{"id":110974,"date":"2016-12-21T16:09:25","date_gmt":"2016-12-21T16:09:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/12\/daguet-01-02-2017\/"},"modified":"2023-08-23T23:07:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:07:24","slug":"daguet-01-02-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/12\/daguet-01-02-2017\/","title":{"rendered":"Ein unn\u00f6tiges und riskantes Experiment mit vielen Unbekannten"},"content":{"rendered":"<p>Die Volksinitiative \u00abVollgeld\u00bb fordert eine tiefgreifende Reform unseres W\u00e4hrungs- und Finanzsystems. Einerseits k\u00f6nnten Gesch\u00e4ftsbanken kein Geld mehr durch die Kreditvergabe schaffen. Girokonten von Privatpersonen und Unternehmen w\u00fcrden aus der Bilanz der Banken ausgegliedert werden und mit Notenbankgeld hinterlegt. Andererseits k\u00f6nnte die Schweizerische Nationalbank Geld \u00abschuldfrei\u00bb schaffen und an Bund, Kantone und Bev\u00f6lkerung verteilen. Ziel der Initianten ist es, unser Geld sicherer zu machen und neue Finanzkrisen zu verhindern. Die Annahme der Initiative w\u00fcrde zu grossen Unsicherheiten f\u00fcr den Finanzsektor und die Volkswirtschaft f\u00fchren. Seit der Finanzkrise von 2007 haben die Schweizer Beh\u00f6rden bereits geeignetere und wirksamere Massnahmen getroffen, um den Finanzsektor stabiler zu gestalten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Volksinitiative \u00abF\u00fcr krisensicheres Geld: Geldsch\u00f6pfung allein durch die Nationalbank!\u00bb, die besser bekannt ist als sogenannte Vollgeld-Initiative, wurde am 1.\u00a0Dezember 2015 eingereicht. Hinter der Initiative steht der \u00fcberparteiliche Verein Monet\u00e4re Modernisierung (MoMo). Die Initiative entstand vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der Staatsschuldenkrise Ende des letzten Jahrzehnts. Die Initianten sehen in der hohen Geldsch\u00f6pfung durch das Bankensystem eine wesentliche Ursache dieser Krisen. Ausserdem vertreten sie die Ansicht, dass unser Geld bei den Gesch\u00e4ftsbanken nicht sicher sei. Die Tatsache, dass heute die Geldsch\u00f6pfung der Banken mit einer Erh\u00f6hung von Schulden einhergeht, wird von den Initianten ebenfalls als problematisch eingestuft. Die Initiative verfolgt daher zwei Ziele: unser Geld krisensicher zu machen und das Risiko neuer Finanzkrisen einzud\u00e4mmen. Konkret schl\u00e4gt die Vollgeld-Initiative zwei fundamentale \u00c4nderungen vor. Einerseits soll alles f\u00fcr Zahlungen verwendete Geld, einschliesslich des Buchgeldes (siehe Definitionen in <em>Tabelle<\/em>), ausschliesslich durch die Nationalbank emittiert werden. Andererseits soll das Geld \u00abschuldfrei\u00bb geschaffen und direkt zu den \u00f6ffentlichen und privaten Haushalten transferiert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Absolutes Geldsch\u00f6pfungsmonopol der Nationalbank<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Vollgeld-System w\u00fcrden die Sichtkonten aus den Bilanzen der Gesch\u00e4ftsbanken ausgegliedert und vollst\u00e4ndig durch Guthaben bei der SNB hinterlegt. Dies h\u00e4tte den Vorteil, dass die Guthaben auf den Sichtkonten im Falle eines allf\u00e4lligen Konkurses der Gesch\u00e4ftsbank gesch\u00fctzt sind. Die Banken w\u00e4ren folglich nicht mehr in der Lage, durch Kreditvergabe Geld zu schaffen, wie sie dies heute tun (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Geldsch\u00f6pfung durch die Gesch\u00e4ftsbanken kommt der Schweizer Wirtschaft zugute. Sie erlaubt es, Investitionen zu finanzieren, ohne auf die verf\u00fcgbaren Ersparnisse beschr\u00e4nkt zu sein. Die Gesch\u00e4ftsbanken agieren dabei als Finanzdienstleister f\u00fcr Privatpersonen und Unternehmen. So k\u00f6nnen Investitionen umgesetzt und Projekte entwickelt werden, die ohne Darlehen der Banken nicht m\u00f6glich w\u00e4ren. Das Vollgeld-System w\u00fcrde diese Funktion einschr\u00e4nken, da die Banken nicht mehr in der Lage w\u00e4ren, die Sichteinlagen ihrer Kunden zur Finanzierung von Investitionen zu verwenden. Dies k\u00f6nnte nicht nur zu einer Kreditklemme f\u00fchren, sondern auch zu Verlusten f\u00fcr die Banken. Zwar k\u00f6nnte die Nationalbank den Gesch\u00e4ftsbanken bei Bedarf Geld leihen. Doch das bedeutete, dass die Geld- und die Kreditmenge zentralisiert verwaltet w\u00fcrden, was marktwirtschaftlich nicht vereinbar ist. Zudem k\u00f6nnen die Gesch\u00e4ftsbanken die mit der Kreditvergabe verbundenen Risiken am besten beurteilen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEntgegen der Behauptung der Initianten k\u00f6nnen die Banken nicht unbegrenzt Geld schaffen. Die Kreditmenge h\u00e4ngt von mehreren Faktoren ab. Sie wird etwa durch geldpolitische Bedingungen (Zinss\u00e4tze), durch die konjunkturabh\u00e4ngige Nachfrage nach Krediten (Zinss\u00e4tze, Zukunftsperspektiven) und rechtliche Vorgaben (Mindestreserves\u00e4tze bei der SNB und Liquidit\u00e4t f\u00fcr die Banken, Eigenmittelanforderung f\u00fcr den Kreditnehmer) begrenzt. Schliesslich vergeben die Banken Kredite nur nach einer fundierten Risiko\u00fcberpr\u00fcfung und haben ein Interesse daran, dass diese Kredite zur\u00fcckgezahlt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzierung der \u00f6ffentlichen Haushalte f\u00fchrt zu Inflation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie zweite fundamentale \u00c4nderung, welche die Initiative anstrebt, ist die \u00abschuldfreie\u00bb Geldsch\u00f6pfung und die Verteilung des neu gesch\u00f6pften Geldes an Bund, Kantone und Bev\u00f6lkerung. Dem Geld, das heute durch die SNB geschaffen wird, stehen Aktiven in Form von Devisenanlagen und Gold gegen\u00fcber. Es handelt sich also um eine Bilanzbuchung. Geld \u00abschuldfrei\u00bb herzustellen \u2013 wie es die Initiative vorschl\u00e4gt \u2013, bedeutet, dass auf der Aktivseite keine Gegenleistung ausgewiesen wird, was zu einer L\u00fccke in der Bilanz f\u00fchrt. Dieser Vorschlag ist sowohl aus buchhalterischer als auch aus konzeptioneller Sicht nicht haltbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Gesetz verbietet der SNB heute, die Ausgaben der \u00f6ffentlichen Haushalte zu finanzieren. Die strenge Trennung von Finanz- und Gelpolitik hat zwei grosse Vorteile: Einerseits vermeidet sie eine \u00fcberm\u00e4ssige Erh\u00f6hung der Geldmenge sowie eine galoppierende Inflation. Andererseits garantiert sie die Unabh\u00e4ngigkeit der SNB, welche die Grundvoraussetzung f\u00fcr eine effiziente Geldpolitik ist. Im Vollgeld-System w\u00fcrde die SNB unter erheblichen Druck der Politik geraten, damit sie die \u00f6ffentlichen Haushalte finanziert. Die Geschichte hat gezeigt, dass eine enge Beziehung zwischen Regierung und Zentralbank zu hohen Inflationsraten f\u00fchrt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Um eine inflation\u00e4re Entwicklung und die damit einhergehenden Probleme zu verhindern, verf\u00fcgen Zentralbanken \u00fcber eine grosse Unabh\u00e4ngigkeit gegen\u00fcber den Regierungen. Aus diesem Grund wurde ihnen auch die direkte Staatsfinanzierung verboten.&#13;<\/p>\n<h2>Andere effizientere Mittel tragen zur Finanzstabilit\u00e4t bei<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Initianten der Vollgeld-Initiative stellen eine Verbesserung der Finanzstabilit\u00e4t in Aussicht. So w\u00fcrde ein Vollgeld-System aus ihrer Sicht zu einer Verhinderung von Finanzblasen beitragen, und der Staat m\u00fcsste keine Banken und kein Geld auf Zahlungsverkehrskonten mehr retten. Ein Vollgeld-System h\u00e4lt jedoch nicht alle diese Versprechen. Erstens k\u00f6nnte die Initiative die Entstehung von Kreditzyklen und Verm\u00f6gensblasen nicht verhindern. Verm\u00f6gensblasen entstehen durch die Untersch\u00e4tzung von Risiken durch Banken, Haushalte und Firmen sowie durch falsche und \u00fcbertriebene Preiserwartungen. Diese Ursachen w\u00fcrden durch ein Vollgeld-System nicht ber\u00fchrt werden. Zweitens w\u00fcrde ein Vollgeld-System zwar den Zahlungsverkehr sicherstellen und so einen wichtigen Anlass f\u00fcr eine staatliche Bankenrettung beseitigen. Trotzdem kann es sein, dass der Staat eine Bank aus anderen Gr\u00fcnden retten muss. Eine Bank k\u00f6nnte beispielsweise im Kredit- oder Spareinlagengesch\u00e4ft eine grosse Bedeutung haben oder stark mit dem inl\u00e4ndischen Bankensystem vernetzt sein. Drittens w\u00fcrde ein Vollgeld-System zwar Bankruns auf Zahlungsverkehrskonten, nicht jedoch auf andere Kontoarten wie Spareinlagen oder Termingelder verhindern k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Initianten stellen zu Recht fest, dass das Finanzsystem und der Bankensektor eine Fragilit\u00e4t aufweisen, die zu Finanz- und Wirtschaftskrisen f\u00fchren kann. Dieser Problematik muss jedoch mit effizienteren Massnahmen begegnet werden, die unserer Wirtschaft weniger schaden. Der Bundesrat hat entsprechende Massnahmen im Zuge der Finanzkrise von 2007 ergriffen: sch\u00e4rfere Liquidit\u00e4ts- und Kapitalvorschriften f\u00fcr Banken, zus\u00e4tzliche spezielle Anforderungen f\u00fcr systemrelevante Banken (Too-big-to-fail Regulierung) usw.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Initiative hat schliesslich zum Ziel, das Geld der Bankkunden, genauer gesagt ihre Sichteinlagen, vor Verlusten aufgrund eines Bankenkonkurses zu sch\u00fctzen. Andere Guthaben, insbesondere in Form von Spargeldern, sind jedoch nicht von der Vollgeld-Reform betroffen und w\u00e4ren daher auch nicht gesch\u00fctzt. Bereits heute bestehen Regelungen zum Einlegerschutz, die den gleichen Zweck verfolgen. Damit die Existenzgrundlage eines Bankkunden im Falle eines Bankkonkurses nicht gef\u00e4hrdet wird, gelten 100\u2019000\u00a0Franken pro Kunde und Bank als privilegierte Einlage und sind folglich gesch\u00fctzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vollgeld-Initiative ihre Ziele nicht erreichen kann. Die Initiative w\u00e4re ausserdem mit hohen Unsicherheiten und potenziell hohen Kosten f\u00fcr den Finanzsektor und die Volkswirtschaft verbunden. Bei Annahme dieser Initiative w\u00fcrde die Schweiz eine weitgehende und unerprobte Reform des W\u00e4hrungs- und Finanzsystems der Schweiz im nationalen Alleingang und mit ungewissem Ausgang umsetzen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Definitionen rund um die W\u00e4hrung<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 243px;\" width=\"611\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>W\u00e4hrung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Die W\u00e4hrung wird h\u00e4ufig durch ihre drei Funktionen definiert: Recheneinheit (zum Berechnen der gehandelten Waren), Zahlungsmittel (zum Bezahlen der Waren, Tauschmittel) und Wertaufbewahrungsmittel (zum Sparen).<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Sichteinlage oder Sichtkonto<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Kontokorrent, im Gegensatz zum Sparkonto. Ein gew\u00f6hnliches Konto, das in der Regel f\u00fcr den Zahlungsverkehr bestimmt ist.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Giroguthaben bei der SNB<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Inl\u00e4ndische Gesch\u00e4ftsbanken halten auf ihren Girokonten bei der SNB Giroguthaben als Sichtguthaben. Diese Sichtguthaben gelten als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Nachfrage der Gesch\u00e4ftsbanken nach Giroguthaben stammt aus den gesetzlichen Liquidit\u00e4tsvorschriften und aus dem Bedarf nach Arbeitsguthaben im bargeldlosen Zahlungsverkehr zwischen den Banken (SIC-System).<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Notenbankgeld<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Die Notenbankgeldmenge entspricht der Summe von Notenumlauf und Giroguthaben inl\u00e4ndischer Gesch\u00e4ftsbanken bei der SNB. Zur Bezeichnung der Notenbankgeldmenge werden mitunter die Begriffe Geldmenge M0 oder monet\u00e4re Basis verwendet.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Buchgeld<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Buchgeld ist im Gegensatz zu Bargeld (Banknoten und M\u00fcnzen) ein Guthaben, das auf Bank- oder Postkonten gef\u00fchrt wird. Es besteht aus Einlagen der Gesch\u00e4ftsbanken bei der SNB (sogenannten Giroguthaben) und Publikumseinlagen von Nichtbanken (Haushalten, Unternehmen usw.) bei Gesch\u00e4ftsbanken.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Gesetzliche Zahlungsmittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Es handelt sich um die auf Franken lautenden M\u00fcnzen, Banknoten und Sichtguthaben bei der SNB. Gesetzliche Zahlungsmittel m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich unbeschr\u00e4nkt an Zahlung genommen werden, ausser es ist vertraglich etwas anderes vereinbart worden.&#13;<br \/>\nIm Vollgeld-System w\u00fcrde das Buchgeld auf unseren Sichtkonten ebenfalls zu Notenbankgeld werden, also zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Bernholz, P. (2003). Monetary Regimes and Inflation: History, Economic and Political Relationships. Cheltenham. UK and Northhampton, MA, USA, Edward Elgar.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Volksinitiative \u00abVollgeld\u00bb fordert eine tiefgreifende Reform unseres W\u00e4hrungs- und Finanzsystems. 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Auch wenn die Absichten gut sind \u2013 die vorgeschlagenen Mittel sind der falsche Weg.","post_hero_image_description":"Die Vollgeld-Initiative verhindert Investitionen, wo sie erw\u00fcnscht w\u00e4ren: Baustelle der Wohnsiedlung \u00abZollfreilager\u00bb in Z\u00fcrich.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Die Geldsch\u00f6pfung heute","kasten_box":"<h6><strong>Sch\u00f6pfung von Notenbankgeld<\/strong><\/h6>&#13;\nDie SNB kann bei den Gesch\u00e4ftsbanken <em>Fremdw\u00e4hrungen<\/em> gegen Schweizer Franken kaufen, die sie zu diesem Zweck sch\u00f6pft. So kann auch die Liquidit\u00e4t in der Wirtschaft erh\u00f6ht werden. Das ist eines der Instrumente, die die SNB heute einsetzt, um den Druck auf den Franken zu verringern (Erh\u00f6hung des Frankenangebots, um seinen Wert zu senken).&#13;\n&#13;\nDie SNB kann <em>Repogesch\u00e4fte<\/em> (umgekehrte Pensionsgesch\u00e4fte) mit den Gesch\u00e4ftsbanken abschliessen. Es handelt sich dabei um Geldmarktkredite der SNB an die Gesch\u00e4ftsbanken. Die SNB verwendet dieses Instrument derzeit nicht.&#13;\n&#13;\n&nbsp;&#13;\n<h6><strong>Geldsch\u00f6pfung durch die Gesch\u00e4ftsbanken<\/strong><\/h6>&#13;\nDie Gesch\u00e4ftsbanken <em>vergeben Kredite<\/em> an Haushalte und Unternehmen. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schreibt sie den entsprechenden Betrag als Einlage auf einem Konto im Namen des Kunden gut (Sch\u00f6pfung von Buchgeld). Die Gesch\u00e4ftsbanken k\u00f6nnen Kredite vergeben, ohne dass ihnen zwingend die entsprechenden Betr\u00e4ge oder ein Teil dieser Betr\u00e4ge zur Verf\u00fcgung stehen. Sie schaffen neues Geld mit einem Buchungssatz. Man sagt \u00ab<em>Kredite schaffen<\/em> <em>Einlagen<\/em>\u00bb oder, wie es im englischen Original heisst: \u00ab<em>loans make deposits<\/em>\u00bb<em>.<\/em> Am Anfang der Geldsch\u00f6pfung stehen folglich Privatpersonen oder Unternehmen, die G\u00fcter (ein Haus, eine Maschine usw.) erwerben wollen.&#13;\n&#13;\nDie Gesch\u00e4ftsbanken m\u00fcssen nicht zwingend neues Geld schaffen, um Kredite zu vergeben. Sie k\u00f6nnen die Einlagen ihrer Kundschaft nutzen, die nicht verwendet werden (\u00ab<em>Einlagen<\/em> <em>schaffen<\/em> <em>Kredite\u00bb<\/em>). Dabei \u00fcbertragen sie Ressourcen von Personen, die sparen, auf Personen mit Finanzierungsbedarf. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Fristentransformation, da es sich um \u00fcblicherweise kurzfristige, liquide Spareinlagen und langfristige Darlehen handelt.&#13;\n&#13;\nDerzeit erfolgt die Geldsch\u00f6pfung weder durch Repogesch\u00e4fte noch durch Kreditvergabe (zu geringe Nachfrage), sondern durch den Kauf von Fremdw\u00e4hrungen."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":110977,"main_focus":[156424,157109],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":110981,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"64305","post_abstract":"","magazine_issue":"20170201","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20161222","original_files":[{"file":110989}],"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5829e8ff49a4a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110974"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4086"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=110974"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110974\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126486,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110974\/revisions\/126486"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3085"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4086"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157109"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156424"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=110974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=110974"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=110974"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=110974"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=110974"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=110974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}