{"id":113956,"date":"2016-03-22T10:55:38","date_gmt":"2016-03-22T10:55:38","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/03\/tendances-conjoncturelles-printemps-2016\/"},"modified":"2023-08-23T23:10:47","modified_gmt":"2023-08-23T21:10:47","slug":"konjunkturtendenzen-fruehjahr-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/03\/konjunkturtendenzen-fruehjahr-2016\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Fr\u00fchjahr 2016"},"content":{"rendered":"<h2>Weltkonjunktur<\/h2>\n<p>Die Dynamik der Weltkonjunktur liess im 4. Quartal 2015 etwas nach. Grosse rohstoffexportierende Schwellenl\u00e4nder, wie etwa Russland und Brasilien, litten unter der anhaltend tiefen Preisen von Erd\u00f6l und anderen Rohstoffen. Bef\u00fcrchtungen, China k\u00f6nne einen abrupten konjunkturellen Einbruch erleiden, haben sich allerdings nicht best\u00e4tigt. Eine Reihe Industriel\u00e4nder, insbesondere Japan und die USA, haben f\u00fcr das Schlussquartal 2015 entt\u00e4uschende Zahlen pr\u00e4sentiert. Der Euroraum konnte sein moderates Wachstumstempo immerhin beibehalten.<\/p>\n<h2>Schweizer Wirtschaft<\/h2>\n<p>Die Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze Anfang 2015 hat die Schweizer Wirtschaft hart getroffen. Die bef\u00fcrchtete Rezession ist zwar ausgeblieben, doch mit einer Wachstumsrate von 0,9% f\u00fcr das Gesamtjahr 2015 ist eine deutliche Wachstumsverlangsamung eingetreten. Die konjunkturd\u00e4mpfenden Wechselkurseffekte d\u00fcrften im Verlauf von 2016 und 2017 aber sukzessive nachlassen, womit sich die wechselkurssensiblen Bereiche allm\u00e4hlich erholen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Einkaufsmanagerindex (PMI) und das KOF-Konjunkturbarometer, die sich im Februar 2016 verbessert haben, sind positive Signale f\u00fcr die Schweizer Konjunktur. Die anderen kurzfristigen Stimmungsindikatoren (namentlich die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der KOF in der Industrie und die Konsumentenstimmung), die monatlich oder viertelj\u00e4hrlich zur Verf\u00fcgung stehen, verharrten bis Anfang 2016 insgesamt auf tiefem Niveau und zeigten noch keine Anzeichen einer Erholung.<\/p>\n<p>Angesichts der nur m\u00e4ssigen weltwirtschaftlichen Dynamik ist nicht mit einer schnellen und kr\u00e4ftigen Wachstumsbelebung der Schweizer Wirtschaft in den kommenden Quartalen zu rechnen. Die Expertengruppe des Bundes prognostiziert einen graduellen Anstieg des Schweizer BIP um 1,4% f\u00fcr 2016 (Prognose vom Dezember 2015: 1,5%) und um 1,8% f\u00fcr 2017 (Prognose vom Dezember 2015: 1,9%).<\/p>\n<p>Die Anzahl Arbeitsloser ist seit Anfang 2015 (saisonbereinigt) monatlich um rund 1\ua78c000 Personen gestiegen. Im Februar 2016 waren in der Schweiz (saisonbereinigt) etwa 150\ua78c000 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren registriert, was einer Arbeitslosenquote von 3,4% entspricht. Die Expertengruppe rechnet f\u00fcr die kommenden Monate mit einer weiteren Zunahme der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl und erst f\u00fcr 2017 mit einem leichten R\u00fcckgang. Im Jahresdurchschnitt d\u00fcrfte die Arbeitslosenquote 2016 bei 3,6% und 2017 bei 3,5% liegen.<\/p>\n<p>Seit mehreren Quartalen sinken in der Schweiz die Konsumentenpreise, was allerdings nicht nur auf den R\u00fcckgang der \u00d6lpreise zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Denn auch der Landesindex der Konsumentenpreise ohne Energie und Saisonprodukte entwickelte sich 2015 stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Im Februar 2016 lag dieser Indikator f\u00fcr die Kerninflation im Vorjahresvergleich bei -0,5%. Diese Entwicklung widerspiegelt in erster Linie die Auswirkungen der Frankenaufwertung, die dazu gef\u00fchrt hat, dass importierte Produkte billiger wurden. Gem\u00e4ss der Expertengruppe d\u00fcrfte die negative Entwicklung der Konsumentenpreise 2016 weitergehen, mit einer Jahresinflation von durchschnittlich -0,6%. F\u00fcr 2017 wird wieder ein leichtes Plus von 0,2% erwartet.<\/p>\n<h2>Risiken<\/h2>\n<p>Bislang hat sich die Konjunkturentwicklung in den USA und Europa, insbesondere in Deutschland und der Schweiz, gegen\u00fcber dem nachlassenden Momentum des Welthandels und der angespannten Lage in mehreren Schwellenl\u00e4ndern als resistent erwiesen. Ein \u00dcberschwappen der Probleme \u2013 sei dies \u00fcber den Aussenhandel oder \u00fcber die Finanzkan\u00e4le \u2013 ist jedoch nicht auszuschliessen und stellt derzeit ein Konjunkturrisiko dar.<\/p>\n<p>Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Fl\u00fcchtlingskrise, mit der Kontinentaleuropa zurzeit konfrontiert ist. Die politischen Schwierigkeiten, in der EU eine gemeinsame und dauerhafte L\u00f6sung zu finden, k\u00f6nnte zu einer erh\u00f6hten wirtschaftlichen Verunsicherung beitragen und etwa das Investitionsklima in Europa belasten. Des Weiteren erh\u00f6ht der m\u00f6gliche Austritt von Grossbritannien aus der Union (\u201eBrexit\u201c) die Unsicherheit \u00fcber die politische und wirtschaftliche Stabilit\u00e4t der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltkonjunktur Die Dynamik der Weltkonjunktur liess im 4. Quartal 2015 etwas nach. Grosse rohstoffexportierende Schwellenl\u00e4nder, wie etwa Russland und Brasilien, litten unter der anhaltend tiefen Preisen von Erd\u00f6l und anderen Rohstoffen. Bef\u00fcrchtungen, China k\u00f6nne einen abrupten konjunkturellen Einbruch erleiden, haben sich allerdings nicht best\u00e4tigt. 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