{"id":114494,"date":"2015-12-21T16:00:06","date_gmt":"2015-12-21T16:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/12\/grass-01-02-2016\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:25","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:25","slug":"grass-01-02-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/12\/grass-01-02-2016\/","title":{"rendered":"In den Branchen liegt viel Potenzial f\u00fcr Produktivit\u00e4tssteigerungen"},"content":{"rendered":"<p>Aufgrund der bereits sehr hohen Erwerbsbeteiligung k\u00f6nnen k\u00fcnftige Wohlfahrtserh\u00f6hungen in der Schweiz haupts\u00e4chlich noch durch die Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t erzielt werden. Aggregierte Statistiken zur Arbeitsproduktivit\u00e4t stellen der Schweiz beim diesbez\u00fcglichen Wachstum aber seit Langem ein schlechtes Zeugnis aus. Es handelt sich also nicht um ein Ph\u00e4nomen der j\u00fcngeren Vergangenheit. Der empirische Befund der Schweizer Wachstumsschw\u00e4che hat auch dann Bestand, wenn man den Konvergenzeffekt ber\u00fccksichtigt und den Vergleich auf die L\u00e4nder beschr\u00e4nkt, die ein \u00e4hnlich hohes Ausgangsniveau aufweisen. Die Spitzenposition verlor die Schweiz bereits Mitte der Siebzigerjahre. Seit den fr\u00fchen Neunzigerjahren liegt die Schweiz in Bezug auf die Arbeitsproduktivit\u00e4t nur noch im Mittelfeld der Gruppe etablierter Industrienationen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie \u00f6konomische Literatur umfasst zahlreiche Arbeiten, die sich mit den Bestimmungsfaktoren des Produktivit\u00e4tswachstums besch\u00e4ftigen. Zur Erkl\u00e4rung der Schweizer Entwicklung tragen diese Analysen aber nur wenig bei, da die Schweiz bei den meisten Determinanten des Arbeitsproduktivit\u00e4tswachstums im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet. Doch inwieweit erkl\u00e4ren branchenspezifische Ursachen die insgesamt unterdurchschnittliche Produktivit\u00e4tsperformance der Schweiz? Und welche Handlungsfelder k\u00f6nnen daraus abgeleitet werden, um die Wachstumsschw\u00e4che zu \u00fcberwinden? Diesen Fragen ist das Forschungsinstitut BAK Basel Economics im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) nachgegangen.&#13;<\/p>\n<h2>Zu niedrige Investitionen oder zu wenig Effizienz?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNoch auf der makro\u00f6konomischen Ebene kann man zur Diagnose die Methode des Growth Accounting (siehe <em>Abbildung 1<\/em>) einsetzen. Mit dieser kann man das Arbeitsproduktivit\u00e4tswachstum in die Beitr\u00e4ge der Totalen Faktorproduktivit\u00e4t (TFP) und der Kapitalintensit\u00e4t zerlegen. Bei der TFP handelt es sich um ein Mass f\u00fcr die Effizienz, mit welcher die Produktionsfaktoren gemeinsam zum Einsatz gebracht werden. Wichtige Einflussfaktoren der TFP sind etwa die Qualit\u00e4t des Humankapitals oder der technologische Fortschritt. Mit der Kapitalintensit\u00e4t ist die Kapitalausstattung eines Arbeitsplatzes gemeint.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Growth-Accounting-Methode<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/12\/Grafik1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-43002 size-full\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/12\/Grafik1.png\" alt=\"Grafik1\" width=\"1597\" height=\"482\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Darstellung BAK Basel Economics \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Vergleich mit anderen OECD-Staaten wird deutlich, dass f\u00fcr die Schweizer Wachstumsschw\u00e4che der Arbeitsproduktivit\u00e4t in den letzten 30 Jahren beide Komponenten \u2013 die TFP als auch die Kapitalintensit\u00e4t \u2013 verantwortlich sind (siehe <em>Abbildung 2<\/em>): Seit Mitte der Achtzigerjahre bis kurz nach der Jahrtausendwende war haupts\u00e4chlich das sehr tiefe Wachstum der Totalen Faktorproduktivit\u00e4t ausschlaggebend. In der j\u00fcngeren Vergangenheit ab 2003 trug insbesondere der tiefe Beitrag der Kapitalausstattung zur unterdurchschnittlichen Produktivit\u00e4tssteigerung bei. Der r\u00fcckl\u00e4ufige Beitrag der Kapitalintensit\u00e4t zum Produktivit\u00e4tswachstum ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass das Besch\u00e4ftigungswachstum in der Schweiz seit 2003 \u00fcberdurchschnittlich hoch ist, bei einem gleichzeitig bloss durchschnittlichen Investitionswachstum. Diese Entwicklung widerspiegelt teilweise auch sektorale Verschiebungen in der Schweiz hin zu weniger kapitalintensiven Branchen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf der Makroebene kann man deshalb festhalten, dass in der Schweiz zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt das Potenzial, die Kapitalintensit\u00e4t zu steigern, noch nicht ausgesch\u00f6pft ist; das Gleiche gilt f\u00fcr Effizienzsteigerungen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Durchschnittliche Wachstumsbeitr\u00e4ge der Totalen Faktorproduktivit\u00e4t und der gewichteten Kapitalintensit\u00e4t zur Arbeitsproduktivit\u00e4t nach L\u00e4ndern in den Zeitr\u00e4umen 1985\u20132002 und 2003\u20132013<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/12\/Grass_Abb_2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-45801 size-full\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/12\/Grass_Abb_2.png\" alt=\"Grass_Abb_2\" width=\"2208\" height=\"1018\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Arbeitsproduktivit\u00e4t ist hier definiert als BIP pro Arbeitsstunde zu konstanten Preisen (d. h. Summe der Beitr\u00e4ge der Totalen Faktorproduktivit\u00e4t und der gewichteten Kapitalintensit\u00e4t). Alle OECD-L\u00e4nder soweit Daten verf\u00fcgbar. Aus Darstellungsgr\u00fcnden werden f\u00fcr 1985\u20132002 S\u00fcdkorea (Beitrag TFP: 1,9, Kapitalintensit\u00e4t: 4,2) und Irland (0,5; 3,5) nicht abgebildet.&#13;<br \/>\n<\/span><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: OECD, BAK Basel Economics \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Strukturwandel macht die Schweiz produktiver<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Analyse auf Branchenebene kann der marktbestimmte Bereich der Volkswirtschaft \u2013 der sogenannte Businesssektor \u2013 isoliert betrachtet werden vom nicht marktbestimmten Bereich, zu dem vor allem der \u00f6ffentliche Sektor geh\u00f6rt. Diese Trennung bietet Vorteile, weil der g\u00e4ngige Produktivit\u00e4tsbegriff bei zahlreichen nicht marktwirtschaftlichen T\u00e4tigkeiten messmethodische Schwierigkeiten mit sich bringt, wie z. B. die inputorientierte Messung des Outputs. Ausserdem sind die Daten im nicht marktwirtschaftlichen Bereich besonders schlecht international vergleichbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie getrennte Analyse zeigt: Der Schweizer Businesssektor kommt im internationalen Produktivit\u00e4tsvergleich etwas besser weg als die Gesamtwirtschaft. In einem Sample von dreizehn europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, f\u00fcr welche Daten zum gesamten Businesssektor vorliegen, belegt die Schweiz im Zeitraum 1998\u20132013 beim Produktivit\u00e4tswachstum der Gesamtwirtschaft den zehnten und beim Produktivit\u00e4tswachstum des Businesssektors den achten Rang. Nichtsdestotrotz wird der Befund, dass die Schweiz an einer Produktivit\u00e4tswachstumsschw\u00e4che leidet, durch den Ausschluss des nicht marktwirtschaftlichen Bereichs nicht entscheidend relativiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMittels einer Shift-Share-Analyse kann in einem n\u00e4chsten Schritt die Rolle des Strukturwandels in der Produktivit\u00e4tsperformance des Businesssektors untersucht werden. Bei dieser Analyse wird die Produktivit\u00e4tsver\u00e4nderung in drei Effekte zerlegt: in einen Strukturwandeleffekt, einen Wachstumseffekt und einen Interaktionseffekt. Der <em>Strukturwandeleffekt<\/em> misst die Ver\u00e4nderungen, die durch Verschiebungen von Besch\u00e4ftigungsanteilen zwischen verschieden produktiven Branchen entstehen. Im <em>Wachstumseffekt<\/em> kommen die Ver\u00e4nderungen im Produktivit\u00e4tswachstum der einzelnen Branchen zum Ausdruck. Der <em>Interaktionseffekt<\/em> f\u00e4ngt die nicht genau zurechenbare Restgr\u00f6sse auf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Schweiz war der Strukturwandeleffekt seit 1996 in den meisten Jahren positiv trotz einer dynamischen Entwicklung in verschiedenen binnenorientierten Branchen. International stellt dies keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit dar. So war der Effekt des Strukturwandels in Belgien, Deutschland und den Niederlanden \u00fcber den gesamten Zeitraum 2002\u20132013 negativ. Der positive Effekt in der Schweiz ist zum einen auf den Wandel innerhalb des sekund\u00e4ren Sektors zur\u00fcckzuf\u00fchren \u2013 weg von traditionellen und hin zu innovationsintensiven Industriebranchen wie den Lifesciences. Zum anderen liegt der Grund aber auch beim Boom in den \u00fcberdurchschnittlich produktiven Dienstleistungsbranchen Grosshandel und Informations- und Kommunikationstechnik (ICT).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Schlecht diversifiziertes Produktivit\u00e4tswachstum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Produktivit\u00e4tswachstum des Businesssektors, zerlegt in die Beitr\u00e4ge der einzelnen Branchen, zeigt: Das Wachstum der Schweizer Arbeitsproduktivit\u00e4t seit Ende der Neunzigerjahre wird haupts\u00e4chlich vom Finanzsektor, dem Handel \u2013 insbesondere dem Rohstoffhandel \u2013 sowie der Lifesciences-Industrie und der darin enthaltenen Pharmaindustrie gepr\u00e4gt (siehe <em>Abbildung 3<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDies ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Vergleichsl\u00e4ndern, in denen das Produktivit\u00e4tswachstum wesentlich breiter abgest\u00fctzt ist. Die hohe Abh\u00e4ngigkeit von nur drei Branchen stellt mit Blick auf die k\u00fcnftige Entwicklung ein gewisses Klumpenrisiko dar. Hinzu kommt, dass die Produktivit\u00e4tsentwicklung im Finanzsektor und im Handel eine hohe Volatilit\u00e4t aufweist, wie <em>Abbildung 3<\/em> deutlich macht. Dies zeigte sich in der Finanz- und Wirtschaftskrise, von deren Folgen sowohl der Finanzsektor als auch der Grosshandel stark betroffen waren. Der Beitrag dieser beiden Branchen zum gesamten Produktivit\u00e4tswachstum sank von 1,3\u00a0Prozent in der Periode 2003\u20132007 auf 0\u00a0Prozent in den Jahren 2008\u20132013. Gesamthaft sank das Produktivit\u00e4tswachstum in den zehn Jahren nach 2003 von 1,7\u00a0Prozent auf 0,2\u00a0Prozent.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 3: Der durchschnittliche j\u00e4hrliche Beitrag ausgew\u00e4hlter Branchen zum Arbeitsproduktivit\u00e4tswachstum<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"graemm3de\"><\/div>\n<script>\n\n$(function () {\n    $('#graemm3de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['1998\u20132002', '2003\u20132007', '2008\u20132013']\n        },\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'In Prozentpunkten'\n            }\n        },\n        tooltip: {\n            pointFormat: '<span style=\"color:{series.color}\">{series.name}<\/span>: <b>{point.y}<\/b> <br\/>',\n            shared: false\n        },\n        plotOptions: {\n            column: {\n                stacking: 'normal'\n            }\n        },\n        series: [\n            \n                 {\n            name: '\u00dcbrige Branchen',\n            data: [0.05,0.09,-0.012]\n        },\n            {\n            name: 'Handel',\n            data: [0.4, 0.6, 0.2]\n        },\n            {\n            name: 'Finanzsektor',\n            data: [0.1, 0.7, -0.2\n]\n        },  {\n            name: 'Lifesciences',\n            data: [0.4, 0.3, 0.2]\n        }]\n    });\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Arbeitsproduktivit\u00e4t ist hier definiert als reale Bruttowertsch\u00f6pfung pro Vollzeit\u00e4quivalent.&#13;<br \/>\n<\/span><span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BAK Basel Economics \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Heterogenes Produktivit\u00e4tswachstum von Branchen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAnhand eines internationalen Vergleichs wurden das St\u00e4rken- und das Schw\u00e4chenprofil des Schweizer Branchenportfolios weiter vertieft. Die verschiedenen Branchen des Schweizer Businesssektors schneiden im internationalen Vergleich zwischen 2002 und 2013 sehr unterschiedlich ab (siehe <em>Abbildung 4<\/em>). W\u00e4hrend die Lifesciences mit der Pharmaindustrie, der Handel mit dem Rohstoffhandel sowie die \u00absonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen\u00bb \u00fcberdurchschnittlich hohe Steigerungsraten erzielen konnten, liegen andere Branchen zum Teil sehr deutlich zur\u00fcck.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 4: Internationales Branchen-Benchmarking des Arbeitsproduktivit\u00e4tswachstums 2002\u20132013<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"graemm4de\"><\/div>\n<script>\n\n$(function () {\n    $('#graemm4de').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'scatter',\n            inverted: true\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n         \n        subtitle: {\n            style: {\n                \n            }\n        },\n            \n        xAxis: {\n                gridLineWidth: 1,\n\n\n            categories: [\n                'Chemie (Rang Niveau 2001: 9)',\n'Pharma (2)',\n'Konsumg\u00fcter (11)',\n'Investitionsg\u00fcter (9)',\n'Energieversorgung (4)',\n'Baugewerbe (8)',\n'Handel (4)',\n'Verkehr (11)',\n'Gastgewerbe (9)',\n'ICT (3)',\n'Finanzsektor (2)',\n'Unternehmensbezogene DL (7)',\n'Sonstige wirtschaftliche DL (11)',\n'Gesundheits-\/ Sozialwesen (3)'\n            ]\n        },\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'Durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsrate'\n            },\n            \n            labels: {  \n      format: '{value}%',\n   }\n        },\n        plotOptions: {\n            \n            marker: {\n                    radius: 5}\n        },\n         tooltip: {\n            pointFormat: '{series.name}: <b>{point.y}<\/b><br\/>',\n            valueSuffix: ' %'\n        },\n        series: [{\n            \n            name: 'Schweiz',\n                         marker: {\n                symbol: 'circle',\n                         radius: 8},\n            data: [5.8, 4.7, 1.2, 1.3, -2.3, 0.4, 3.2, 1.3, -1.2, -1.2, 1.6, -1.7, 2.1, 0.1]\n        }, {\n            name: '\u00d6sterreich',\n              marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [1.8, 2.9, 2.9, 1.5, -0.4, -1.3, 1.0, 1.2, 0.8, 1.3, 3.4, 0.6, 1.6, 0.4]\n        },{\n            name: 'Deutschland',\n              marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [1.0, 4.2, 1.0, 2.1, 1.7, 0.2, 1.3, 2.2, -0.3, 4.1, -1.8, -2.3, -0.9, 1.1 ]\n        },\n          {\n            name: 'Frankreich',\n                marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [1.9, 3.7, 2.5, 2.6, -0.9, -1.6, 0.2, 1.6, -1.0, 3.7, 2.3, 1.3, -0.3, 0.8]\n        },\n                {\n            name: 'Italien',\n                      marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [0.0, 3.5, 0.6, 0.9, 0.6, -1.3, -0.3, 0.2, -1.3, 2.4, 2.0, -2.9, -2.3, -1.0]\n        },{\n            name: 'Belgien',\n              marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [-0.8, 2.7, 4.2, 1.7, -0.8, 1.9, 1.5, 1.3, 0.4, 1.2, 2.8, -0.1, -1.9, -1.4]\n        },\n                {\n            name: 'Niederlande',\n                      marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [3.1, 4.0, 2.8, 3.3, 1.9, -0.2, 1.9, 1.6, -2.3, 2.3, 3.4, -0.8, -0.5, 1.4]\n        },\n                {\n            name: 'D\u00e4nemark',\n                      marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [4.4, 3.2, 2.2, 3.1, -2.7, 0.7, 1.0, -0.4, -1.6, 6.5, 4.0, -1.0, 0.5, 0.3]\n        },\n                {\n            name: 'Finnland',\n                      marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [3.2, 6.5, 2.1, 1.1, 1.5, 0.3, 2.5, 0.2, -0.7, 4.8, -1.0, -1.9, -0.5, -1.8]\n        },\n                {\n            name: 'Norwegen',\n                      marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [null, null, 1.4, 2.8, 1.9, -0.3, 3.0, 0.9, 0.5, 5.9, 3.7, 0.5, -0.4, -0.4]\n        },\n                {\n            name: 'Schweden',\n                      marker: {\n                symbol: 'circle'},\n            data: [null, null, 2.7, 3.9, -1.7, -1.4, 2.6, 1.6, -1.1, 6.3, 3.0, 2.0, 1.7, null]\n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkungen: Arbeitsproduktivit\u00e4t ist hier definiert als Bruttowertsch\u00f6pfung pro Arbeitsstunde; bei der Bestimmung des Rangs (in Klammern) wurde das Arbeitsproduktivit\u00e4tsniveau kaufkraftbereinigt in Dollar im Jahr 2001 verwendet. Zur Bestimmung der durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wachstumsraten 2002\u20132013 (x-Achse) wurde die reale Arbeitsproduktivit\u00e4t verwendet. Chemie und Pharma ohne Norwegen und Schweden, Gesundheits-\/Sozialwesen ohne Schweden (keine Daten).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BAK Basel Economics \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm Konvergenzeffekte auszuschliessen, kann man den Vergleich in einem n\u00e4chsten Schritt jeweils nur mit den ausl\u00e4ndischen Branchen durchf\u00fchren, die zu Beginn der Periode ein h\u00f6heres Produktivit\u00e4tsniveau hatten als die entsprechende Schweizer Branche. Zum Land, das am besten in der Vergleichsgruppe abschnitt, bestehen in den verschiedenen Branchen teilweise betr\u00e4chtliche L\u00fccken: Das durchschnittliche j\u00e4hrliche Produktivit\u00e4tswachstum der Schweizer Konsumg\u00fcterindustrie liegt etwa 2,9 Prozentpunkte tiefer als in Belgien, das in dieser Branche f\u00fchrend ist. Auch in der Investitionsg\u00fcterindustrie, im Gastgewerbe, in der ICT und bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen betr\u00e4gt das Wachstumsdefizit mehr als 2\u00a0Prozentpunkte. Einen etwas kleineren R\u00fcckstand hat die Schweiz in der Energieversorgung, im Baugewerbe, beim Verkehr und in der Lagerei.&#13;<\/p>\n<h2>Branchenspezifische Ursachen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Studie wurden f\u00fcnf f\u00fcr die Schweizer Produktivit\u00e4tsentwicklung aufschlussreiche Branchen vertieft untersucht. Das Ziel bestand darin, branchenspezifische Ursachen f\u00fcr die Produktivit\u00e4tsperformance der jeweiligen Branchen aufzudecken. Die Analyse orientierte sich hierbei an Determinanten der Arbeitsproduktivit\u00e4t aus der \u00f6konomischen Forschung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf der Basis dieser vertieften Analysen konnten neben Faktoren, auf welche die Akteure keinen Einfluss haben wie etwa Konvergenzeffekte und hohe Erwerbsbeteiligung, auch beeinflussbare Faktoren ermittelt werden, die sich in der Vergangenheit hemmend auf die Produktivit\u00e4tsentwicklung ausgewirkt haben: Hierzu geh\u00f6ren politische Faktoren wie Deregulierungsdefizite oder Wettbewerbshindernisse, die insbesondere in der Telekommunikation, im Detailhandel und bei Banken vorkommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die unzureichende Verf\u00fcgbarkeit von Hochschulabsolventen in der ICT-Branche und der Investitionsg\u00fcterindustrie oder anderen Fachkr\u00e4ften im Gastgewerbe geh\u00f6ren dazu. Des Weiteren haben sich zu geringe Investitionen zum Beispiel in Anlagen und Ausr\u00fcstungen im Gastgewerbe oder in ICT-Kapital und neue Technologien im Bankensektor negativ auf die Produktivit\u00e4t ausgewirkt. Schliesslich haben die Investitionsg\u00fcterindustrie, die Banken und die ICT-Branche auch hinsichtlich der Innovation in einigen Bereichen Aufholbedarf.&#13;<\/p>\n<h2>Politik, Unternehmen und Wissenschaft m\u00fcssen handeln<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr h\u00f6here Wohlfahrtsgewinne muss die Schweiz vor allem ihre Wachstumsschw\u00e4che in Bezug auf die Arbeitsproduktivit\u00e4t \u00fcberwinden. Innerhalb des Schweizer Branchenportfolios gibt es hierf\u00fcr gen\u00fcgend Potenzial. Zahlreiche Segmente liegen im internationalen Vergleich aus ganz unterschiedlichen Gr\u00fcnden deutlich zur\u00fcck. Um das Potenzial bestm\u00f6glich auszusch\u00f6pfen, sind entsprechend auch vielf\u00e4ltige politische und privatwirtschaftliche Anstrengungen notwendig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeitens der Politik geht es vor allem darum, die Rahmenbedingungen f\u00fcr Innovation zu optimieren. Hierzu geh\u00f6ren unter anderem die Bildungspolitik, die St\u00e4rkung des Wettbewerbs und die \u00dcberwindung noch bestehender Deregulierungsdefizite sowie ein wettbewerbsf\u00e4higes und innovationsfreundliches Steuersystem.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeben der Politik sind auch die Unternehmen und ihre Organisationen gefordert, mit einer Ausbildungs- und Fachkr\u00e4ftestrategie Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft zu finden und die M\u00f6glichkeiten verst\u00e4rkter Investitionen in neue Technologien und Innovationsaktivit\u00e4ten auszuloten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die Wissenschaft kann einen Beitrag zum technologischen Fortschritt leisten. Wissenschaft und Wirtschaft m\u00fcssen st\u00e4rker verkn\u00fcpft werden, um Forschungsergebnisse bestm\u00f6glich in eine kommerzielle Nutzung \u00fcberzuf\u00fchren. Innerhalb der Forschung kann zudem eine technologie\u00fcbergreifende Verflechtung weiterhelfen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Es muss hier zwischen Niveau und Wachstum unterschieden werden. Beim Niveau liegt die ICT-Branche \u00fcber dem Schweizer Branchendurchschnitt, beim Wachstum darunter.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund der bereits sehr hohen Erwerbsbeteiligung k\u00f6nnen k\u00fcnftige Wohlfahrtserh\u00f6hungen in der Schweiz haupts\u00e4chlich noch durch die Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t erzielt werden. Aggregierte Statistiken zur Arbeitsproduktivit\u00e4t stellen der Schweiz beim diesbez\u00fcglichen Wachstum aber seit Langem ein schlechtes Zeugnis aus. Es handelt sich also nicht um ein Ph\u00e4nomen der j\u00fcngeren Vergangenheit. 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