_time":"21:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/58b935bbd67b1"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109997"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4527"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=109997"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109997\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126427,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109997\/revisions\/126427"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4527"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=109997"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=109997"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=109997"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=109997"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=109997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}