{"id":111396,"date":"2016-11-24T08:00:59","date_gmt":"2016-11-24T08:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/11\/schaltegger-salvi-12-2016\/"},"modified":"2023-08-23T23:07:47","modified_gmt":"2023-08-23T21:07:47","slug":"schaltegger-salvi-12-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/11\/schaltegger-salvi-12-2016\/","title":{"rendered":"Die Schuldenbremse funktioniert"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahlen sind beeindruckend: Seit dem Inkrafttreten der Schuldenbremse 2003 sind die Bruttoschulden des Bundes um 20 Milliarden auf 104 Milliarden Franken im Jahr 2014 gesenkt worden. Gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) verminderten sich die Bundesschulden sogar noch st\u00e4rker: von rund 26 Prozent auf 17 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNichtsdestotrotz gab es gerade in der politischen Diskussion immer wieder Zweifel an\u00a0der tats\u00e4chlichen Wirksamkeit der Schuldenbremse. Kritiker argumentieren, die positive Entwicklung des Schuldenstandes sei prim\u00e4r auf die gesamtwirtschaftlichen Umst\u00e4nde zur\u00fcckzuf\u00fchren.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Denn: W\u00e4hrend das BIP zwischen 1993 und 2003 lediglich um rund 16 Prozent wuchs, legte es im Zeitraum von 2003 bis 2013 um etwa 24 Prozent zu. Deshalb stellt sich die Frage: Wie wirksam ist die Schuldenbremse?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Ziel der Schuldenbremse ist es, den strukturellen Bundeshaushalt unter Ber\u00fccksichtigung der konjunkturellen Stabilisierung der Wirtschaft ausgeglichen zu halten.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Ihre theoretische Legitimation beruht dabei insbesondere auf dem in der \u00d6konomie wohlbekannten Problem der fiskalischen Allmende. Eine begrenzte Ressource in kollektivem Besitz \u2013 von deren Nutzung niemand ausgeschlossen werden kann \u2013 schafft den individuellen Anreiz, die Allmende zu \u00fcbernutzen, da nur ein Teil der damit verbundenen Kosten auf einen selbst entf\u00e4llt. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den Staatsfinanzen: W\u00e4hrend eine bestimmte Interessengemeinschaft von einem bestimmten staatlichen Ausgabenprogramm profitiert, verteilen sich die Kosten auf alle Steuerzahler.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Politische Akteure setzen in diesem Fall allgemeine \u00f6ffentliche Ressourcen zum Vorteil einzelner Verbandsinteressen ein (\u00abrent-seeking\u00bb). Genau wie der Allmende droht schliesslich auch dem Staatsbudget die \u00dcbernutzung, wodurch ein Defizit entsteht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den Neunzigerjahren kam zur steigenden Staatsverschuldung ein weiteres Problem hinzu: Die Budgetpolitik war gepr\u00e4gt von einem prozyklischen Ausgabeverhalten \u2013 was in einer tendenziell destabilisierenden Wirkung auf die Konjunktur resultierte. Die Schuldenbremse wirkte hier d\u00e4mpfend, indem sie eine antizyklische Haushaltspolitik nicht nur zul\u00e4sst, sondern sogar unterst\u00fctzt (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Da der Zustand der Staatsfinanzen ohne Schuldenbremse nicht beobachtet und verglichen werden kann, bleibt trotzdem unklar, inwiefern sie zum Schuldenabbau f\u00fchrte.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Finanzpolitische Expansion des Bundes und Produktionsl\u00fccke (1990 bis 2010<\/strong>)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"schaltegger_salvi_de_1\"><\/div>\n<script>\n\n$(function () {\n    $('#schaltegger_salvi_de_1').highcharts({\n        chart: {\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n      \n        xAxis: [{\n            categories: ['1990','1991','1992','1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014'],\n            plotLines: [{\n                color: '#88c0d3',\n                width: 2,\n                value: 13\n            }],\n        },\n      ],\n\n        yAxis: [{ \n            labels: {\n                format: '{value}',\n              \n            },\n            title: {\n                text: 'In % des BIP',\n             \n            }\n        }, ],\n        tooltip: {\n            shared: false\n        },\n       \n        series: [{\n            name: 'Finanzpolitische Expansion des Bundes',\n            type: 'area',\n            data: [0.15,0.74,0.12,1.27,-0.67,-0.45,0.04,0.45,-0.96,0.34,-1.31,0.91,0.43,-0.17,-0.15,-0.2,-0.39,-0.16,-0.63,0.4,-0.1,0.33,0.06,0.03,0.25],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '% des BIP'\n            }\n\n        }, {\n            name: 'Produktionsl\u00fccke (Abweichung des realisierten BIP vom Produktionspotenzial)',\n            type: 'line',\n            data: [1,-0.3,-1.4,-1.8,-1.3,-1.2,-1.9,-1.1,0,-0.1,1.1,1.1,0.3,-1.8,-0.9,0.2,1.4,2.7,1.7,-1.8,-1.3,-0.7,-1.2,-0.8,-0.6],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '% des BIP'\n            }\n        }]\n    });\n});\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: EFD (2016) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls Messinstrument bietet sich die synthetische Kontrollmethode an, welche die politischen Effekte in Beobachtungsdaten aus einer vergleichenden Perspektive bewertet (siehe <em>Kasten<\/em>). Die spanischen \u00d6konomen Alberto Abadie und Javier Gardeazabal entwickelten die Methode, um den Einfluss von Terrorismus auf die Wirtschaft des Baskenlandes zu messen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Schuldenquote um \u00fcber zwei Prozent pro Jahr gesenkt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie konterfaktische Analyse zeichnet ein klares Bild: Die Schuldenquote des Bundes wurde zwischen 2003 und 2010 mithilfe der Schuldenbremse um 17 Prozentpunkte gesenkt (siehe <em>Abbildung 2 <\/em>und<em> Abbildung 3<\/em>).<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Die Kontrollgruppe besteht dabei \u2013 anteilsm\u00e4ssig gewichtet \u2013 aus den OECD-Staaten. Hohe Gewichte teilte der Algorithmus dabei Australien, Japan und Luxemburg zu. Gesamthaft wurde die Schuldenquote durch die Schuldenbremse urs\u00e4chlich um durchschnittlich 2,6 Prozentpunkte pro Jahr verringert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnterstrichen wird das Resultat durch die analoge Analyse des strukturellen Defizits. Im gleichen Zeitraum hat die Anwendung der Schuldenbremse das strukturelle Defizit durchschnittlich um rund 3 Prozentpunkte pro Jahr verbessert. Alles in allem spricht die empirische Evidenz f\u00fcr eine urs\u00e4chliche Senkung der Bundesschuldenquote mithilfe der Schuldenbremse: Sie war der entscheidende Erfolgsfaktor der Haushaltsentwicklung.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Schuldenquote des Bundes (1980 bis 2010)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"schaltegger_salvi_de_2\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#schaltegger_salvi_de_2').highcharts({\n        chart: {\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n      \n        xAxis: [{\n            categories: ['1980','1981','1982','1983','1984','1985','1986','1987','1988','1989','1990','1991','1992','1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010'],\n             plotLines: [{\n                color: '#88c0d3',\n                width: 2,\n                value: 23\n            }]\n        }],\n        yAxis: [{ \n            labels: {\n                format: '{value}',\n              \n            },\n            title: {\n                text: 'Schuldenquote Bund (% des BIP)',\n             \n            }\n        }, ],\n       \n       \n        series: [{\n            name: 'Schweiz',\n            type: 'line',\n            data: [13.20,12.49,11.93,11.71,11.07,10.68,15.12,14.49,13.90,12.55,12.26,13.16,15.67,19.25,21.04,21.99,24.02,25.27,27.73,25.38,25.61,24.82,28.18,28.26,28.07,28.10,25.20,23.22,22.47,20.61,21.55],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '% des BIP'\n            }\n\n        }, {\n            name: 'Kontrollgruppe',\n            type: 'line',\n            data: [12.43,12.30,11.91,13.60,15.40,16.52,17.51,16.99,15.15,13.33,11.76,12.26,14.62,18.25,20.84,23.82,24.69,25.35,24.76,24.58,24.35,25.37,26.63,27.74,29.42,30.20,29.54,29.48,34.71,35.45,38.54],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '% des BIP'\n            }\n        }]\n    });\n});\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Illustriert werden die effektive und die synthetische Entwicklung der Schuldenquote \u2013 deren Differenz bildet den kausalen Effekt der Schuldenbremse.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Salvi (2016) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 3 Strukturelles Defizit des Bundes <\/strong><strong>(1990 bis 2010)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"schaltegger_salvi_de_3\"><\/div>\n<script>\n\n$(function () {\n    $('#schaltegger_salvi_de_3').highcharts({\n        chart: {\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n      \n        xAxis: [{\n            categories: ['1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010'],\n              plotLines: [{\n                color: '#88c0d3',\n                width: 2,\n                value: 8\n            }],\n        }],\n        yAxis: [{ \n            labels: {\n                format: '{value}',\n              \n            },\n            title: {\n                text: 'Strukturelles Budgetdefizit (% des BIP)',\n             \n            }\n        }, ],\n       \n       \n        series: [{\n            name: 'Schweiz',\n            type: 'line',\n            data: [-7.66,-6.07,-2.19,-1.55,0.71,4.77,4.84,2.04,-1.27,-2.6,-0.43,1.71,1.14,0.02,1.44,0.61],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '% des BIP'\n            }\n\n        }, {\n            name: 'Kontrollgruppe',\n            type: 'line',\n            data: [-8.14,-6.81,-1.86,-0.97,0.66,3.63,4.64,4.35,-0.9,-2.92,-2.68,-1.7,-3.05,-5.3,-4.61,-5.53],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '% des BIP'\n            }\n        }]\n    });\n});\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Salvi (2016) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Lockerungen der Regeln \u2013 ein Spiel mit dem Feuer<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInstitutionelle Verankerungen wie die Schuldenbremse k\u00f6nnen \u2013 wie illustriert \u2013 wirksame Instrumente zur Schuldenbegrenzung sein. Damit solche Regeln effektiv sind, m\u00fcssen sie vor allem einfach zu verstehen, umzusetzen und zu \u00fcberwachen sein. Gleichzeitig m\u00fcssen sie einen gewissen Spielraum offen lassen, indem auf aussergew\u00f6hnliche Situationen wie Naturkatastrophen oder schwere Rezessionen ad\u00e4quat reagiert werden kann. Die Schuldenbremse erf\u00fcllt diese Kriterien und hat sich bisher in der Praxis gut bew\u00e4hrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHerausforderungen wie die demografische Alterung werden den Staatshaushalt in Zukunft st\u00e4rker belasten. Insbesondere bei der Altersvorsorge und im Gesundheitsbereich steigen die Ausgaben kontinuierlich. Da die Politik bisher keine Gegenmassnahmen getroffen hat, droht auch ausserhalb des Bundesbudgets eine Verschuldung. Hinsichtlich der Finanzierungsprobleme der Sozialversicherungen w\u00e4re eine Lockerung der Budgetdisziplin des Bundes jedoch die falsche Massnahme. Vielmehr sollte man die Schuldenbremse ad\u00e4quat auf die Sozialwerke \u00fcbertragen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Truger und Will (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Waldmeier et al. (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Buchanan und Wagner (1977); Weingast et al. (1981).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Schaltegger und Weder (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Sogenannte kausale Inferenz, vgl. Holland (1986).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Salvi (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahlen sind beeindruckend: Seit dem Inkrafttreten der Schuldenbremse 2003 sind die Bruttoschulden des Bundes um 20 Milliarden auf 104 Milliarden Franken im Jahr 2014 gesenkt worden. 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Fiskalpolitik als antizyklisches Instrument. Eine Betrachtung der Schweiz. Perspektiven der Wirtschaftspolitik, 11(2), 146\u2013177.<\/li>&#13;\n \t<li>Truger, A. &amp; Will, H. (2012). Eine Finanzpolitik im Interesse der n\u00e4chsten Generationen: Schuldenbremse weiterentwickeln \u2013 Konjunkturpolitische Handlungsf\u00e4higkeit und \u00f6ffentliche Investitionen st\u00e4rken. Gutachten im Auftrag der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. D\u00fcsseldorf: Institut f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung.<\/li>&#13;\n \t<li>Waldmeier, D., M\u00e4der, B., Angelini, T., Vallender, K. A. &amp; Schaltegger, C. A. (2015). Handbuch der Schuldenbremsen der Schweiz. Regeln der Insolvenzvorsorge im Zusammenspiel mit dem geltenden Haushaltsrecht. Schriftenreihe Finanzwissenschaft und Finanzrecht 111. Bern: Haupt Verlag.<\/li>&#13;\n \t<li>Weingast, B. R., Shepsle, K. A., &amp; Johnson, C. (1981). The Political Economy of Benefits and Costs: A Neoclassical Approach to Distributive Politics. Journal of Political Economy, 96(4), 132\u2013163.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Synthetische Kontrollmethode","kasten_box":"Die <em>synthetische Kontrollmethode von Abadie und Gardeazabal (2003)<\/em> erm\u00f6glicht eine datenbasierte Auswahl der Kontrollgruppe sowie die formale Herleitung der Inferenz.&#13;\n&#13;\nDie kausale Wirkung begr\u00fcndet sich aus der Differenz zwischen dem Ergebnis, das nach einem Ereignis beobachtet werden kann, und dem Ergebnis, welches ohne dieses Ereignis beobachtet w\u00fcrde (<em>konterfaktisches Ergebnis<\/em>). Das konterfaktische Ergebnis wird durch den gewichteten Durchschnitt der Kontrollgruppe ermittelt. Die Kontrollgruppe wird dabei mithilfe eines Algorithmus so gebildet, dass sie die Charakteristika der zu untersuchenden Einheit vor dem relevanten Ereignis in optimaler Weise nachbildet. 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Trotzdem blieb ihr Beitrag zur vorteilhaften Entwicklung des Bundeshaushalts bisher jedoch unklar: Ist der Erfolg der guten Konjunkturlage geschuldet oder urs\u00e4chlich auf die Schuldenbremse zur\u00fcckzuf\u00fchren? Unsere Analyse zeigt klar: Das Instrument war verantwortlich f\u00fcr die Senkung der Schuldenquote. Wesentliche Erfolgsfaktoren waren dabei deren Einfachheit, Transparenz und die solide verfassungsm\u00e4ssige Verankerung. 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