{"id":111273,"date":"2016-12-15T10:02:55","date_gmt":"2016-12-15T10:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/12\/tendances-conjoncturelles-hiver-20162017\/"},"modified":"2023-08-23T23:07:53","modified_gmt":"2023-08-23T21:07:53","slug":"konjunkturtendenzen-winter-20162017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/12\/konjunkturtendenzen-winter-20162017\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Winter 2016\/2017"},"content":{"rendered":"<h2>Weltkonjunktur: USA \u00fcberraschen positiv<\/h2>\n<p>Die Weltwirtschaft setzt ihren eingeschlagenen moderaten Wachstumspfad fort und weder die Turbulenzen auf den Finanzm\u00e4rkten zu Jahresbeginn noch der Brexit-Entscheid im Sommer hatten einen massgeblichen Einfluss. Die Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftsr\u00e4ume war im 3. Quartal 2016 jedoch heterogen. W\u00e4hrend die USA positiv \u00fcberraschten und der Euroraum das moderate Wachstum fortsetzte, konnte Japan nicht mehr an die Wachstumszahlen der Vorquartale anschliessen. Die Expertengruppe f\u00fcr Konjunkturprognosen des Bundes geht von einer Fortsetzung und des weltwirtschaftlichen Wachstums in den kommenden zwei Jahren aus.<\/p>\n<h2>Schweiz: Ausrutscher im 3. Quartal<\/h2>\n<p>Im 3. Quartal 2016 blieb das Wachstum des BIP mit 0,0% unter den Erwartungen. Die Gesamtwirtschaft steht aber weiterhin auf einem soliden Fundament. Der Hauptgrund f\u00fcr das schwache Wachstum ist der Wegfall der \u00fcblichen inlandorientierten Impulsgeber (Grundst\u00fccks- und Wohnungswesen, \u00fcbrige wirtschaftliche Dienstleistungen, \u00d6ffentliche Verwaltung, Gesundheits- und Sozialwesen). Indikatoren wie der PMI oder das KOF-Barometer haben sich jedoch bereits wieder von ihrer Schw\u00e4che \u00fcber die Sommermonate erholt. Obwohl das Barometer j\u00fcngst zwar wieder etwas nachliess, signalisiert es weiterhin ein Wachstum in der N\u00e4he des langfristigen Durchschnitts. Verwendungsseitig f\u00e4llt die schwache Entwicklung des privaten Konsums auf. Die Investitionen trugen leicht positiv zum BIP bei, w\u00e4hrend die Handelsbilanz ohne nicht monet\u00e4res Gold und Wertsachen leicht negativ ausfiel.<br \/>\nDie aktuellen Konjunkturindikatoren deuten auf eine Wachstumsbeschleunigung im 4. Quartal 2016 hin. Der Zuwachs des Einkaufsmanagerindex f\u00fcr die Schweizer Industrie deutet auf eine starke Expansion hin. Das KOF-Konjunkturbarometer kam zuletzt leicht \u00fcber dem langfristigen Mittelwert zu liegen und signalisiert damit ebenfalls ein Wachstum. Die Konsumentenstimmung verharrt zwar seit mehreren Quartalen unter dem langj\u00e4hrigen Mittelwert, doch die Erwartungen der Konsumenten bez\u00fcglich der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung haben sich in der j\u00fcngsten Erhebung deutlich verbessert. F\u00fcr das Gesamtjahr 2016 erwartet die Expertengruppe daher unver\u00e4ndert ein BIP-Wachstum von 1,5%. Im Zuge der allm\u00e4hlichen konjunkturellen Festigung d\u00fcrfte sich das Wachstum auf 1,8% im Jahr 2017 und auf 1,9% im Jahr 2018 beschleunigen. Die Schweizer Wirtschaft w\u00fcrde damit nicht sehr stark expandieren, aber zum soliden Wachstumstempo der Jahre vor dem Franken-Schock zur\u00fcckkehren.<br \/>\nAm Arbeitsmarkt sind die Folgen der letztj\u00e4hrigen Konjunkturabschw\u00e4chung noch nicht \u00fcberwunden. Das Besch\u00e4ftigungswachstum verlief schwach, und die Arbeitslosigkeit lag bis zuletzt auf einem relativ hohen Niveau. In der Summe d\u00fcrfte f\u00fcr das Gesamtjahr 2016 ein Wachstum von 0,1% bei der Besch\u00e4ftigung resultieren, und die Arbeitslosenquote sollte im Jahresdurchschnitt bei 3,3% zu liegen kommen. Im Zuge der konjunkturellen Erholung erwartet die Expertengruppe eine graduelle Belebung des Arbeitsmarktes. Die Besch\u00e4ftigungsentwicklung d\u00fcrfte sich 2017 auf +0,4% und 2018 auf +0,6% beschleunigen. Gleichzeitig ist mit einem graduellen Abbau der Arbeitslosenquote auf 3,2% (im Jahresmittel 2017) und schliesslich auf 3,1% (im Jahresmittel 2018) zu rechnen. Bei der Teuerung d\u00fcrfte sich im Prognosezeitraum die bereits eingesetzte Normalisierung vollziehen. F\u00fcr 2016 wird noch eine deutlich negative Teuerungsrate erwartet (-0,4%), gefolgt von einer Null-Teuerung im Jahr 2017 und einer Teuerung von +0,2% im Jahr 2018.<\/p>\n<h2>Politische Unsicherheit birgt Risiken<\/h2>\n<p>Zu den gr\u00f6ssten Risiken f\u00fcr die internationale Wirtschaftsentwicklung z\u00e4hlt gegenw\u00e4rtig die gestiegene politische Unsicherheit. Nicht nur der Brexit-Entscheid, sondern auch die Ablehnung des Verfassungsreferendums in Italien k\u00f6nnen als Ausdruck von zentrifugalen Kr\u00e4ften mit einer potentiell destabilisierenden Wirkung auf die europ\u00e4ischen Institutionen gelesen werden. Sollte es zudem auf den Finanzm\u00e4rkten zu Verwerfungen kommen, etwa im Zusammenhang mit den kriselnden italienischen Banken oder dem Austritt Grossbritanniens aus der EU, w\u00e4re eine Abschw\u00e4chung der europ\u00e4ischen Konjunktur als auch eine erneute Frankenaufwertung mit entsprechenden Effekten auf die Schweizer Realwirtschaft zu bef\u00fcrchten. Nicht zuletzt herrscht nach der Pr\u00e4sidentschaftswahl in den USA eine grosse Unsicherheit bez\u00fcglich der k\u00fcnftigen Ausrichtung der US-amerikanischen Wirtschafts- und Handelspolitik.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltkonjunktur: USA \u00fcberraschen positiv Die Weltwirtschaft setzt ihren eingeschlagenen moderaten Wachstumspfad fort und weder die Turbulenzen auf den Finanzm\u00e4rkten zu Jahresbeginn noch der Brexit-Entscheid im Sommer hatten einen massgeblichen Einfluss. Die Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftsr\u00e4ume war im 3. Quartal 2016 jedoch heterogen. 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Sofern die internationale Konjunktur auf dem moderaten Wachstumspfad verbleibt, d\u00fcrfte sich die schweizerische Konjunktur bis 2018 leicht beschleunigen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"","kasten_box":""}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"Winter 2016\/2017","kseason_fr":"Hiver 2016\/2017","post_in_pdf":161597,"main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":111276,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"65565","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4127],"korrektor":"","planned_publication_date":"20161215","original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5852564c936eb"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111273"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4193"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111273"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":165959,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111273\/revisions\/165959"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4193"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5438"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=111273"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=111273"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=111273"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=111273"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=111273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}