{"id":114228,"date":"2016-02-24T15:04:12","date_gmt":"2016-02-24T15:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2016\/02\/schroeter-03-2016-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:00","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:00","slug":"schroeter-03-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2016\/02\/schroeter-03-2016\/","title":{"rendered":"Die Messmethoden des Bundes zur Lohngleichheit sind aussagekr\u00e4ftig"},"content":{"rendered":"<p>Die Messung von geschlechtsspezifischer Lohngleichheit ist momentan ein stark diskutiertes Thema. 2014 reichte der damalige FDP-Nationalrat und heutige St\u00e4nderat Ruedi Noser ein Postulat<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> zur Erhebung der Lohngleichheit und zur Verbesserung der Aussagekraft ein. Damit beauftragte der Nationalrat den Bundesrat, die Analyse zur Lohndiskriminierung des Eidgen\u00f6ssischen B\u00fcros f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) zu \u00fcberpr\u00fcfen und Bericht zu erstatten. Gem\u00e4ss dem Postulat Noser sollte die bisherige Methodik aufgezeigt und auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse aktualisiert werden. In diesem Rahmen sollten zwei Punkte gepr\u00fcft werden: zum einen die Aufnahme zus\u00e4tzlicher Faktoren zur Erkl\u00e4rung von Lohnunterschieden, wie Berufs- oder F\u00fchrungserfahrung, Weiterbildungen, Sprachkenntnisse und der Besch\u00e4ftigungsgrad in der Berufskarriere; zum anderen soll \u00fcberpr\u00fcft werden, ob der aktuell verwendete Mittelwert als Referenz f\u00fcr die Ermittlung der Lohnunterschiede tats\u00e4chlich am geeignetsten ist.&#13;<\/p>\n<h2>Sind die Analysemodelle noch aktuell?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas EBG beauftragte in diesem Zusammenhang das Schweizer Institut f\u00fcr Empirische Wirtschaftsforschung der Universit\u00e4t St. Gallen, gemeinsam mit dem Beratungsb\u00fcro Infras eine unabh\u00e4ngige Expertenstudie<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> zu erstellen. Im Fokus standen drei zentrale Punkte:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>BFS-Analysemodell: Das &#8222;Analysemodell der nationalen Statistik&#8220; des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS). Dieses Modell wird verwendet, um mit Daten der Lohnstrukturerhebung (LSE)\u00a0 eine Spezialauswertung zur Lohngleichheit auf nationaler Ebene zu erstellen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>EBG-Analysemodell: Das &#8222;Standard-Analysemodell des Bundes&#8220;, das vom Eidgen\u00f6ssischen B\u00fcro f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) auf betrieblicher Ebene f\u00fcr Lohngleichheitskontrollen im Beschaffungswesen angewendet.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a><\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Eine repr\u00e4sentative Umfrage zum EBG-Analysemodell bei den Unternehmen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHinsichtlich der beiden Analysemodelle sollte die Studie \u00fcberpr\u00fcfen, ob diese aus wissenschaftlicher Sicht und mit Blick auf den administrativen Aufwand f\u00fcr die Unternehmen und die Verwaltung geeignet sind, um Lohnunterschiede auf nationaler Ebene zu erkl\u00e4ren bzw. Lohndiskriminierungen auf betrieblicher Ebene festzustellen. Dazu wurden die verwendete statistische Methode, die Faktoren, die zur Erkl\u00e4rung oder Rechtfertigung von Lohnunterschieden zwischen Frauen und M\u00e4nnern in die Analysen einbezogen werden, sowie die beim EBG-Analysemodell angewendete Toleranzschwelle von f\u00fcnf Prozent untersucht.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzliche Relevanz erlangen Lohnungleichheiten und Lohndiskriminierung auch in anderer Hinsicht: Der Bundesrat er\u00f6ffnete am 18. November 2015 die Vernehmlassung zur \u00c4nderung des Bundesgesetzes \u00fcber die Gleichstellung von Frau und Mann, des sogenannten Gleichstellungsgesetzes. Gem\u00e4ss diesem Entwurf sollen Arbeitgebende mit 50 oder mehr Mitarbeitenden gesetzlich dazu verpflichtet werden, in ihren Unternehmen alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchzuf\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h2>Zwei Modelle \u2013 zwei Zielsetzungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie zwei in der Studie untersuchten Analysemodelle unterscheiden sich in zahlreichen Aspekten deutlich (siehe <em>Tabelle<\/em>). Hervorzuheben sind hierbei insbesondere die unterschiedlichen Analyseebenen und Zielsetzungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas BFS-Analysemodell f\u00fcr die Spezialauswertung \u00abLohngleichheit\u00bb der LSE analysiert Daten auf nationaler Ebene und zeigt, auf welche Faktoren Lohnunterschiede in welchem Ausmass zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Im Rahmen einer sogenannten Dekompositionsanalyse werden ein durch eine Vielzahl an kontrollierten Einflussfaktoren erkl\u00e4rter sowie ein unerkl\u00e4rter Anteil am Lohnunterschied nach verschiedenen Branchen und Grossregionen ausgewiesen. Diese Analyse nimmt folglich eine erkl\u00e4rende Perspektive ein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas vom EBG verwendete Analysemodell kommt bei den Kontrollen im Beschaffungswesen jeweils auf Ebene einzelner Unternehmen zur Anwendung. Es dient dazu, die Einhaltung der Lohngleichheit zu \u00fcberpr\u00fcfen, und ist darauf ausgerichtet, eine Vermutung systematischer Lohndiskriminierung begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen. Diese Analyse nimmt somit eine rechtfertigende Perspektive ein.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Die Analysemodelle des EBG und des BFS im Vergleich<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 412px;\" width=\"737\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Eidg. B\u00fcro f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Analyseebene<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Unternehmen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Schweizerische Gesamtwirtschaft<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Zweck<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Zur Kontrolle der Lohngleichheit von Firmen, die im \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen einen Auftrag erhalten haben<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Zur Erstellung der Spezialauswertung \u00abLohngleichheit\u00bb basierend auf den Daten der Lohnstrukturerhebung<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Rechtliche Grundlagen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Bundesgesetz \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen&#13;<br \/>\n(B\u00f6B)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Verordnung \u00fcber die Durchf\u00fchrung von statistischen Erhebungen des Bundes<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Vergleichsgruppe<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Alle Arbeitnehmenden eines Unternehmens<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1,7 Millionen Arbeitnehmende aus rund 35\u2019000 Unternehmen verschiedenster Branchen<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Analysemethode<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>OLS-Regressionsanalyse<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>OLS-Regressionsanalyse<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Ber\u00fccksichtigte Faktoren<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Eine begrenzte Anzahl auf ein gesamtes Unternehmen bezogene, standardisierte, objektive, nicht diskriminierende Faktoren<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Eine Vielzahl an objektiven Faktoren mit Bezug auf die gesamte schweizerische Volkswirtschaft<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Toleranzschwelle<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Statistisch signifikant \u00fcber 5 Prozent<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Keine<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Rechtliche Folgen f\u00fcr die Unternehmen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Verschiedene m\u00f6gliche Sanktionen: Konventionalstrafe; Ausschluss aus dem Beschaffungsverfahren; Widerruf des Zuschlags oder K\u00fcndigung des Vertrags<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Keine<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h2>Alternative Methoden f\u00fcr nationale Statistik sind zu pr\u00fcfen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie bislang vom BFS verwendete statistische Methode, die sich am Mittelwert orientiert,\u00a0 ist wissenschaftlich anerkannt. Sie bildet den Anteil der einzelnen Faktoren zur Erkl\u00e4rung von Lohnunterschieden gut ab. Weil sich die aktuelle Methode am Mittelwert orientiert, k\u00f6nnen die Ergebnisse allerdings von sehr hohen oder tiefen L\u00f6hnen beeinflusst sein. Deshalb sollen weitere statistische Methoden vertieft gepr\u00fcft werden, welche sich unter anderem am Medianwert<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> orientieren.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie gegenw\u00e4rtig verwendeten Faktoren zur Erkl\u00e4rung von Lohnunterschieden<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> sind gut geeignet, um Lohnunterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern zu erkl\u00e4ren. Sie sind wissenschaftlich anerkannt und sollten beibehalten werden. Die drei im Postulat genannten Faktoren Weiterbildungen, Sprachkenntnisse und F\u00fchrungserfahrung sollen hingegen nicht in das BFS-Analysemodell aufgenommen werden. Deren zus\u00e4tzlicher Erkl\u00e4rungsgehalt ist tief, da F\u00fchrungserfahrung durch den Faktor berufliche Stellung bereits gut abgebildet wird. Ausserdem sind Sprachkenntnisse nicht in allen Branchen lohnrelevant und eine zuverl\u00e4ssige Erhebung der notwendigen Informationen kann nicht gew\u00e4hrleistet werden.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHingegen soll f\u00fcr die Faktoren Arbeitszeitmodell, physische und psychische Belastungen sowie Besch\u00e4ftigungsgrad in der Berufskarriere \u2013 welcher zur genaueren Ermittlung der tats\u00e4chlichen Berufserfahrung verwendet werden k\u00f6nnte \u2013 vertieft gepr\u00fcft werden, ob die daf\u00fcr notwendigen Informationen administrativen Registern entnommen oder objektiv und geschlechtsneutral erhoben werden k\u00f6nnten.&#13;<\/p>\n<h2>Mehraufwand f\u00fcr Betriebe w\u00e4re unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die verwendete statistische Methode des EBG-Analysemodells ist wissenschaftlich und juristisch anerkannt und sollte deshalb gemeinsam mit der in der Praxis bew\u00e4hrten Toleranzschwelle von f\u00fcnf Prozent beibehalten werden. Das EBG verwendet bei seinem Analysemodell eine \u00e4hnliche statistische Methode wie das BFS. Die gepr\u00fcften alternativen Methoden haben auf der betrieblichen Ebene insbesondere den Nachteil, dass sie nur mit grossem technischem Aufwand f\u00fcr die Unternehmen anwendbar sind.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie bislang verwendeten Faktoren zur Rechtfertigung von Lohnunterschieden \u2013 Ausbildungsjahre, Dienstalter, potenzielle Erwerbserfahrung, Anforderungs- resp. Kompetenzniveau sowie berufliche Stellung \u2013 sind gut geeignet, um Lohnunterschiede zu erkl\u00e4ren, und weisen kein Diskriminierungspotenzial auf. Wie schon beim BFS-Analysemodell sind die im Postulat genannten Faktoren Weiterbildungen, Sprachkenntnisse und F\u00fchrungserfahrung auch hier nicht geeignet, um neu aufgenommen zu werden. So birgt beispielsweise der Faktor F\u00fchrungserfahrung Diskriminierungspotenzial, weil die Gefahr besteht, dass diese von den Arbeitgebenden bei Frauen anders bewertet w\u00fcrde als bei M\u00e4nnern. Doch auch der Besch\u00e4ftigungsgrad in der Berufskarriere eignet sich nicht zur Aufnahme in das Modell f\u00fcr die betriebliche Ebene: Neben dem Diskriminierungspotenzial w\u00e4re insbesondere auch der administrative Aufwand f\u00fcr die Erhebung der ben\u00f6tigten Informationen im Vergleich zum zus\u00e4tzlichen Erkl\u00e4rungsgehalt f\u00fcr Lohnunterschiede unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig hoch.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> Informationen zum Besch\u00e4ftigungsgrad w\u00e4hrend der beruflichen Laufbahn und allf\u00e4llige Erwerbsunterbrechungen m\u00fcssten von den Arbeitgebenden erhoben werden, wobei die Qualit\u00e4t der Angaben nicht sichergestellt werden k\u00f6nnte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Lernkurven \u2013 d. h. die Akkumulation von Humankapital und die damit einhergehenden Produktivit\u00e4tssteigerungen \u2013 verlaufen in verschiedenen Berufen und in verschiedenen Phasen des Erwerbslebens unterschiedlich. Qualitative Aspekte wie Arbeitsinhalte sind mitunter ebenso relevant wie der im Postulat erw\u00e4hnte Besch\u00e4ftigungsgrad. Inwieweit bestimmte Weiterbildungen oder Erfahrungen die Leistung und damit den Lohn beeinflussen und was als Karriereunterbrechung beurteilt wird, m\u00fcsste subjektiv durch die Arbeitgebenden eingesch\u00e4tzt werden, wodurch bei der Operationalisierung die Objektivit\u00e4t nicht gew\u00e4hrleistet w\u00e4re. Diese Schwierigkeiten sprechen gegen die Aufnahme dieser Faktoren in ein m\u00f6glichst einfach zu haltendes Standard-Analysemodell.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Unternehmen sch\u00e4tzen die Einfachheit des Analysemodells<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBez\u00fcglich des BFS-Analysemodells wird der Bundesrat den oben geschilderten Empfehlungen nachkommen und die Faktoren Arbeitszeitmodell, physische und psychische Belastungen, sowie Besch\u00e4ftigungsgrad in der Berufskarriere vertieft pr\u00fcfen. Hinsichtlich des EBG-Analysemodells vertritt er die Ansicht, dass hier dreierlei Zielsetzungen gleichermassen zu ber\u00fccksichtigen sind: Wissenschaftlichkeit und Aussagekraft des Modells, Rechtskonformit\u00e4t von Methode und ber\u00fccksichtigten Faktoren sowie Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit des Aufwands f\u00fcr die Unternehmen. Daher sollen Standards verwendet werden, die auf nationaler wie internationaler Ebene breit akzeptiert sind und f\u00fcr die Unternehmen und die Verwaltung einen m\u00f6glichst geringen administrativen Aufwand mit sich bringen. Die statistische Methode der OLS-Regressionsanalyse ist vor Bundesgericht zugelassen. Lohngleichheitsanalysen in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a> basieren ebenfalls auf dem Standard-Analysemodell.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einer breit angelegten, repr\u00e4sentativen Umfrage<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a> wurden Unternehmen zum Standard-Analysemodell des Bundes befragt. Dabei nahmen von 2712 kontaktierten Unternehmen 1305 teil. Die befragten Unternehmen beurteilten das Standard-Analysemodell des Bundes mehrheitlich als geeignet, wobei insbesondere die Einfachheit des Modells gesch\u00e4tzt wird. Gleiche Ergebnisse gehen zudem auch aus einer vom Arbeitgeberverband Centre Patronal in Auftrag gegebenen Umfrage hervor.<a href=\"#footnote_15\" id=\"footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor\">[15]<\/a> Gest\u00fctzt darauf, ist f\u00fcr den Bundesrat das EBG-Analysemodell f\u00fcr das Beschaffungswesen in der bisherigen Form geeignet und beizubehalten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Postulat 14.3388 \u00abErhebung zur Lohngleichheit. Verbesserung der Aussagekraft\u00bb vom Juni 2014.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Aus Gr\u00fcnden der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden f\u00fcr beide Geschlechter die m\u00e4nnliche Form verwendet.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Schr\u00f6ter und Marti Whitebread (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe dazu den Artikel von Stern und Trageser in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Auch objektive, diskriminierungsfreie Faktoren, die im Analysemodell nicht ber\u00fccksichtigt werden, k\u00f6nnen sich auf den Lohn auswirken. Systematische Lohndiskriminierung wird deshalb nur dann vermutet, wenn die ermittelte geschlechtsspezifische Lohnungleichheit statistisch signifikant \u00fcber f\u00fcnf Prozent liegt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Der Medianlohn ist derjenige Lohn, der an der mittleren Stelle steht, wenn alle L\u00f6hne nach der Gr\u00f6sse sortiert werden. Der Mittelwert bezeichnet hingegen das arithmetische Mittel, d. h. den Durchschnitt aller beobachteten L\u00f6hne.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe Felfe et al. (2015), S. 119-121.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Felfe et al. (2015), S. 33.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe Felfe et al. (2015), S. 121\u2013124.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Siehe Felfe et al. (2015), S. 124f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Siehe Felfe et al. (2015), S. 126f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Siehe Felfe et al. (2015), S. 87f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Siehe das Projekt \"equal pace\", an dem unter anderen L\u00e4ndern auch Deutschland und Frankreich beteiltigt sind. <a href='http:\/\/www.equal-pace.eu\/' target=\"_blank\">Abrufbar<\/a> unter www.equal-pace.eu.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">Siehe den Artikel von Stern und Trageser in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_15\" class=\"footnote--item\">Paschoud, S. (2015). Egalit\u00e9 salariale: la manipulation d\u2019un juste principe.<br>Etudes & Enqu\u00eates n\u00b0 44, Centre Patronal.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Messung von geschlechtsspezifischer Lohngleichheit ist momentan ein stark diskutiertes Thema. 2014 reichte der damalige FDP-Nationalrat und heutige St\u00e4nderat Ruedi Noser ein Postulat zur Erhebung der Lohngleichheit und zur Verbesserung der Aussagekraft ein. 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Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung zu den geplanten Massnahmen zur Durchsetzung der Lohngleichheit. <a href=\"https:\/\/www.bj.admin.ch\/dam\/data\/bj\/staat\/gesetzgebung\/lohngleichheit\/ber-infras-rfa-d.pdf\" target=\"_blank\">Abrufbar<\/a> unter www.bj.admin.ch.<\/li>&#13;\n\t<li>Felfe, C.; Tragesser, J.; Iten, R. 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