{"id":112274,"date":"2016-09-20T14:07:58","date_gmt":"2016-09-20T14:07:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/09\/tendances-conjoncturelles-automne-2016\/"},"modified":"2023-08-23T23:08:28","modified_gmt":"2023-08-23T21:08:28","slug":"konjunkturtendenzen-herbst-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/09\/konjunkturtendenzen-herbst-2016\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Herbst 2016"},"content":{"rendered":"<h2>Weltkonjunktur<\/h2>\n<p>Die holprige Erholung der Weltkonjunktur hielt auch im ersten Halbjahr 2016 an. Mit dem Brexit-Entscheid ist nun ein zus\u00e4tzlicher grosser Unsicherheitsfaktor hinzugekommen. Allerdings haben sich die Finanzm\u00e4rkte, nach einer kurzen Phase erh\u00f6hter Verunsicherung und Volatilit\u00e4t, \u00fcber den Sommer hinweg weitgehend beruhigt, und die teilweise bef\u00fcrchteten Verwerfungen an den Aktien- und Devisenm\u00e4rkten sind ausgeblieben. Sofern dies anh\u00e4lt, bestehen gute Chancen, dass sich negative konjunkturelle Auswirkungen des Brexit gr\u00f6sstenteils auf Grossbritannien beschr\u00e4nken und nur in bescheidenem Ausmass auf Kontinentaleuropa und andere Weltregionen ausstrahlen werden. Daher geht die Expertengruppe von einer Fortsetzung und allm\u00e4hlichen Festigung der weltwirtschaftlichen Expansion im kommenden Jahr aus.<\/p>\n<h2>Schweizer Wirtschaft<\/h2>\n<p>Nach der wechselkursbedingten Konjunkturabk\u00fchlung im vergangenen Jahr hat sich die Schweizer Wirtschaft gegen Ende 2015 und im ersten Halbjahr 2016 wieder erholt. Das BIP-Wachstum beschleunigte sich nach 0,3% im 1. Quartal auf 0,6% im 2. Quartal. Neben der Verst\u00e4rkung zeigte sich dabei auch eine breitere Abst\u00fctzung des Wachstums auf die Wirtschaftssektoren. Die inlandorientierten staatsnahen und privaten Dienstleistungen (u.a. Gesundheitswesen, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) expandierten im 2. Quartal deutlich. Aber auch bei unter der Frankenst\u00e4rke leidenden Bereichen wie der Industrie und dem Tourismus zeichnet sich eine Entspannung ab.<br \/>\nAllerdings ist die Lage in einzelnen Sektoren (z.B. innerhalb der Industrie) immer noch sehr heterogen. Zudem fielen die j\u00fcngsten Stimmungsindikatoren etwas verhaltener aus. Dies l\u00e4sst f\u00fcr das zweite Halbjahr 2016 eine eher gem\u00e4chliche wirtschaftliche Expansion erwarten, das Wachstum d\u00fcrfte also weniger schwungvoll als noch im 2. Quartal ausfallen. Dank der guten ersten Jahresh\u00e4lfte wird f\u00fcr das Gesamtjahr 2016 ein BIP-Wachstum von 1,5% (bisherige Prognose 1,4%) erwartet. F\u00fcr das n\u00e4chste Jahr geht die Expertengruppe weiterhin von einer Festigung der Auftriebskr\u00e4fte aus, was sich in einer weiteren Wachstumsbeschleunigung auf 1,8% im Jahr 2017 ausdr\u00fcckt. Nach dem ged\u00e4mpften BIP-Wachstum von 2015 (0,8%) d\u00fcrfte die Schweiz demnach wieder auf einen robusten Wachstumspfad einschwenken und sich 2016 sowie 2017 weitgehend im Gleichschritt mit Deutschland bzw. dem Euroraum entwickeln.<br \/>\nDer Arbeitsmarkt war bislang noch durch die Nachwirkungen der letztj\u00e4hrigen Konjunkturabschw\u00e4chung gepr\u00e4gt. Das \u00fcber mehrere Jahre kr\u00e4ftige Besch\u00e4ftigungswachstum schw\u00e4chte sich im Verlauf von 2015 und auch noch Anfang 2016 deutlich ab. W\u00e4hrend in vielen Dienstleistungsbranchen die Besch\u00e4ftigung etwas langsamer zunahm, wurden insbesondere in der Industrie Stellen abgebaut. Die Talsohle scheint jedoch durchschritten. Mit fortschreitender Konjunkturerholung rechnet die Expertengruppe mit einem allm\u00e4hlich wieder anziehenden Besch\u00e4ftigungswachstum im kommenden Jahr. Der seit 2015 andauernde leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit d\u00fcrfte ebenfalls allm\u00e4hlich ausklingen und die Arbeitslosenquote sowohl 2016 als auch 2017 im Jahres-durchschnitt auf 3,3% zu liegen kommen. Bei der negativen Teuerung hat in den letzten Monaten eine langsame Normalisierung eingesetzt, die sich fortsetzen d\u00fcrfte (Teuerungsprognose 2016 -0,4%, 2017 +0,3%).<\/p>\n<h2>Risiken<\/h2>\n<p>Generell ist als gr\u00f6sstes Konjunkturrisiko die nach wie vor wenig robuste weltwirtschaftliche Erholung anzusehen, die verwundbar gegen\u00fcber St\u00f6rfaktoren bleibt. Nicht auszuschliessen ist etwa, dass der Brexit-Entscheid negativer als in der Prognose unterstellt auf die europ\u00e4ische Konjunktur durchschlagen k\u00f6nnte. Ein weiteres Risiko besteht in der noch nicht gesicherten Finanzstabilit\u00e4t im Euroraum, wie j\u00fcngst die prek\u00e4re Lage bei einigen italienischen Banken wieder verdeutlicht hat. Falls die Konjunkturerholung im Euroraum ernsthaft ins Stocken geriete, w\u00fcrde dies die schweizerischen Exporte sp\u00fcrbar belasten. Dies umso mehr, wenn es \u2013 im Zuge steigender Verunsicherung an den Finanzm\u00e4rkten \u2013 zu einer neuerlichen Flucht in den Franken k\u00e4me. Zu erw\u00e4hnen sind ausserdem die schwache Verfassung wichtiger Schwellenl\u00e4nder (z.B. politische Unruhen in Brasilien) sowie geopolitische Risiken (Eskalation der Gewalt im Nahen Osten, Ukraine-Konflikt, Terroranschl\u00e4ge). In der Schweiz bleibt zudem das Risiko f\u00fcr \u00dcbertreibungen an den Immobilienm\u00e4rkten angesichts des voraussichtlich noch l\u00e4nger anhaltenden Tiefzinsumfelds zumindest latent bestehen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltkonjunktur Die holprige Erholung der Weltkonjunktur hielt auch im ersten Halbjahr 2016 an. Mit dem Brexit-Entscheid ist nun ein zus\u00e4tzlicher grosser Unsicherheitsfaktor hinzugekommen. 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Vorausgesetzt, dass die internationale Konjunktur durch den Brexit nur wenig gebremst wird und eine neuerliche starke Frankenaufwertung weiterhin vermieden werden kann, d\u00fcrfte sich die schweizerische Konjunktur bis 2017 weiter erholen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"","kasten_box":""}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"Herbst 2016","kseason_fr":"Automne 2016","post_in_pdf":161600,"main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":112277,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"62258","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[3988],"korrektor":"","planned_publication_date":"","original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/57e120c841845"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112274"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4193"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112274"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":165964,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112274\/revisions\/165964"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4193"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5438"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=112274"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=112274"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=112274"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=112274"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=112274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}