{"id":113498,"date":"2016-04-27T15:56:11","date_gmt":"2016-04-27T15:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/04\/mueller-05-2016-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:10:01","modified_gmt":"2023-08-23T21:10:01","slug":"mueller-05-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/04\/mueller-05-2016\/","title":{"rendered":"Fachhochschulen punkten mit Praxisn\u00e4he"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesgesetz \u00fcber die Fachhochschulen bedeutete 1995 den Startschuss f\u00fcr die Fachhochschulen (FH), wie wir sie heute kennen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Zun\u00e4chst wurden dadurch die bereits bestehenden Institutionen wie Techniker- und Handelsschulen aufgewertet.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Anschliessend wurden \u00abneue Fachbereiche\u00bb wie Soziale Arbeit, Gesundheit und K\u00fcnste eingegliedert. Inzwischen haben sich alle sieben \u00f6ffentlich-rechtlichen Fachhochschulen zu multisektoriellen, regional verankerten Anbietern entwickelt (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Fachhochschulen nach Regionen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/04\/mueller_lepori_DE_neu.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-52620\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/04\/mueller_lepori_DE_neu.png\" alt=\"mueller_lepori_DE_neu\" width=\"1630\" height=\"1118\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: In der Schweiz gibt es sieben \u00f6ffentlich-rechtliche Fachhochschulen: Berner Fachhochschule (BFH), Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Fachhochschule Ostschweiz (FHO), Haute Ecole Sp\u00e9cialis\u00e9e de Suisse Occidentale (HES-SO), Hochschule Luzern (HSLU), Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI), Z\u00fcrcher Fachhochschule (ZFH). Zus\u00e4tzlich gibt es in Z\u00fcrich die private Fachhochschule Kalaidos (FH KAL).&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Darstellung Lepori und M\u00fcller \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn ihrem vierfachen Leistungsauftrag \u2013 Grundausbildung, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistungen \u2013 sollen sich die Fachhochschulen klar von den Universit\u00e4ten<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> unterscheiden. Verglichen mit anderen L\u00e4ndern hat die Schweiz die spezifischen Profile der beiden Hochschultypen in den vergangenen 20 Jahren erfolgreich bewahrt \u2013 insbesondere hinsichtlich der Forschung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Einf\u00fchrung des Hochschulf\u00f6rderungs- und -koordinationsgesetzes im Jahr 2015 \u00e4nderte sich der gesetzliche und institutionelle Rahmen. Die Fachhochschulen geh\u00f6ren nun formal zu demselben Bildungssystem wie die Universit\u00e4ten. Sie erhalten mehr Autonomie und m\u00fcssen ihre Profile sch\u00e4rfen. Leitgedanke ist der Anspruch, ein austariertes Gleichgewicht zwischen gemeinsamen Regeln und unterschiedlichen Profilen zu etablieren. Zurzeit l\u00e4sst sich noch nicht sagen, wie sich dieses neue Gesetz auf die Arbeitsteilung zwischen Universit\u00e4ten und Fachhochschulen auswirkt. Wo stehen die Fachhochschulen heute, und welche Perspektiven lassen sich erkennen?&#13;<\/p>\n<h2>Ingenieur-Fachbereiche als Paradebeispiele<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin erstes Ziel der Reform von 1995 war die Bereitstellung von ad\u00e4quat ausgebildeten Fachkr\u00e4ften, namentlich auch f\u00fcr Forschung und Entwicklung (F&amp;E). Die Aus- und Weiterbildung an den Fachhochschulen soll auf allen Stufen praxisorientiert, berufsqualifizierend und auf die Nachfrage auf den Arbeitsm\u00e4rkten ausgerichtet sein. Die enge Bindung an die Berufspraxis wird bereits \u00fcber die Zulassungs&shy;bedingungen angestrebt: F\u00fcr den Zugang zu einer Fachhochschule wird eine Berufsmatura oder \u2013 bei einer gymnasialen Matura \u2013 ein Praxisjahr in einem fachspezifischen Bereich verlangt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Anzahl der Studenten ist bis 2014 auf \u00fcber 60\u2019000 stark gestiegen \u2013 darunter finden sich auch viele Sp\u00e4t- und Zweitstudierende. Studienabbr\u00fcche sind selten, der Regelabschluss ist ein Bachelor-Diplom.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Gem\u00e4ss den Absolventenbefragungen des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) f\u00fchrt dieses Diplom in den meisten Fachbereichen zu einer dauerhaften Anstellung mit einem passenden Lohn. Die meisten Fachhochschuldiplome sind gut etabliert und werden vom Markt anerkannt. Namentlich in den Ingenieur-Fachbereichen kann die hohe Absorption durch den Arbeitsmarkt als Hinweis daf\u00fcr gelten, dass die Nachfrage das Angebot \u00fcbersteigt: Es herrscht ein Fachkr\u00e4ftemangel.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAllerdings \u00fcben beinahe ein Drittel aller Bachelor-Absolventen f\u00fcnf Jahre nach ihrem Abschluss eine T\u00e4tigkeit aus, die keinen formalen FH-Abschluss erfordern w\u00fcrde. Dies gilt besonders ausgepr\u00e4gt f\u00fcr den Bereich Design und verweist zum einen auf unterschiedlich strukturierte Arbeitsm\u00e4rkte. Zum anderen besteht bisweilen eine Konkurrenz durch Personen mit anderen Bildungsabschl\u00fcssen (beispielsweise Abschl\u00fcsse von h\u00f6heren Fachschulen oder Weiterbildungsdiplome). Fachhochschulen sind \u00fcberdies wichtige Anbieter von Weiterbildungen \u2013 namentlich die Nachdiplomstudieng\u00e4nge Master of Advanced Studies (MAS) und Executive Master of Business Administration (EMBA) im Fachbereich Wirtschaft.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Praxisnahe Forschung als Erfolgsmodell<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin zweites Ziel der Schaffung von Fachhochschulen waren die F\u00f6rderung von anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung sowie der Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft und in die Gesellschaft. In den letzten zehn Jahren nahm die F&amp;E markant zu und wurde auf alle Fachbereiche ausgeweitet. Allerdings bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede. So wurden 2013 \u00fcber drei Viertel aller F&amp;E-Ausgaben in Architektur, Technik, Chemie und Wirtschaft get\u00e4tigt, w\u00e4hrend F&amp;E in Fachbereichen wie Soziale Arbeit, Gesundheit oder K\u00fcnste weiterhin im Aufbau ist (siehe <em>Abbildungen 2 <\/em>und<em> 3<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. <\/strong><strong>2: F&amp;E-Ausgaben der Fachhochschulen nach Bereich (2004\u20132014)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"mueller_lepori2\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#mueller_lepori2').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'area'\n\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        subtitle: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['2004','2005','2006','2007','2008','2009','2010','2011','2012','2013','2014']\n            \n        },\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'In Millionen Franken'\n            },\nstackLabels:{\n            enabled: false },\n            \n        },\n        tooltip: {\n            shared: false,\n            valueSuffix: ' In Millionen Franken'\n        },\n        plotOptions: {\nseries: {\n                dataLabels: {\n                    enabled: false\n                }\n            },\n\n            area: {\n\n                stacking: 'normal',\n                marker: {\n                    enabled: false\n\n                  \n                }\n\n            }\n        },\n        series: [{\n            name: 'Soziale Arbeit',\n\n\n            data: [ 11.85,14.17,15.30,20.20,22.89,25.92,26.87,29.75,31.38,33.75,35.16 ]\n        }, {\n            name: 'Gesundheit',\n            data: [ 4.64,3.71,6.12,11.04,14.20,18.85,20.84,23.99,27.39,27.60,31.43]\n        }, {\n            name: 'Wirtschaft und Dienstleistungen',\n            data: [26.60,29.32,31.41,41.62,48.59,54.66,57.86,61.60,67.67,77.03,88.03]\n        }, {\n            name: 'Chemie und Lifesciences',\n            data: [ 17.59,17.11,20.13,27.10,29.42,36.36,37.52,47.81,56.27,66.38,69.00]\n        }, {\n            name: 'Technik und IT',\n            data: [ 90.90,99.15,101.58,132.61,163.26,189.16,199.16,207.41,223.31,242.38,253.84]\n        },\n        {\n            name: 'Andere',\n            data: [29.00,34.31,65.00,57.29,73.31,86.00,57.00,96.19,108.00, 118.55,133.00]\n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: \u00abAndere\u00bb beinhaltet Angewandte Psychologie, Angewandte Linguistik, Musik, Theater und andere K\u00fcnste, Design, Land- und Forstwirtschaft sowie Architektur, Bau und Planungswesen.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS, Darstellung Lepori und M\u00fcller \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 3: T\u00e4tigkeit des Lehrpersonals nach Fachbereich (Anteil an gesamter Arbeitszeit; 2014) <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"mueller_lepori3\"><\/div>\n<script>\n\n\n\n$(function () {\n    $('#mueller_lepori3').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'bar'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['Gesundheit','Angewandte Psychologie','Soziale Arbeit','Angewandte Linguistik','Musik, Theater und andere K\u00fcnste','Sport','Design','Wirtschaft und Dienstleistungen','Land- und Forstwirtschaft','Chemie und Lifesciences','Technik und IT','Architektur, Bau- und Planungswesen']\n        },\n        yAxis: {\n            min: 0,\n            title: {\n                text: ''\n            },\n            labels: {                \nformat: '{value}%'\n            },\n       \n        },\n        \n        \n        tooltip: {\n            pointFormat: '<span style=\"color:{series.color}\">{series.name}<\/span>: <b>{point.y}<\/b>%<br\/>',\n            shared: false\n        },\n        plotOptions: {\n            bar: {\n                stacking: 'percent'\n            }\n        },\n\n        series: [\n{\n            name: 'Andere',\ncolor: '#88c0d3',\n\n            data: [19,13,12,42,12,14,13,19,2,14,8,11]\n            \n        },{\n            name: 'Dienstleistungen',\ncolor: '#d2d803',\n            data: [2,17,3,6,2,14,3,5,6,4,2,6]\n            \n\n          },{\n            name: 'F&E',\ncolor: '#e84066',\n            data: [14,24,21,9,9,25,11,18,43,39,46,32]\n        },\n{\n            name: 'Weiterbildung',\ncolor: '#0074be',\n\n            data: [6,18,10,17,1,null,2,12,null,2,2,3]\n        },{\n            name: 'Grundausbildung',\ncolor: '#ffdd0c',\n\n            data: [59,28,53,28,77,46,70,48,49,42,42,50]\n        }\n        \n        \n        \n        \n        \n        ]\n    });\n});\n\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS, Darstellung Lepori und M\u00fcller \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den Ingenieur-Fachbereichen ist Forschung somit gut etabliert, und es bestehen viele Kooperationen mit Praxispartnern aus der Privatwirtschaft. Die Forschung ist hier gr\u00f6sstenteils auf konkrete Anwendungen ausgerichtet und wird zu einem grossen Teil durch Beitr\u00e4ge der F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation des Bundes (KTI) und mit privaten Drittmitteln finanziert. In dieser Hinsicht tragen die Fachhochschulen unmittelbar zur St\u00e4rkung des Forschungsplatzes Schweiz bei. Bei den weiteren Fachbereichen ist die Zusammenarbeit mit Praxispartnern weniger gut dokumentiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNebst anwendungsorientierter Forschung betreiben manche Fachhochschulen auch Grundlagenforschung. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Fachbereiche, die an den Schweizer Universit\u00e4ten kaum oder gar nicht vertreten sind \u2013 etwa Soziale Arbeit und K\u00fcnste. Hier ist ein allf\u00e4lliger \u00f6konomischer Beitrag von Innovationen nur indirekt und mit zeitlicher Verz\u00f6gerung erkennbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie politische Anforderung, dass die Forschung an den Fachhochschulen grunds\u00e4tzlich praxisnah ausgerichtet sein soll und im Wesentlichen aus Drittmitteln finanziert werden muss, bringt Finanzierungsprobleme mit sich: Erstens erhalten die Fachhochschulen aufgrund der definierten \u00abAndersartigkeit\u00bb deutlich weniger Tr\u00e4gerbeitr\u00e4ge f\u00fcr Forschung und Entwicklung als die Universit\u00e4ten, und zweitens ist der Zugang zu Mitteln des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erschwert.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Universit\u00e4ten: Konkurrenten oder Partner?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der (Bachelor-)Grundausbildung und bei der Weiterbildung stehen sich Fachhochschulen und Universit\u00e4ten heute eher als Konkurrenten gegen\u00fcber, w\u00e4hrend sich bei der Ausbildung auf Masterstufe hinsichtlich des Promotionsstudiums und bei Forschungsprojekten neue Kooperationen abzeichnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Heterogenit\u00e4t der Fachbereiche zeigt sich auch in unterschiedlichen Beziehungen zwischen Fachhochschulen und Universit\u00e4ten: In den Ingenieurabteilungen ist diese Beziehung vorwiegend komplement\u00e4r, im Fachbereich Wirtschaft hingegen in mancher Hinsicht kompetitiv. Diejenigen Bereiche wiederum, die Grundlagenforschung betreiben, streben zur F\u00f6rderung des Nachwuchses und der Reputation eigene \u00abdritte Zyklen\u00bb bzw. Doktorate an.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wertvoller Wissenstransfer <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nPraxisnahe Forschungsprojekte tragen zum Transfer von Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft bei. Dar\u00fcber hinaus erfolgt die Vernetzung \u00fcber institutionelle Netzwerke wie Alumni-Organisationen und Weiterbildungen sowie in hohem Ausmass \u00fcber pers\u00f6nliche Netzwerke.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der verlangten Praxisn\u00e4he verlaufen die Berufslaufbahnen der FH-Dozenten meist in einem Wechsel zwischen Fachhochschule, Universit\u00e4t und Praxis. Die meisten haben nur ein Teilpensum an den Fachhochschulen und arbeiten parallel dazu an anderen Schulen und in der Praxis.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHervorzuheben ist die Bedeutung der Fachhochschulen f\u00fcr die Regionen: Vor allem bei den zwei gr\u00f6ssten Fachbereichen Technik und Wirtschaft bestehen mehrere dezentrale Standorte und vielf\u00e4ltige Vernetzungen mit regionalen Unternehmen und Institutionen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem die Fokussierung von Lehr- und Weiterbildungsangeboten auf die Nachfrage aus der Region, Praktikumspl\u00e4tze f\u00fcr die Studierenden und gemeinsame Forschungsprojekte. Demgegen\u00fcber sind kleinere und spezialisierte Fachbereiche (namentlich Musik, Theater und K\u00fcnste) und Vertiefungen (z. B. auch Ergotherapie oder Holztechnik) st\u00e4rker national und international ausgerichtet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Diskussion der k\u00fcnftigen Entwicklung lassen sich folgende Fragen ableiten: Wie wird Forschung und Innovation in den verschiedenen Fachbereichen der Fachhochschulen definiert? Wie entwickeln und sch\u00e4rfen sich die Profile von Universit\u00e4ten und Fachhochschulen in einem zunehmend dynamischen Spannungsfeld? Sollen und k\u00f6nnen sich die Bildungsangebote der Fachhochschulen st\u00e4rker am Markt orientieren? Und: Wie gew\u00e4hrleistet man den Zugang zu den Ressourcen der Forschungsf\u00f6rderung?<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Bundesgesetz \u00fcber die Fachhochschulen (FHSG) vom 6. Oktober 1995.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Dieser Artikel beruht auf einem Beitrag der Autoren zum Bericht \u00abForschung und Innovation in der Schweiz 2016\u00bb, herausgegeben vom Staatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Das Schweizer Hochschulsystem unterscheidet zwischen drei Hochschultypen: Universit\u00e4re Hochschulen (inkl. der beiden ETH; in diesem Beitrag vereinfacht als \u00abUniversit\u00e4ten\u00bb bezeichnet), Fachhochschulen und P\u00e4dagogische Hochschulen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">180 ECTS-Punkte; Regelstudienzeit drei Jahre.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesgesetz \u00fcber die Fachhochschulen bedeutete 1995 den Startschuss f\u00fcr die Fachhochschulen (FH), wie wir sie heute kennen. 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Die Fachhochschulen entwickelten sich zu einem wichtigen Tr\u00e4ger von berufsorientierten Aus- und Weiterbildungen auf der Terti\u00e4rstufe, sie konnten sich als wichtige Partner in der angewandten Forschung und Entwicklung (F&amp;E) behaupten und eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, der \u00f6ffentlichen Verwaltung und der Gesellschaft aufbauen. Allerdings trifft dies vollumf\u00e4nglich nur auf den gr\u00f6ssten Fachbereich \u2013 Technik und IT \u2013 zu. Die weiteren Fachbereiche passen nicht gleichermassen in dieses Muster. Insgesamt konnten die FH ein eigenes Profil entwickeln und sich auf praxisorientierte Lehre und angewandte F&amp;E konzentrieren. Mit dem 2015 eingef\u00fchrten Hochschulf\u00f6rderungs- und -koordinationsgesetz geh\u00f6ren die Fachhochschulen formal zu demselben einheitlichen Bildungssystem wie die Universit\u00e4ten. 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