{"id":110564,"date":"2017-03-21T16:13:24","date_gmt":"2017-03-21T16:13:24","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/03\/tendances-conjoncturelles-printemps-2017\/"},"modified":"2024-11-14T07:38:58","modified_gmt":"2024-11-14T06:38:58","slug":"konjunkturtendenzen-fruehjahr-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/03\/konjunkturtendenzen-fruehjahr-2017\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Fr\u00fchjahr 2017"},"content":{"rendered":"<h2>Weltwirtschaft<\/h2>\n<p>Im 4. Quartal 2016 hat die Weltwirtschaft wie erwartet die Wachstumsdynamik des Vorquartals aufrechterhalten. In den USA fiel das Wirtschaftswachstum solide aus. Zudem signalisieren die Arbeitsmarktdaten und Vorlaufindikatoren im Fr\u00fchjahr 2017 einen robusten Zustand der Konjunktur.<br \/>\nIm Euroraum wurde das Wachstumstempo des Vorquartals beibehalten, und der konjunkturelle Aufschwung scheint insgesamt gefestigt; ausser Griechenland registrierte kein Mitglied der W\u00e4hrungsunion im 4. Quartal einen R\u00fcckgang des BIP. In Japan wuchs die Wirtschaft abermals \u00fcber ihrem Potential. Im Vereinigten K\u00f6nigreich beschleunigte sich das Wachstum. Die grossen Schwellenl\u00e4nder entwickelten sich im 4. Quartal unterschiedlich. Das BIP Chinas wuchs etwa gleich stark wie im Vorquartal. Die Erwartung einer sanften Landung scheint sich zu best\u00e4tigen. In Russland zeichnet sich eine Stabilisierung der Wirtschaftslage ab, hingegen steckt Brasilien weiter in der Rezession.<\/p>\n<p>Verschiedene Indikatoren deuten auf eine Beschleunigung der globalen Wachstumsdynamik zum Jahresauftakt 2017 hin: Die Weltindustrieproduktion und der Welthandel haben Ende 2016 sp\u00fcrbar angezogen, die Preise wichtiger Rohstoffe sind angestiegen, und die Stimmungsindikatoren sind im Allgemeinen, trotz erheblicher politischer Risiken, aufw\u00e4rtsgerichtet. So auch die Einkaufsmanagerindizes, die sowohl f\u00fcr die Industriel\u00e4nder als auch f\u00fcr die Schwellenl\u00e4nder einen deutlichen Produktionszuwachs signalisieren.<\/p>\n<h2>Wirtschaftslage Schweiz<\/h2>\n<p>Das Bild der Schweizer Konjunktur ist derzeit durch divergierende Signale gepr\u00e4gt. In der j\u00fcngsten Vergangenheit haben sich die Umfragedaten und die so genannten harten Daten unterschiedlich entwickelt. Insbesondere entt\u00e4uschte das BIP-Wachstum im zweiten Halbjahr 2016. Aber auch andere Daten haben das Gesamtbild gegen Ende 2016 getr\u00fcbt. Die Exportzahlen waren \u2013 gepr\u00e4gt durch eine schwache Entwicklung bei den Pharmaprodukten \u2013 r\u00fcckl\u00e4ufig, und die Ums\u00e4tze im verarbeitenden Gewerbe blieben hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Auch der Arbeitsmarkt zeigt ein gemischtes Bild. Bei der Arbeitslosigkeit scheint sich zwar die Trendwende allm\u00e4hlich vollzogen zu haben: Saisonbereinigt geht die Anzahl registrierter Arbeitsloser seit September 2016 zur\u00fcck. Hingegen entt\u00e4uschte die Entwicklung der vollzeit\u00e4quivalenten Besch\u00e4ftigung. F\u00fcr das Jahr 2016 wurde eine leichte positive Entwicklung erwartet, doch die Jahreswachstumsrate der Besch\u00e4ftigung fiel 2016 knapp negativ aus (-0,05%). Zumindest konnte gegen Jahresende ein moderater Besch\u00e4ftigungszuwachs beobachtet werden. Im 4. Quartal nahm die vollzeit\u00e4quivalente Besch\u00e4ftigung im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,1% zu. Die Stimmungsindikatoren zeichnen ein deutlich positiveres Bild. Die Konsumentenstimmung liegt erstmals seit sechs Quartalen \u00fcber dem langfristigen Schnitt; insbesondere die Erwartungen der Konsumenten bez\u00fcglich der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sind ausgesprochen positiv. Zudem verzeichnen sowohl das KOF-Barometer als auch der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Industrie seit Anfang 2015 einen deutlichen Aufw\u00e4rtstrend und stiegen im Februar 2017 erneut markant an. Das KOF-Barometer erreichte einen Stand von 107 Punkten und liegt damit deutlich \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittelwert von 100. Der PMI hat die Wachstumsschwelle (50 Punkte) ebenso deutlich \u00fcberschritten. Beide Indikatoren signalisieren in den letzten Monaten ein \u00e4usserst vorteilhaftes Wirtschaftsumfeld.<\/p>\n<h2>Konjunkturprognose<\/h2>\n<p>F\u00fcr 2017 erwartet die Expertengruppe des Bundes, dass das BIP der Schweiz um 1,6% wachsen wird. Gegen\u00fcber der letzten Prognose (+1,8% f\u00fcr 2017) entspricht dies einer leichten, technischen Korrektur nach unten, die sich aus dem schwunglosen Jahresende 2016 ergibt (Basiseffekt). Trotzdem ist f\u00fcr die kommenden Quartale von einer klaren Wachstumsbeschleunigung auszugehen, welche die schwache Dynamik am Jahreswechsel 2016\/2017 weitgehend wettmacht. Im Jahr 2018 d\u00fcrfte das BIP-Wachstum, wie bisher prognostiziert, bei 1,9% liegen. Damit w\u00fcrde sich die Erholung der Schweizer Wirtschaft in einem soliden jedoch nicht ausserordentlich starken Tempo fortsetzen.<\/p>\n<p>In beiden Prognosejahren d\u00fcrfte die Inlandnachfrage massgebliche Wachstumsimpulse liefern. Nach einem durchwachsenen 2016 sollte sich der private Konsum vor dem Hintergrund einer Erholung des Arbeitsmarktes und eines anhaltenden Bev\u00f6lkerungswachstums festigen. Angesichts noch voller Auftragsb\u00fccher im Hochbaugewerbe und \u00f6ffentlicher Grossbauprojekte k\u00f6nnten die Bauinvestitionen in den kommenden Quartalen ebenfalls an Dynamik gewinnen. Die gestiegene Zuversicht der Schweizer Unternehmen l\u00e4sst zudem erwarten, dass die Ausr\u00fcstungsinvestitionen im Prognosezeitraum moderat expandieren werden.<\/p>\n<p>Nach dem starken vergangenen Jahr beim Aussenhandel sollte 2017 und 2018 eine gewisse Normalisierung hin zu moderateren Wachstumsraten stattfinden. Der Aussenhandel d\u00fcrfte in beiden Prognosejahren positiv zum BIP-Wachstum beitragen. Die freundlichen Aussichten f\u00fcr die Weltwirtschaft strahlen auch auf die Schweizer Exporte aus. Vorausgesetzt der Schweizer Franken erf\u00e4hrt keine weitere starke Aufwertung, k\u00f6nnte das Exportwachstum breiter abgest\u00fctzt sein als im vergangenen Jahr. Beispielsweise gibt sich die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie zuversichtlich und k\u00f6nnte von den anziehenden Wachstumsraten in den Exportm\u00e4rkten profitieren.<\/p>\n<p>Am Arbeitsmarkt scheint sich die Trendwende nach der Konjunkturabschw\u00e4chung von 2015 allm\u00e4hlich zu vollziehen. Die Anzahl registrierter Arbeitsloser ist saison- und zufallsbereinigt bereits seit dem September\u00a02016 leicht r\u00fcckl\u00e4ufig. Zudem weisen Stimmungsindikatoren zum Arbeitsmarkt auf eine gestiegene Zuversicht hin. Im Zuge der konjunkturellen Erholung erwartet die Expertengruppe daher eine Belebung des Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosenquote sollte graduell auf 3,2% im Jahresmittel 2017 und schliesslich auf 3,1% im Jahresmittel 2018 zur\u00fcckgehen. Gleichzeitig d\u00fcrfte sich der Besch\u00e4ftigungszuwachs, nach einer schwachen Entwicklung im vergangenen Jahr, auf 0,4% respektive 0,6% in den Jahren 2017 und 2018 beschleunigen.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6ssten Risiken f\u00fcr die internationale Wirtschaftsentwicklung gehen nach wie vor von der politischen Unsicherheit aus. Insbesondere ist die Ausrichtung der US-amerikanischen Wirtschafts- und Handelspolitik bislang noch unklar. Auch die anstehenden Wahlen in Frankreich sowie latent bestehende Probleme des Bankensektors in Italien stellen internationale Risikofaktoren dar. Ferner bleiben die Modalit\u00e4ten der Umsetzung des Brexit-Entscheids unklar. Besonders betroffen w\u00e4re die Schweizer Wirtschaft, wenn aus diesen Unsicherheitsfaktoren ein weiterer Aufwertungsdruck auf den Franken resultieren w\u00fcrde. Ein wichtiges inl\u00e4ndisches Risiko ist dar\u00fcber hinaus das Szenario einer weiteren Abschw\u00e4chung der Baukonjunktur. Angesichts der bereits steigenden Leerwohnungsziffern und der sich abschw\u00e4chenden Netto-Migration sowie aufgrund der Erwartung eines ansteigenden Zinsniveaus im Prognosezeitraum k\u00f6nnte dieser Wirtschaftssektor in Mitleidenschaft gezogen werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltwirtschaft Im 4. Quartal 2016 hat die Weltwirtschaft wie erwartet die Wachstumsdynamik des Vorquartals aufrechterhalten. In den USA fiel das Wirtschaftswachstum solide aus. Zudem signalisieren die Arbeitsmarktdaten und Vorlaufindikatoren im Fr\u00fchjahr 2017 einen robusten Zustand der Konjunktur. 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