{"id":113665,"date":"2016-03-23T16:26:55","date_gmt":"2016-03-23T16:26:55","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/03\/jaeggi-04-2016-franz\/"},"modified":"2025-06-16T10:27:49","modified_gmt":"2025-06-16T08:27:49","slug":"jaeggi-04-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/03\/jaeggi-04-2016\/","title":{"rendered":"Mit freiem Handel gegen hohe Preise"},"content":{"rendered":"<p>Vor \u00fcber einem Jahr hat die Schweizerische Nationalbank die Wechselkursuntergrenze aufgehoben. In k\u00fcrzester Zeit wertete sich der Franken gegen\u00fcber dem Euro um mehr als 10 Prozent auf \u2013 und erh\u00f6hte damit die Kaufkraft der Bev\u00f6lkerung: Das f\u00fchrte zu vermehrten Eink\u00e4ufen im benachbarten Ausland. Der Einkaufstourismus ist jedoch nicht nur dem starken Franken geschuldet. Bereits seit Jahrzehnten akzentuiert sich das Ph\u00e4nomen der Hochpreisinsel Schweiz.<\/p>\n<p>So liegt das Preisniveau der Konsumausgaben der privaten Haushalte in der Schweiz gut 45 Prozent h\u00f6her als in den EU-15-L\u00e4ndern<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>, wie Zahlen der Statistikbeh\u00f6rde Eurostat und des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) zeigen. W\u00e4hrend die Preise f\u00fcr G\u00fcter ein Viertel teurer sind, betr\u00e4gt die Differenz bei den in der Regel weniger gut handelbaren Dienstleistungen rund 60 Prozent.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>\u00a0Dies hat in den letzten zehn Jahren immer wieder zu parlamentarischen Debatten und Vorst\u00f6ssen gef\u00fchrt.<\/p>\n<h2><strong>Das Gesetz des einheitlichen Preises<\/strong><\/h2>\n<p>Es liegt im Wesen des marktwirtschaftlichen Systems, dass Unternehmen ihren Gewinn maximieren \u2013 oder dies zumindest versuchen. Unternehmen tendieren deshalb dazu, Preise nach geografischen oder anderen Kriterien zu differenzieren \u2013 sofern sich ihnen die M\u00f6glichkeit dazu bietet \u2013 und einen m\u00f6glichst grossen Teil der Kaufkraft abzusch\u00f6pfen. Viele Unternehmen sind versucht, ihre Produkte wegen der hohen Kaufkraft in der Schweiz (siehe <em>Abbildung 1<\/em>) teurer zu verkaufen als anderswo.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Kaufkraft pro Haushalt (EU-15, Norwegen und Schweiz)<\/strong><\/h3>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"jaeggi_langenegger_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#jaeggi_langenegger_de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n\n\nlegend: {\n            enabled: false\n        },\n\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\ntitle: {\n                text: ''\n            },\n\n            categories: ['Griechenland','Portugal','Spanien','Niederlande','Italien','Schweden','Finnland','Deutschland','Frankreich','Belgien','D\u00e4nemark','Irland','\u00d6sterreich','Grossbritannien','Norwegen','Luxemburg','Schweiz'],\n      }, \n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'Index'\n            },\n            },\n\n\/\/---------------->\n Wichtig damit es die vorgegebenen Farben anzeigt <----------------\/\/\nplotOptions: {\n            series: {\n                colorByPoint: true\n                \n            }},\n\/\/------------------------------------------------------------------------------------\/\/\n           \n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Kaufkraft',\n            data: [-49,-43,-29,-21,-20,-15,-15,-9,-9,-7,2,4,6,11,41,44,107],\n      colors: ['#d2d803', '#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#d2d803','#e84066'],      \nplotOptions: {\n            series: {\n                colorByPoint: true\n                \n            }}\n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n<p><span class=\"text__legend\">Anmerkung: Zahlen 2015.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: GfK, eigene Berechnungen \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<p>In einem freien Markt ist eine solche Marktsegmentierung jedoch nicht ohne Weiteres m\u00f6glich. In der \u00f6konomischen Theorie existiert das Gesetz des einheitlichen Preises (\u00ablaw of one price\u00bb). Hierbei handelt es sich um ein volkswirtschaftliches Konzept mit grosser empirischer Relevanz. Dieses besagt: Auf einem vollkommenen Markt muss ein Gut einen einheitlichen Preis aufweisen \u2013 sofern dieses Gut transportier- und handelbar ist und gut gelagert werden kann. Denn: Ein nicht einheitlicher Preis w\u00fcrde Unternehmen die M\u00f6glichkeit bieten, Gewinne zu erzielen, indem sie ein Produkt g\u00fcnstig einkaufen und teurer verkaufen. Infolge der ausgleichenden Wirkung dieser Arbitrage reduzierten sich die Preisunterschiede.<\/p>\n<p>Dass dieses Konzept nicht nur Theorie ist, sondern auch in der Praxis eine grosse Bedeutung hat, zeigt beispielsweise der Aktienmarkt. So werden beispielsweise die Aktien von globalen Firmen weltweit an verschiedenen B\u00f6rsen gehandelt. Arbitrage f\u00fchrt dazu, dass der Preis f\u00fcr die Aktie eines solchen Unternehmens praktisch \u00fcberall gleich ist.<\/p>\n<h2><strong>Parallelimporte wirken<\/strong><\/h2>\n<p>Was bedeutet dies nun f\u00fcr die Hochpreisinsel? In der Tendenz ist auch f\u00fcr die Schweiz klar: G\u00fcter und Dienstleitungen, welche gut handelbar sind, haben geringere Preisunterschiede als nicht handelbare. In dem Zusammenhang spielt der Kanal der Parallelimporte, welcher Arbitrage oft erst erm\u00f6glicht, eine wichtige Rolle: Dank Parallelimporten k\u00f6nnen Unternehmen Waren im Ausland g\u00fcnstig einkaufen und in der Schweiz unterhalb des aktuellen Preises verkaufen. Diese Marktkr\u00e4fte \u2013 sofern sie sich entfalten k\u00f6nnen \u2013 tragen somit automatisch zum Abbau der Hochpreisinsel bei.<\/p>\n<p>Der entscheidende Faktor f\u00fcr die hohen Preise in der Schweiz ist somit die Handelbarkeit von G\u00fctern und Dienstleistungen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Heute gibt es in der Schweiz jedoch nach wie vor zahlreiche Handelshemmnisse, welche die Handelbarkeit von Waren und Diensten erschweren, den Schweizer Markt abschotten und somit f\u00fcr hohe Preise sorgen. Ausserdem ist das Ausnutzen von Preisunterschieden auch darum nicht immer m\u00f6glich, da teilweise hohe Transportkosten bestehen und gewisse Produkte aufgrund ihrer Natur nicht oder nur beschr\u00e4nkt handelbar sind \u2013 etwa Dienstleistungen wie ein Haarschnitt oder ein Kinobesuch.<\/p>\n<h2><strong>Zollschranken verteuern Produkte<\/strong><\/h2>\n<p>Aufgrund der relativ tiefen Mehrwertsteuer h\u00e4tte die Schweiz auf Stufe Konsumentenpreise eigentlich einen Kostenvorteil gegen\u00fcber den Nachbarl\u00e4ndern (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Dieser wird jedoch durch verschiedene Faktoren \u2013 und deren Wechselwirkungen \u2013 \u00fcberlagert: Zun\u00e4chst behindern Z\u00f6lle und Zollformalit\u00e4ten den Handel. Dies verursacht Kosten bei den Unternehmen und tr\u00e4gt in erheblicher Weise zur Segmentierung des Schweizer Marktes bei.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Ursachen <\/strong><strong>f\u00fcr die hohen Preise in der Schweiz (Schema)<\/strong><\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/03\/Jaeggi_Langenegger_DE_2.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-49947\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2016\/03\/Jaeggi_Langenegger_DE_2.png\" alt=\"Jaeggi_Langenegger_DE_2\" width=\"1628\" height=\"724\" \/><\/a><\/p>\n<p><span class=\"text__legend\">Anmerkung: stilisiertes Beispiel. Die im Schema aufgef\u00fchrten Ursachen sowie die Preisunterschiede sind nicht bei jedem Produkt (im gleichen Ausmass) vorhanden. Die H\u00f6he der Balken ist fiktiv.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Darstellung \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<p>Besonders hoch ist der Grenzschutz im Agrarsektor, wo der durchschnittliche Zollsatz \u00fcber 30 Prozent<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>\u00a0betr\u00e4gt. In der Debatte rund um die Hochpreisinsel ist der Agrarbereich besonders relevant. Denn: Tiefere Lebensmittelpreise w\u00e4ren in erster Linie durch substanzielle Konzessionen beim Grenzschutz zu erreichen. Bei Industrieg\u00fctern hingegen ist der durchschnittliche Einfuhrzoll mit etwas mehr als 2 Prozent<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>\u00a0vergleichsweise unbedeutend. Dennoch w\u00fcrde eine komplette Zollaufhebung das Einfuhrverfahren f\u00fcr viele Industrieprodukte vereinfachen und so die administrativen Kosten der Unternehmen senken.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Bei den Zollverfahren bestehen weitere Optimierungsm\u00f6glichkeiten: Dazu geh\u00f6ren die flexible Wahl der Grenz\u00fcbergangsstelle, ein Internetportal f\u00fcr die vereinfachte Zollanmeldung oder eine vereinfachte Erhebung der Mehrwertsteuer beim Import von Waren.<\/p>\n<p>Neben Z\u00f6llen und Zollverfahren behindern auch technische Handelshemmnisse die Handelbarkeit von G\u00fctern. Das im Jahr 2010 eingef\u00fchrte Cassis-de-Dijon-Prinzip<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>\u00a0wurde durch etliche Ausnahmen (z. B. abweichende Deklarationsvorschriften im Lebensmittelbereich), die Bewilligungspflicht bei Lebensmitteln sowie weiterhin bestehende Zulassungsverfahren f\u00fcr diverse G\u00fcterkategorien (z. B. Arzneimittel, Futtermittel, Pflanzenschutzmittel, Biozidprodukte) stark verw\u00e4ssert. Diese vom Gesetzgeber bewusst akzeptierten Abweichungen im technischen Recht und die speziellen Einfuhrverfahren stehen im Konflikt mit der Forderung nach tieferen Preisen in der Schweiz. Soll die Handelbarkeit dieser G\u00fcter erh\u00f6ht werden, m\u00fcsste der Ausnahmenkatalog zum Cassis-de-Dijon-Prinzip erheblich gestrafft werden. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnten L\u00f6sungen erarbeitet werden, wonach ausl\u00e4ndische Marktzulassungen in der Schweiz vermehrt anerkannt werden.<\/p>\n<h2><strong>Kosten f\u00fcr Schweizer Unternehmen h\u00f6her<\/strong><\/h2>\n<p>Neben den beschriebenen Handelsbarrieren haben viele Unternehmen in der Schweiz h\u00f6here Kosten zu tragen als vergleichbare Firmen im umliegenden Ausland. Beispiele sind relativ hohe Kosten f\u00fcr Arbeit, Mieten\/Immobilienpreise sowie h\u00f6here Preise f\u00fcr in den Produktionsprozess eingehende G\u00fcter (Inputg\u00fcter) bzw. Vorleistungen.<\/p>\n<p>Eine Senkung der L\u00f6hne d\u00fcrfte von niemandem ernsthaft gefordert werden und ist deshalb keine valable L\u00f6sung zur Bek\u00e4mpfung der hohen Preise. Spielraum besteht jedoch bei anderen Vorleistungen und Inputg\u00fctern: So scheinen h\u00f6here Einstandspreise beim Wareneinkauf eine wesentliche Ursache der relativ hohen Preise im Detailhandel zu sein.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>\u00a0Dies widerspiegelt jedoch wiederum das erw\u00e4hnte Zusammenspiel von Handelshemmnissen, hohen Kosten und Preisdiskriminierung.<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor der relativ hohen Kosten in der Schweiz ist der mangelnde Wettbewerb in verschiedenen Bereichen des Binnenmarktes.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>\u00a0Dazu geh\u00f6ren etwa Netzwerkindustrien wie Telekommunikation, Energie oder die freien Berufe (z. B. Notare). Hier k\u00f6nnten weitere Liberalisierungsschritte zu tieferen Preisen f\u00fchren.<\/p>\n<h2><strong>Hohe Margen dank Marktmacht <\/strong><\/h2>\n<p>Neben Kaufkraft- und Kosten\u00fcberlegungen st\u00fctzen sich Anbieter bei der Preisfestsetzung auch auf die Konkurrenzsituation in den jeweiligen M\u00e4rkten.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>\u00a0Tendenziell sinkt die Marktmacht bzw. der Preissetzungsspielraum eines Unternehmens, je mehr Anbieter auf einem Markt t\u00e4tig sind.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>\u00a0Marktmacht bzw. Preissetzungsspielraum f\u00fchrt in der Regel zu erh\u00f6hten Margen und kann \u2013 vom (ausl\u00e4ndischen oder inl\u00e4ndischen) Hersteller \u00fcber den Importeur\/Grosshandel bis hin zum Detailh\u00e4ndler \u2013 auf verschiedenen Stufen vorhanden sein. Die Wettbewerbssituation auf den infrage stehenden M\u00e4rkten muss deshalb bei der Erkl\u00e4rung der hohen Schweizer Preise mitber\u00fccksichtigt werden. Wichtig in dem Zusammenhang ist wiederum die Wechselwirkung mit den Handelshemmnissen: Durch g\u00fcnstigere (Parallel-)Importe k\u00f6nnte der Wettbewerbsdruck im Inland weiter erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Auch private Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen den Handel behindern (insbesondere Gebietsschutzabreden). Deshalb ist die strikte Anwendung des geltenden Kartellgesetzes zentral. Zu erw\u00e4hnen ist: Das Parlament hat 2014 nach teilweise kontroversen Diskussionen entschieden, auf eine Revision des Kartellgesetzes zu verzichten. Mit dem Scheitern der Revision hat es der Gesetzgeber auch verpasst, die relativ durchl\u00e4ssige Fusionskontrolle zu modernisieren: Die Einf\u00fchrung des auch von der EU angewandten \u00abSignificant Impediment to Effective Competition\u00bb-Tests (SIEC) h\u00e4tte es der Wettbewerbskommission (Weko) erlaubt, in Einzelf\u00e4llen auch dann zu intervenieren, wenn eine erhebliche Behinderung des Wettbewerbs vorliegt, ohne dass eine marktbeherrschende Stellung begr\u00fcndet oder verst\u00e4rkt wird. Dies k\u00f6nnte dazu beitragen, dass weniger sehr marktm\u00e4chtige Unternehmen entstehen, was sich wiederum positiv auf das Wettbewerbsumfeld in der Schweiz auswirken d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Zum Schluss \u2013 und hier schliesst sich der Kreis \u2013 spielt auch die Nachfrageseite eine wichtige Rolle bei der Ursachenforschung nach den hohen Preisen in der Schweiz. Wie einleitend dargestellt, schaffen die hohen Einkommen bzw. die (trotz Hochpreisinsel) hohe Kaufkraft \u00fcberhaupt erst die Anreize, die Preise zulasten von Schweizer Abnehmern zu differenzieren.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von den Bestrebungen, die hohen Preise in der Schweiz zu bek\u00e4mpfen, muss beachtet werden, dass gewisse Preisunterschiede zum umliegenden Ausland aufgrund von Kostenunterschieden sowie einer anderen Wettbewerbs- und Nachfragesituation bestehen bleiben d\u00fcrften. Dies legt zumindest die Situation in der EU nahe, wo trotz gemeinsamem Binnenmarkt teilweise grosse Preisdifferenzen zwischen den Mitgliedstaaten weiter bestehen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">EU-Mitgliedsstaaten vor der Osterweiterung im Jahr 2004.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">BFS \/ Eurostat PPP Preislevelindex (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. dazu auch Stefan B\u00fchler, Kartellrechtsreform auf der Hochpreisinsel \u2013 ein ambitioniertes Unterfangen, in: Die Volkswirtschaft, 8-9\/2015, S. 52f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Vgl. WTO Trade Policy Review Switzerland 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Vgl. WTO Trade Policy Review Switzerland 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Insbesondere, weil f\u00fcr G\u00fcter, welche zum Endverbrauch in die Schweiz importiert werden (Konsum- und Investitionsg\u00fcter), keine Ursprungsnachweise mehr notwendig w\u00e4ren, um von einem pr\u00e4ferenziellen Zoll im Rahmen eines Freihandelsabkommens profitieren zu k\u00f6nnen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Demnach k\u00f6nnen Produkte, die in der EU bzw. im EWR rechtm\u00e4ssig in Verkehr sind, grunds\u00e4tzlich auch in der Schweiz ohne vorg\u00e4ngige Kontrollen frei zirkulieren.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Vgl. BAK Basel, Kosten, Preise, Performance. Der Schweizer Detailhandel im internationalen Vergleich, 2010. Studie im Auftrag der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Vgl. WBF\/Seco, Grundlagen f\u00fcr die neue Wachstumspolitik, November 2013, S. 100ff.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Vgl. Mathias Zurlinden: Preissetzungsverhalten von Unternehmen: Auswertung einer Umfrage der Delegierten f\u00fcr regionale Wirtschaftskontakte, Schweizerische Nationalbank SNB, Quartalsheft 1 \/ 2007.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Vgl. dazu z. B. Massimo Motta, Competition Policy in Theory and Practice, 2004, S. 39 ff. und 231 ff.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor \u00fcber einem Jahr hat die Schweizerische Nationalbank die Wechselkursuntergrenze aufgehoben. 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