{"id":110230,"date":"2017-04-27T15:50:23","date_gmt":"2017-04-27T15:50:23","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/04\/blanke-05-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:06:42","modified_gmt":"2023-08-23T21:06:42","slug":"blanke-05-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/04\/blanke-05-2017\/","title":{"rendered":"Wirken die Negativzinsen?"},"content":{"rendered":"<p>Bis vor wenigen Jahren existierten nominelle Negativzinsen h\u00f6chstens in der Theorie. Eine praktische Umsetzung hielten viele f\u00fcr undenkbar.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Doch in den letzten Jahren haben mehrere Zentralbanken Negativzinsen eingef\u00fchrt. Als erste ging im Jahr 2012 die D\u00e4nische Zentralbank unter die Nullgrenze. Zur \u00dcberraschung vieler geriet das Finanzmarktsystem dadurch nicht aus dem Gleichgewicht. 2014 folgten die Europ\u00e4ische Zentralbank, die Schweizerische Nationalbank und die Schwedische Reichsbank. Zwei weitere Jahre sp\u00e4ter wagte auch die Bank of Japan den Schritt ins Negativterritorium.&#13;<\/p>\n<h2>Die Wirkung von Negativzinsen ist umstritten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Senkung der Zinsen unter null Prozent bedeutet, dass eine Zentralbank den Gesch\u00e4ftsbanken Zinsen belastet, wenn diese bei ihr Geld hinterlegen. Die Gesch\u00e4ftsbanken wiederum geben diese Zinssenkung \u00fcber ihre eigenen Zinss\u00e4tze weiter an Privathaushalte, Unternehmen und Finanzinstitute und somit ans Finanzsystem allgemein. Die Zentralbanken wollen damit der Wirtschaftst\u00e4tigkeit Impulse verleihen. Denn bei tiefen Zinsen stellen die Banken mehr Geld bereit, der Konsum der Haushalte steigt, und die Unternehmen investieren mehr.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch nicht alle glauben an diese Wirkungskette. Die Gegner wenden ein, dass solche Anreize zum Geldausgeben in L\u00e4ndern mit alternder Bev\u00f6lkerung ins Leere laufen. Im Gegenteil: Bei Negativzinsen drohe sogar die Gefahr, dass Sparer und Pensionierte ihre Ausgaben k\u00fcrzten, weil sie entweder feste Sparziele h\u00e4tten oder von den Zinsertr\u00e4gen ihres Kapitals lebten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAllerdings gibt es keine Beweise daf\u00fcr, dass Sparer generell anders auf Zinssenkungen reagieren, wenn diese im Minusbereich liegen. Und selbst wenn dies zutreffen w\u00fcrde, \u00e4ndert es nichts daran, dass in einer Wirtschaft jedem Sparer ein Kreditnehmer gegen\u00fcbersteht. Etwa junge Familien, die mit einer Hypothek erstmals ein Haus erwerben, Autokredite oder Darlehen f\u00fcr Start-up-Unternehmen oder den Staat. Die dank den Negativzinsen h\u00f6here Kaufkraft der Kreditnehmer d\u00fcrfte die vermutete Zunahme der Sparneigung von Pensionierten und anderen Sparern problemlos aufwiegen. Genauso, wie dies in normalen Zeiten der Fall ist. So weit zur Theorie. Doch funktionieren die Negativzinsen auch in der Praxis?&#13;<\/p>\n<h2>Banken geben die Strafzinsen nur teilweise weiter<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Praxis zeigt, dass die Negativzinsen der Zentralbanken, wie von der Theorie vorausgesagt, auch tats\u00e4chlich im Finanzsystem angekommen sind. Allerdings mit kleineren Ausnahmen, etwa bei den Banken. Die Zinssenkungen der Zentralbanken unter die Nullgrenze haben in den entsprechenden Volkswirtschaften zu einem Zinsr\u00fcckgang auf breiter Front gef\u00fchrt \u2013 genauso wie normalerweise auch Zinssenkungen im positiven Bereich<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>. Die Zinss\u00e4tze an den Geld- und Anleihenm\u00e4rkten sind wie erwartet gefallen, und die Wechsel- und Aktienkurse haben ebenfalls wie \u00fcblich reagiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Ausnahme bilden die Zinss\u00e4tze der Banken, die diese Zinssenkung nur teilweise weitergaben. Die Reaktionen der Banken fielen dabei je nach Land sehr unterschiedlich aus, wie verschiedene Studien<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> zeigen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> \u00dcber diese l\u00e4nderspezifischen Besonderheiten ist noch wenig bekannt, sie k\u00f6nnten aber mit anderen Finanzierungsstrukturen der Banken und dem jeweiligen Wettbewerbsumfeld zusammenh\u00e4ngen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nObwohl die Weitergabe der Zinsen an die Finanzm\u00e4rkte im Allgemeinen recht gut funktionierte, kam es in den Volkswirtschaften mit Negativzinsen nicht oder noch nicht zu einem klaren Aufschwung. Bedeutet dies, dass die Negativzinsen nicht funktionieren? Nein. Denn die Zentralbanken senken ihre Zinss\u00e4tze normalerweise wesentlich st\u00e4rker, wenn sie einen Aufschwung herbeif\u00fchren wollen.&#13;<\/p>\n<h2>Zinssenkungen zu gering, um Wirkung zu zeigen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Zinssenkungen im negativen Bereich waren minim. So betrug Japans j\u00fcngste Zinssenkung von 0,10 \u00a0auf \u20130,10 Prozent nur gerade 0,20 Prozentpunkte. Die Schweizerische Zentralbank w\u00e4hlte einen Satz von \u20130,75 Prozent. Die meisten Personen nehmen eine Zinssenkung um 0,20 Prozentpunkte auf ihrem Sparkonto kaum wahr. Und auch ein um 0,75 Prozentpunkte g\u00fcnstigerer Bankkredit wird nicht scharenweise Leute dazu bewegen, sofort ein neues Auto anzuschaffen, wenn gleichzeitig aufgrund einer schleppenden Konjunktur die Aussichten auf Lohnerh\u00f6hungen nicht allzu rosig sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNormalerweise greifen die Zentralbanken wesentlich beherzter ein, wenn sie eine tr\u00e4ge Konjunktur wirklich ankurbeln wollen. Zum Vergleich: W\u00e4hrend der relativ milden US-Rezession im Jahr 2001 senkte die US-Zentralbank die Zinss\u00e4tze von rund 6\u00a0auf etwa 1\u00a0Prozent. Und auch als Reaktion auf die globale Finanzkrise 2008 wurden die Zinss\u00e4tze um 5\u00a0Prozentpunkte herabgesetzt. 2008 und 2009 h\u00e4tte die Bank die Zinsschraube noch weiter gelockert, wenn nicht bereits die Null-Prozent-Grenze erreicht worden w\u00e4re, die bis dahin als Untergrenze galt.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZudem gelang es im Allgemeinen nicht, mit dem Senken der nominalen S\u00e4tze unter null auch die realen S\u00e4tze zu dr\u00fccken. Der Realzins ist sowohl von den Nominalzinsen als auch von der Inflation abh\u00e4ngig (siehe <em>Kasten<\/em>). Doch die meisten Schritte im Minusbereich waren Reaktionen auf einen R\u00fcckgang der Inflation und der Inflationserwartungen, der wesentlich ausgepr\u00e4gter war als die darauf folgenden z\u00f6gerlichen Zinssenkungen unter null.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins im Januar 2015 auf \u20130,75\u00a0Prozent reduzierte, ergriff sie gleichzeitig Massnahmen, die eine W\u00e4hrungsaufwertung bewirkten und die Inflation kurzfristig um mindestens 0,75\u00a0Prozent verringerten. Die Reduktion der Nominalzinsen und die tiefere Inflation hoben sich gegenseitig weitgehend auf, sodass die realen Zinss\u00e4tze mehr oder weniger unver\u00e4ndert blieben. Das Unterschreiten der Nullgrenze hatte daher keinen unmittelbaren realen Effekt auf die Rendite der Spargelder in der kurzen Frist. Trotzdem haben in der Schweiz viele das Gef\u00fchl, ihre Ersparnisse w\u00fcrden durch die Negativzinsen geschm\u00e4lert. Dass negative nominale Zinss\u00e4tze so umstritten sind, liegt auch in der sogenannten Geldwertillusion: Viele Leute unterscheiden nicht zwischen nominalen und realen Zinss\u00e4tzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Negativs\u00e4tze vermochten zwar den Deflationsdruck etwas zu mildern. Die winzigen Zinsschritte im Minusterritorium reichten jedoch in den meisten L\u00e4ndern nicht aus, um der Wirtschaft wirklich Dynamik zu verleihen. Mit anderen Worten: Die Medizin hilft zwar, doch f\u00fcr eine Heilung m\u00fcsste sie wesentlich st\u00e4rker dosiert werden. Die Zentralbanken haben die Zinsen nicht weiter unter null gesenkt, da Negativzinsen Neuland bedeuteten und ungewiss war, ob sie wirken oder ob sie sch\u00e4dliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Auch die Unbeliebtheit negativer Zinss\u00e4tze und Bedenken \u00fcber entsprechende Reaktionen seitens der \u00d6ffentlichkeit und der Politik k\u00f6nnen dazu beigetragen haben. Zentralbanken sind von Natur aus vorsichtig.&#13;<\/p>\n<h2>Negativzinsen sollen die Risikobereitschaft erh\u00f6hen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNoch ist nicht bekannt, wie weit unter null die Zinss\u00e4tze sinken k\u00f6nnen, bis Einzelpersonen, Unternehmen oder Finanzinstitute ihre Anleihen und Sparguthaben auf hohem Niveau aufl\u00f6sen und stattdessen Bargeld ohne Verzinsung bevorzugen. Wo diese Untergrenze liegt, ist schwierig abzusch\u00e4tzen. Sollte man diesen Punkt jedoch versehentlich erreichen, k\u00f6nnte dies das Vertrauen ins Finanzsystem ersch\u00fcttern und zur Folge haben, dass es nicht mehr reibungslos funktioniert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZur Begrenzung dieses Risikos gibt es verschiedene Methoden und Instrumente. So k\u00f6nnen die Zentralbanken beispielsweise den Banken aushelfen, die Einlagen verlieren, oder sie k\u00f6nnen die Ausgabe von Bargeld beschr\u00e4nken. Solche Ideen sind jedoch umstritten und politisch problematisch. Zumindest sollten Zentralbanken aber wachsam sein, ob sich die Zinsen dieser Untergrenze n\u00e4hern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie meisten \u00fcbrigen Vorbehalte betreffen nicht die Negativzinsen an sich, sondern den langen Zeitraum niedriger, realer Zinss\u00e4tze. Es wird bef\u00fcrchtet, dass niedrige reale Zinss\u00e4tze \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu Verzerrungen an den Finanzm\u00e4rkten f\u00fchren und die Stabilit\u00e4t des Finanzsystems gef\u00e4hrden. Wenn sichere Anleihen und Spareinlagen nur noch eine minimale Rendite abwerfen, suchen die Anleger nach besseren und m\u00f6glicherweise riskanteren Anlagem\u00f6glichkeiten. Doch das ist genau der Sinn dieser Geldpolitik: Sie soll die Risikobereitschaft und die Wirtschaft stimulieren. Falls die Anleger allerdings auf nicht produktive Anlagen oder Immobilien setzen, k\u00f6nnen Blasen entstehen, die sp\u00e4ter platzen. Doch diese Gefahr besteht nicht nur bei nominalen Negativzinsen, und sie ist m\u00f6glicherweise kleiner, wenn sich die Wirtschaft in einem Abschwung befindet.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeit der globalen Finanzkrise geh\u00f6rt es zum Job der Zentralbanken, bei negativen Schocks die Finanzmarktpreise im Auge zu behalten und Anzeichen f\u00fcr Blasen oder eine \u00fcberm\u00e4ssige Risikobereitschaft zu erkennen. Die Zentralbanken k\u00f6nnen je nach Auftrag und verf\u00fcgbaren Instrumenten unterschiedlich reagieren. Einige Zentralbanken k\u00f6nnen die Risikobereitschaft mit sogenannten makroprudenziellen Massnahmen, wie etwa erh\u00f6hten Eigenkapitalanforderungen oder antizyklischem Kapitalpuffer bei der Hypothekenvergabe, direkt regulieren. Andere haben diese Kompetenz nicht. Eine Anhebung der Zinss\u00e4tze, bevor eine Wirtschaft wieder auf dem Wachstumspfad ist, birgt jedenfalls stets die Gefahr einer verz\u00f6gerten R\u00fcckkehr zum Wachstum.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nH\u00e4ufig wird argumentiert, dass Negativzinsen schlecht f\u00fcr die finanzielle Gesundheit von Banken, Pensionskassen und Versicherungen seien. Diese Risiken sind jedoch ebenfalls eher das Ergebnis niedriger realer Zinsen als der negativen nominalen S\u00e4tze an sich. Und sie h\u00e4ngen mit den Gesch\u00e4ftsmodellen zusammen, die diese Institutionen anwandten, als noch von h\u00f6heren realen und nominalen Zinss\u00e4tzen auszugehen war. Diese Gesch\u00e4ftsmodelle wandeln sich jedoch, und die Banken haben in L\u00e4ndern mit Negativzinsen bisher im Durchschnitt nicht st\u00e4rkere Gewinneinbussen verzeichnet als in L\u00e4ndern mit positiven Zinss\u00e4tzen.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie nominalen Zinss\u00e4tze anzuheben, um die Gewinne der Finanzinstitute zu sch\u00fctzen, w\u00e4re falsch, und es k\u00f6nnte sich als Bumerang erweisen. Denn das w\u00fcrde tendenziell die gesamtwirtschaftliche Nachfrage schw\u00e4chen und das Wirtschaftswachstum hemmen und so die Phase der niedrigen realen Zinss\u00e4tze verl\u00e4ngern. Dadurch k\u00f6nnte die Finanzbranche noch st\u00e4rker unter Druck geraten.&#13;<\/p>\n<h2>Begleitende Reformen und Investitionen k\u00f6nnen die Konjunktur beleben<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wirkung der Negativzinsen ist grunds\u00e4tzlich als Erfolg zu werten. Allerdings gibt es beim Senken der Zinss\u00e4tze im Minusbereich Grenzen, wenn keine weiteren Massnahmen zur Eind\u00e4mmung der allgemeinen finanziellen und wirtschaftlichen Risiken ergriffen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Geldpolitik ist bei weitem nicht die einzige Option zur Konjunkturbelebung. Bei tr\u00e4gem Wachstum, hoher Arbeitslosigkeit und hartn\u00e4ckig schleppender Investitionst\u00e4tigkeit wollen die Entscheidungstr\u00e4ger vielleicht mehr unternehmen. \u00d6ffentliche Investitionsprojekte und eine Ausweitung der staatlichen Ausgaben im Allgemeinen k\u00f6nnen Zinssenkungen wirksam erg\u00e4nzen. Gerade wenn die Zinss\u00e4tze niedrig sind, k\u00f6nnen Staatsausgaben als Wachstumsmotor wirken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngebotsseitige Reformen \u2013 idealerweise kombiniert mit fiskalpolitischen Massnahmen \u2013 k\u00f6nnen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und die Produktivit\u00e4t einer Volkswirtschaft ebenfalls stimulieren. Wenn dadurch die M\u00e4rkte besser funktionieren, das Bildungssystem aufgewertet wird, wichtige Infrastrukturen entstehen und der Unternehmergeist und die Innovation gef\u00f6rdert werden, erh\u00f6hen solche Massnahmen das Potenzial f\u00fcr k\u00fcnftiges Wachstum. Falls die \u00d6ffentlichkeit dies versteht und daran glaubt, k\u00f6nnte es auch in der heutigen Situation Vertrauen schaffen und so die Ausgaben und das Wachstum ankurbeln.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die Meinungen in diesem Artikel widerspiegeln die Meinungen der Autoren und nicht zwingend die Ansichten der Afrikanischen Entwicklungsbank, des IWF oder des Executive Board und des Managements des IWF. Der Artikel basiert auf einer l\u00e4ngeren Version, die urspr\u00fcnglich auf Englisch auf der \u00abGlobal Agenda\u00bb-Website des Weltwirtschaftsforums (WEF) ver\u00f6ffentlicht wurde (siehe Blanke und Krogstrup, 2016).\u00a0&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr Details siehe Ball et al. (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe dazu Ball et al. (2016) und Danthine (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Zudem besteht eine Nicht-Linearit\u00e4t bei der Weitergabe von Kurzfristzinsen an Langfristzinsen im Bereich der Zinsuntergrenze \u2013 je nachdem, wo der Markt diese Untergrenze sieht. Siehe dazu Grisse et al. 2016.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Krogstrup (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Krogstrup (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Ball et al. (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa Sveriges Riksbank (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis vor wenigen Jahren existierten nominelle Negativzinsen h\u00f6chstens in der Theorie. Eine praktische Umsetzung hielten viele f\u00fcr undenkbar. Doch in den letzten Jahren haben mehrere Zentralbanken Negativzinsen eingef\u00fchrt. Als erste ging im Jahr 2012 die D\u00e4nische Zentralbank unter die Nullgrenze. Zur \u00dcberraschung vieler geriet das Finanzmarktsystem dadurch nicht aus dem Gleichgewicht. 2014 folgten die Europ\u00e4ische [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4525,"featured_media":26294,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[96],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":4525,"seco_co_author":[4526,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. oec.,\nVizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Landwirtschaft, Menschliche und Soziale Entwicklung, Afrikanische Entwicklungsbank, Abidjan","seco_author_post_occupation_fr":"Vice-pr\u00e9sidente de l\u2019agriculture et du d\u00e9veloppement humain et social, Banque africaine de d\u00e9veloppement, Abidjan","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4526,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Dr. oec., Beraterin, Forschungsabteilung, Internationaler W\u00e4hrungsfonds (IWF), Washington","seco_co_author_post_occupation_fr":"Consultante, d\u00e9partement des \u00e9tudes, Fonds mon\u00e9taire international (FMI), Washington"}],"short_title":"Wirken die Negativzinsen?","post_lead":"Zur Belebung der Wirtschaft sind Zinssenkungen \u2013 auch im Negativbereich \u2013 ein wirksames Instrument. Ihre Nebenwirkungen werden oft \u00fcbertrieben, aber sie sind auch mit Risiken verbunden. Die Geldpolitik ist nicht die einzige Option, um die Wirtschaft anzukurbeln.","post_hero_image_description":"Die Tiefzinsen verleiten zum Kauf von Wohneigentum. Wohn\u00fcberbauung in Z\u00fcrich-Oerlikon.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n \t<li>Ball, Laurence, Joseph Gagnon, Patrick Honohan and Signe Krogstrup (2016). What Else Can Central Banks Do? Geneva Reports on the World Economy 18, ICMB and CEPR.<\/li>&#13;\n \t<li>Blanke, Jennifer und Signe Krogstrup (2016). Negative Interest Rates: Absolutely Everything You Need to Know. Artikel auf der Global Agenda Homepage des World Economic Forum.<\/li>&#13;\n \t<li>Danthine, Jean-Pierre (2016). The Interest Rate Unbound? Hutchins Center Working Paper Nr. 19, Brookings Institution.<\/li>&#13;\n \t<li>Grisse, Christian, Signe Krogstrup und Silvio Schumacher (2017). Lower Bound Beliefs and Long-Term Interest Rates. Forthcoming, in: International Journal of Central Banking.<\/li>&#13;\n \t<li>Krogstrup, Signe (2017). Monetary Policy Accommodation with Low Interest Rates. Ver\u00f6ffentlichung bevorstehend, in: Business Economics.<\/li>&#13;\n \t<li>Sveriges Riksbank (2016). How Do Low and Negative Interest Rates Affect Banks\u2019 Profitability? In: Monetary Policy Report, April 2016.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Nominal- und Realzinsen","kasten_box":"H\u00e4ufig werden nominale Negativzinsen mit realen Negativzinsen verwechselt, da vielen nur die Nominalzinsen bekannt sind. Der <em>nominale<\/em> Zinssatz steht f\u00fcr den Betrag, der pro Jahr f\u00fcr ein Sparguthaben von 100\u00a0Franken anf\u00e4llt. Der <em>reale <\/em>Zinssatz hingegen zeigt, wie stark der Wert dieser 100\u00a0Franken in einem Jahr gewachsen ist, gemessen daran, was sich damit kaufen l\u00e4sst. F\u00fcr die Sparrendite ausschlaggebend ist der Realzins, der sowohl von den Nominalzinsen als auch von der Inflation abh\u00e4ngig ist. In L\u00e4ndern, in denen die Inflation h\u00f6her ist als der Nominalzins, resultiert ein negativer Realzins. Das bedeutet, dass Spargelder selbst dann an Wert verlieren, wenn die nominalen Zinsen positiv sind. In L\u00e4ndern, in denen die Inflation niedriger ist als die Nominalzinsen, nimmt der reale Wert von Spargeldern zu."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":110233,"main_focus":[156375,157074],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":110237,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"67582","post_abstract":"Negativzinsen sind umstritten. F\u00fcr Kritik sorgen Zweifel an ihrer Wirksamkeit und Bedenken \u00fcber sch\u00e4dliche Nebenwirkungen. Doch solche Vorbehalte sind h\u00e4ufig \u00fcbertrieben und beruhen auf falschen Annahmen. Denn Negativzinsen haben sich als erfolgreiches geldpolitisches Instrument erwiesen und zeigen weitgehend dieselbe Wirkung wie Zinssenkungen im positiven Bereich in normalen Zeiten. Dass die Negativzinsen noch zu keinem Aufschwung gef\u00fchrt haben, ist vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die aktuellen Zinssenkungen im historischen Vergleich nur sehr bescheiden waren. Hinzu kommt, dass im Zuge der Zinssenkungen unter null die realen Zinsen nur ungen\u00fcgend sanken. Negativzinsen sind Neuland und bergen darum Gefahren und Risiken. Die Zentralbanken sind sich dessen bewusst und beobachten die Entwicklungen st\u00e4ndig.","magazine_issue":"04-2017","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20170428","original_files":[{"file":110245},{"file":110249}],"external_release_for_author":"20170331","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/58b4423823a89"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110230"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4525"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=110230"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110230\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126440,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110230\/revisions\/126440"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4526"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4525"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157074"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156375"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=110230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=110230"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=110230"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=110230"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=110230"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=110230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}