{"id":113181,"date":"2016-05-25T15:58:12","date_gmt":"2016-05-25T15:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/05\/mueller-06-2016-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:09:37","modified_gmt":"2023-08-23T21:09:37","slug":"mueller-06-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/05\/mueller-06-2016\/","title":{"rendered":"Bedeutung der Freihandelsabkommen w\u00e4chst \u2013 auch jene f\u00fcr die Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr ein kleines, rohstoffarmes Land wie die Schweiz ist der Aussenhandel eine wichtige Wachstumsst\u00fctze. Zwischen 1995 und 2015 hat der Aussenhandel mehr als ein Viertel zum Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) beigetragen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Neben der expandierenden Exportwirtschaft profitieren dabei auch die Konsumenten sowie das produzierende Gewerbe von preiswerten und vielseitigen Importen (siehe <em>Kasten 1<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweizer Aussenwirtschaftspolitik sind Freihandelsabkommen (FHA; siehe <em>Kasten 2<\/em>), neben den Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) zur multilateralen Liberalisierung sowie den bilateralen Abkommen mit der EU, ein wichtiges Instrument, welches die (autonome) allgemeine Wirtschaftspolitik erg\u00e4nzt. Gemeinsames Ziel dieser Instrumente ist der erleichterte Zugang zu Absatz- und Beschaffungsm\u00e4rkten durch den Abbau von Handelshemmnissen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer urspr\u00fcngliche Zweck von Freihandelsabkommen ist der Abbau von Importz\u00f6llen, welcher sich direkt auf Einsparungen f\u00fcr den Exportsektor und auf tiefere Einfuhrz\u00f6lle auswirkt. Im Jahr 2014 betrug der durchschnittliche Einfuhrzoll der Schweiz rund 7 Prozent (2006 waren es noch rund 8 Prozent). Im Vergleich mit ihren Partnerl\u00e4ndern geh\u00f6rt die Schweiz bez\u00fcglich Industrieg\u00fcter somit zu den L\u00e4ndern mit den tiefsten Einfuhrz\u00f6llen, w\u00e4hrend sie bez\u00fcglich landwirtschaftlicher Produkte mit einem durchschnittlichen Zoll von \u00fcber 36 Prozent zu den Staaten mit den h\u00f6chsten Z\u00f6llen z\u00e4hlt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>\u00a0Entsprechend gehen in den Schweizer Freihandelsabkommen die Zugest\u00e4ndnisse im Handel mit Landwirtschaftserzeugnissen deutlich weniger weit als der fast vollst\u00e4ndige Zollabbau bei den Industrieprodukten.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Grosse Mehrheit der Schweizer Exporte in FHA-Partnerl\u00e4nder<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Anzahl von Freihandelsabkommen hat weltweit stark zugenommen: Waren 2005 noch 125 Abkommen bei der WTO notifiziert, hat sich deren Anzahl bis heute auf fast 280 mehr als verdoppelt.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>\u00a0 Auch die Schweiz hat ihr Netz von Freihandelsabkommen stark ausgebaut: Die ersten Vertr\u00e4ge waren die Efta-Konvention 1960 sowie das Freihandelsabkommen von 1972 mit der EU. Heute fliessen rund 54 Prozent der Schweizer Warenexporte in die EU\/Efta-Staaten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzlich zu diesen beiden Vertragswerken hat die Schweiz 28 Freihandelsabkommen mit 38 weiteren Staaten abgeschlossen. Davon traten 19 Vertr\u00e4ge in den letzten 10 Jahren in Kraft.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Diese Abkommen mit Partnern ausserhalb der EU\/Efta vereinfachen f\u00fcr Schweizer Unternehmen den Marktzugang zu insgesamt 2,2 Milliarden Konsumenten und einem Bruttoinlandprodukt (BIP) von \u00fcber 24 Billionen Dollar.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>\u00a0Gleichzeitig \u00f6ffnen sie die T\u00fcren f\u00fcr ausl\u00e4ndische Produzenten. Die Schweizer Exporte in diese L\u00e4nder machen heute rund 23 Prozent des Totals aller Warenausfuhren aus. Nimmt man die EU\/Efta-Staaten dazu, gehen \u00fcber drei Viertel aller Exporte in FHA-Partnerstaaten.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Abbau von Handelshemmnissen hat mit der Aufteilung der globalen Wertsch\u00f6pfungsketten zus\u00e4tzlich an Bedeutung gewonnen. Einzelne Produktionsschritte finden heute in verschiedenen L\u00e4ndern und Regionen statt: Gehandelt wird nicht mehr nur das Endprodukt, sondern vermehrt auch Zwischenprodukte und Halbfabrikate. Jeder zus\u00e4tzliche Grenz\u00fcbertritt einer Ware birgt somit das Risiko neuer Handelshemmnisse, welche sich kumulieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer effizienteste Weg zum Abbau von Handelshemmnissen geht \u00fcber die multilaterale Ebene im Rahmen der WTO. Allerdings kommen diese Verhandlungen nur langsam voran, unter anderem wegen unterschiedlicher Interessen: W\u00e4hrend die Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder eine Liberalisierung des Agrarhandels und einen Abbau der Agrarst\u00fctzung in Industriel\u00e4ndern fordern, verlangen letztere eine Verbesserung des Marktzugangs f\u00fcr Industrieprodukte, weiterreichende Regeln beim \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen sowie beim geistigen Eigentum sowie vermehrt auch wieder multilaterale Disziplinen im Bereich der Wettbewerbspolitik und bei den Investitionen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn dieser Situation bieten sich Freihandelsabkommen aufgrund ihrer flexiblen Ausgestaltung als Alternative an. Dabei entwickelt sich eine gewisse Eigendynamik: Freihandelsabkommen k\u00f6nnen zu einer indirekten Diskriminierung von Drittstaaten f\u00fchren, welche keinen pr\u00e4ferenziellen Marktzugang zu den Vertragsstaaten haben. F\u00fcr diese Drittstaaten entsteht ein Anreiz, sich anhand weiterer Abkommen ebenfalls pr\u00e4ferenziellen Marktzugang zu verschaffen&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin Vergleich des Schweizer Netzes von Freihandelsabkommen mit jenem der wichtigsten Handelspartner zeigt, dass die Schweiz bis anhin solche Benachteiligungen weitgehend vermeiden konnte. Heikel wird es jedoch, wenn das geplante transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA zustande kommt: Je nach Ausgestaltung des Abkommens entstehen f\u00fcr Schweizer Unternehmen Nachteile gegen\u00fcber ihren europ\u00e4ischen und amerikanischen Konkurrenten.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Spaghetti Bowl: Regelwerk immer un\u00fcbersichtlicher<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Durchschnitt verdoppelt sich das Handelsvolumen zwischen zwei Freihandelspartnern zwischen 10 und\u00a015 Jahre nach Inkrafttreten eines Abkommens. Dies zeigen empirische Untersuchungen. Die Gr\u00f6ssenordnung best\u00e4tigt sich auch f\u00fcr die Schweiz (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). So hat sich beispielsweise das Handelsvolumen zwischen der Schweiz und Mexiko in vier Jahren nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens um 37 Prozent erh\u00f6ht.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1:<strong> Entwicklung der Schweizer Exporte in FHA-Partnerl\u00e4nder <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/05\/Mueller_Nuessbaumer_Abb.1_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-55819\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/05\/Mueller_Nuessbaumer_Abb.1_DE.png\" alt=\"Mueller_Nuessbaumer_Abb.1_DE\" width=\"1828\" height=\"650\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Ber\u00fccksichtigt sind die Freihandelsabkommen mit Staaten ausserhalb der EU, welche sp\u00e4testens 2012 in Kraft getreten sind. Aufgrund sehr hoher Schwankungen im Handelsvolumen und langer Perioden ohne bilateralen Handel sind Namibia, Botswana und Lesotho, die Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rden sowie die F\u00e4r\u00f6er-Inseln nicht erfasst.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Berechnungen basierend auf Daten der Schweizer Aussenhandelsstatistik \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie zunehmende Anzahl an Vertr\u00e4gen f\u00fchrte zu einem sich \u00fcberlappenden Netz von Freihandelsabkommen mit unterschiedlich spezifizierten Regeln. Seit 1990 hat sich diese sogenannte Spaghetti Bowl<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>\u00a0zunehmend verdichtet (siehe<span style=\"color: #000000;\"> <em>Abbildung 2<\/em>).<\/span> Solche Regeln betreffen beispielsweise Herkunftsnachweise von Produkten. Diese sogenannten Ursprungsregeln verlangen, dass ein Produkt vollst\u00e4ndig im Gebiet des Vertragsstaats hergestellt oder in diesem ausreichend verarbeitet wird. Die Bestimmungen k\u00f6nnen jedoch stark variieren und ben\u00f6tigen bei vielf\u00e4ltigen Produktionsschritten in verschiedenen L\u00e4ndern zus\u00e4tzliche Regeln zur Kumulierung des Ursprunges. Damit soll verhindert werden, dass G\u00fcter aus einem Drittstaat \u00fcber einen Freihandelspartner zollfrei importiert werden. Entsprechend ist die Komplexit\u00e4t dieser Regelwerke f\u00fcr Exporteure und Importeure oft mit einem spezialisierten Wissen und einem administrativen Aufwand verbunden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Abb. 2:<\/span> Weltweites Netz von Freihandelsabkommen (1990 und 2014) <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/05\/Mueller_Nuessbaumer_Abb.2_FR.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-55821\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/05\/Mueller_Nuessbaumer_Abb.2_FR.png\" alt=\"Mueller_Nuessbaumer_Abb.2_FR\" width=\"1546\" height=\"1998\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Inter-American Development Bank \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf praktischer Ebene k\u00f6nnen diese impliziten Kosten dazu f\u00fchren, dass Unternehmen teilweise auf die pr\u00e4ferenzielle Verzollung verzichten und ihre Waren zum Normalzoll einf\u00fchren. Untersuchungen zu den Schweizer Freihandelsabkommen zeigen denn auch: Unternehmen nutzen die Abkommen \u00e4usserst effizient \u2013 am intensivsten jedoch bei jenen Produktgruppen, wo die realisierbaren Zolleinsparungen hoch sind.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKritisch diskutiert wird auch der Effekt der oben erw\u00e4hnten indirekten Diskriminierung der Nicht-Freihandelspartner. So kann ein Freihandelsabkommen auch dazu f\u00fchren, dass ein Produzent eines Partnerstaates gegen\u00fcber einem effizienteren Produzenten aus einem Drittstaat bevorzugt wird. In diesem Fall resultiert aus dem Abkommen eine Handelsverzerrung. Studien zeigen jedoch: Dies ist die Ausnahme, da Freihandelsabkommen bevorzugt zwischen jenen Handelspartnern abgeschlossen werden, die\u00a0bereits regen Handel miteinander betreiben. Dadurch reduziert sich die potenziell handelsverzerrende Wirkung stark.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wichtiges Instrument zur Handelsf\u00f6rderung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der schwierigen multilateralen Verhandlungen im Rahmen der WTO und der Tendenz zu grossen regionalen Freihandelsabkommen wie dem TTIP oder der <em>Trans-Pacific Partnership (<\/em>TPP) zwischen den USA, Japan und weiteren Pazifikstaaten d\u00fcrften Freihandelsabkommen als pluri- oder bilaterales Instrument der Schweizer Aussenwirtschaftspolitik auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Daf\u00fcr spricht auch, dass neuere Vertr\u00e4ge neben dem Warenverkehr und dem geistigen Eigentum zunehmend auch Regeln zum stark ansteigenden Handel mit Dienstleistungen, zu Investitionen oder zum \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen enthalten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZur weiteren St\u00e4rkung des Aussenhandels d\u00fcrften die Vereinfachung des Regelwerks \u2013 weltweit \u2013 und damit auch die effizientere Nutzung der Abkommen im Zentrum stehen. Mit Neuverhandlungen wird diesem Ziel bereits Rechnung getragen. Erg\u00e4nzend sind weiterhin auch unilaterale Massnahmen zur Importerleichterung wichtig \u2013 wie die Vereinfachung und die Modernisierung der Zollverfahren oder ein weiterer Zollabbau im Bereich der Industrieprodukte. Denn: Aufgrund der zunehmenden globalen Wertsch\u00f6pfungsketten kommen Importerleichterungen auch der Exportindustrie zugute.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Eigene Berechnungen auf Basis der BIP-Quartalssch\u00e4tzungen des Seco.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Ungewichteter Durchschnitt, angewandte Einfuhrz\u00f6lle (WTO, 2014) Bei Lebensmitteln und Agrarg\u00fctern haben Zollkontingente die gr\u00f6ssere Bedeutung als Z\u00f6lle.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Anzahl notifizierte physische Abkommen bei der WTO, welche in Kraft sind (Stand April 2016), siehe Rtais.wto.org.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\"><a href=' https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Aussenwirtschaftspolitik_Wirtschaftliche_Zusammenarbeit\/Wirtschaftsbeziehungen\/Freihandelsabkommen\/Liste_der_Freihandelsabkommen_der_Schweiz.html' target=\"_blank\">Liste der Freihandelsabkommen der Schweiz<\/a> auf Seco.admin.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Daten f\u00fcr 2014 aus der World-Development-Indicators-Datenbank der Weltbank.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">EZV, Daten f\u00fcr 2015.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Bericht des Bundesrates zur Aussenwirtschaftspolitik (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Baier und Bergstrand (2010), f\u00fcr eine \u00dcbersicht bisheriger Studien siehe Kepaptsoglou et al. (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Jagdish Bhagwati (1995).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Ziltener und Blind (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Freund und Ornelas (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr ein kleines, rohstoffarmes Land wie die Schweiz ist der Aussenhandel eine wichtige Wachstumsst\u00fctze. 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(2010). Regional Trade Agreements. World Bank Policy Research Working Paper Series.<\/li>&#13;\n \t<li>Kepaptsoglou, K., Karlaftis, M. G., &amp; Tsamboulas, D. (2010). The Gravity Model Specification for Modeling International Trade Flows and Free Trade Agreement Effects: a 10-Year Review of Empirical Studies. The Open Economics Journal, 3, 1\u201313.<\/li>&#13;\n \t<li>Magee, C. S. (2008). New Measures of Trade Creation and Trade Diversion. Journal of International Economics, 75(2), 349\u2013362.<\/li>&#13;\n \t<li>Ziltener, P., &amp; Blind, G. (2014). Effektivit\u00e4t der Schweizer Freihandelsabkommen (FHA) Weltweit. Z\u00fcrich: Switzerland Global Enterprise.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Kasten 1: Der Nutzen von Freihandel in der Theorie","kasten_box":"Handel f\u00f6rdert das Wachstum einer Volkswirtschaft. Der britische \u00d6konom David Ricardo erkl\u00e4rte Anfang des 19. Jahrhunderts mit der <em>Theorie der komparativen Vorteile<\/em>, dass eine Volkswirtschaft in st\u00e4rkerem Ausmass jene G\u00fcter produzieren soll, bei denen sie relative Vorteile hat, um diese gegen andere G\u00fcter zu tauschen. Die klassischen Argumente wurden sp\u00e4ter unter anderem vom US-Nobelpreistr\u00e4ger Paul Krugman erweitert, welcher den Nutzen aus Handel durch <em>Produktvielfalt und Skaleneffekte<\/em> aufzeigt. Solche Produktivit\u00e4tsgewinne f\u00fchren gem\u00e4ss Harvard-Professor Marc Melitz zu einer Reallokation von Produktionsfaktoren im internationalen Wettbewerb, was den <em>Spill-over von Technologie und Know-how<\/em> f\u00f6rdert. Die US-\u00d6konomen Wolfgang Stolper und Paul Samuelson wiederum zeigten mit dem nach ihnen benannten Theorem, dass die Liberalisierung des Handels zu einer <em>Umverteilung zwischen Produzenten und Konsumenten<\/em> innerhalb einer Volkswirtschaft oder zwischen ausl\u00e4ndischen und inl\u00e4ndischen Produzenten und Konsumenten f\u00fchren kann."},{"kasten_title":"Kasten 2: Was sind Freihandelsabkommen?","kasten_box":"Unter Freihandelsabkommen wurden urspr\u00fcnglich alle Abkommen zwischen zwei oder mehr Staaten verstanden, welche einen Grossteil der <em>Z\u00f6lle<\/em> gegenseitig abschaffen. Neben Bestimmungen \u00fcber den Warenverkehr und die Rechte an geistigem Eigentum umfassen moderne Vertr\u00e4ge jedoch auch Regeln zum Handel mit Dienstleistungen, zum Schutz von Investitionen und zum Zugang zu Investitionsm\u00e4rkten sowie zum \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen und zum Abbau technischer Handelshemmnisse. Freihandelsabkommen sind gem\u00e4ss den WTO-Richtlinien unter bestimmten Bedingungen erlaubt, m\u00fcssen jedoch bei der WTO notifiziert und einer sachlichen Pr\u00fcfung unterzogen werden.&#13;\n&#13;\nDie Schweiz verhandelt den Grossteil ihrer Freihandelsabkommen zusammen mit den <em>Efta-Staaten<\/em> Norwegen, Island und Liechtenstein. 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Deren Nutzung ist jedoch teilweise mit impliziten Kosten verbunden: So f\u00fchrt das weltweit dichter werdende Netz von Abkommen zu einem komplexen Regelwerk (\u00abSpaghetti Bowl\u00bb), welches eine Herausforderung f\u00fcr Unternehmen darstellt. Da die WTO-Verhandlungen jedoch nur schrittweise vorankommen, bleiben Freihandelsabkommen f\u00fcr die Schweiz auch in Zukunft zentral. Zudem erh\u00f6hen die geplanten regionalen Freihandelsabkommen TPP und TTIP von wichtigen Handelspartnern den Druck auf die Schweiz. Weiterf\u00fchrende Verhandlungen zur Vereinfachung des Regelwerks werden an Bedeutung gewinnen. 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