{"id":111845,"date":"2016-10-24T16:00:32","date_gmt":"2016-10-24T16:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/10\/kohli-11-2016-franz\/"},"modified":"2025-06-16T09:49:10","modified_gmt":"2025-06-16T07:49:10","slug":"die-demografische-alterung-beschleunigt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/10\/die-demografische-alterung-beschleunigt-sich\/","title":{"rendered":"Die demografische Alterung beschleunigt sich"},"content":{"rendered":"<p>Die demografische Alterung kann in allen wirtschaftlich fortgeschrittenen L\u00e4ndern seit mehreren Jahrzehnten beobachtet werden. In den kommenden zwanzig Jahren wird sich diese Entwicklung stark beschleunigen, denn die zwischen 1941 und 1970 geborenen Babyboomer erreichen das Rentenalter: Fast 85 Prozent der M\u00e4nner und 90 Prozent der Frauen dieser geburtenreichen Jahrg\u00e4nge werden \u00e4lter als 65 Jahre. Bei den Frauen betr\u00e4gt die Lebenserwartung anschliessend noch \u00fcber 25 Jahre, den M\u00e4nnern verbleiben knapp 23 Jahre.<\/p>\n<p>Auch in der Schweiz wird die Zahl der Rentner zunehmen. Die bevorstehende Pensionierungswelle der Babyboomer beschleunigt die Alterung. Der Altersquotient (siehe <em>Kasten<\/em>) verdoppelt sich in den n\u00e4chsten Jahrzehnten gegen\u00fcber dem Beginn des 21. Jahrhunderts, w\u00e4hrend die Erwerbsbev\u00f6lkerung nur mithilfe der Einwanderung wachsen kann.<\/p>\n<h2><strong>Mehrere Bev\u00f6lkerungsszenarien<\/strong><\/h2>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4ssig Szenarien, in denen plausible Bev\u00f6lkerungsentwicklungen aufgezeigt werden. Aus dem letztj\u00e4hrigen Referenzszenario geht hervor, dass die Bev\u00f6lkerung der Schweiz zwischen 2015 und 2045 von 8,3 Millionen auf 10,2 Millionen anwachsen wird (tiefes Szenario: 9,4 Millionen; hohes Szenario: 11,9 Millionen).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dabei wird davon ausgegangen, dass die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau leicht zunehmen wird: von 1,5 im Jahr 2015 auf 1,6 im Jahr 2045 (tiefes Szenario: 1,5; hohes Szenario: 1,7). Der Grund daf\u00fcr sind bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr Familien: Mehr Frauen haben die M\u00f6glichkeit, so viele Kinder zu haben, wie sie w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Wir werden immer \u00e4lter. Bei den M\u00e4nnern betrug die Lebenserwartung im letzten Jahr 81 Jahre. Gem\u00e4ss dem Referenzszenario steigt sie bis 2045 auf 86 Jahre (tiefes Szenario: 85,5; hohes Szenario: 87). Bei den Frauen steigt sie von 85 auf 89,5 Jahre (tiefes Szenario: 88,5; hohes Szenario: 90). Diese Entwicklung ist in erster Linie auf den medizinischen Fortschritt und die Pr\u00e4vention von gesundheitssch\u00e4digenden Verhaltensweisen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Es wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften aufgrund der guten Wirtschaftslage weiterhin hoch bleibt. Gem\u00e4ss dem Referenzszenario stagniert der internationale Wanderungssaldo bis 2030 bei 60\u2019000 Personen pro Jahr (tiefes Szenario: 40\u2019000; hohes Szenario: 80\u2019000). Bis 2045 d\u00fcrfte er auf 30\u2019000 sinken (tiefes Szenario: 20\u2019000; hohes Szenario: 40\u2019000).<\/p>\n<p>Infolge der aktuell tiefen Geburtenzahl wird die Erwerbsbev\u00f6lkerung in Europa in rund zehn Jahren schrumpfen. Laut den UNO-Prognosen sinkt die Zahl der 15- bis 64-J\u00e4hrigen in der EU zwischen 2015 und 2050 um 16 Prozent. Bereits heute ist ein R\u00fcckgang bei dieser Altersgruppe zu beobachten (\u20130,2 Prozent im Jahr 2014). Ab 2027 wird sie j\u00e4hrlich um mehr als 0,5 Prozent abnehmen. Das hat Auswirkungen auf die Schweiz, wo die Zahl der Einwanderungen zur\u00fcckgehen wird.<\/p>\n<h2><strong>Zahl der Rentner steigt<\/strong><\/h2>\n<p>Die Zahl der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen w\u00e4chst zwischen 2015 und 2045 gem\u00e4ss dem Referenzszenario um nahezu 80 Prozent: Sie steigt von 1,5 Millionen auf 2,7 Millionen Personen. Gem\u00e4ss tiefem und hohem Szenario wird sich die Anzahl Rentner im Jahr 2045 auf 2,6 Millionen beziehungsweise 2,8 Millionen belaufen.<\/p>\n<p>Seit 2008 w\u00e4chst die Zahl der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen um mehr als 30\u2019000 Personen pro Jahr (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Diese Schwelle wird erst ab 2038 wieder unterschritten. Zwischen 2021 und 2035 d\u00fcrften j\u00e4hrlich \u00fcber 40\u2019000 Neurentner gez\u00e4hlt werden; zwischen 2026 und 2032 sind es sogar \u00fcber 50\u2019000. Der Spitzenwert von 58\u2019000 Personen wird im Jahr 2029 erreicht. Zum Vergleich: Zwischen 1975 und 2005 stieg die Zahl Rentner durchschnittlich lediglich um 13\u2019000 Personen \u2013 mit einem maximalen Anstieg von 19\u2019000 Personen im Jahr 1975 und einem minimalen Wachstum von 4000 Personen 1983.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb.\u00a01. J\u00e4hrliches Wachstum der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung ab 65 Jahren (Referenzszenario)<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre><div class=\"chart chart--normal\" id=\"kohli_1de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#kohli_1de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n              yAxis: {\n               title: {\n            text: 'In Tausend'\n        },\n                },\n        xAxis: {\n            categories: ['1975','1976','1977','1978','1979','1980','1981','1982','1983','1984','1985','1986','1987','1988','1989','1990','1991','1992','1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015','2016','2017','2018','2019','2020','2021','2022','2023','2024','2025','2026','2027','2028','2029','2030','2031','2032','2033','2034','2035','2036','2037','2038','2039','2040','2041','2042','2043','2044','2045']\n        },\n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Beobachtungen',\n            data: [18.9,15.7,18.2,15.2,15.4,7.9,6.6,5.4,4.4,7.8,14.9,15.3,13.7,13.2,12.5,10.9,11.9,10.6,11.5,12.7,12.6,10.8,11.8,12.9,14.5,14.9,13.9,11.3,14.3,17.6,18.1,24.2,28.5,31.3,32.2,32.4,35.5,33.5,34.1,32.8,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null]\n        }, {\n            name: 'Referenzszenario',\n            data: [null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,null,36.1,32.7,35.0,34.5,36.4,38.2,40.8,42.7,44.0,46.7,48.4,50.4,53.0,56.2,58.3,55.3,53.8,50.3,48.0,44.4,40.4,37.9,33.4,29.6,28.1,25.1,24.7,24.7,24.4,24.9,26.8]\n        }]\n    });\n});\n\n<\/script>\n<\/pre>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<p>Der Anteil der \u00e4lteren Menschen an der Gesamtbev\u00f6lkerung steigt gem\u00e4ss dem Referenzszenario im Laufe der n\u00e4chsten 30 Jahre von 18 auf 26,5 Prozent. Die Zahl der \u00fcber 80-J\u00e4hrigen d\u00fcrfte sich aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung mehr als verdoppeln und von 420\u2019000 auf 1,1 Millionen steigen. Ihr Anteil an der Altersgruppe der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen w\u00e4chst in diesem Zeitraum von 28 auf 39 Prozent.<\/p>\n<p>Dadurch steigt der Altersquotient rapide: Gem\u00e4ss dem Referenzszenario w\u00e4chst er zwischen 2015 und 2045 von 29 auf 48 (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Wird anstatt der Gesamtbev\u00f6lkerung zwischen 20 und 64 Jahren nur die Erwerbsbev\u00f6lkerung ber\u00fccksichtigt, steigt der Quotient von 34 auf 56.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2 Entwicklung des Altersquotienten (\u00fcber 64-J\u00e4hrige \/ 15- bis 64-J\u00e4hrige) in ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre><div class=\"chart chart--normal\" id=\"kohli_2de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#kohli_2de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'line'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n              yAxis: {\n               title: {\n            text: ''\n        },\n                },\n        xAxis: {\n            categories: ['1960','1961','1962','1963','1964','1965','1966','1967','1968','1969','1970','1971','1972','1973','1974','1975','1976','1977','1978','1979','1980','1981','1982','1983','1984','1985','1986','1987','1988','1989','1990','1991','1992','1993','1994','1995','1996','1997','1998','1999','2000','2001','2002','2003','2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014','2015','2016','2017','2018','2019','2020','2021','2022','2023','2024','2025','2026','2027','2028','2029','2030','2031','2032','2033','2034','2035','2036','2037','2038','2039','2040','2041','2042','2043','2044','2045','2046','2047','2048','2049','2050']\n        },\n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n          plotOptions: {\n            series: {\n                marker: {\n                            enabled: false\n                     \n                }\n            }\n        },\n        series: [{\n            name: 'Deutschland',\n            data: [17.2,17.6,18.0,18.5,18.9,19.4,19.9,20.4,20.8,21.3,21.6,22.2,22.6,22.9,23.2,23.5,23.8,24.1,24.3,24.2,23.9,23.4,22.7,21.9,21.3,20.8,20.7,20.8,21.0,21.3,21.5,21.8,22.0,22.3,22.4,22.5,22.8,22.9,23.0,23.3,23.7,24.4,25.3,26.3,27.3,28.1,29.0,29.7,30.3,30.9,31.3,31.5,31.7,31.8,31.9,32.2,32.6,33.2,33.8,34.5,35.3,36.1,37.0,38.0,39.1,40.3,41.6,43.0,44.5,46.1,47.7,49.2,50.8,52.4,53.7,54.7,55.3,55.6,55.7,55.7,55.8,55.8,55.8,55.9,56.1,56.4,56.6,57.0,57.4,58.0,58.6,]\n        }, {\n            name: 'China',\n            data: [6.5,6.5,6.5,6.4,6.2,6.1,6.2,6.3,6.4,6.5,6.6,6.7,6.8,7.0,7.1,7.1,7.3,7.4,7.4,7.5,7.6,7.7,7.8,7.8,7.9,7.9,7.9,8.0,8.0,8.0,8.1,8.2,8.4,8.5,8.7,8.8,9.0,9.2,9.4,9.6,9.7,9.9,10.0,10.1,10.2,10.3,10.5,10.6,10.7,10.9,11.1,11.4,11.7,12.0,12.5,13.0,13.8,14.6,15.5,16.3,17.1,17.8,18.4,19.0,19.7,20.4,21.2,22.0,23.0,24.1,25.3,26.6,28.0,29.5,31.1,32.7,34.2,35.7,37.1,38.4,39.6,40.5,41.2,41.8,42.4,43.0,43.5,44.1,44.7,45.6,46.7]\n        },\n          {name: 'Japan',\n            data: [8.9,9.0,9.1,9.1,9.2,9.2,9.4,9.6,9.8,10.0,10.2,10.5,10.7,11.0,11.3,11.6,12.0,12.4,12.7,13.1,13.4,13.7,14.0,14.3,14.6,15.0,15.3,15.7,16.1,16.6,17.1,17.7,18.4,19.1,19.9,20.7,21.5,22.4,23.3,24.3,25.2,26.1,27.0,27.9,28.9,29.9,30.9,32.0,33.2,34.5,36.0,37.3,38.8,40.4,41.9,43.3,44.5,45.6,46.6,47.5,48.3,48.8,49.3,49.7,50.1,50.6,50.9,51.3,51.8,52.4,53.1,53.6,54.2,54.9,55.9,57.0,58.1,59.4,60.9,62.4,63.8,64.8,65.8,66.6,67.4,68.1,68.7,69.2,69.7,70.3,70.9]\n        },\n        {name: 'Schweiz',\n            data: [15.5,15.6,15.7,15.8,15.9,16.0,16.2,16.5,16.8,17.0,17.3,17.7,18.1,18.4,18.8,19.1,19.5,20.0,20.4,20.7,20.9,20.9,20.8,20.6,20.5,20.5,20.6,20.8,21.0,21.1,21.3,21.4,21.5,21.6,21.7,21.7,21.9,22.2,22.4,22.6,22.7,22.9,22.9,23.0,23.1,23.3,23.5,23.7,24.1,24.4,24.8,25.2,25.6,26.0,26.5,26.9,27.3,27.7,28.1,28.6,29.1,29.7,30.4,31.1,32.0,32.9,33.8,34.8,35.9,37.1,38.3,39.4,40.5,41.6,42.6,43.5,44.2,44.7,45.2,45.7,46.1,46.3,46.6,46.8,47.1,47.6,47.9,48.3,48.7,49.3,49.8]\n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n<\/pre>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Weltbank, UNO \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<h2><strong>Die Erwerbsbev\u00f6lkerung ist auf die Migration angewiesen<\/strong><\/h2>\n<p>Zwischen 2015 und 2045 steigt die Zahl der Erwerbspersonen gem\u00e4ss dem Referenzszenario um 9 Prozent auf 5,3 Millionen. Dieses Wachstum ist in erster Linie auf die Einwanderung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die ausl\u00e4ndische Erwerbsbev\u00f6lkerung, die sich im Jahr 2015 auf 1,3 Millionen Personen belief, wird bis 2045 auf 1,7 Millionen anwachsen. Ihr Anteil an der gesamten Erwerbsbev\u00f6lkerung steigt in diesem Zeitraum von 26 auf 33 Prozent.<\/p>\n<p>Die BFS-Szenarien zur internationalen Migration gehen weit auseinander \u2013 was sich in den Annahmen zur Erwerbsbev\u00f6lkerung spiegelt. So wird die Erwerbsbev\u00f6lkerung gem\u00e4ss dem hohen Szenario stark zunehmen und sich 2045 auf knapp 6,0 Millionen belaufen. Demgegen\u00fcber rechnet man im tiefen Szenario mit einem Absinken auf 4,7 Millionen. Die Erwerbsbev\u00f6lkerung kann somit nur wachsen, wenn der Wanderungssaldo \u00fcber die n\u00e4chsten Jahrzehnte hinweg konstant relativ hoch bleibt.<\/p>\n<p>Im Moment scheint es wahrscheinlich, dass die Erwerbsbev\u00f6lkerung in den kommenden dreissig Jahren \u2013 und dar\u00fcber hinaus \u2013 w\u00e4chst. Wie die Vergangenheit zeigte, kann sich der Wanderungssaldo jedoch rasch \u00e4ndern und stark schwanken. Wenn er von den Trends der BFS-Szenarien abweicht, wird sich deshalb auch die Erwerbsbev\u00f6lkerung anders entwickeln.<\/p>\n<p>Auf die Bev\u00f6lkerungsalterung in der Schweiz hat die internationale Migration hingegen nur einen geringf\u00fcgigen Einfluss. Um Aussagen zur Entwicklung und zum Umfang der demografischen Alterung zu machen, sind die BFS-Szenarien deshalb \u00e4usserst hilfreich. Zusammen mit den Annahmen zur Gesamtbev\u00f6lkerung oder zur Erwerbsbev\u00f6lkerung dienen sie als Basis f\u00fcr politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche \u00dcberlegungen \u2013 zur Zukunft des Landes.<\/p>\n<h2><strong>Die ganze Welt altert<\/strong><\/h2>\n<p>In den kommenden Jahrzehnten d\u00fcrfte die Bev\u00f6lkerung global \u00e4lter werden, wobei die wirtschaftlich fortgeschrittenen L\u00e4nder besonders betroffen sind. Die Entwicklung des Altersquotienten, welche die Weltbank anhand der UNO-Prognosen f\u00fcr alle Staaten ermittelt hat, zeigt: Nebst den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sind Japan und China mit einer starken Alterung konfrontiert.<\/p>\n<p>In Japan wird der Altersquotient demnach bis 2050 einen Wert von 71 erreichen, nachdem er zwischen 2000 und 2015 bereits von 25 auf 43 angestiegen ist. In Deutschland wird er nach einer konstanten Zunahme von 24 (im Jahr 2000) auf 32 (im Jahr 2015) bis 2050 einen Wert von 59 erreichen. In China d\u00fcrfte er bis 2050 auf 47 hochschnellen, nachdem er zwischen 2000 und 2015 lediglich von 10 auf 13 zugenommen hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr die gesamte Weltbev\u00f6lkerung erreichte der Altersquotient im Jahr 2015 einen Wert von knapp 13 (siehe Abbildung 3). Bis 2050 d\u00fcrfte sich diese Zahl beinahe verdoppeln. In den ostasiatischen und pazifischen L\u00e4ndern, im Nahen Osten und in Nordafrika sowie in Lateinamerika und in der Karibik wird sich der Altersquotient praktisch verdreifachen. In S\u00fcdasien w\u00e4chst er um 140 Prozent.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 3: Entwicklung des Altersquotienten nach Weltregionen (2015 bis 2050)<\/h3>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"kohli_3de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#kohli_3de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        }\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['Europa und Zentralasien', \"Ostasien und Pazifik\", 'Nordamerika', 'Lateinamerika und Karibik', 'Naher Osten und Nordafrika', 'S\u00fcdasien', 'Subsahara-<>Afrika', 'Welt']\n        },\n       \n        series: [{\n            name: '2015',\n            data: [23,14,22,11,7,8,6,13]\n        }, {\n            name: '2050',\n            data: [43,40,38,31,21,19,8,25]\n        }]\n    });\n});\n\n\n\n<\/script>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Weltbank, UNO \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<p>Europa und Zentralasien registrieren hohe Werte, aber die Zunahme d\u00fcrfte mit einem Wachstum von 83 Prozent weniger ausgepr\u00e4gt sein. In Nordamerika (+68%) nimmt der Altersquotient etwas weniger stark zu. In Subsahara-Afrika ver\u00e4ndert er sich mit einer Zunahme von 6 auf 8 hingegen kaum, was auf eine erh\u00f6hte Geburtenh\u00e4ufigkeit und Mortalit\u00e4t zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">BFS (2015). <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/01\/22\/publ.html?publicationID=6757\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Szenarien zur Bev\u00f6lkerungsentwicklung der Schweiz 2015\u20132045<\/a>, Neuenburg.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die demografische Alterung kann in allen wirtschaftlich fortgeschrittenen L\u00e4ndern seit mehreren Jahrzehnten beobachtet werden. 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Im Gegensatz zur Weltbank (vgl. <em>Abbildung 2<\/em>) z\u00e4hlt das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) die 15- bis 19-J\u00e4hrigen nicht zur Erwerbsbev\u00f6lkerung, da ein grosser Teil dieser Jugendlichen in Ausbildung ist.\r\n\r\nWill man jedoch die finanzielle Belastung durch die \u00e4lteren Menschen f\u00fcr die Erwerbspersonen bestimmen, ist der Quotient nicht pr\u00e4zise genug. Denn bei den 20- bis 64-J\u00e4hrigen wird nicht zwischen den erwerbst\u00e4tigen und den nicht erwerbst\u00e4tigen Personen unterschieden. 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Diese gehen ausserdem davon aus, dass die Lebenserwartung weiter zunimmt, wodurch die Zahl der \u00fcber 80-J\u00e4hrigen ansteigen wird. Der Altersquotient wird sich also zwangsl\u00e4ufig erh\u00f6hen. Damit die Erwerbsbev\u00f6lkerung wachsen kann oder zumindest nicht zur\u00fcckgeht, muss die Einwanderung auf einem \u00e4hnlich hohen Niveau bleiben wie in den letzten Jahren. 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