{"id":113421,"date":"2016-04-27T16:23:57","date_gmt":"2016-04-27T16:23:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/04\/passer-dun-corridor-alpin-a-une-destination-touristique\/"},"modified":"2023-08-23T23:10:10","modified_gmt":"2023-08-23T21:10:10","slug":"von-der-transit-zur-tourismusregion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/04\/von-der-transit-zur-tourismusregion\/","title":{"rendered":"Von der Transit- zur Tourismusregion"},"content":{"rendered":"<p>Der Gotthard verf\u00fcgt \u00fcber vielf\u00e4ltige Potenziale: einzigartige, intakte Natur- und Kulturlandschaften, fantastische Verkehrsinfrastrukturen und eine kulturelle Vielfalt als Grenzregion von drei Sprachgebieten. Zudem besitzt er eine spezielle Bedeutung f\u00fcr die Schweiz: Er ist das Herz der Alpen im Zentrum Europas, Mythos und Geschichte, Wasserschloss Europas, milit\u00e4risches Bollwerk, Mahnmal der inneren Sicherheit und der nationalen Identit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Herausforderungen gemeinsam meistern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDoch die Region steht vor grossen Herausforderungen. Abwanderung, \u00dcberalterung, Sicherstellung der Grundversorgung und Strukturwandel im Tourismus m\u00fcssen bew\u00e4ltigt werden. Zersplitterte Strukturen und mangelnde Kooperation \u00fcber institutionelle Grenzen hinweg haben dazu gef\u00fchrt, dass die Region ihre Potenziale zu wenig in Wert gesetzt hat. Ebenso fehlten gemeinsame Zukunftsperspektiven und L\u00f6sungsstrategien. Mit dem Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen bei der Armee trug auch der Bund zu dieser unerfreulichen Entwicklung bei.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Idee der Porta Alpina 2005 \u00fcbernahmen die vier Gotthard-Kantone Uri, Tessin, Wallis und Graub\u00fcnden gemeinsam Verantwortung f\u00fcr den Raum. Sie starteten eine Strategie zur koordinierten r\u00e4umlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Gotthards. Der Bund honoriert diesen Effort mit einer aussergew\u00f6hnlichen F\u00f6rderung \u00fcber die Neue Regionalpolitik (NRP). Dieses Instrument aus dem Bereich der Standortf\u00f6rderung des Bundes hat zum Ziel, die Regionen wettbewerbsf\u00e4higer zu machen, Wertsch\u00f6pfung zu generieren und Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Mit dem Programm \u00abSan Gottardo 2016\u20132019\u00bb realisieren die Kantone bereits das zweite Umsetzungsprogramm mit Unterst\u00fctzung des Bundes.&#13;<\/p>\n<h2>Touristische Angebote und Strukturen verbessern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Programm hat zum Ziel, den Gotthard als attraktiven alpinen Lebens- und Wirtschaftsraum zu st\u00e4rken. Insbesondere im Tourismus will man Wertsch\u00f6pfung und Arbeitspl\u00e4tze generieren, Strukturen und Organisationen weiterentwickeln sowie die gemeinsame Identit\u00e4t f\u00f6rdern. Impulse dazu gibt auch die Entwicklung des \u00abResorts Andermatt\u00bb durch den Investor Samih Sawiris. Gefordert ist dabei vor allem die Eigeninitiative der Wirtschaftsakteure. In der Programmperiode 2012 bis 2015 stellten Bund und Kantone f\u00fcr die Umsetzung der NRP im Gotthard gemeinsam rund 33 Millionen Franken \u00c0-fonds-perdu-Beitr\u00e4ge und 52 Millionen Franken r\u00fcckzahlbare Darlehen zur Verf\u00fcgung. Von 2016 bis 2019 sollen es knapp 20 Millionen Franken \u00c0-fonds-perdu-Beitr\u00e4ge und 38 Millionen Franken r\u00fcckzahlbare Darlehen sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin betr\u00e4chtlicher Teil dieser Mittel fliesst in die Skigebietsverbindung zwischen Andermatt und Sedrun. Weitere wichtige strategische Handlungsfelder bilden der Mountainbike- und der Nordic-Bereich sowie die Bahnerlebniswelt Gotthard (siehe <em>Kasten<\/em>). In der Programmperiode 2012 bis 2015 wurden wichtige Grundsteine gelegt, auf die man 2016 bis 2019 bauen kann: vertiefende Analysen \u00fcber Wertsch\u00f6pfungspotenziale, Entwicklung und Umsetzung \u00fcberregionaler touristischer Produkte und die Entwicklung der Marke \u00abSt. Gotthard\u00bb. Die intensivere Vernetzung und Koordination der Akteure \u00fcber Pass- und Kantonsgrenzen hinweg geh\u00f6rt ebenso dazu. Identit\u00e4tsstiftend wirkte sicher auch der gemeinsame Auftritt der Gotthard-Kantone an der Weltausstellung in Mailand. Mit dem aus Granit gefr\u00e4sten Gotthard-Monolithen schafften sie es, sich \u00fcberzeugend als Region zu pr\u00e4sentieren.&#13;<\/p>\n<h2>Kritische Erfolgsfaktoren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDoch diese positive Werbebotschaft l\u00e4sst sich nicht ohne Weiteres in bare M\u00fcnze umwandeln. Dazu muss es erst gelingen, die Kleinstrukturiertheit zu \u00fcberwinden und \u00fcberzeugende Angebote zu schaffen, die der Markt nachfragt. Nur dann kann sich der Gotthard vom Transitraum zum Reiseziel und schliesslich zur international bekannten Feriendestination entwickeln. Daf\u00fcr sind in erster Linie die wirtschaftlichen Akteure der Region selbst gefordert. Sie m\u00fcssen die Initiative ergreifen und Unternehmertum entwickeln. Dann kann ihnen das Programm \u00abSan Gottardo\u00bb Unterst\u00fctzung bieten. Dazu muss dieses jedoch noch st\u00e4rker an der Basis, also bei der regionalen Bev\u00f6lkerung, verankert werden. Und dies wiederum gelingt nur, wenn es \u00fcberzeugende, erfolgreiche Projekte hervorbringt \u2013 ein Teufelskreis, der nicht leicht zu durchbrechen ist. Umso mehr, als sich der Standortwettbewerb im Tourismus generell versch\u00e4rft und die W\u00e4hrungsnachteile f\u00fcr noch h\u00e4rtere Rahmenbedingungen sorgen.&#13;<\/p>\n<h4><\/h4>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gotthard verf\u00fcgt \u00fcber vielf\u00e4ltige Potenziale: einzigartige, intakte Natur- und Kulturlandschaften, fantastische Verkehrsinfrastrukturen und eine kulturelle Vielfalt als Grenzregion von drei Sprachgebieten. 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Doch w\u00e4hrend das Gebirge in Rekordzeit unterquert wird, k\u00e4mpft die Region auf seinem R\u00fccken darum, den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung nicht zu verlieren. Mithilfe der Neuen Regionalpolitik setzen sich die vier Gotthard-Kantone und der Bund daf\u00fcr ein, den Gotthard vom Transitkorridor wieder vermehrt zum Reiseziel zu machen.","post_hero_image_description":"Mit einem Relief des Gotthard-Massivs pr\u00e4sentieren sich Uri, das Tessin, das Wallis und Graub\u00fcnden an der Expo Milano als Lebens- und Wirtschaftsraum St. Gotthard.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Bahnerlebniswelt Gotthard","kasten_box":"Mit der Er\u00f6ffnung des Gotthard-Basistunnels f\u00e4llt der bisherige Fern- und G\u00fcterverkehr der Eisenbahn \u00fcber die Gotthard-Bergstrecke weitgehend weg. Deshalb m\u00fcssen Bund und Kantone die Bedeutung und den Nutzen der Gotthard-Bergstrecke neu definieren. 2012 beauftragte das Parlament den Bundesrat, ein ausgewogenes, breit abgest\u00fctztes Konzept zur k\u00fcnftigen Nutzung der Bergstrecke zu erarbeiten.&#13;\n&#13;\nBei der Entwicklung der Gotthard-Region kommt der Bergstrecke eine wichtige Rolle zu. Einerseits ist sie zentrale Verkehrsader f\u00fcr die Erschliessung innerhalb der Region und sorgt f\u00fcr eine rasche Erreichbarkeit der Wirtschaftszentren. Ebenso bedeutend ist anderseits ihre Funktion als Zubringerin\u00a0f\u00fcr G\u00e4ste aus dem Mittelland und dem Tessin in die Region und zur Ost-West-Verbindung vom Goms in die Surselva. Die Weiterf\u00fchrung eines Grundangebots mit der entsprechenden Haltepolitik wird im Hinblick auf die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Gotthard-Region sowohl von den SBB als auch von Bund und Kantonen als erfolgskritisch erachtet.&#13;\n&#13;\nIn seinem Konzept kommt der Bundesrat zum Schluss, dass eine Stilllegung der Gotthard-Bergstrecke aus politischen, historischen und verkehrstechnischen Gr\u00fcnden kurz- bis mittelfristig nicht angezeigt ist. Aufgrund der unsicheren Nachfrageentwicklung will er die Situation aber periodisch neu beurteilen. Verbindliche Beschl\u00fcsse zur mittel- und langfristigen Gestaltung der Gotthard-Bergstrecke will er erst nach Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels treffen, wenn verl\u00e4ssliche Daten zur Verkehrsentwicklung vorliegen. Aus heutiger Sicht wird dies fr\u00fchestens 2025 der Fall sein."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":113424,"main_focus":[156509,157170],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":113428,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"51519","post_abstract":"","magazine_issue":"20160501","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20160428","original_files":null,"external_release_for_author":"20160330","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/56e7d84cd01dd"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113421"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4142"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=113421"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113421\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126639,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113421\/revisions\/126639"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4142"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157170"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156509"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=113421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=113421"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=113421"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=113421"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=113421"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=113421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}