{"id":112327,"date":"2016-07-25T15:50:47","date_gmt":"2016-07-25T15:50:47","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/07\/abrahamsen-08-09-2016-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:08:40","modified_gmt":"2023-08-23T21:08:40","slug":"abrahamsen-08-09-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/07\/abrahamsen-08-09-2016\/","title":{"rendered":"Starker Franken beschleunigt den Strukturwandel"},"content":{"rendered":"<p>Das Problem einer Verteuerung von schweizerischen gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Produkten durch Wechselkurs\u00e4nderungen ist kein neues Ph\u00e4nomen. Seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1973, als die Wechselkursbindung an den Dollar aufgehoben wurde, gab es immer wieder Perioden mit erheblichen Verschiebungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie wirtschaftlichen Auswirkungen einer Aufwertung sind vielf\u00e4ltig. Die Konsumenten k\u00f6nnen sich \u00fcber g\u00fcnstigere Ferien im Ausland freuen, und importierte Produkte k\u00f6nnen g\u00fcnstiger im Inland erworben werden. Meist werden die Einsparungen im Handel nicht vollumf\u00e4nglich und auch nicht sofort weitergegeben, was eine erh\u00f6hte Rentabilit\u00e4t der Handelsfirmen zur Folge hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeniger Freude an einer Aufwertung haben Produzenten, die einen erheblichen Anteil ihrer Produkte im Ausland absetzen. Um gr\u00f6ssere Absatzr\u00fcckg\u00e4nge zu vermeiden, sind sie bei einer starken Konkurrenz durch ausl\u00e4ndische Produzenten gezwungen, die Preise zu senken. Wenn die Produktion allerdings in grossem Mass spezialisiert ist und sich die produzierten G\u00fcter nicht einfach durch im Ausland hergestellte ersetzen lassen, sind die Auswirkungen auf die Nachfrage bei unver\u00e4nderten Preisen in einheimischer W\u00e4hrung geringer oder treten nur mit Zeitverz\u00f6gerung auf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nProduzenten, die im Wesentlichen den inl\u00e4ndischen Markt bedienen, befinden sich in einer \u00e4hnlichen Situation wie die Exportwirtschaft \u2013 falls sie durch eingef\u00fchrte Produkte im Wettbewerb stehen. Am einfachsten haben es hier diejenigen, deren Produkte aufgrund von Handelshemmnissen oder durch Nicht-Handelbarkeit vor ausl\u00e4ndischer Konkurrenz weitgehend gesch\u00fctzt sind.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Produzentenpreise bringen Klarheit<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie auf die Aufhebung des Mindestkurses gegen\u00fcber dem Euro in Januar 2015 erfolgte Aufwertung war im Vergleich mit fr\u00fcheren Aufwertungsphasen nicht besonders stark. Besonders an der Entwicklung war jedoch die Tatsache, dass sie schnell erfolgte: Von einem Tag auf den anderen verlor der Dollar 14 Prozent und der Euro 16 Prozent an Wert. Selbst bei den Turbulenzen w\u00e4hrend der Aufl\u00f6sung des Bretton-Woods-Systems betrug die gr\u00f6sste t\u00e4gliche Abwertung des Dollars gegen\u00fcber dem Franken lediglich rund 5 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Wirtschaft sind die t\u00e4glichen Schwankungen allerdings weniger bedeutsam als die \u00fcber einen mittleren oder l\u00e4ngeren Zeitraum kumulierten Ver\u00e4nderungen. Und diese waren 2015 beutend kleiner als in vergangenen Aufwertungsphasen. Betrachtet man den Wert des Frankens gegen\u00fcber den wichtigsten W\u00e4hrungen und gewichtet die einzelnen W\u00e4hrungen mit den Anteilen in den schweizerischen Exporten, betr\u00e4gt die Aufwertung von 2014 zum Folgejahr 8,7 Prozent. Wenn man die unterschiedliche Preisentwicklung im In- und Ausland f\u00fcr diesen Zeitraum mit den Konsumenten- und Produzentenpreisen korrigiert, schw\u00e4cht sich die Aufwertung noch leicht ab: Bei Verwendung der Konsumentenpreisentwicklung (CPI) betr\u00e4gt sie 7,0 Prozent, bei Verwendung der Produzentenpreise (WPI) 7,8 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweizer Hersteller sind die Produzentenpreise am aussagekr\u00e4ftigsten, denn sie widerspiegeln eher das inl\u00e4ndische Kostenniveau. Die Konsumentenpreise haben den Nachteil, dass auch importierte G\u00fcter enthalten sind. Allerdings beinhalten auch die Produzentenpreise indirekt ausl\u00e4ndische Preise, weil die Produkte \u00fcblicherweise importierte Rohstoffe und Zwischenprodukte enthalten.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wechselkurselastizit\u00e4t als entscheidende Gr\u00f6sse<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einer Aufwertungsphase (siehe <em>Tabelle<\/em>) steigen die Produktionskosten einheimischer Produkte \u2013 gemessen in ausl\u00e4ndischer W\u00e4hrung. Gemessen in Franken sinken die Produktionskosten ausl\u00e4ndischer Produkte. Wenn die Produzenten im Inland ihre Preise in dieser Situation nicht reduzieren, laufen sie Gefahr, dass weniger oder gar nichts mehr nachgefragt wird. Die sogenannten Preiselastizit\u00e4ten (der Nachfrage) geben an, in welchem Ausmass dies passiert. Je elastischer die Nachfrage, desto gr\u00f6sser ist die Absatzeinbusse bei einer Preiserh\u00f6hung: Bei einer Elastizit\u00e4t von \u20131 ist die prozentuale Mengeneinbusse infolge einer Preiserh\u00f6hung gleich hoch wie die prozentuale Preissteigerung. Hingegen ist die Mengeneinbusse beispielsweise bei einer Elastizit\u00e4t von \u20130,5 halb so gross und bei \u20132 doppelt so gross. G\u00fcter, auf die man regelm\u00e4ssig angewiesen ist \u2013 etwa elektrischer Strom oder Benzin \u2013, haben eine kleine Elastizit\u00e4t, w\u00e4hrend Produkte wie Autos eines bestimmten Herstellers, die leicht durch andere ersetzbar sind, eine wesentlich h\u00f6here Elastizit\u00e4t aufweisen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Aufwertungsphasen des Frankens seit 1973 (in Prozent)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"648\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\"><strong>Nominell<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"159\"><strong>Real Konsumentenpreise (CPI)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\"><strong>Real Produzentenpreise (WPI)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">1973\u20131978<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">73,9<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"159\">29,4<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">\u2013<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">1992\u20131995<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">16,8<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"159\">15,2<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">\u2013<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">2000\u20132002<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">9,6<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"159\">6,1<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">7,2<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">2007\u20132011<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">33,2<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"159\">27,0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">19,8<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">2014\u20132015<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">8,7<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"159\">7,0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">7,8<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Zwischen 1980 und 1990 sind zwei Aufwertungsperioden nicht enthalten, da der preisbereinigte Wert des Frankens unter dem Niveau von 1978 lag. Dasselbe trifft zwar auch f\u00fcr die angegebene Periode 2000 bis 2002 zu, der Abstand zur letzten Aufwertungsperiode ist hier aber gr\u00f6sser.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle SNB \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa Wechselkurse ebenfalls ein Teil der Preise sind, bezeichnet man die Mengenreaktionen von Export- und Importg\u00fctern auf solche \u00c4nderungen als Wechselkurselastizit\u00e4ten. Die H\u00f6he dieser Elastizit\u00e4ten wird bestimmt durch die Nutzenfunktionen und Substitutionsm\u00f6glichkeiten: W\u00e4hrend ein Kaufverzicht oder eine Substitution durch andere bereits vorhandene, praktisch identische Produkte schnell erfolgen kann, kann ein Ausweichen auf bloss \u00e4hnliche Produkte oder Produkte mit \u00e4hnlichen Charakteristiken mehr Zeit in Anspruch nehmen. So dauert der Aufbau einer Produktionsanlage im Ausland f\u00fcr ein Alternativprodukt beispielsweise lange.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEbenso spielen Bestell- und Lieferfristen eine Rolle f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, schnell auf g\u00fcnstigere Alternativen umzustellen. Deswegen wird bei Wechselkursen h\u00e4ufig zwischen kurz- und langfristigen Elastizit\u00e4ten unterschieden, wobei die l\u00e4ngerfristigen im Normalfall h\u00f6her sind. Nur wenn der Produzent die Produktionskosten an die ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen anpassen kann, sind auch tiefere l\u00e4ngerfristige Wechselkurselastizit\u00e4ten denkbar. In diesem Fall stellt sich aber die berechtigte Frage, warum diese Kosteneinsparungen nicht bereits fr\u00fcher realisiert worden sind.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Immer weniger Menschen arbeiten in der Industrie <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Tatsache, dass der Franken sich vor allem in Zeiten aufwertet, wenn die internationale Wirtschaftsentwicklung schwach oder turbulent ist, erschwert die Analyse. Generell hat die wirtschaftliche Situation \u2013 Boom, Normalauslastung oder Rezession \u2013 kurzfristig meist eine gr\u00f6ssere Bedeutung als die Wechselkurse. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass es f\u00fcr Schweizer Firmen rational w\u00e4re, sich auf Produkte mit h\u00f6heren Margen und geringeren Wechselkurselastizit\u00e4ten zu konzentrieren. Denn die Massenproduktion von Produkten mit tiefen Margen wie einfache Metall- oder Kunststoffprodukte wird bei schwankenden Wechselkursen schnell unrentabel. Dasselbe trifft f\u00fcr Produkte mit einer hohen Preiselastizit\u00e4t wie die erw\u00e4hnten Autos zu.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist deshalb interessant, zu wissen, ob sich diese Annahmen best\u00e4tigen. Hat sich die Produktion in der Schweiz in und nach den Aufwertungsphasen hin zu Produkten und Branchen mit einer weniger preissensitiven Nachfrage oder hin zu einer kleineren Wettbewerbsintensit\u00e4t verschoben? Aufschlussreich ist ein Blick auf die Zunahme der Besch\u00e4ftigten der verschiedenen Branchen in den Aufwertungsperioden nach 1990 (siehe <em>Abbildungen<\/em>). Zwar zeigen Besch\u00e4ftigungsabnahmen, welche Branchen am ehesten mit dem Wechselkurs Probleme hatten, da aber insgesamt keine stark steigende Arbeitslosenzahl verzeichnet wurde, m\u00fcssen die freigesetzten Arbeitskr\u00e4fte in anderen Branchen eine neue Stelle gefunden haben.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Ausgew\u00e4hlte Aufwertungsperioden des Frankens seit 1992<span style=\"color: #ff00ff;\">&#13;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-60629\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/07\/Bildschirmfoto-2016-07-13-um-16.47.45.png\" alt=\"Abrahamsen_DE\" width=\"912\" height=\"1900\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Hellblau\u00a0eingef\u00e4rbt sind gr\u00f6ssere Aufwertungsperioden.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS, SNB, KOF \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsbesondere zwischen 1973 und 1978 war die Aufwertung erheblich. Allerdings herrschte nach der Erd\u00f6lkrise 1973\/74 in der Schweiz ein ausgesprochen schlechtes konjunkturelles Umfeld mit starkem Besch\u00e4ftigungs- und sogar Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang, sodass man den Wechselkurseinfluss kaum herausfiltern kann. In und nach der Aufwertungsperiode 1992 bis 1995 ist der Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang ebenfalls breit abgest\u00fctzt: Bis auf den Fahrzeugbau gibt es kaum eine Branche, die zulegen konnte. Nach 2000, als es nur eine kurze Aufwertungsphase gab, gewann, zus\u00e4tzlich zum Fahrzeugbau, die Pharmabrache immer mehr an Gewicht. In derselben Zeit \u2013 vor allem zwischen 2007 und\u00a02011 \u2013 wies auch die Uhrenindustrie einen starken Besch\u00e4ftigungszuwachs aus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u00c4hnlich wie in der Industrie kam es in den Neunzigerjahren auch in den Dienstleistungsbranchen mehrheitlich zu einem Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang. Lediglich im Gesundheits- und Sozialwesen wurden Stellen geschaffen; es folgten die technischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie die Informatik und die Kommunikation. Das Wachstum in der Informations- und Kommunikationsbranche liess sp\u00e4ter deutlich nach. Allerdings hatte diese Nachfrage nach Informatikern in den sp\u00e4ten Neunzigerjahren weniger mit W\u00e4hrungsverschiebungen als mit dem technologischen Wandel zu tun: Insbesondere die Ausbreitung der Mobilfunktechnologie und notwendige Software-Umstellungen hinsichtlich der Jahrhundertwende d\u00fcrften die Haupttreiber gewesen sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNach 2000 sind die Spuren der Aufwertungsphasen im Gastgewerbe und insbesondere in der Beherbergung zu sehen, wo immer weniger Menschen arbeiten. In den anderen Dienstleistungsbranchen kam es fl\u00e4chendeckend zu einem Besch\u00e4ftigungsaufbau, der im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Unterrichtssektor besonders stark ausfiel.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Rasche Aufwertung richtet Schaden an<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nPerioden mit einer erheblichen Aufwertung des Wechselkurses scheinen somit vor allem den Wechsel von Arbeitspl\u00e4tzen in der Industrie und im Gastgewerbe hin zur Bauwirtschaft und zu den \u00fcbrigen Dienstleistungen gef\u00f6rdert zu haben. Somit legen die Verschiebungen in der Besch\u00e4ftigung in und nach den Aufwertungsphasen den Schluss nahe, dass der starke Franken den Strukturwandel beschleunigte. Erfolgt der Wandel aber zu schnell, dann sind bei Stilllegung von Betrieben Kapital- und Arbeitsplatzverluste zu erwarten. Wenn die Aufwertung dagegen eher gleichm\u00e4ssig erfolgt, sind derartige Verluste nicht oder in erheblich reduziertem Umfang zu erwarten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn dieser Hinsicht ist auch die Zeitperiode 2002 bis 2008 interessant \u2013 eine Phase allm\u00e4hlicher Abwertung des Frankens: In dieser Zeit wuchsen nicht nur die Besch\u00e4ftigung und die Wertsch\u00f6pfung in der Industrie, sondern auch deren Anteil an der Gesamtwirtschaft stieg an. Da anschliessend einige dieser Arbeitspl\u00e4tze aus Kostengr\u00fcnden wieder weggefallen sind, ist die Vermutung durchaus begr\u00fcndet, dass es in dieser Zeitperiode zu einer Fehlallokation von Kapital und Arbeitskr\u00e4ften in langfristig ungen\u00fcgend rentierenden Betrieben kam. F\u00fcr die schweizerische Wirtschaft \u2013 beziehungsweise f\u00fcr die Allokation der Ressourcen \u2013 w\u00e4re es sicher besser gewesen, wenn sich in dieser Zeit der Franken allm\u00e4hlich aufgewertet h\u00e4tte, daf\u00fcr aber die starken Aufwertungssch\u00fcbe in der folgenden Zeit bis 2011 sowie Anfang 2015 ausgeblieben w\u00e4ren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Problem einer Verteuerung von schweizerischen gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Produkten durch Wechselkurs\u00e4nderungen ist kein neues Ph\u00e4nomen. Seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1973, als die Wechselkursbindung an den Dollar aufgehoben wurde, gab es immer wieder Perioden mit erheblichen Verschiebungen.&#13; &#13; Die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Aufwertung sind vielf\u00e4ltig. Die Konsumenten k\u00f6nnen sich \u00fcber g\u00fcnstigere Ferien im [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4433,"featured_media":28615,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":4433,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Leiter, Sektion Schweizer Konjunktur, KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Chef de la section Conjoncture suisse, Centre de recherches conjoncturelles (KOF), \u00c9cole polytechnique f\u00e9d\u00e9rale de Zurich (EPFZ)","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"Starker Franken beschleunigt den Strukturwandel","post_lead":"Untersucht man fr\u00fchere Aufwertungsphasen des Frankens, zeigt sich: Die Industrie verliert Arbeitspl\u00e4tze an den Dienstleistungssektor. Einzig Schweizer Pharma- und Uhrenfirmen k\u00f6nnen sich behaupten.","post_hero_image_description":"Der Franken dr\u00fcckt auf die Margen. Produktion einer Zugkomposition von Stadler Rail im thurgauischen Bussnang.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":112330,"main_focus":[156474,157145],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":112334,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"57441","post_abstract":"Die Einf\u00fchrung des Mindestkurses im September 2011 f\u00fchrte dazu, dass der Frankenkurs etwas aus dem Fokus der Konjunkturbeobachtung fiel. Mit voller H\u00e4rte ist dieser als Thema zum Jahresbeginn 2015 wieder zur\u00fcckgekehrt. Seit der Aufhebung des Mindestkurses des Euros gegen\u00fcber dem Franken im Januar 2015 ist die weitere Entwicklung der Wechselkurse zu einem wichtigen Standortfaktor f\u00fcr die Schweiz geworden. Im vorliegenden Artikel wird analysiert, inwiefern die Aufwertungen zu einem Besch\u00e4ftigungsanstieg in Branchen f\u00fchrten, die weniger anf\u00e4llig auf Wechselkursverschiebungen sind. Die Resultate machen deutlich: Insbesondere w\u00e4hrend und nach den Aufwertungsphasen der vergangenen 15 Jahre hat sich die Besch\u00e4ftigung zu den Dienstleistungsbranchen sowie zur Pharma- und zur Uhrenindustrie bewegt. Diese Wirtschaftszweige verkraften Wechselkursschwankungen besser als andere Branchen.","magazine_issue":"20160908","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20160726","original_files":[{"file":112342},{"file":112346}],"external_release_for_author":"20160704","external_release_for_author_time":"23:30:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/57518a0814c60"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112327"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4433"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112327"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112327\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126569,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112327\/revisions\/126569"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4433"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157145"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156474"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=112327"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=112327"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=112327"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=112327"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=112327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}