{"id":111122,"date":"2016-12-21T16:08:23","date_gmt":"2016-12-21T16:08:23","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/12\/heimann-01-02-2017fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:07:26","modified_gmt":"2023-08-23T21:07:26","slug":"heimann-01-02-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/12\/heimann-01-02-2016\/","title":{"rendered":"Risikokapitalgeber in der Schweiz zaghaft"},"content":{"rendered":"<p>Bevor ein Unternehmer eine Idee gewinnbringend auf dem Markt lancieren kann, braucht er in den meisten F\u00e4llen Risikokapital: Sogenanntes Venture Capital ist in den letzten Jahrzehnten zu einer dominierenden Kraft bei der Finanzierung von innovativen amerikanischen Jungunternehmen herangewachsen. Technologiegiganten wie Amazon, Apple oder Google verdanken ihren Erfolg dem fr\u00fchen Einstieg eines Risikokapitalgebers. Heute ist rund ein F\u00fcnftel aller b\u00f6rsengehandelten US-Firmen wagniskapitalfinanziert. Diese Firmen sind wiederum f\u00fcr rund 42 Prozent der gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben des Publikumsmarktes verantwortlich.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer volkswirtschaftliche Effekt von Risikokapital in den USA ist beeindruckend: W\u00e4hrend lediglich etwa 0,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Start-ups investiert werden, sind die von den Jungunternehmen erwirtschafteten Ums\u00e4tze f\u00fcr rund 21 Prozent des BIP verantwortlich.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Zwischen 1977 und 2005 schufen Start-ups j\u00e4hrlich rund 3 Millionen Arbeitspl\u00e4tze. Im gleichen Zeitraum strichen Firmen, die \u00e4lter als f\u00fcnf Jahre waren, durchschnittlich etwa eine Million Stellen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Sch\u00e4tzungsweise waren US-Start-ups f\u00fcr rund ein Drittel der in der Vergangenheit geschaffenen Arbeitspl\u00e4tze verantwortlich.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Start-ups als wichtige Arbeitgeber<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch in der Schweiz ist der volkswirtschaftliche Effekt von Start-ups in den wachstumsstarken Branchen bedeutend. Die neu gegr\u00fcndeten Unternehmen schaffen in ihrem Gr\u00fcndungsjahr j\u00e4hrlich \u00fcber 20\u2019000 Arbeitsstellen. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass in den letzten Jahren mehr als 350\u2019000 der heutigen Arbeitspl\u00e4tze durch Jungunternehmen entstanden sind.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Dabei ist vor allem der Multiplikator-Effekt der \u00fcberaus erfolgreichen Unternehmen zu erw\u00e4hnen. Die H\u00e4lfte der Gr\u00fcnder h\u00f6rt zwar nach f\u00fcnf Jahren wieder auf, doch durch das Wachstum der erfolgreichen wird diese \u00abMortalit\u00e4tsquote\u00bb mehr als kompensiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErfolgreiche Start-ups schaffen Stellen: Die Zahl der Vollzeitstellen der Jungunternehmen ist im f\u00fcnften Jahr nach Gr\u00fcndung<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> knapp drei Mal so hoch wie der schweizerische Durchschnitt, der f\u00fcr alle Unternehmen 8,5 betr\u00e4gt.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Allerdings z\u00e4hlt nur jedes zehnte Unternehmen in der Schweiz mehr als zehn Mitarbeiter.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Bei den wachstumsstarken Schweizer Start-ups aus der j\u00fcngeren Vergangenheit wie dem Pharmahersteller Actelion, dem IT-Unternehmen U-blox oder dem Online-Supermarkt LeShop.ch war jedoch sowohl der Besch\u00e4ftigungseffekt als auch der Wertsch\u00f6pfungsbeitrag um ein Vielfaches h\u00f6her.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie in den USA spielten auch f\u00fcr diese Schweizer Unternehmen Risikokapitalgeber eine wichtige Rolle. Dabei gew\u00e4hrten ihnen die Kapitalgeber nicht nur Geld, sondern berieten und unterst\u00fctzten sie (\u00abSmart Money\u00bb).&#13;<\/p>\n<h2>Dominanz der Lifesciences<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Markt f\u00fcr die fr\u00fche Unternehmensfinanzierung hat sich letztes Jahr erholt. Gem\u00e4ss dem Swiss Venture Capital Report wurden 2015 rund 670 Millionen Franken in Jungunternehmen investiert. Der Bericht wird j\u00e4hrlich vom Newsportal Startupticker.ch in Zusammenarbeit mit der Investorenvereinigung Swiss Private Equity &amp; Corporate Finance Association (Seca) herausgegeben.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> \u00dcber zwei Drittel des Kapitals flossen an Biotech- und Medtech-Start-ups aus der Lifesciences-Branche (siehe <em>Abbildungen 1 <\/em>und<em> 2<\/em>). Als zweite treibende Kraft \u2013 allerdings mit deutlichem Abstand \u2013 hat sich die ICT-Branche etabliert. Z\u00e4hlt man die Fintech-Start-ups dazu, erreichte dieser Sektor 2015 mit rund 129 Millionen Franken ein F\u00fcnftel des gesamtschweizerischen Volumens. Andere Branchen spielten eine vergleichsweise bescheidene Rolle.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: 2015 \u2013 investiertes Kapital nach Branche (in Mio. Fr.) <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Heim\"><\/div>\n<script>\n\n$(function() {\n\n  $(document).ready(function() {\n\n    $('#Heim').highcharts({\n      chart: {\n        plotBackgroundColor: null,\n        plotBorderWidth: null,\n        plotShadow: false,\n        type: 'pie'\n      },\n      title: {\n        text: ''\n      },\n     \n  tooltip: {\n            formatter: function () {\n                return '<b>' +  this.point.name + '<\/b><br\/>' +\n                    this.point.y + ' Mio. 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Im letzten Jahr summierten sich die gr\u00f6ssten 20 Wagniskapital-Finanzierungsrunden auf rund 560 Millionen Franken \u2013 was \u00fcber 80 Prozent des gesamten Investitionsvolumens entspricht. Knapp die H\u00e4lfte des Finanzierungsvolumens entfiel dabei auf die gr\u00f6ssten f\u00fcnf Transaktionen. Pro Finanzierungsrunde wurden durchschnittlich rund 2,6 Millionen Franken aufgenommen. Dies ist im Vergleich zu den USA nur knapp die H\u00e4lfte, entspricht jedoch ungef\u00e4hr dem gesamteurop\u00e4ischen Durchschnitt.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Gr\u00f6ssenunterschiede der Finanzierungsrunden zwischen den einzelnen Branchen sind betr\u00e4chtlich: Biotech-Unternehmen schafften es durchschnittlich auf vergleichsweise hohe 13,8 Millionen Franken, w\u00e4hrend ICT-Firmen lediglich 1,5 Millionen Franken erhielten. F\u00fcr die Beobachtung, dass in der ICT-Branche viele kleine Finanzierungsrunden mit bis zu 2 Millionen Franken stattfanden, gibt es eine Erkl\u00e4rung: Im ICT-Umfeld sind weniger Finanzierungsrunden und geringere Finanzierungsvolumina erforderlich, da der Marktzugang und damit die ersten Ums\u00e4tze typischerweise viel fr\u00fcher als im Biotech-Bereich stattfinden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>70 Prozent des Risikokapitals stammen aus dem Ausland<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInnerhalb der Top-20-Investitionsrunden finden sich viele angesehene, weltweit t\u00e4tige Kapitalgeber. Dies unterstreicht die Qualit\u00e4t der hiesigen Unternehmen und deren Innovationen \u2013 was grunds\u00e4tzlich zu begr\u00fcssen ist. Gleichzeitig droht jedoch die Gefahr, dass die Innovationst\u00e4tigkeit mit dem oftmals rasanten Ausbau bei Jungunternehmen insbesondere besch\u00e4ftigungswirksam im Ausland erfolgt \u2013 typischerweise in Deutschland, Grossbritannien, Indien, Singapur oder in den USA. Da damit auch alle Vorleistungen verbunden sind, findet die Wertsch\u00f6pfung verst\u00e4rkt im Ausland statt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend letztes Jahr nur noch rund 30 Prozent des Risikokapitals aus der Schweiz stammten, waren es im Jahresdurchschnitt von 2007 bis 2015 immerhin noch \u00fcber 40 Prozent gewesen (siehe <em>Abbildung 3<\/em>). Damit liegt die Schweiz klar unter dem europ\u00e4ischen Durchschnitt von 62 Prozent. Insbesondere britische, amerikanische, franz\u00f6sische und holl\u00e4ndische Investoren finden zunehmend Gefallen an hiesigen Start-ups.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 3: Anteil an inl\u00e4ndischem Kapital bei Start-ups in Prozent (Durchschnitt 2007 bis 2015) <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Heimmann_3_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#Heimmann_3_DE').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'bar'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n\n\n\n        subtitle: {\n            text: ''\n        }, \n\n        xAxis: {\n            categories: ['Portugal', 'Ungarn', 'Frankreich', 'Norwegen', 'Spanien', 'Schweden', 'Finnland', 'Italien', 'Deutschland', 'Grossbritannien', 'Polen', 'EU-Durchschnitt', 'Niederlande', 'D\u00e4nemark', 'Irland', 'Schweiz', 'Luxemburg', 'Griechenland', '\u00d6sterreich'],\n            title: {\n                text: null\n            }\n        },\n        yAxis: {\n            min: 1,\n            title: {\n                text: ''\n            },\n           labels: {\n                format: '{value} %' \/\/ so wird in der Y-Achse das %-Zeichen eingeblendet\n            },\n     \n        },\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n        plotOptions: {\n            bar: {\n                dataLabels: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n        \n        credits: {\n            enabled: false  \/\/ so wird Highcharts.com ausgeblendet\n        },\n        series: [{\n          showInLegend: false,\n  name: '  ',\n\n\n\n            data: [ {y: 94, color: '#88c0d3'}, {y: 90, color: '#88c0d3'} ,  {y: 87, color: '#88c0d3'} , {y: 79, color: '#88c0d3'},  {y: 77, color: '#88c0d3'}, {y: 76, color: '#88c0d3'}, {y: 75, color: '#88c0d3'}, {y: 74, color: '#88c0d3'}, {y: 74, color: '#88c0d3'},  {y: 71, color: '#88c0d3'}, {y: 69, color: '#88c0d3'}, {y: 62, color: '#88c0d3'}, {y: 61, color: '#88c0d3'}, {y: 58, color: '#88c0d3'}, {y: 52, color: '#88c0d3'}, {y: 43, color: '#e84066'}, {y: 40, color: '#88c0d3'}, {y: 38, color: '#88c0d3'},{y: 38, color: '#88c0d3'}]\n        } ]\n    });\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Invest Europe (2016) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Institutionelle Anleger sind risikoscheu<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie die j\u00fcngsten Auswertungen des Swiss Venture Capital Report zeigen, sind Fr\u00fchphasenfinanzierungen mit bis zu 2 Millionen Franken dominierend. Danach \u2013 wenn es um die Finanzierung des Ausbaus der Produktions- und Vertriebskapazit\u00e4ten sowie um die Produktentwicklung der n\u00e4chsten Generation geht \u2013 versiegen die einheimischen Geldquellen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa es in der Schweiz an Fonds mit substanzieller Gr\u00f6sse mangelt, ist es gerade bei gr\u00f6sseren Finanzierungsrunden \u00e4usserst schwierig, inl\u00e4ndisches Risikokapital zu erhalten. Das widerspiegelt die Risikoaversion der institutionellen Anleger. Das zugrunde liegende strukturelle Problem gilt im \u00dcbrigen f\u00fcr den europ\u00e4ischen Kontinent generell.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch wenn sich in den letzten Jahren mit europ\u00e4ischen Ventures eine ansehnliche Rendite erzielen liess<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a>, sind die Investoren noch kaum von den Vorteilen von Investitionen \u00fcberzeugt. Ein Grund daf\u00fcr ist das Fehlen von \u00fcberzeugenden Beispielen: Erfolgsgeschichten wie die von Google, Uber oder Booking.com werden kaum in der Schweiz geschrieben. In den Reports des World Economic Forums zu \u00abHigh-Impact Entrepreneurs\u00bb oder \u00abICTs for Inclusive Growth\u00bb suchen wir vergebens nach hiesigen Unternehmen.<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a> Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind beispielsweise die kaum ausgepr\u00e4gte Risikokultur, die oftmals bescheidenen Wachstumspl\u00e4ne der Unternehmen sowie die mangelhafte Umsetzung von Ideen in vermarktbare Produkte. Zudem fehlt es in der ICT-Branche an einem Cluster, wie es sich beispielsweise im Silicon Valley, in London oder in Berlin findet.&#13;<\/p>\n<h2>Interessanter \u00abZukunftsfonds\u00bb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz als Hochpreisland kann im globalen Wettbewerb nur mit technologischen Innovationen Spitze sein. In dieser Hinsicht finden wir dank unseren ETH, Universit\u00e4ten und vereinzelten Fachhochschulen sowie den verf\u00fcgbaren Talenten beste Voraussetzungen vor. Bei der Kommerzialisierung muss sich die Schweizer Gr\u00fcnderszene jedoch deutlich verbessern: Es gilt, den kommerziellen Erfolg sowohl auf kontinentaler als auch auf globaler Ebene rascher und konsequenter anzupacken. Eine Ausnahme bilden dank zahlreichen Erfolgen sowie aufgrund eines gut funktionierenden Clusters rund um Big Pharma die Lifesciences. Aufholbedarf orten Experten insbesondere in der ICT-Branche (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Antwort auf die mangelnde Risikobereitschaft auf der Investorenseite stellt m\u00f6glicherweise die vom Luzerner CVP-St\u00e4nderat Konrad Graber eingebrachte Idee eines \u00abZukunftsfonds Schweiz\u00bb dar.<a href=\"#footnote_15\" id=\"footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor\">[15]<\/a> Pensionskassen und andere institutionelle Investoren k\u00f6nnten sich an diesem als Dachfonds ausgestalteten Investmentvehikel beteiligen, das von professionellen Managern verwaltet wird. Damit profitierten sie von einer hinreichend grossen Risikodiversifikation \u00fcber mehrere Branchen und \u00fcber verschiedene Entwicklungsphasen der Start-ups hinweg. Eine Untersuchung, welche auf Zahlen von etwa 300 europ\u00e4ischen Fonds und 50\u2019000 simulierten europ\u00e4ischen Dachfonds basiert, kommt zum Schluss: Bei einem Dachfonds ist sogar die Wahrscheinlichkeit, einen Teil des investierten Kapitals zu verlieren, sehr gering.<a href=\"#footnote_16\" id=\"footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor\">[16]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAn dieser Stelle sei daran erinnert: Die Existenz des Silicon Valley mit dem \u00fcberragenden Einfluss auf die amerikanische Volkswirtschaft w\u00e4re ohne die hohe und kontinuierliche Kapitalallokation aus amerikanischen Pensionskassen \u2013 seit rund 50 Jahren \u2013 nicht vorstellbar. Kapital alleine ist zwar nicht ausreichend, aber im Zusammenspiel mit Innovation, Unternehmertum und Risikobereitschaft k\u00f6nnte es ein innovatives \u00d6kosystem in der Schweiz befeuern.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Stanford Business online (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">National Venture Capital Association (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Kauffman Foundation (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">ACG Warburg Chapter (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Bundesrat (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Berg (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">BFS (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">WBF (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Startupticker.ch (2016) und Seca (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">WilmerHale (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Invest Europe (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Invest Europe (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Preqin (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">Vgl. WEF (2014); WEF (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_15\" class=\"footnote--item\">Motion 13.4184: Langfristanlagen von Pensionskassen in zukunftstr\u00e4chtige Technologien und Schaffung eines Zukunftsfonds Schweiz.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_16\" class=\"footnote--item\">Weidig und Mathonet (2004).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor ein Unternehmer eine Idee gewinnbringend auf dem Markt lancieren kann, braucht er in den meisten F\u00e4llen Risikokapital: Sogenanntes Venture Capital ist in den letzten Jahrzehnten zu einer dominierenden Kraft bei der Finanzierung von innovativen amerikanischen Jungunternehmen herangewachsen. 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Wirtschaftsstruktur: Unternehmen, <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/industrie-dienstleistungen\/unternehmen-beschaeftigte\/wirtschaftsstruktur-unternehmen.html\">provisorische Daten 2014<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>Bundesrat (2013). <a href=\"http:\/\/www.news.admin.ch\/NSBSubscriber\/message\/attachments\/32019.pdf\">Steuerausf\u00e4lle aufgrund der Steuerbefreiung von Start-up Unternehmen<\/a>, Bericht in Erf\u00fcllung des Postulats 09.3935 von Nationalrat Darbellay, September 2013.<\/li>&#13;\n \t<li>Invest Europe (vormals EVCA, 2014). Accelerating Innovation &amp; Delivering Growth: Using the Jobs, Growth and Investment Package to Attract Private Sector Investors to the European Venture Capital Industry. November 2014.<\/li>&#13;\n \t<li>Invest Europe (2016). 2015 European Private Equity Activity, durchgef\u00fchrt von \u2013 Perep Analytics<\/li>&#13;\n \t<li>Kauffman Foundation (2010). The Importance of Start-ups in Job Creation and Job Destruction, Juli 2010.<\/li>&#13;\n \t<li>Preqin (2014). <a href=\"https:\/\/www.preqin.com\/docs\/reports\/Preqin-Special-Report-Venture-Capital-November-14.pdf\">Special Report: Venture Capital November 2014<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>National Venture Capital Association (2011). Venture Impact Edition 6.0, The Economic Importance of Venture Capital-backed companies to the U.S. economy.<\/li>&#13;\n \t<li>Stanford Business online (2015). <a href=\"http:\/\/www.gsb.stanford.edu\/insights\/how-much-does-venture-capital-drive-us-economy\">How Much Does Venture Capital Drive the U.S. Economy?<\/a> Oktober 2015<\/li>&#13;\n \t<li>Startupticker.ch und Seca (2016). <a href=\"http:\/\/www.startupticker.ch\/uploads\/File\/Attachments\/VCReport_2016_web_.pdf\">Swiss Venture Capital Report 2016<\/a><\/li>&#13;\n \t<li>WBF (2013). <a href=\"https:\/\/www.kmu.admin.ch\/kmu\/de\/home\/kmu-politik\/kmu-politik-zahlen-und-fakten\/kmu-in-zahlen\/firmen-und-beschaeftigte.html\">KMU in Zahlen \u2013 Firmen und Besch\u00e4ftigte<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>WEF (2014). The Bold Ones \u2013 High-impact Entrepreneurs Who Transform Industries.<\/li>&#13;\n \t<li>WEF (2015). The Global Information Technology Report 2015.<\/li>&#13;\n \t<li>Weidig, Tom, und Pierre-Yves Mathonet (2004). <a href=\"http:\/\/www.rwb-ag.de\/downloads\/7x_downloads\/Schriftenreihe_1.pdf\">Das Risikoprofil von Private Equity Investitionen<\/a>, Januar 2004.<\/li>&#13;\n \t<li>WilmerHale (2016), <a href=\"https:\/\/www.wilmerhale.com\/uploadedFiles\/Shared_Content\/Editorial\/Publications\/Documents\/2016-WilmerHale-VC-Report.pdf\">Venture Capital Report 2016<\/a>, Boston<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Schweiz technologisch top, Kommerzialisierung verbesserungsw\u00fcrdig","kasten_box":"<em>Harald Nieder<\/em>, Partner beim Z\u00fcrcher Risikokapitalgeber Redalpine Venture, beurteilt das technische Fundament der hiesigen Start-ups gegen\u00fcber den Autoren als sehr gut. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass die Technologie oft auf Kosten der kommerziellen Aspekte \u00fcberhandnimmt. Bei den Gr\u00fcnderteams finde sich vielfach ausschliesslich technische Expertise. In der Pflicht sieht Nieder aber auch die Investoren: \u00abDie Risikobereitschaft, die auf Unternehmerseite verlangt wird, ist, auf der Investorenseite insgesamt noch nicht ausreichend vorhanden.\u00bb&#13;\n&#13;\n<em>Alex St\u00f6ckl<\/em>, Investment-Manager bei Creathor Venture, vergleicht die Schweiz mit dem Start-up-Hub Berlin. Einen Unterschied ortet er jedoch bei der Gr\u00fcndungsinitiative: \u00abBei uns entstehen die Start-ups oft aus einer technologischen Innovation heraus, w\u00e4hrend in Berlin der betriebswirtschaftliche Kontext dominiert.\u00bb Dadurch entst\u00fcnden in Berlin zwar oft schneller wachsende und einfacher skalierbare Gesch\u00e4ftsmodelle, welche daf\u00fcr in den meisten F\u00e4llen nicht die technische Substanz der Schweizer Start-ups h\u00e4tten. St\u00f6ckl sieht den Umstand als Chance und als Herausforderung zugleich: Die Komplexit\u00e4t der Innovation ben\u00f6tige grunds\u00e4tzlich mehr Zeit und Ressourcen zur Produktentwicklung; diese Geduld br\u00e4chten Risikokapitalinvestoren jedoch oft nicht mit. \u00abSie wollen relativ rasch relevante Ums\u00e4tze und einen Beweis der Skalierbarkeit sehen.\u00bb&#13;\n&#13;\nAls weiteres Hindernis sieht St\u00f6ckl die bescheidene Gr\u00f6sse der Schweizer Fonds, zumal auch ausl\u00e4ndische Investoren nicht in der Breite vorhanden sind. Schliesslich fehle es im ICT-Umfeld nach wie vor an Exits mit ausreichender Strahlkraft, welche das lokale \u00d6kosystem st\u00e4rken und die internationale Investorengemeinde anziehen w\u00fcrden."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":111125,"main_focus":[156410,157099],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":111129,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"64084","post_abstract":"In der Schweiz sch\u00f6pfen Start-up-Gr\u00fcnder das Potenzial nicht aus. Insbesondere die fehlende Risikobereitschaft sowie bescheidene Wachstumspl\u00e4ne kommen den Gr\u00fcndern in die Quere. Eine weitere Schwachstelle ist die Kommerzialisierung: die Umsetzung einer Idee in ein Produkt. Technisch hingegen \u00fcberzeugen die Schweizer L\u00f6sungen, die oftmals in Zusammenarbeit mit einer Hochschule entwickelt wurden. Gem\u00e4ss dem Swiss Venture Capital Report wurden 2015 rund 670 Millionen Franken in Jungunternehmen investiert. Mit Abstand am meisten Geld ging an Biotech- und Medtechfirmen. An zweiter Stelle folgen ICT- und Fintech-Start-ups. Der Grossteil der Gelder verteilte sich auf wenige Unternehmen: 80 Prozent des Investitionsvolumens flossen 2015 in die 20 gr\u00f6ssten Finanzierungsrunden. Insgesamt stammten nur 30 Prozent der Gelder aus dem Inland. W\u00e4hrend am meisten Investitionen in der Fr\u00fchphase einer Firmengr\u00fcndung get\u00e4tigt wurden, zeigten sich die Investoren in den sp\u00e4teren Phasen zur\u00fcckhaltender. Interessant scheint die Errichtung eines Dachfonds f\u00fcr institutionelle Gelder wie beispielsweise von Pensionskassen.","magazine_issue":"20170201","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20161222","original_files":[{"file":111141}],"external_release_for_author":"20161222","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/582582760f8ed"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111122"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4492"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111122"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126494,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111122\/revisions\/126494"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3357"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4492"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157099"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156410"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27282"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=111122"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=111122"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=111122"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=111122"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=111122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}