{"id":110743,"date":"2017-02-23T13:11:30","date_gmt":"2017-02-23T13:11:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2017\/02\/vaterlaus-03-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:07:20","modified_gmt":"2023-08-23T21:07:20","slug":"vaterlaus-03-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2017\/02\/vaterlaus-03-2017\/","title":{"rendered":"Es braucht eine Steuerreform f\u00fcr den Mittelstand"},"content":{"rendered":"<p>Im internationalen Vergleich sind die Einkommensunterschiede in der Schweiz gering. Betrachtet man die Verteilung der Prim\u00e4reinkommen der Haushalte und somit die Einkommen vor staatlicher Umverteilung, weist die Schweiz auf Basis der OECD-Daten im Vergleich der Industriestaaten eine geringe Ungleichheit auf: Zu diesem Schluss kommt eine Analyse, welche die beiden \u00d6konomen Christoph Schaltegger und Christian Frey von der Universit\u00e4t Luzern anhand der Literatur und der vorhandenen Daten zuhanden der Fondation 2048 vorgenommen haben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie sonst vielfach zu beobachtende Spreizung zwischen hoch und gering qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften ist in der Schweiz demnach weniger ausgepr\u00e4gt. Das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Arbeitseinkommen, das nur 10 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen \u00fcberschreiten (10. Dezil), und dem Einkommen, das nur 10 Prozent der Bev\u00f6lkerung unterschreiten (1. Dezil), lag im Jahr 2010 bei 2,7, wobei nur die Industriestaaten Italien, Schweden, Norwegen und Finnland einen tieferen Wert aufweisen. Nicht zuletzt aufgrund der im internationalen Vergleich betrachteten relativ gleichm\u00e4ssigeren Verteilung der Markteinkommen f\u00e4llt in der Schweiz auch der Umverteilungsbedarf relativ gering aus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiter zeigt sich: Die Schweiz weist eine \u00fcber die Zeit stabile und im internationalen Vergleich sehr geringe Ungleichheit der Markteinkommen auf. Auch kann keine Zunahme der Polarisierung zwischen sozialen Schichten bzw. eine Schrumpfung der Mittelschicht festgestellt werden. Bei den Top-Einkommen l\u00e4sst sich seit den Achtzigerjahren zwar eine Steigerung feststellen \u2013 diese f\u00e4llt aber sowohl im internationalen wie auch im historischen Vergleich moderat aus.&#13;<\/p>\n<h2><strong>St\u00e4rkerer Druck auf mittlere Einkommen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa Verteilungsfragen im \u00f6ffentlichen Diskurs in der Schweiz trotzdem prominent behandelt werden, l\u00e4sst sich auf eine Unzufriedenheit mit der aktuellen Verteilungssituation schliessen. Ein Grund hierf\u00fcr liegt wohl in der staatlichen Umverteilung, welche den Druck auf die unteren und mittleren Einkommen verst\u00e4rkt hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss der Analyse weist das Steuer- und Transfersystem beispielsweise M\u00e4ngel bei den unteren Einkommen auf: Hier f\u00fchrt das Zusammenspiel der sozialen Sicherung und des Steuersystems zu negativen Arbeitsanreizen und Schwelleneffekten. Ebenfalls eine besonders starke Umverteilung durch die gesamtstaatliche Aktivit\u00e4t l\u00e4sst sich in der Mittelschicht feststellen. Insbesondere der untere Mittelstand kann sich in seiner materiellen Ausstattung kaum noch von den tiefen Einkommen abgrenzen (siehe <em>Abbildung<\/em>). F\u00fcr Zweitverdiener des unteren Mittelstands zahlt sich eine Arbeit kaum aus, da bei zus\u00e4tzlichem Einkommen Unterst\u00fctzungsleistungen wegfallen und im Regelfall die Steuerprogression zunimmt.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Verteilung der Haushaltseinkommen in der Schweiz (15- bis 60-J\u00e4hrige; 2005) <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='vaterlaus_koellreuter_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n     Highcharts.setOptions({\n        lang: {\n            numericSymbols: [' 000']\n        }\n    });\n   Highcharts.chart('vaterlaus_koellreuter_de', {\n    \n  \n        \n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n title: {\n            text: 'Einkommensdezil'\n        },\n\n            categories: ['1.', '2.', '3.', '4.', '5.', '6.', '7.', '8.','9.', '10.'],\n             plotBands: [{ \/\/ Farbhinterlegung Mittelwert\n                color: 'rgba(137,193,211,0.3)',\n\n                from: 0.5,\n                to: 5.5,\ntitle: {\n            text: 'Mittelstand'\n        },\n       \n\nstyle: {\ntitle: {\n            text: 'Mittelstand'\n        }\n       \n}\n            }]\n        },\n       \n        yAxis: {\n           title: {\n            text: 'Haushaltseinkommen (pro Jahr, in Franken)'\n        },\n        },\n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Nach Staatsaktivit\u00e4t',\n            data: [51100, 49100, 51200, 50200, 55000, 56500, 63400, 65100, 72600, 110900],\n                color: '#37a932',\n        }, {\n            name: 'Vor Staatsaktivit\u00e4t',\n            data: [30900, 48100, 57400, 65000, 74100, 83300, 93000, 106100, 125000, 197700],\n                color: '#d2d803',\n\n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: F\u00fcr jedes Einkommensdezil wird die materielle Ausstattung nach der gesamten staatlichen Umverteilungsaktivit\u00e4t durch Steuern, Transfers sowie Realtransfers dargestellt. Nach Staatsaktivit\u00e4t unterscheidet sich die materielle Ausstattung bei den unteren und mittleren Einkommen (2. bis 6. Dezil; blaue Fl\u00e4che) kaum. Ein h\u00f6heres Einkommen f\u00fchrt in diesem Bereich kaum zu einer h\u00f6heren materiellen Ausstattung.&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Fondation CH248 (2016). Reformstossrichtungen f\u00fcr das Schweizer Steuer- und Transfersystem. Schlussbericht, S. 29. Grundlage: Aktualisierung von Monika Engler auf Basis von Engler, M. (2011), Redistribution in Switzerland: Social Cohesion or Simple Smoothing of Lifetime Incomes? \u2013 Swiss Journal of Economics and Statistics 147(2), 107\u2013155 \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ausgangsbasis: 30 Reformoptionen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf der Basis von internationalen Erfahrungen, von theoretischen und praktischen Reformvorschl\u00e4gen hat die Fondation CH2048 zun\u00e4chst 30 Reformoptionen einer n\u00e4heren Pr\u00fcfung unterzogen. Aus \u00dcberschaubarkeitsgr\u00fcnden hat man sich auf nat\u00fcrliche Personen beschr\u00e4nkt. Damit wurden unter anderem die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform III ausgeblendet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEbenfalls nicht ber\u00fccksichtigt sind die durch Staatsausgaben verursachten \u00abRealtransfers\u00bb. Dazu z\u00e4hlen insbesondere die Bildung \u2013 aber auch subventionierte Gesundheitsleistungen, die Infrastruktur sowie die Landesverteidigung. Gerade die Ausklammerung der Bildung wiegt im Zusammenhang mit dem vorliegenden Projekt schwer, da diese eine betr\u00e4chtliche Umverteilungswirkung erzeugt und f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Arbeitskr\u00e4fte und des Wirtschaftsstandorts bedeutend ist. Der Ausschluss von Realtransfers erfolgt denn auch lediglich aufgrund der Wahrung einer handhabbaren Ausgangslage und nicht aus inhaltlicher Sicht.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Unter der Lupe: Acht Massnahmen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einem zweiten Schritt wurde die 30 Reformoptionen umfassende Liste auf 8 m\u00f6gliche Massnahmen reduziert. Zu diesem Zweck wurden zum einen intensive Diskussionen mit einem wissenschaftlichen Expertengremium gef\u00fchrt, welches die Projektarbeiten begleitete. Zum anderen wurden zwischen Januar und Juni 2015 drei Onlinebefragungen bei rund 250 interessierten B\u00fcrgern durchgef\u00fchrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin erster Vorschlag umfasst erwerbsabh\u00e4ngige Steuergutschriften. Zweitens k\u00f6nnten die Sozialtransfers besteuert werden \u2013 gleichzeitig w\u00fcrden Einkommen, welche unterhalb eines sogenannten Existenzminimums fallen, steuerbefreit. Drittens k\u00f6nnten bei der Besteuerung auch Aspekte der Haushaltsproduktion und des Freizeitnutzens ber\u00fccksichtigt werden. Viertens wurden Vorschl\u00e4ge betrachtet, welche zu einer Verbreiterung der Bemessungsgrundlage f\u00fchren. Der f\u00fcnfte Vorschlag betraf die Einf\u00fchrung einer Konsumsteuer (zins- oder sparbereinigte Einkommenssteuer). Die Einf\u00fchrung einer Individualbesteuerung war ein weiterer, der sechste Vorschlag. Siebtens k\u00f6nnte die Verm\u00f6gens- durch eine moderate Erbschaftssteuer ersetzt werden, und der achte Reformvorschlag betraf die Bestimmung der Einkommensbasis f\u00fcr Sozialtransfers (Abbau von Schwelleneffekten).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Reformoptionen lassen sich gem\u00e4ss dem Chef\u00f6konomen der Eidgen\u00f6ssischen Steuerverwaltung (ESTV), Bruno Jeitziner, verschiedenen Arten von Steuersystemen zuteilen (siehe <em>Tabelle 1<\/em>). Dabei unterscheidet er, ob das Steuersystem grunds\u00e4tzlich bei der Einkommensentstehung und dem Verm\u00f6gen oder bei der Einkommensverwendung ansetzt. Ersteres ist eine einkommensorientierte und Letzteres eine konsumorientierte Besteuerung. F\u00fcr die Unterscheidung wichtig ist die Frage, ob auch Kapitaleinkommen besteuert werden sollen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Tabelle 1: Einbettung der Reformoptionen in das Steuersystem<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><strong>Synthetische Einkommenssteuer<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><strong>Duale Einkommenssteuer<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><strong>Konsequente Konsumorientierung<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Erwerbsabh\u00e4ngige Steuergutschriften (1)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Reformen der Paarbesteuerung: Individualbesteuerung (6)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">&#13;<\/p>\n<ul style=\"font-size: 16px;\">Konsumsteuer (Ausgabensteuer;5)<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul style=\"font-size: 16px;\">&#8211; mit Sparbereinigung<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul style=\"font-size: 16px;\">&#8211; mit Zinsbereinigung<\/ul>\n<p>&#13;\n<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Steuerbarkeit staatlicher Unterst\u00fctzungsleistungen und Steuerbefreiung des Existenzminimums (2)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Ersatz Verm\u00f6genssteuer durch Erbschaftssteuer (7)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Ber\u00fccksichtigung von Haushaltsproduktion und Freizeitnutzen (3)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Bestimmung der Einkommensbasis f\u00fcr Sozialtransfers (8)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Verbreiterung der Bemessungsgrundlage (4)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Fondation CH248 (2016): Reformstossrichtungen f\u00fcr das Schweizer Steuer- und Transfersystem. Schlussbericht, S. 29. Grundlage: Referat von Bruno Jeitziner am ersten Workshop der Fondation CH2048, 26. Juni 2015.<\/span>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Tabelle 2: Das Reformpaket der Fondation CH2048<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><strong>Massnahme<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><strong>Verbesserung der horizontalen Steuergerechtigkeit<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><strong>Verbesserung der Arbeitsanreize<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Besteuerung Sozialtransfer und Steuerbefreiung des Existenzminimums<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">X<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">X<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Einf\u00fchrung der Individualbesteuerung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">X<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">Einf\u00fchrung einer Kapitalgewinnsteuer in Verbindung mit der Abschaffung der Verm\u00f6genssteuer und ggf. der Einf\u00fchrung einer moderaten Erbschaftssteuer<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\">X<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"252\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Fondation CH2048.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Reformen verbessern sowohl die horizontale Steuergerechtigkeit als auch die Arbeitsanreize (siehe <em>Tabelle 2<\/em>). Indem eine Reihe von Privilegien zugunsten von anderen Einkommensarten abgeschafft werden, soll sich die Arbeit fl\u00e4chendeckend wieder lohnen: f\u00fcr Sozialeinkommen dank der Besteuerung von Sozialtransfers bei gleichzeitiger Befreiung des Existenzminimums (Reduktion von Schwelleneffekten) und f\u00fcr Kapitaleinkommen dank der Kapitalgewinnsteuer in Verbindung mit der Abschaffung der Verm\u00f6genssteuer und gegebenenfalls der Einf\u00fchrung einer moderaten Erbschaftssteuer. Zus\u00e4tzlich erh\u00f6ht sich bei Paaren die Erwerbsbeteiligung von Zweitverdienern dank der Einf\u00fchrung der Individualbesteuerung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAlle Reformvorschl\u00e4ge haben die Politik schon mehrmals besch\u00e4ftigt, aber keiner hat es bis jetzt geschafft, umgesetzt zu werden. Im Paket d\u00fcrfen sie sich insbesondere h\u00f6here Chancen ausrechnen, wenn sich der arbeitende Mittelstand dahinterstellt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im internationalen Vergleich sind die Einkommensunterschiede in der Schweiz gering. Betrachtet man die Verteilung der Prim\u00e4reinkommen der Haushalte und somit die Einkommen vor staatlicher Umverteilung, weist die Schweiz auf Basis der OECD-Daten im Vergleich der Industriestaaten eine geringe Ungleichheit auf: Zu diesem Schluss kommt eine Analyse, welche die beiden \u00d6konomen Christoph Schaltegger und Christian Frey [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2998,"featured_media":26865,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[228],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2998,"seco_co_author":[4501,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. rer. pol., Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Polynomics, Olten","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur de Polynomics, Olten","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4501,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Dr. rer. pol., Initiant, Vizepr\u00e4sident und Programmleiter der Fondation CH2048, Luzern, Ehrenpr\u00e4sident BAK Basel Economics","seco_co_author_post_occupation_fr":"Promoteur, vice-pr\u00e9sident et chef de programme de la Fondation CH2048, Lucerne ; pr\u00e9sident d\u2019honneur de BAK Basel Economics"}],"short_title":"Es braucht eine Steuerreform f\u00fcr den Mittelstand","post_lead":"Der Schweizer Mittelstand steht nach staatlicher Umverteilung relativ schlecht da. So verf\u00fcgen viele mittlere Verdiener nur \u00fcber minim mehr Geld als beispielsweise Empf\u00e4nger von Sozialtransfers. Ein Reformpaket der Fondation CH2048 will mehr Steuergerechtigkeit herstellen und die Arbeits- und Innovationsanreize st\u00e4rken.","post_hero_image_description":"Liegen Skiferien noch drin? Das aktuelle Steuersystem trifft den Mittelstand relativ stark.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Fondation CH2048","kasten_box":"Die Fondation CH2048 wurde 2014 auf Initiative des Basler \u00d6konomen Christoph Koellreuter gegr\u00fcndet. Die Stiftung setzt sich f\u00fcr den Abbau des Spannungsfelds ein, welches durch den globalen Standortwettbewerb und die innenpolitischen Vorstellungen dar\u00fcber entsteht, wie die Fr\u00fcchte des wirtschaftlichen Erfolgs verteilt werden sollen. Im Rahmen von sogenannten Politikentwicklungsprojekten (PEP) ist sie bem\u00fcht, mehrheitsf\u00e4hige L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu erarbeiten und diese in den politischen Prozess einzuspeisen. Die Lancierung des ersten PEP \u2013 <em>Steuern. Transfers: Reformvorschl\u00e4ge f\u00fcr eine global wettbewerbsf\u00e4hige und verantwortliche Schweiz<\/em> \u2013 fusste unter anderem auf der Erkenntnis, dass auch die an sich wettbewerbsf\u00e4hige und wohlhabende Schweiz ein Verteilungsproblem hat (zumindest nach der staatlichen Umverteilung) \u2013 was sich etwa in Volksabstimmungen wie der Abzockerinitiative und der Initiative 1:12 zeigte. Im Jahr 2014 beauftragte deshalb der CH2048-Stiftungsrat eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Experten der beiden Beratungsfirmen Polynomics und Advocacy sowie der Universit\u00e4t Luzern, Reformoptionen f\u00fcr folgende drei Reformstossrichtungen zu erarbeiten:&#13;\n<ul>&#13;\n \t<li>mehr Leistungsgerechtigkeit und Verbesserung der Arbeitsanreize;<\/li>&#13;\n \t<li>Ja zu Transfers, aber Arbeit muss sich lohnen;<\/li>&#13;\n \t<li>mehr Solidarit\u00e4t der h\u00f6chsten Einkommen und Verm\u00f6gen bei m\u00f6glichst geringem Abwanderungsrisiko.<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":110746,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":110750,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"65940","post_abstract":"Im internationalen Vergleich weist das Land eine vergleichsweise geringe Ungleichheit der Prim\u00e4reinkommen auf. Auch \u00fcber die Zeit hat die Ungleichheit nicht dramatisch zugenommen. Problematisch pr\u00e4sentiert sich die Situation f\u00fcr mittlere Einkommen nach der staatlichen Umverteilung: Insbesondere die untere Mittelschicht kann sich kaum von der unteren Schicht abgrenzen. In einem Reformpaket schl\u00e4gt die Fondation CH2048 drei Massnahmen vor. Erstens k\u00f6nnten Sozialtransfers besteuert werden \u2013 gleichzeitig sollte ein steuerbefreites Existenzminimum eingef\u00fchrt werden. Zweitens sollte die Individualbesteuerung eingef\u00fchrt werden. Und drittens macht eine Kapitalgewinnsteuer in Verbindung mit der Abschaffung der Verm\u00f6genssteuer und gegebenenfalls der Einf\u00fchrung einer moderaten Erbschaftssteuer Sinn. W\u00e4hrend der Bund den Rahmen festzulegen h\u00e4tte, w\u00e4ren die Kantone bei der Umsetzung des Reformpakets gefragt.","magazine_issue":"03-2017","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20170224","original_files":[{"file":110758},{"file":110762}],"external_release_for_author":"20170130","external_release_for_author_time":"23:30:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/586e64e54a28f"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110743"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2998"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=110743"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110743\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126471,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110743\/revisions\/126471"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4501"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2998"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=110743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=110743"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=110743"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=110743"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=110743"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=110743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}