{"id":114031,"date":"2016-02-24T16:06:04","date_gmt":"2016-02-24T16:06:04","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/02\/lehmann-03-2016-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:10:48","modified_gmt":"2023-08-23T21:10:48","slug":"lehmann-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/02\/lehmann-2-2\/","title":{"rendered":"Exportunternehmen setzen auf Swissness"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat bei Konsumenten im Ausland einen guten Ruf. Sie wird mit Schokolade, K\u00e4se, Uhren, Banken und Bergen assoziiert und steht f\u00fcr eine sch\u00f6ne Landschaft, hohe Lebensqualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit, Vertrauensw\u00fcrdigkeit und Sauberkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnternehmen nutzen dieses positive Image, indem sie den Begriff Schweiz in ihren Namen einbauen. Sie integrieren das Schweizer Kreuz in ihr Logo und w\u00e4hlen f\u00fcr ihre Marke Symbolbilder wie das Matterhorn. Beispiele daf\u00fcr sind die Fluggesellschaft Swiss, der Messerhersteller Victorinox und die Schokoladenmarke Toblerone.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin solches Co-Branding zwischen der Marke des Produktes und der Marke Schweiz generiert einen Mehrwert, wenn die Produkteigenschaften und die Merkmale der Marke Schweiz gut harmonieren.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0So sind ausl\u00e4ndische Konsumenten bereit, f\u00fcr Schweizer Schokolade einen Aufpreis von nahezu einem Drittel zu zahlen. Bei Uhren erh\u00f6ht die \u00abSwissness\u00bb die Zahlungsbereitschaft um 43 Prozent, bei Kosmetika um 14 Prozent und bei Computerzubeh\u00f6r um 7 Prozent im Vergleich zu Produkten ohne Herkunftsangabe.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der internationalen Vermarktung von Produkten spielt das Herkunftsland eine bedeutende Rolle.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>\u00a0W\u00e4hrend Schweizer Unternehmen vor zehn Jahren noch bef\u00fcrchteten, als r\u00fcckst\u00e4ndig und provinziell wahrgenommen zu werden, liegen Produkte mit der Herkunftsbezeichnung Schweiz im Trend. So vervierfachte sich die Zahl der beim Eidgen\u00f6ssischen Institut f\u00fcr Geistiges Eigentum (IGE) eingegangenen Neuanmeldungen von Marken mit dem Co-Brand \u00abSwiss\u00bb in der ersten Dekade des Jahrtausends auf rund 5700 im Jahr 2010.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Marke Schweiz wird aber nicht nur genutzt, sie wird auch missbraucht. So warb ein Kosmetikahersteller f\u00fcr seine Produkte mit einer angeblichen Schweizer Herkunft, obwohl die zur Herstellung verwendeten Rohstoffe aus dem Ausland stammten und die Produkte in Frankreich produziert wurden. Eine Bank bezeichnete sich als schweizerisch, obwohl sich der Schweizer Anteil auf drei in der Schweiz domizilierte Briefkastenfirmen und die Kapitalgeber beschr\u00e4nkte.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Einheimische Rohstoffe verlangt <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSolche Missbr\u00e4uche waren der Anlass f\u00fcr zwei parlamentarische Vorst\u00f6sse zum Schutz der Marke Schweiz im Jahr 2006. Daraus resultierte zum einen das revidierte Wappenschutzgesetz, welches die Verwendung des Schweizer Wappens und anderer \u00f6ffentlicher Zeichen regelt.\u00a0 Zum andern h\u00e4lt das revidierte Markenschutzgesetz fest, wann ein Produkt oder eine Dienstleistung mit der Herkunftsbezeichnung Schweiz werben darf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSo k\u00f6nnen Lebensmittel neu nur noch dann mit dem Schweizer Kreuz versehen werden, wenn der wesentliche Produktionsschritt in der Schweiz stattfindet und die Rohstoffe zu mindestens 80 Prozent aus der Schweiz kommen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>\u00a0Industrieprodukte d\u00fcrfen mit der Marke Schweiz gekennzeichnet werden, wenn die Herstellkosten zu 60 Prozent und der wesentliche Produktionsschritt in der Schweiz anfallen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>\u00a0Dienstleistungen k\u00f6nnen unter dem Schweizer Kreuz angeboten werden, wenn der Sitz und das Verwaltungszentrum des Unternehmens in der Schweiz angesiedelt sind und die gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Person einen Schweizer Pass oder Wohnsitz hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas revidierte Marken- und Wappenschutzgesetz wurde vom Parlament im Juni 2013 verabschiedet und tritt Anfang 2017 in Kraft. F\u00fcr international t\u00e4tige Schweizer Unternehmen ver\u00e4ndern sich dadurch die Rahmenbedingungen massgeblich. So m\u00fcssen sie pr\u00fcfen, inwieweit sie die neuen Bedingungen des Swissness-Gesetzes erf\u00fcllen und welche Ver\u00e4nderungen im Rahmen von Einkauf und Produktion n\u00f6tig werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Swissness im Marketing beliebt&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur hat im Auftrag der Exportf\u00f6rderungsorganisation Switzerland Global Enterprise untersucht, welche Bedeutung die Herkunftsbezeichnung f\u00fcr international t\u00e4tige Schweizer Unternehmen hat. Die Unternehmen wurden befragt, ob ihre Produkte den Anforderungen des Swissness-Gesetzes gen\u00fcgen und ob sie Unterst\u00fctzung bei der Umsetzung der Gesetzgebung ben\u00f6tigen (zum Design der Studie siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDabei zeigt sich: 72 Prozent der befragten Unternehmen verwenden die Herkunftsbezeichnung im Marketing. Die gr\u00f6sste Bedeutung scheint \u00abSwissness\u00bb bei den Lebensmitteln zu haben, wo 83 Prozent der Unternehmen angaben, dass sie darauf hinweisen. Im industriellen Sektor tun dies 74 Prozent und im Bereich der Dienstleistungen 56 Prozent (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: <strong>Unternehmen, die Swissness im Marketing verwenden&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"lehmann_1_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#lehmann_1_de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'bar'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        \n        xAxis: {\n            categories: [ 'Dienstleistungen', 'Lebensmittel', 'Industrieprodukte'],\n            title: {\n                text: null\n            }\n        },\n        yAxis: {\n            min: 0,\n            title: {\n                text: ''\n            },\n labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n          \n        },\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n        plotOptions: {\n            bar: {\n                dataLabels: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n        \n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Ja',\n            data: [56, 83, 75],\ncolor: \"#d2d803\"\n        }, {\n            name: 'Nein',\n            data: [ 43, 17, 25]\n        }]\n    });\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anzahl befragte Unternehmen = 197 <\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: HTW Chur \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSwissness wird von den meisten Unternehmen verbal und bildhaft hergestellt: Der Begriff Schweiz erscheint im Namen oder in Slogans und wird durch die Abbildung des Schweizer Kreuzes oder durch Bilder, die einen Bezug zur Schweiz aufweisen, zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie M\u00f6glichkeit zur Auszeichnung einzelner Wertaktivit\u00e4ten als schweizerisch (\u00abdesigned in Switzerland\u00bb usw.) wird von den Firmen jedoch kaum genutzt. Lediglich 5 Prozent der Industrie- und 13 Prozent der Dienstleistungsunternehmen gaben an, eine solche Kennzeichnung zu verwenden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMehr als jedes vierte Unternehmen verzichtet auf eine Herkunftsbezeichnung. Als Gr\u00fcnde daf\u00fcr gaben die Befragten an, Swissness stelle keinen Mehrwert dar (15%) oder die Produkte w\u00fcrden nicht in der Schweiz hergestellt (31%).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzlich zeigen die Analysen, dass der Bezug zur Schweiz f\u00fcr innovative Unternehmen eine signifikant kleinere Bedeutung aufweist und seltener verwendet wird als f\u00fcr weniger innovative Betriebe. Dies deckt sich mit dem Ergebnis einer Studie der Universit\u00e4t St. Gallen und des Beratungsunternehmens HTP zur Marke Schweiz, wonach das Land von Konsumenten bez\u00fcglich Technologie und Innovation nicht als f\u00fchrend wahrgenommen wird.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gut unterwegs <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Branchen sind unterschiedlich auf die Gesetzes\u00e4nderung vorbereitet. In der Lebensmittelsparte erf\u00fcllen nur 17 Prozent der befragten Unternehmen die Anforderung, dass mindestens 80 Prozent der verwendeten Rohstoffe aus der Schweiz stammen. Das Kriterium, dass der wesentliche Produktionsschritt in der Schweiz stattfindet, halten dagegen fast alle (96%) ein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Industrie erf\u00fcllen 72 Prozent das Kriterium bez\u00fcglich der Herstellungskosten. Den Swissness-Vorschriften zur Produktion kommen 82 Prozent der befragten Industriefirmen nach (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Dabei zeigt sich: Kleine und mittlere Unternehmen erf\u00fcllen diese Vorgaben deutlich besser als Grossunternehmen. Dienstleistungsbetriebe scheinen den Anforderungen am besten zu gen\u00fcgen: 93 Prozent der befragten Dienstleister haben den Firmensitz und das Verwaltungszentrum in der Schweiz.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Erf\u00fcllung der Swissness-Kriterien in der Industrie&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"lehmann_2_de\"><\/div>\n<script>\n\n$(function () {\n    $('#lehmann_2_de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'bar'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        \n        xAxis: {\n            categories: [ 'Herstellungskosten mind.<br> 60 Prozent in der Schweiz', 'wesentlicher Produktionsschritt<br> in der Schweiz'],\n            title: {\n                text: null\n            }\n        },\n        yAxis: {\n            min: 0,\n            title: {\n                text: ''\n            },\n labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n          \n        },\n        tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n        plotOptions: {\n            bar: {\n                dataLabels: {\n                    enabled: false\n                }\n            }\n        },\n        \n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Ja',\n            data: [72, 82],\ncolor: \"#d2d803\"\n        }, {\n            name: 'Nein',\n            data: [ 28, 18]\n        }]\n    });\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anzahl befragte Unternehmen = 118 <\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: HTW Chur \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Mehrheit der befragten Firmen hat zwar eine Vorstellung davon, was Anfang 2017 auf sie zukommt. Der Informationsstand k\u00f6nnte aber besser sein: Lediglich 2 Prozent der befragten Firmen geben an, sehr gut orientiert zu sein (siehe <em>Abbildung 3<\/em>). 46 Prozent der Unternehmen ben\u00f6tigen bei der Umsetzung Unterst\u00fctzung. Dabei w\u00fcnscht mehr als die H\u00e4lfte aller Befragten eine Beratung durch Experten, ein F\u00fcnftel bevorzugt einen vermehrten Austausch mit anderen Unternehmen innerhalb der gleichen Branche, 10 Prozent m\u00f6chten eine Hotline, wo sie Fragen zum Swissness-Gesetz stellen k\u00f6nnen, und 2 Prozent erhoffen sich Musterdokumente, die ihnen bei der Analyse des Erf\u00fcllungsgrades des Swissness-Gesetzes helfen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 3: Informationsstand der Unternehmen bez\u00fcglich des Swissness-Gesetzes<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"lehmann_3_de\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n\n    $(document).ready(function () {\n\n        \/\/ Build the chart\n        $('#lehmann_3_de').highcharts({\n            chart: {\n               \n                type: 'pie'\n            },\n            title: {\n                text: ''\n            },\n            tooltip: {\n                pointFormat: '{series.name}: <b>{point.percentage:.1f}%<\/b>'\n            },\n            plotOptions: {\n                pie: {\n                    allowPointSelect: true,\n                    cursor: 'pointer',\n                    dataLabels: {\n                        enabled: false\n                    },\n                    showInLegend: true\n                }\n            },\n            series: [{\n                name: '',\n                colorByPoint: true,\n                data: [{\n                    name: 'sehr gut',\n                    y: 2,\ncolor: '#37a932'\n                }, {\n                    name: 'gut',\n                    y: 31,\ncolor: '#d2d803'\n\n\n                   \n                }, {\n                    name: 'gen\u00fcgend',\n                    y: 48,\ncolor: '#88c0d3'\n\n                }, {\n                    name: 'ungen\u00fcgend',\n                    y: 19,\ncolor: '#e84066'\n\n                }\n                ]\n            }]\n        });\n    });\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anzahl befragte Unternehmen = 182 <\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: HTW Chur \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Lebensmittelhersteller vor grossen Herausforderungen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt zeigt die Studie: Swissness hat f\u00fcr international t\u00e4tige Schweizer Unternehmen eine grosse Bedeutung. In ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten scheint das positive Image der Schweiz die Wertsch\u00e4tzung der Produkte zu erh\u00f6hen. Einzig innovative und technologieorientierte Unternehmen verm\u00f6gen weniger vom Schweizer Image zu profitieren, da die Schweiz im Vergleich zu anderen Industriel\u00e4ndern \u2013 trotz entgegengesetzten Experteneinsch\u00e4tzungen<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> \u2013 von Konsumenten als weniger innovativ eingestuft wird. Der Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte darin liegen, dass innovative, forschungsintensive Schweizer Unternehmen beispielsweise aus der Pharmabranche ihre Schweizer Herkunft nicht betonen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Einschr\u00e4nkend muss jedoch angemerkt werden: Der Innovationsgrad wurde durch den Umsatzanteil von Produkten mit einer Lebensdauer von weniger als drei Jahren gemessen. Dieses Kriterium repr\u00e4sentiert die Innovativit\u00e4t von Unternehmen in Branchen mit l\u00e4ngeren Produktlebenszyklen nicht optimal.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie gr\u00f6sste Herausforderung aus der Swissness-Gesetzgebung scheint f\u00fcr die Hersteller von Lebensmitteln zu entstehen, da viele von ihnen die Rohstoffanforderungen des Gesetzes nicht erf\u00fcllen. Die Unternehmen m\u00fcssen pr\u00fcfen, inwieweit die Ausnahmeregelungen bez\u00fcglich der Herkunft von Rohstoffen f\u00fcr sie relevant sind und welche Anpassungen im Bereich der Beschaffung und Produktion n\u00f6tig werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts der hohen Bedeutung der Herkunftsbezeichnung und des baldigen Inkrafttretens der Gesetzgebung ist der Informationsstand der international t\u00e4tigen Schweizer Unternehmen relativ tief. Es scheint deshalb wichtig, dass die Unternehmen differenziert \u00fcber die neue Gesetzgebung orientiert werden und Erfahrungen austauschen k\u00f6nnen. N\u00fctzlich w\u00e4ren zudem Instrumente zur Einsch\u00e4tzung des unternehmensspezifischen Erf\u00fcllungsgrades der neuen Gesetzgebung und Methoden zur Anpassung der Wertsch\u00f6pfungskette im Sinne eines \u00f6konomisch bewussten Entscheides f\u00fcr oder gegen Swissness.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Bruhn, Schwarz und Batt (2011), S. 153.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Feige et al. (2013), S. 42.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Pharr (2005), S. 34.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Feige et al. (2013), S. 73.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Ausnahmen f\u00fcr Milch und Rohstoffe, die in der Schweiz nicht oder nicht in gen\u00fcgender Menge hergestellt werden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Ausnahmen f\u00fcr Rohstoffe wie oben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Feige et al. (2013), S. 14.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Schwab und Sala-i-Martin (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Feige et al. (2013), S. 14.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat bei Konsumenten im Ausland einen guten Ruf. Sie wird mit Schokolade, K\u00e4se, Uhren, Banken und Bergen assoziiert und steht f\u00fcr eine sch\u00f6ne Landschaft, hohe Lebensqualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit, Vertrauensw\u00fcrdigkeit und Sauberkeit.&#13; &#13; Unternehmen nutzen dieses positive Image, indem sie den Begriff Schweiz in ihren Namen einbauen. Sie integrieren das Schweizer Kreuz in ihr Logo [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2742,"featured_media":30527,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":2742,"seco_co_author":[4350,4351,4352,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Professor f\u00fcr internationales Management, Schweizerisches Institut f\u00fcr Entrepreneurship, Fachhochschule Graub\u00fcnden, Chur","seco_author_post_occupation_fr":"Professeur de gestion internationale \u00e0 l\u2019Institut suisse d\u2019entrepreneuriat (Sife), Haute \u00e9cole sp\u00e9cialis\u00e9e des Grisons (FHGR), Coire","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4350,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Master-Student Business Administration, Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur","seco_co_author_post_occupation_fr":"\u00c9tudiant master en gestion, Haute \u00e9cole de technique et d'\u00e9conomie de Coire"},{"seco_co_author":4351,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Master-Student Business Administration, Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur","seco_co_author_post_occupation_fr":"\u00c9tudiant master en gestion, Haute \u00e9cole de technique et d'\u00e9conomie de Coire"},{"seco_co_author":4352,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Zentrum f\u00fcr wirtschaftspolitische Forschung, Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft HTW Chur","seco_co_author_post_occupation_fr":"Collaboratrice scientifique, Centre de recherches en politique \u00e9conomique, Haute \u00e9cole technique et \u00e9conomique (HTW) de Coire"}],"short_title":"Exportunternehmen setzen auf Swissness","post_lead":"Unternehmen, die mit der Marke Schweiz werben, haben nur noch wenige Monate Zeit, sich auf das sogenannte Swissness-Gesetz einzustellen. Dieses tritt Anfang 2017 in Kraft. F\u00fcr viele Exporteure ist die Werbung mit dem Schweizer Kreuz zentral.","post_hero_image_description":"F\u00fcr die Lebensmittelbranche ist der Schweizbezug besonders wichtig. Toblerone-Fabrik in Bern.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>Bruhn M., Schwarz J., Batt, V. (2011). Swissness als Erfolgsfaktor, in: Die Unternehmung, 2011 (2).<\/li>&#13;\n\t<li>Feige, S., Fischer, P., von Matt, D., Reinecke S. (2013). Swissness Worldwide 2013: Image und internationaler Mehrwert der Marke Schweiz, St. Gallen.<\/li>&#13;\n\t<li>Pharr J., Synthesizing Country of Origin Research from the Last Decade (2005). In: Journal of Marketing Theory and Practice, 2005 (Vol. 13, Issue 4).<\/li>&#13;\n\t<li>Schwab K., Sala-i-Martin X. (2014). The Global Competitiveness Report 2014\u20132015, Geneva.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Studiendesign","kasten_box":"Im Juni 2015 hat die Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur 199 international t\u00e4tige Schweizer Unternehmen aus dem Mitgliederverzeichnis von Switzerland Global Enterprise befragt. 15 Prozent der Unternehmen k\u00f6nnen als gross, ein Drittel als mittel und \u00fcber die H\u00e4lfte als klein eingestuft werden. 52 Prozent der befragten Firmen stammen aus dem industriellen Sektor, 23 Prozent aus dem terti\u00e4ren, 13 Prozent aus dem Lebensmittelbereich und 12 Prozent aus anderen Wirtschaftsbereichen. Die Unternehmen erhielten einen elektronischen Fragebogen, welcher in einem ersten Teil Fragen zur Gr\u00f6sse, zur Branche und zum Innovationsgrad (gemessen als Umsatzanteil von Produkten, die j\u00fcnger als drei Jahre sind) enthielt. Im zweiten Teil wurden sie aufgefordert, anzugeben, ob und allenfalls in welcher Form sie \u00abSwissness\u00bb im Marketing verwenden. Im dritten Teil mussten die Firmen einsch\u00e4tzen, inwieweit sie die vom Swissness-Gesetz vorgegebenen Anforderungen erf\u00fcllen. Im letzten Teil des Fragebogens gaben die Unternehmen an, wie gut sie sich \u00fcber die neue Gesetzgebung informiert f\u00fchlen und welche Art von Unterst\u00fctzung sie f\u00fcr deren Umsetzung ben\u00f6tigen."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":114034,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":114038,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"45914","post_abstract":"Anfang 2017 treten in der Schweiz ein revidiertes Wappenschutzgesetz und ein angepasstes Markenschutzgesetz in Kraft. Diese Gesetze regeln die Verwendung des Schweizer Wappens und definieren Kriterien, die erf\u00fcllt werden m\u00fcssen, um mit der Herkunftsbezeichnung Schweiz werben zu d\u00fcrfen. Eine Studie der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur hat untersucht, welche Bedeutung die Herkunftsbezeichnung f\u00fcr international t\u00e4tige Schweizer Unternehmen hat, wie gut diese den Anforderungen der neuen Gesetzgebung entsprechen und welche Unterst\u00fctzung sie bei deren Umsetzung ben\u00f6tigen. Dabei zeigt sich: W\u00e4hrend Industrie- und Dienstleistungsunternehmen relativ gut aufgestellt sind, herrscht bei vielen Lebensmittelherstellern noch Unklarheit, ob sie weiterhin mit der Marke Schweiz werben d\u00fcrfen. Erstaunlich wenig betroffen vom Swissness-Gesetz scheinen innovative und technologiegetriebene Firmen, da die Herkunftsangabe f\u00fcr sie eine untergeordnete Rolle spielt.","magazine_issue":"20160301","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20160225","original_files":[{"file":114046},{"file":114050}],"external_release_for_author":"20160126","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/566a7e7979b55"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114031"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2742"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=114031"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114031\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126681,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114031\/revisions\/126681"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4352"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4351"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4350"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2742"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=114031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=114031"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=114031"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=114031"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=114031"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=114031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}