{"id":110048,"date":"2017-04-27T15:50:25","date_gmt":"2017-04-27T15:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/04\/fluder-05-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:06:36","modified_gmt":"2023-08-23T21:06:36","slug":"fluder-05-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/04\/fluder-05-2017\/","title":{"rendered":"Jede zweite Rentnerin ohne Pensionskassenrente"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Altersvorsorge ruht auf drei Pfeilern. Die erste S\u00e4ule (AHV) garantiert zusammen mit den Erg\u00e4nzungsleistungen eine existenzsichernde Altersrente f\u00fcr alle in der Schweiz wohnhaften Personen, wobei die Maximalrente doppelt so hoch ist wie die Minimalrente. In der ersten S\u00e4ule sind die Rentenunterschiede vergleichsweise gering und die Regeln der Rentenbildung f\u00fcr alle Personen gleich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Gegensatz zum universalistischen Prinzip der AHV ist die Alterssicherung in der beruflichen Vorsorge (zweite S\u00e4ule) und beim steuerprivilegierten Sparen (dritte S\u00e4ule) individuell ausgerichtet. Hier werden die Beitr\u00e4ge nur im Zusammenhang mit einer Erwerbsarbeit geleistet. Weil Erwerbst\u00e4tige mit einem tiefen Einkommen und Selbstst\u00e4ndigerwerbende nicht obligatorisch in der zweiten S\u00e4ule versichert sind, haben nicht alle Anspruch auf eine Rente der beruflichen Vorsorge. Je nach Pensionskasse kommen zudem Unterschiede bei der Verzinsung und beim Umwandlungssatz hinzu.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn unserer Studie haben wir die Altersrenten von Pensionierten der Jahrg\u00e4nge 1937 bis 1948 untersucht (siehe <em>Kasten<\/em>). Im Jahr 2012 machte die erste S\u00e4ule bei dieser Rentnergruppe im Durchschnitt 69 Prozent der gesamten Altersrente aus; lediglich 29 Prozent der Renten stammten aus der zweiten S\u00e4ule (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Der dritten S\u00e4ule kam nur eine untergeordnete Bedeutung zu \u2013 ihr Anteil an der gesamten Altersrente betrug im Durchschnitt rund 2 Prozent. Es ist zu beachten, dass die untersuchten Kohorten erst in der zweiten H\u00e4lfte ihrer Erwerbsbiografie vom Obligatorium der beruflichen Vorsorge und den M\u00f6glichkeiten des steuerbeg\u00fcnstigten Sparens profitieren konnten. Sp\u00e4tere Generationen werden deshalb vermutlich h\u00e4ufiger eine vollst\u00e4ndige Alterssicherung aus allen drei S\u00e4ulen haben.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Anteile der drei S\u00e4ulen an der Gesamtrente von Pensionierten<span style=\"color: #ff00ff;\">&#13;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<pre><div class='chart chart--normal' id='fluder_salzgeber_3_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#fluder_salzgeber_3_de').highcharts({\n\nchart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['Beide Geschlechter','Frauen', 'M\u00e4nner']\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n           labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + '%';\n            }\n        }\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '<span style=\"color:{series.color}\">{series.name}<\/span>: {point.y}%<br\/>',\n        shared: false\n    },\n    plotOptions: {\n        column: {\n            stacking: 'percent'\n        }\n    },\n      legend: {\n        reversed: true\n    },\n    series: [  {\n        name: '3. 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Frauen arbeiten h\u00e4ufiger Teilzeit und sind \u00f6fter in tieferen Positionen sowie in Branchen mit einem unterdurchschnittlichen Lohn anzutreffen. Dies spiegelt sich in den L\u00f6hnen. So war der auf eine volle Stelle umgerechnete Lohn von Frauen in der Privatwirtschaft im Jahr 2014 um 19,5 Prozent geringer als der durchschnittliche M\u00e4nnerlohn.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei Paaren mit Kindern \u00fcbernehmen Frauen meist den gr\u00f6ssten Teil der Kinderbetreuung und weisen deshalb h\u00e4ufiger Erwerbsunterbr\u00fcche oder eine reduzierte Erwerbst\u00e4tigkeit auf. Der Entscheid f\u00fcr ein bestimmtes Familienmodell wird dabei von Wertvorstellungen, Rahmenbedingungen wie beispielsweise verf\u00fcgbaren Kinderbetreuungsangeboten oder Erwerbsm\u00f6glichkeiten gepr\u00e4gt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei den in der Studie einbezogenen Rentnergenerationen war diese Rollenteilung noch deutlich ausgepr\u00e4gter. So waren die Frauen der untersuchten Rentnergenerationen in den letzten 20 Jahren vor der Pensionierung im Durchschnitt w\u00e4hrend lediglich 64 Prozent des Zeitraums erwerbst\u00e4tig, M\u00e4nner hingegen arbeiteten w\u00e4hrend 85 Prozent der Zeit. Die Daten enthalten jedoch keine Angaben zum Besch\u00e4ftigungsumfang.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNoch ausgepr\u00e4gter sind die Unterschiede in dieser Lebensphase in Bezug auf das erzielte Erwerbseinkommen. Im Durchschnitt verdienten die Frauen in den letzten 20 Jahren vor der Pensionierung lediglich 35 Prozent so viel wie die M\u00e4nner, wobei das Einkommensgef\u00e4lle bei Verheirateten besonders gross war (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Gr\u00fcnde f\u00fcr das massiv tiefere Einkommen der Frauen sind Erwerbsunterbr\u00fcche, der R\u00fcckzug aus dem Arbeitsmarkt, Teilzeitarbeit und Anstellung im Tieflohnbereich. Im Gegensatz zu den verheirateten, den geschiedenen und den verwitweten Frauen war der ausgewiesene Einkommensunterschied bei den Ledigen relativ gering. Vermutlich auch deshalb, weil diese \u2013 unabh\u00e4ngig vom Geschlecht \u2013 oft vollzeitlich oder zu einem hohen Besch\u00e4ftigungsgrad erwerbst\u00e4tig waren.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Erwerbseinkommen von Frauen (in&nbsp;% des Einkommens der M\u00e4nner; letzte 20 Jahre vor der Pensionierung)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='fluder_salzgeber_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#fluder_salzgeber_1_de').highcharts({\n   chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: [\n            'Ledig','Verheiratet','Geschieden','Verwitwet','Schweizer','Ausl\u00e4nder','64-\/65- bis 66-J\u00e4hrige','67- bis 69-J\u00e4hrige','70- bis 72-J\u00e4hrige','73- bis 75-J\u00e4hrige','<b>Total<\/b>'],\n           \n        crosshair: true\n\n\n    },\n\n\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n         labels: {\n            formatter: function () {\n                return this.value + '%';\n            }\n        },\n    },\n    legend: {\n        enabled: false\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat:   '{point.key} {point.y:.1f}%',\n        shared: false\n    },\n   plotOptions: {\n        series: {\n            colorByPoint: true\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'AHV-Einkommen',\n                data: [88.0,24.9,61.3,33.7,34.8,41.6,39.3,34.5,31.8,32.6,35.4],\n\n\ncolors: ['#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#e84066','#d2d803']\n\n\n    }]\n});\n\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Anmerkung: AHV-Rentner zwischen 64\/65 und 75 Jahren; N=4277, gewichtet gem\u00e4ss BFS. Das mittlere Einkommen wurde anhand der Einkommen aus den individuellen Konten der AHV (IK-Daten) der Jahre 1982 bis 2012 erfasst.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Sesam (2012), Berechnungen Fluder et al. \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Renten der Frauen 37 Prozent tiefer<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie gross sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Bezugsquoten aus den drei S\u00e4ulen der Altersvorsorge? W\u00e4hrend beinahe die gesamte Bev\u00f6lkerung Anspruch auf eine AHV-Rente hat, erhalten fast die H\u00e4lfte der Frauen keine Rente aus der beruflichen Vorsorge. Dagegen beziehen mehr als drei Viertel der M\u00e4nner eine Pensionskassenrente (siehe <em>Tabelle<\/em>). Leistungen aus der dritten S\u00e4ule haben bei den untersuchten Rentnergenerationen lediglich 14 Prozent der Frauen und 28 Prozent der M\u00e4nner.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Bezugsquote von Rentnern nach Geschlecht; Gender Pension Gap <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"92%\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"23%\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\"><strong>AHV<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\"><strong>Berufliche Vorsorge<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\"><strong>3. S\u00e4ule<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"10%\"><strong>Total<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"23%\">M\u00e4nner<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">100%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">77,6%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">26,0%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"10%\">&#8211;<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"23%\">Frauen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">100%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">54,6%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">14,2%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"10%\">&#8211;<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"23%\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"10%\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"23%\">Gender Pension Gap<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">2,7%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">63,0%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"22%\">54,4%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"10%\">37,1%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Anmerkung: AHV-Rentner zwischen 64\/65 und 75 Jahren; N=3855, Missings: N=422, gewichtet gem\u00e4ss BFS; berufliche Vorsorge inkl. in Rente umgewandelten Kapitalbezugs; dritte S\u00e4ule entspricht dem in Rente umgewandelten Kapital.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Sesam (2012), Berechnungen Fluder et al. \/ Die Volkswirtschaft<\/span><span class=\"text__legend\">&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer sogenannte Gender Pension Gap (GPG) zeigt auf, um wie viel Prozent die Renten der Frauen im Durchschnitt tiefer sind als jene der M\u00e4nner. Insgesamt betr\u00e4gt der Unterschied der Renten von Frauen und M\u00e4nnern 37 Prozent. Dabei ist zu beachten, dass die AHV-Renten der Frauen und M\u00e4nner praktisch gleich hoch sind. Betrachtet man lediglich die Renten aus der beruflichen Vorsorge, sind die Renten der Frauen im Durchschnitt sogar 63 Prozent tiefer. Bei der dritten S\u00e4ule betr\u00e4gt der Rentenunterschied 54 Prozent. Somit ist das grosse Rentengef\u00e4lle zwischen M\u00e4nnern und Frauen haupts\u00e4chlich durch die viel geringeren Renten aus der beruflichen Vorsorge bei Frauen bedingt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der traditionellen Rollenteilung bei der heutigen Rentnergeneration haben die M\u00e4nner den gr\u00f6sseren Teil zum Haushaltseinkommen beigetragen. Da der Aufbau der beruflichen Vorsorge unmittelbar mit der Erwerbst\u00e4tigkeit zusammenh\u00e4ngt, konnten verheiratete M\u00e4nner viel \u00f6fter und in einem h\u00f6heren Ausmass eine berufliche Vorsorge aufbauen als verheiratete Frauen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Unterschied zur AHV kommt es bei der beruflichen Vorsorge zu keinem Splitting der Rentenanspr\u00fcche. Nur bei einer Scheidung werden die w\u00e4hrend der Ehe erworbenen Anspr\u00fcche der beruflichen Vorsorge aufgeteilt. Auch im Todesfall des Mannes erhalten Frauen eine Witwenrente.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWird der GPG ohne die verheirateten Personen berechnet, betr\u00e4gt der Rentenunterschied noch 21 Prozent. Dieser Wert ist vermutlich aussagekr\u00e4ftiger, da bei Verheirateten von einer Haushaltsgemeinschaft ausgegangen werden kann und es deshalb nicht so zentral ist, an wen die Pensionskassenrente ausbezahlt wird.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ursachen des Gender Pension Gap<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch heute noch dominiert bei den Frauen die Teilzeitarbeit: W\u00e4hrend im Jahr 2013 nur 29 Prozent der Frauen zwischen 20 und 65 Jahren Vollzeit arbeiteten, waren es bei den M\u00e4nnern 76 Prozent.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Eine Modellrechnung f\u00fcr die Bestimmung der relevanten Einflussfaktoren zeigt, dass Nichtverheiratete, Kinderlose und Personen ohne Erwerbsunterbr\u00fcche \u00fcber erheblich h\u00f6here Pensionskassenrenten verf\u00fcgen. Deutlich negativ wirken sich dagegen eine selbstst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit, ein tiefes Ausbildungsniveau sowie ein kleiner Lohn auf die H\u00f6he der Pensionskassenrente aus. Mit dem gesellschaftlichen Wandel haben sich das Ausbildungsniveau und die Erwerbsquote der Frauen deutlich erh\u00f6ht. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass der GPG bei der beruflichen Vorsorge der k\u00fcnftigen Generationen tiefer ausfallen wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnhand einer sogenannten Dekompositions-Analyse wurde ermittelt, dass 80 Prozent des GPG durch die unterschiedliche Ausstattung der Frauen (tieferes Bildungsniveau, geringere Erwerbst\u00e4tigkeit und weniger Erwerbseinkommen, Besch\u00e4ftigung in bestimmten Branchen) erkl\u00e4rt werden kann. Knapp ein F\u00fcnftel des GPG bleibt unerkl\u00e4rt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Vergleich mit den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern liegt der GPG der Schweiz im europ\u00e4ischen Mittel.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Es zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Erwerbsbeteiligung der Frauen eines Landes (insbesondere dem Geschlechterunterschied bei der durchschnittlichen Arbeitszeit) und dem GPG.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Bewusstsein der Auswirkungen fehlt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Studie zeigt deutlich: Eine tiefe Erwerbsbeteiligung der Frauen, die dadurch fehlenden Aufstiegschancen und ein tieferes Lohnniveau f\u00fchren zu markanten Unterschieden beim Aufbau der beruflichen Vorsorge. Bei der Entscheidung f\u00fcr ein Familienmodell fehlt auch heute noch bei vielen Paaren das Bewusstsein f\u00fcr die Folgen dieser Entscheidungen auf die Altersvorsorge.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusgebaute Angebote der familienexternen Kinderbetreuung verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuungsaufgaben und k\u00f6nnten dazu beitragen, dass Frauen in einem h\u00f6heren Ausmass erwerbst\u00e4tig sein k\u00f6nnen. Eine St\u00e4rkung der AHV, wie es die im M\u00e4rz vom Parlament verabschiedete Altersvorsorge 2020 vorsieht, kann ebenfalls einen Beitrag zur Reduktion des Gender Pension Gap leisten.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">BFS (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Hofmann (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Bettio et al. (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Altersvorsorge ruht auf drei Pfeilern. 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M\u00e4rz 2017.<\/li>&#13;\n \t<li>Fluder, Robert; Salzgeber, Renate; von Gunten, Luzius; Kessler, Dorian; Fankhauser, Regine (2016). <a href=\"https:\/\/www.bsvlive.admin.ch\/praxis\/forschung\/publikationen\/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZig7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCEdnx,fGym162dpYbUzd,Gpd6emK2Oz9aGodetmqaN19XI2IdvoaCUZ,s-.pdf\">Gender Pension Gap in der Schweiz, Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Altersrenten<\/a>, Beitr\u00e4ge zur Sozialen Sicherheit, Forschungsbericht Nr. 12\/16.<\/li>&#13;\n \t<li>Hofmann, Silvia (2016). <a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch2016\/07\/hofmann-08-09-2016\/\">Teilzeit und Rente: Genauer hinschauen lohnt sich<\/a>, in: Die Volkswirtschaft Nr. 8\/9.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Datengrundlage","kasten_box":"Die Unterschiede der Altersrenten von M\u00e4nnern und Frauen (Gender Pension Gap) in der Schweiz werden anhand des Sake\/Sesam-Datensatzes des Jahres 2012 und dessen Modul \u00abSoziale Sicherheit\u00bb des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) ausgewiesen. 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Grosse Rentenunterschiede existieren ausschliesslich bei der beruflichen Vorsorge und beim steuerbeg\u00fcnstigten Sparen der dritten S\u00e4ule. Eine hohe und konstante Erwerbsbeteiligung der Frauen sowie der Abbau der Lohnunterschiede k\u00f6nnten die Rentenunterschiede in Zukunft reduzieren. 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