{"id":113373,"date":"2016-04-27T16:23:58","date_gmt":"2016-04-27T16:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/04\/moser-05-2016-franz\/"},"modified":"2024-04-09T16:11:44","modified_gmt":"2024-04-09T14:11:44","slug":"moser-05-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/04\/moser-05-2016\/","title":{"rendered":"Mut und langfristiges Denken lohnen sich"},"content":{"rendered":"<p>Der Wohlstand der Schweiz ist eng mit der Innovationsleistung der ans\u00e4ssigen Unternehmen verkn\u00fcpft. Insbesondere die Pharma-, Chemie- und Biotechnologieindustrie sichert mit ihren wissenschaftsbasierten Innovationen hoch qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze und hilft so auch mit, die \u00f6ffentliche Hand nachhaltig zu finanzieren.<\/p>\n<p>Innovationen k\u00f6nnen weder staatlich verordnet noch betriebswirtschaftlich erzwungen werden. Sie sind das Ergebnis kreativer Prozesse von Unternehmen und h\u00e4ngen vom bestehenden gesellschaftlichen und industriel&shy;len Umfeld ab. Der Innovationsprozess verlangt ein langfristig orientiertes Denken und Handeln sowie unternehmerischen Mut, denn das Risiko des Scheiterns schwingt bei Innovationen immer mit.<\/p>\n<p>Erfolgreiche Firmen pflegen diese Innovationskultur, indem sie konsequent f\u00fcr das Neue und Unbekannte einstehen und gezielt Interdisziplinarit\u00e4t und kulturelle Diversit\u00e4t f\u00f6rdern. So sind das in ei&shy;nem Un&shy;ter&shy;nehmen vorhandene Wissen und K\u00f6nnen sowie die Kreativit\u00e4t der Menschen die wichtigste Antriebskraft f\u00fcr Innovation. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten halten erfolgreiche Unternehmen deshalb an ihrer Innovationsstrategie und den entsprechenden Investitionen in Forschung und Entwicklung fest.<\/p>\n<h2><strong>Regulierungen auf Minimum beschr\u00e4nken<\/strong><\/h2>\n<p>Diese langfristigen Investitionen erfordern von einer Gesellschaft und somit vom Staat m\u00f6glichst stabile und \u00fcber lange Zeit voraussehbare Rahmenbedingungen. Es braucht eine Industriepolitik, die auf interventionistische Eingriffe verzichtet und den unternehmerischen Handlungsraum mit innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen m\u00f6glichst weit offen h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Unter den Herausforderungen des starken Frankens und der aussenpolitischen Unsicherheiten ist auf unn\u00f6tige, kostentr\u00e4chtige Regulierungen im Inland wie die \u00abEnergiestrategie 2050\u00bb, die \u00abGr\u00fcne Wirtschaft\u00bb, die Aktienrechtsreform und Einschr\u00e4nkungen von Gefahrguttransporten zu verzichten. Bestehende Regulierungen wie beispielsweise die Mehrwertsteuer, die Lenkungsabgabe auf fl\u00fcchtige organische Verbindungen und die Zollverfahren sind zu entschlacken.<\/p>\n<p>Zudem m\u00fcssen anstehende wirtschaftspolitisch zentrale Reformen rasch und mit Augenmass angepackt werden, um die langfristigen Unsicherheiten zu beseitigen und die Planungssicherheit f\u00fcr die Unternehmen zu erh\u00f6hen (Beispiele sind die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative mit dem Erhalt der bilateralen Vertr\u00e4ge, die Unternehmenssteuerreform III, die Altersvorsorge, der Masterplan Biomedizinische Forschung und Innovation, die Arzneimittelpreisfestsetzung).<\/p>\n<h2><strong>Vertrauen der Bev\u00f6lkerung gewinnen<\/strong><\/h2>\n<p>Dar\u00fcber hinaus braucht es eine nachhaltige F\u00f6rderung der gesellschaftlichen Offenheit in Bezug auf Wissenschaft und Technik. Der seit Jahren zunehmenden Skepsis gegen\u00fcber neuen Technologien wie etwa der Gentechnologie muss entschiedener als bisher entgegengewirkt werden. Anstelle der einseitigen Fokussierung der \u00f6ffentlichen Diskussion auf m\u00f6gliche Risiken sollen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die Potenziale betonen. Mit ihrer Nachwuchsinitiative <a href=\"http:\/\/www.simplyscience.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Simplyscience.ch<\/a> leistet der Wirtschaftsverband Scienceindustries seit Jahren einen konkreten Beitrag dazu und tr\u00e4gt so zu einer h\u00f6heren Aussch\u00f6pfung des \u00abInl\u00e4nderpotenzials\u00bb bei. Generell kommt einer im internationalen Vergleich qualitativ hochstehenden Aus- und Weiterbildung auf allen Stufen eine besonders wichtige Bedeutung zu. In allen Be&shy;reichen und auf allen Stufen der staatlichen Bildungs- und Forschungspolitik ist Exzellenz vonn\u00f6ten, was ausreichende Mittel und Instrumente bedingt\u00a0(u. a. BFI-Botschaft 2017\u201320, Horizon 2020), denn nur so kann die Schweiz ihren Spitzenplatz als Forschungs-, Wissenschafts- und Industriestandort und damit ihren Wohlstand dauerhaft sichern.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wohlstand der Schweiz ist eng mit der Innovationsleistung der ans\u00e4ssigen Unternehmen verkn\u00fcpft. Insbesondere die Pharma-, Chemie- und Biotechnologieindustrie sichert mit ihren wissenschaftsbasierten Innovationen hoch qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze und hilft so auch mit, die \u00f6ffentliche Hand nachhaltig zu finanzieren. Innovationen k\u00f6nnen weder staatlich verordnet noch betriebswirtschaftlich erzwungen werden. 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