{"id":114315,"date":"2015-12-21T22:40:58","date_gmt":"2015-12-21T22:40:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/12\/krueger-01-02-2016-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:07","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:07","slug":"krueger-01-02-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/12\/krueger-01-02-2016\/","title":{"rendered":"Was sind nachhaltige Finanzen?"},"content":{"rendered":"<p>Oft wird der Begriff nachhaltige Finanzen, auch bekannt als Sustainable Finance, uneinheitlich verwendet. In den meisten Definitionen tauchen jedoch zentrale Elemente auf. So auch in der des Schweizerischen Dachverbands Swiss Sustainable Finance (SSF): Demnach handelt es sich bei nachhaltigen Finanzen um einen langfristigen Investitions- und Finanzierungsansatz. Die Ber\u00fccksichtigung von bestimmten festgeschriebenen Umwelt-, Sozial- und Gouvernanzkriterien, sogenannten ESG-Faktoren, sind im Entscheidungsfindungsprozess von massgeblicher Bedeutung. Neben einer finanziellen Rendite versucht man mit nachhaltigen Finanzen auch eine gesellschaftliche und \u00f6kologische Rendite zu generieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Nicht alle Strategien sind gleich wirksam<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDoch wie streng solche Nachhaltigkeitskriterien angewandt werden und inwiefern die Anleger aktiv auf die Unternehmen Einfluss nehmen, dazu gibt es verschiedene Anlagestrategien. Der internationale Dachverband Global Sustainable Investment Alliance (GSIA) unterscheidet folgende Ans\u00e4tze:<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeim <em>Screening<\/em> handelt es sich um eine Anlagestrategie, bei der anhand von normativen und nachhaltigkeitsorientierten Kriterien entschieden wird, ob ein Finanztitel ausgeschlossen oder priorisiert wird. Beim negativen Screening werden Unternehmen zum Beispiel aufgrund ihres negativen gesellschaftlichen oder \u00f6kologischen Einflusses von vornherein vom Investitionsprozess ausgeschlossen. Dies k\u00f6nnen zum Beispiel R\u00fcstungs- und Tabakunternehmen oder Unternehmen mit umweltsch\u00e4dlichen Gesch\u00e4ftspraktiken sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Gegensatz dazu versucht das positive Screening, auch als <em>Best-in-Class-Ansatz <\/em>bekannt, vermehrt in Firmen zu investieren, die sich durch besonders nachhaltige Prozesse und Gesch\u00e4ftspraktiken auszeichnen. Typischerweise verwenden Investoren dann eine Mischung aus normativ-ethischen und nachhaltigkeitsorientierten Filtern. Normativ-ethische Kriterien k\u00f6nnen etwa der Verzicht auf Kinderarbeit sein. Nachhaltigkeitskriterien sind beispielsweise ein effizienter Wasserverbrauch, Klimaeffizienz, Produktsicherheit oder Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnter <em>Thematic Investments<\/em> versteht man Investitionen, die anders als beim Screening direkt und thematisch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind, wie etwa Investitionen in nachhaltige Energie- oder Landwirtschaftsprojekte oder gr\u00fcne und umweltfreundliche Technologien.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeim <em>Integrationsansatz<\/em> basieren Investitionsentscheidungen auf einer integrierten Finanz- und Nachhaltigkeitsanalyse. Der Entscheidungstr\u00e4ger verbindet hierbei die Analyse von Finanz- und Nachhaltigkeitskennziffern, um so integrativ seine Investitionsentscheidungen zu treffen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZunehmender Beliebtheit erfreut sich in letzter Zeit vor allem das <em>Impact Investing.<\/em> Damit will man ganz besonders soziale und \u00f6kologische Ziele erreichen. Hierbei k\u00f6nnen Auszahlungsstrukturen von Finanztiteln wie Impact-Anleihen explizit von der Treibhausgasreduktion oder vom Erreichen sonstiger \u00f6kologischer oder sozialer Ziele abh\u00e4ngen. Offensichtlich stellt die Messbarkeit des \u00f6kologischen und gesellschaftlichen Erfolges nicht nur Impact-Investoren, sondern auch andere nachhaltige Investoren vor grosse Herausforderungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchliesslich versucht die Strategie des <em>Corporate Engagement<\/em> durch gezielte Einflussnahme von Investoren, F\u00fchrungskr\u00e4fte gleichermassen zur Wahrung von Aktion\u00e4rsinteressen und zu nachhaltigen Gesch\u00e4ftspraktiken zu bewegen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHinsichtlich der Erreichung sozialer und \u00f6kologischer Ziele sind die verschiedenen Ans\u00e4tze unterschiedlich effizient. Das Screening hat typischerweise den geringsten Einfluss, da Investoren bei diesem Ansatz durch ihren Investitionsverzicht nur geringen Einfluss auf nicht nachhaltige Firmen nehmen k\u00f6nnen. Im Gegensatz dazu k\u00f6nnen aktivere Ans\u00e4tze wie z.B. Impact Investing, thematische Investments und Corporate Engagement eine weitaus h\u00f6here \u00f6kologische und gesellschaftliche Wirkung generieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ausschlusskriterien sind am verbreitetsten <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Volumen nachhaltiger Finanzen variiert stark mit dem angewendeten Ansatz. Betrachtet man bereits Anlageverm\u00f6gen mit negativen Ausschlusskriterien als nachhaltige Finanzen, so entsteht der Eindruck, dass schon heute ein grosser Teil der professionell verwalteten Verm\u00f6gen nachhaltig angelegt ist. Dies liegt auch daran, dass es nicht un\u00fcblich ist, dass grosse Pensionskassen und \u00f6ffentliche Investoren aus ethischen Gr\u00fcnden Ausschlussfilter anwenden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSo sch\u00e4tzt die GSIA, dass 2014 allein in Europa Anlageverm\u00f6gen in H\u00f6he von circa 9 Billionen Dollar negativen Ausschlussfiltern unterlagen. Bei Ans\u00e4tzen wie den thematischen Investitionen oder dem Impact Investing fallen die Anteile deutlich niedriger aus: Weltweit sch\u00e4tzt die GSIA, dass lediglich 275 Milliarden Dollar in thematischen und Impact-Investing-Strategien investiert sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsgesamt machten 2014 alle vom GSIA betrachteten nachhaltigen Finanzstrategien ein Anlageverm\u00f6gen von etwa 40 Billionen Dollar aus (siehe <em>Tabelle 1<\/em>). Vergleicht man diese Summe mit Sch\u00e4tzungen des gesamten professionell verwalteten Anlageverm\u00f6gens, so ergibt sich, dass heute etwa 60 Prozent nachhaltig verwaltet sind.\u00a0<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Tabelle 1: Entwicklung der Sustainable-Finance-Strategien weltweit, in\u00a0Milliarden Dollar<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 266px;\" width=\"716\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a02012<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>2014<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Wachstum<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Ausschluss nach normativen Kriterien (normatives Screening)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a03038<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a05534<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a082%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Ausschluss von nicht nachhaltigen Unternehmen (negatives Screening)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a08280<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>14\u2019390<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a074%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Auswahl von nachhaltigen Unternehmen (Best-in-Class)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0999<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0992<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0-1%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Integrierte Finanz- und Nachhaltigkeitsanalyse (Integrationsansatz)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a05935<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>12\u2019854<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0117%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Auswahl nach thematischen Kriterien (Thematic Investments)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a070<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0166<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0136%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Auswahl bei nachhaltiger Zielerreichung (Impact Investing)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a086<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0109<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a026%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Direkte Einflussnahme durch Investoren (Corporate Engagement)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a04589<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a07045<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a054%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">GSIA \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Nachhaltige Firmen haben oft bessere Anlageperformance<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Performance von nachhaltigen Finanzen lassen sich zwei Typen wissenschaftlicher Studien unterscheiden. Eine M\u00f6glichkeit besteht darin, die Risikorendite-Struktur von nachhaltigen und traditionellen Investmentfonds zu vergleichen. Andere Studien vergleichen die Unterschiede zwischen Unternehmen mit nachhaltigen und weniger nachhaltigen Prozessen und Gesch\u00e4ftspraktiken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStudien, die traditionelle und nachhaltige Fonds vergleichen, zeigen in der Regel keinen signifikanten Unterscheid zwischen den beiden Anlagestrategien bez\u00fcglich der Risikorendite-Struktur. Hierbei ist anzumerken, dass ein Vergleich von nachhaltigen mit nicht nachhaltigen Investmentfonds keine direkten Aussagen dar\u00fcber zul\u00e4sst, ob Nachhaltigkeit zu h\u00f6herem Investitionserfolg f\u00fchrt. Dies liegt massgeblich darin begr\u00fcndet, dass der Erfolg eines Investmentfonds vor allem vom Geschick und Gl\u00fcck des Fondsmanagers abh\u00e4ngt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStudien, welche hingegen direkt die Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit hin untersuchen und vergleichen, sind deutlich aussagekr\u00e4ftiger, was die finanziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeit angeht. Eine unl\u00e4ngst erschienene Metastudie<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>, welche die Ergebnisse von \u00fcber 200 Forschungsstudien betrachtet, zeigt, dass sich Nachhaltigkeit signifikant positiv auf die wirtschaftliche Leistung auswirkt. Gem\u00e4ss rund 90 Prozent der untersuchten Studien schneiden Unternehmen mit robusten Nachhaltigkeitspraktiken auch bei ihrem operativen Kerngesch\u00e4ft besser ab. Ausserdem attestieren etwa 80 Prozent der analysierten Studien einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitspraktiken und Anlageperformance.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInteressanterweise sind vor allem in den letzten Jahren immer mehr Studien erschienen, die einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und finanzieller Performance dokumentieren. Dies liegt sicher auch daran, dass Nachhaltigkeit heutzutage besser messbar ist als noch vor zehn Jahren. Der Grossteil dieser Studien kann allerdings nicht belegen, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und finanziellem Erfolg besteht. Der Umkehrschluss, dass aufgrund der nachgewiesenen Korrelation auch ein Kausalzusammenhang besteht, ist nicht g\u00fcltig.&#13;<\/p>\n<h2>Hoher Privatkundenanteil in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Studie<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> des European Sustainable Investment Forum (Eurosif) \u2013 des europ\u00e4ischen Dachverbands f\u00fcr nachhaltige Anlagen \u2013 zeigt, dass auch in der Schweiz der Grossteil des nachhaltig verwalteten Verm\u00f6gens in Ausschlussstrategien, dem sogenannten Screening, angesiedelt ist (siehe <em>Tabelle 2<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Tabelle 2: Entwicklung der Sustainable-Finance-Strategien in der Schweiz, in Millionen Franken<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 225px;\" width=\"804\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a02011<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>2013<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Wachstum<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Auswahl von nachhaltigen Unternehmen (Best-in-Class)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>28\u2019072<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>31\u2019216<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>11%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Auswahl nach thematischen Kriterien (Thematic Investments)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>13\u2019467<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>13\u2019579<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a01%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Ausschluss nach normativen Kriterien (normatives Screening)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0233<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>12\u2019833<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>5408%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Integrierte Finanz- und Nachhaltigkeitsanalyse (Integrationsansatz)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a09128<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>24\u2019441<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>168%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Direkte Einflussnahme durch Investoren (Corporate Engagement)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>17\u2019406<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>28\u2019501<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>64%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Ausschluss von nicht nachhaltigen Unternehmen (negatives Screening)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>25\u2019068<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>35\u2019066<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>40%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Eurosif \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n2013 waren so circa 80 Milliarden Franken in negative Screenings oder Best-in-Class-Anlagestrategien investiert. Wie auch in anderen L\u00e4ndern sind die zweit- und drittwichtigsten Strategien das Corporate Engagement und der Integrationsansatz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Besonderheit in der Schweiz ist der relativ hohe Anteil von Kleinanlegern im nachhaltigen Investmentmarkt. So waren 59 Prozent der erfassten nachhaltigen Anlagen in der Schweiz Privatanlegern zuzuordnen. Lediglich die \u00fcbrigen 41 Prozent verfielen auf institutionelle Investoren. Dies kontrastiert stark mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Grossbritannien und den Niederlanden, in denen institutionelle Investoren manchmal mehr als 90 Prozent des nachhaltigen Finanzmarktes ausmachen. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr den hohen Anteil von nachhaltigen Privatanlegern in der Schweiz k\u00f6nnte die grosse Anzahl von verm\u00f6genden Privatkunden sein.&#13;<\/p>\n<h2>Nachhaltiger Finanzplatz Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAllgemein betrachtet zeichnet sich Sustainable Finance durch eine sehr positive Wachstumsdynamik aus: Zwischen 2011 und 2013 wuchsen nachhaltige Anlagen um etwa 60 Prozent. Bei den traditionellen Anlagen betrug das Wachstum im gleichen Zeitraum nur rund 20 Prozent.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchweizer Finanzdienstleistungen werden im Ausland als qualitativ sehr hochwertig und die Schweiz als ein umweltfreundliches und nachhaltiges Land wahrgenommen. Die Eidgenossenschaft ist sogar eines der wenigen L\u00e4nder, die in ihrer Verfassung explizit auf Nachhaltigkeit hinweisen. So fordert Artikel 73 der Bundesverfassung, dass Bund und Kantone ein langfristig ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen der Erneuerungsf\u00e4higkeit der Natur und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anstreben sollen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDamit ist naheliegend, dass nachhaltige Finanzen eine besonders vielversprechende Strategie f\u00fcr die Erneuerung des Schweizer Finanzsektors darstellen. In Verbindung mit einer transparenten Weissgeldstrategie k\u00f6nnte eine nachhaltigkeitsorientierte Verm\u00f6gensverwaltung made in Switzerland sehr wahrscheinlich ein weiterer Schweizer Exportschlager werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Global Sustainable Investment Alliance (2014). Global Sustainable Investment Review.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Im Report Global Asset Management 2014 sch\u00e4tzt die Unternehmensberatung Boston Consulting Group, dass 2013 Verm\u00f6gen in H\u00f6he von etwa 65,8 Billionen Dollar professionell verwaltet wurden. Die Beratungsgesellschaft PWC kommt in ihrer Studie Asset Management 2020: A Brave New World mit 64 Billionen Dollar f\u00fcr 2012 auf einen \u00e4hnlichen Wert.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Clark, G. L., Feiner, A., & Viehs, M. (2014). From the Stockholder to the Stakeholder: How Sustainability Can Drive Financial Outperformance.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Eurosif (2014). European SRI study 2014.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe Boston Consulting Group (2014) Global Asset Management 2014 und Eurosif (2014) European SRI study 2014.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft wird der Begriff nachhaltige Finanzen, auch bekannt als Sustainable Finance, uneinheitlich verwendet. In den meisten Definitionen tauchen jedoch zentrale Elemente auf. 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