{"id":114519,"date":"2015-12-21T15:58:03","date_gmt":"2015-12-21T15:58:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/12\/kaiser-01-02-2016\/"},"modified":"2023-08-23T23:12:02","modified_gmt":"2023-08-23T21:12:02","slug":"kaiser-01-02-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/12\/kaiser-01-02-2016\/","title":{"rendered":"Im Dienstleistungssektor gibt es ein Messproblem"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeitsproduktivit\u00e4t hat sich in den verschiedenen Bereichen der Schweizer Wirtschaft unterschiedlich entwickelt. W\u00e4hrend die Produktivit\u00e4t im Zeitraum 1997 bis 2012 in der Industrie durchschnittlich rund 1,7 Prozent pro Jahr wuchs, stieg sie im Dienstleistungssektor nur um 0,8 Prozent (siehe <em>Abbildung<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErstaunlicherweise sind es vor allem die wissensintensiven, marktorientierten Branchen des Dienstleistungssektors \u2013 die sogenannten Kibs-Branchen<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> \u2013, welche sich schwach und im Schnitt sogar negativ entwickelten: So sank die ausgewiesene Arbeitsproduktivit\u00e4t bei den IT-Dienstleistungen, in der Forschung und Entwicklung und im Immobilienwesen zwischen 1997 und 2012 substanziell \u2013 n\u00e4mlich zwischen 30 und 40 Prozent.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Entwicklung der Arbeitsproduktivit\u00e4t nach Wirtschaftsbereichen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"kaisiede1\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#kaisiede1').highcharts({\n   title: {\n            text: ''\n        },\n        subtitle: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['1997', '1998', '1999', '2000', '2001', '2002', '2003', '2004', '2005', '2006', '2007', '2008', '2009', '2010', '2011', '2012']\n        },\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'Arbeitsproduktivit\u00e4t (1997=100), Index'\n            },\n            \n        },\n        tooltip: {\n            valueSuffix: ''\n        },\n        \n        series: [{\n            name: 'Industrie',\n            color: '#e84066',\n                marker: {\n                    enabled: true\n                },\n       \n            data: [100, 100.3, 100.7, 99.3, 103.5, 107.2, 110.8, 113.2, 115.7, 119.4, 121.6, 125.2, 116.2, 123.1, 127.8, 128.3]\n        }, {\n            name: 'Dienstleistungssektor',\n            color: '#23318a',\n                marker: {\n                    symbol: 'circle',\n                    enabled: true\n                },\n            data: [100.0, 102.8, 103.3, 108.0, 105.3, 103.8, 103.7, 107.1, 110.3, 112.8, 115.0, 113.2, 111.9, 113.9, 110.9, 112.2]\n        }, {\n            name: 'Kibs-Branchen',\n           color: '#0074be',\n             marker: {\n                    enabled: false\n                },\n            data: [100, 101.9, 102.5, 106.4, 99.0, 94.9, 94.5, 97.9, 101.9, 103.4, 104.7, 100.0, 96.7, 97.6, 94.4, 95.5]\n        }, {\n            dashStyle: 'dash',\n            name: 'Forschung und Entwicklung',\n             color: '#88c0d3',\n             marker: {\n                    enabled: false\n                },\n            data: [100, 106.5 , 106.6 , 109.3 , 107.9 , 99.2 , 91.8 , 94.0 , 90.9 , 78.8 , 76.0 , 75.8 , 75.8 , 72.8 , 62.1 , 66.2 ]\n        },  { dashStyle: 'dash',\n            name: 'IT-Dienstleistungen',\n            color: '#00b3d4',\n             marker: {\n                    enabled: false\n                },\n            data: [100, 90.4 , 84.7 , 82.3 , 79.9 , 84.0 , 75.7 , 79.7 , 78.3 , 77.3 , 74.0 , 74.6 , 74.2 , 74.4 , 66.3 , 68.0 ]\n        }, {\n             dashStyle: 'dash',\n            name: 'Immobilienwesen',\n            color: '#3b7f96',\n             marker: {\n                    enabled: false\n                },\n            data: [100, 106.6 , 104.1 , 91.9 , 88.4 , 79.9 , 77.9 , 75.3 , 75.0 , 70.5 , 69.7 , 67.2 , 68.6 , 66.0 , 63.4 , 60.8 ]\n        }]\n    });\n});\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Kibs-Branchen (\u00abknowledge-intensive business services\u00bb) Forschung und Entwicklung, IT-Dienstleistungen und Immobilienwesen geh\u00f6ren zum Dienstleistungssektor.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Produktivit\u00e4tsstatistik (BFS) \/ Die Volkswirtschaft<span class=\"text__legend\">&#13;<br \/>\n<\/span><\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Zahlen \u00fcberraschen aus mehreren Gr\u00fcnden: Erstens w\u00fcrde eine langfristig abnehmende Arbeitsproduktivit\u00e4t auf eine zunehmend ineffiziente Ressourcenallokation hindeuten. Zweitens waren in den betroffenen Branchen in den letzten 15 Jahren produktivit\u00e4tsf\u00f6rdernde Innovationen zu verzeichnen \u2013 etwa durch bessere Informationstechnologie. Drittens sind Ausbildungsniveau und L\u00f6hne der Arbeitskr\u00e4fte im Schnitt st\u00e4rker gestiegen als in den \u00fcbrigen Branchen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDeshalb stellt sich die Frage: Wie ist die Entwicklung der Arbeitsproduktivit\u00e4t in den Kibs-Branchen zu erkl\u00e4ren? Die im Folgenden besprochene Studie<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> des Basler Beratungsunternehmens B,S,S. und der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich hat untersucht, ob und inwieweit Messprobleme bei der Erkl\u00e4rung eine Rolle spielen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Kein Defizit bei Humankapital, L\u00f6hnen und Gewinnmargen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Arbeitsproduktivit\u00e4tsstatistiken der Kibs-Branchen zu plausibilisieren, haben wir zuerst eine Reihe von Indikatoren betrachtet, welche mit der Produktivit\u00e4t in Zusammenhang stehen oder diese beeinflussen. Dabei zeigt sich: Alles in allem deuten die untersuchten Indikatoren nicht darauf hin, dass ein anhaltender R\u00fcckgang der Arbeitsproduktivit\u00e4t stattgefunden hat. So sind die Gewinnmargen eher gestiegen, und auch die Dynamik der Firmenneugr\u00fcndungen und der Anteil kleiner Firmen zeigen keine nennenswerten Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Zeit. Zudem sind sowohl der Ertragsanteil der Dienstleistungsexporte als auch der Anteil der exportierenden Firmen stabil geblieben. Auch die durchschnittliche Investitions- und Innovationst\u00e4tigkeit ist \u00e4hnlich wie in anderen L\u00e4ndern. Obwohl der Fachkr\u00e4ftemangel in der Schweiz h\u00e4ufiger als Hemmnis genannt wird als im Ausland, haben sich die Innovationshemmnisse insgesamt verkleinert. Einzig die Handelshemmnisse sind in der Schweiz im Dienstleistungssektor gr\u00f6sser als im Ausland.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Ergebnisse werfen die Frage auf, ob allenfalls Messprobleme bei der Erkl\u00e4rung der Arbeitsproduktivit\u00e4tsdaten eine Rolle spielen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Preismessung als Fehlerquelle<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nArbeitsproduktivit\u00e4t ist allgemein definiert als Wertsch\u00f6pfung pro Arbeitseinheit. In der Praxis wird das Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t in einer Branche mit der Ver\u00e4nderung der realen Bruttowertsch\u00f6pfung im Verh\u00e4ltnis zur Ver\u00e4nderung der vollzeit\u00e4quivalenten Besch\u00e4ftigung gemessen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPotenzielle Messprobleme ergeben sich vor allem bei der realen Bruttowertsch\u00f6pfung: W\u00e4hrend nominale Gr\u00f6ssen (zu laufenden Preisen) der Wertsch\u00f6pfungsstatistik entnommen werden k\u00f6nnen, ist die Berechnung realer Gr\u00f6ssen (zu Preisen des Vorjahres) komplexer und auch problematischer. So berechnet man die reale Bruttowertsch\u00f6pfung, indem man die nominale Ver\u00e4nderung um die Preisentwicklung bereinigt (Deflationierung mit einem geeigneten Preisindex<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>). Im Idealfall wird dazu ein Produzentenpreisindex (PPI) verwendet, der nur reine Preisbewegungen, nicht aber Qualit\u00e4tsver\u00e4nderungen erfasst.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei Dienstleistungen ist die Erfassung der reinen Preisentwicklung mittels PPI \u00fcber die Zeit jedoch schwieriger als bei G\u00fctern: Gewisse Dienstleistungen sind schwer erfassbar (z. B. Forschung). Oder sie sind oft kundenspezifisch und damit zeitlich nicht vergleichbar (z. B. Unternehmensberatung). Zudem sind die Qualit\u00e4tsmerkmale zum Teil nicht beobachtbar (z. B. Fachkompetenz der Arbeitskr\u00e4fte).<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Lohnindizes als Preisdeflatoren ungeeignet<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa in der Schweiz f\u00fcr viele Dienstleistungsbranchen (noch) keine PPI oder andere Preisindizes zur Verf\u00fcgung stehen, wird f\u00fcr zahlreiche Kibs-Branchen der Schweizerische Lohnindex (SLI) als Deflator verwendet: Insgesamt werden 36 Prozent der Bruttowertsch\u00f6pfung (12 der 20 Kibs-Branchen) mit der Lohnentwicklung deflationiert, was rund 11 Prozent des Business-Sektors (marktorientierte Volkswirtschaft) der Schweiz entspricht. Das Eurostat-Handbuch (2001) taxiert Lohnindizes jedoch als ungeeignete Methode f\u00fcr die Deflationierung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTats\u00e4chlich ist es so, dass die Verwendung von Lohndeflatoren in der Regel zu einer Unterzeichnung der Arbeitsproduktivit\u00e4t f\u00fchrt, weil angenommen wird, dass L\u00f6hne nur zusammen mit den Verkaufspreisen erh\u00f6ht werden. Lohnwachstum entsteht aber auch dann, wenn Arbeitskr\u00e4fte produktiver werden \u2013 etwa wenn die Wertsch\u00f6pfung pro Arbeitsstunde zunimmt. Dazu zwei Beispiele:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Der Anteil gut ausgebildeter Arbeitskr\u00e4fte in einer Branche nimmt zu. Damit steigen erwartungsgem\u00e4ss sowohl die durchschnittliche Arbeitsproduktivit\u00e4t als auch die L\u00f6hne.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Durch den Einsatz neuer Technologien (z. B. Software) verk\u00fcrzt sich die ben\u00f6tigte Arbeitszeit f\u00fcr die Erbringung einer Dienstleistung. In einem wettbewerbsorientierten Markt steigen daraufhin die L\u00f6hne der Arbeitskr\u00e4fte.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nIn beiden F\u00e4llen widerspiegelt das Lohnwachstum eine Erh\u00f6hung der Arbeitsproduktivit\u00e4t. Durch die Anwendung von Lohndeflatoren werden Produktivit\u00e4tssteigerungen zum Teil also ungewollt \u00abwegdeflationiert\u00bb, und das Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t wird unterzeichnet.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Simulationsrechnung veranschaulicht Problematik<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAnhand einer einfachen Simulationsrechnung haben wir versucht, aufzuzeigen, wie stark die Arbeitsproduktivit\u00e4tsdaten der Kibs-Branchen tats\u00e4chlich von Messproblemen beeinflusst werden. Dazu haben wir f\u00fcr Branchen, in denen Lohndeflatoren verwendet werden, die Arbeitsproduktivit\u00e4t mit alternativen Deflatoren neu berechnet und im Anschluss mit der Arbeitsproduktivit\u00e4t basierend auf den Lohndeflatoren verglichen (siehe <em>Kasten<\/em>).<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSo wurden etwa die Auswirkungen der Deflatoren auf die Entwicklung in den Branchen der IT-Dienstleistungen und der sonstigen freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen untersucht.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Weiter sind die Auswirkungen auf die gesamten Kibs-Branchen und den Business-Sektor aufgef\u00fchrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs zeigt sich: Die Verwendung des Qualifikationsbereinigten Lohnindex f\u00fchrt im Zeitraum 1997 bis 2012 nur zu geringf\u00fcgig h\u00f6heren Wachstumsraten der Arbeitsproduktivit\u00e4t als die Verwendung des SLI (siehe <em>Tabelle<\/em>). Wenn die branchenspezifische Preisentwicklung inflationsbereinigt aber jener in Deutschland entsprochen h\u00e4tte, h\u00e4tte die j\u00e4hrliche Wachstumsrate der Arbeitsproduktivit\u00e4t bei den IT-Dienstleistungen 2,9 Prozent anstatt \u20130,7 Prozent betragen \u2013 ein Unterschied von 3,6 Prozentpunkten. Bei den sonstigen freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen ist der Unterschied geringer, u. a. weil nur ein Teil dieser Branche mit dem SLI deflationiert wird. Wenn alle verf\u00fcgbaren deutschen PPI (6 Branchen) anstelle der SLI-Deflatoren verwendet werden, steigt das j\u00e4hrliche Arbeitsproduktivit\u00e4tswachstum der Kibs-Branchen um 0,3 Prozentpunkte und jenes des gesamten Business-Sektors der Schweiz um 0,1 Prozentpunkte. Die Ergebnisse sind sehr \u00e4hnlich, wenn franz\u00f6sische oder britische PPI verwendet werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Auswirkung alternativer Deflatoren auf das Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"698\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" colspan=\"3\" width=\"425\">&#13;<\/p>\n<h6><span style=\"color: #000000;\">Durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsrate der Arbeitsproduktivit\u00e4t<\/span><\/h6>\n<p>&#13;\n<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"130\">Lohndeflator (SLI)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"142\">Alternativer Deflator<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"154\">Differenz (in Prozentpunkten)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">&#13;<\/p>\n<h6>Qualifikationsbereinigter Lohnindex (1997\u20132012)<\/h6>\n<p>&#13;\n<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"130\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"142\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"154\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">IT-Dienstleistungen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">\u20131,9%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">\u20131,6%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,3<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische T\u00e4tigkeiten<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">\u20132,1%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">\u20132,0%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,1<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">Total Kibs-Branchen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">\u20130,3%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">\u20130,2%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,1<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">Total Business-Sektor<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">1,1%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">1,1%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,0<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">&#13;<\/p>\n<h6>Deutscher Produzentenpreisindex (2005\u20132012)<\/h6>\n<p>&#13;\n<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">IT-Dienstleistungen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">\u20130,7%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">2,9%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">3,6<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische T\u00e4tigkeiten<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">0,0%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">0,8%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,8<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">Total Kibs-Branchen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">\u20130,6%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">\u20130,3%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,3<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top;\" width=\"273\">Total Business-Sektor<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"130\">0,7%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"142\">0,8%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 273px; vertical-align: top; text-align: left;\" width=\"154\">0,1<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Produktivit\u00e4tsstatistik (BFS), Lohnstrukturerhebung (BFS), Eurostat, eigene Berechnungen \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Berechnungen stellen nat\u00fcrlich nur einen Versuch dar, potenzielle Messprobleme in bestimmten Branchen zu quantifizieren. Insgesamt deuten die Resultate aber darauf hin, dass die in der Schweiz angewandten Lohndeflatoren die Entwicklung der Arbeitsproduktivit\u00e4t in gewissen Branchen deutlich unterzeichnen d\u00fcrften. Der Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist geringer, weil die betrachteten Branchen nur einen relativ kleinen Anteil der gesamtwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung ausmachen. Dennoch legen die durchgef\u00fchrten Sch\u00e4tzungen nahe, dass die gesamtwirtschaftliche <em>Arbeitsproduktivit\u00e4t,<\/em> und damit auch das reale BIP-Wachstum der Schweiz, je nach Szenario um rund 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte pro Jahr untersch\u00e4tzt wird, weil f\u00fcr Kibs-Branchen lohnbasierte Deflatoren angewendet werden.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Nur die Spitze des Eisbergs?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bleibt offen, ob das wahre Ausmass der Messproblematik nicht noch gr\u00f6sser ist als hier dargestellt, weil wir nur einen Teil der Branchen in die Analyse mit einbezogen haben. Fragen der Messung sollten daher Gegenstand weiterer Forschung sein. Zudem sollte auch untersucht werden, welche weiteren m\u00f6glichen Gr\u00fcnde f\u00fcr die schwache Entwicklung in den Kibs-Branchen verantwortlich sind (beispielsweise Kapitaleinsatz, Innovationst\u00e4tigkeit oder Wettbewerbsintensit\u00e4t).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAbschliessend ist zu erw\u00e4hnen, dass das BFS in den letzten Jahren mehrere neue PPI f\u00fcr Dienstleistungen eingef\u00fchrt hat oder deren Einf\u00fchrung plant. Es ist daher davon auszugehen, dass sich die Datenqualit\u00e4t im Dienstleistungssektor zunehmend verbessern wird.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Kibs steht f\u00fcr knowledge-intensive business services und bezieht sich auf die Noga-Abteilungen 58 bis 82.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Auftraggeber der Studie ist das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Seit 2014 werden die Daten (r\u00fcckwirkend ab 2008) doppelt deflationiert. Das bedeutet, der Bruttoproduktionswert und die Vorleistungen werden mit separaten Preisindizes deflationiert. Die tiefe Produktivit\u00e4tsentwicklung in den Kibs-Branchen ist allerdings nicht dieser Umstellung geschuldet.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Das k\u00fcrzlich erschienene Handbuch OECD-Eurostat (2014) liefert jedoch eine umfassende Beschreibung von Methoden, die sich zur Erstellung von PPI im Dienstleistungssektor in anderen L\u00e4ndern bew\u00e4hrt haben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Es muss einschr\u00e4nkend festgehalten werden, dass wir die offiziellen Statistiken nicht eins zu eins replizieren k\u00f6nnen, weil uns nicht alle notwendigen Daten vorliegen. Aus diesem Grund mussten die Berechnungsschritte mit einem einfacheren Verfahren (einfache Deflationierung) durchgef\u00fchrt werden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Letztere beinhalten die Werbung und Marktforschung, Ateliers f\u00fcr Textil-, Schmuck-, Grafikdesign, Fotografie und Fotolabors, \u00dcbersetzen und Dolmetschen, Veterin\u00e4rwesen, Maklergesch\u00e4fte, diverse Beratungst\u00e4tigkeiten und Vermittlungsagenturen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Neben der Berechnung der Wertsch\u00f6pfung mithilfe alternativer Deflatoren f\u00fchren wir eine sogenannte Corrado-Slifman-Korrektur durch (siehe Kaiser und Siegenthaler, 2015). Diese beruht auf der Annahme, dass ein langfristig negatives Produktivit\u00e4tswachstum in einer marktorientierten Branche unwahrscheinlich und Ausdruck eines Messproblems ist. Korrigiert wird dies, indem man annimmt, dass das Produktivit\u00e4tswachstum in den betroffenen Branchen null war. Bei Anwendung dieser Korrektur auf die Kibs-Branchen nimmt das gesamtwirtschaftliche Wachstum der Schweiz um 0,2 Prozentpunkte zu.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitsproduktivit\u00e4t hat sich in den verschiedenen Bereichen der Schweizer Wirtschaft unterschiedlich entwickelt. W\u00e4hrend die Produktivit\u00e4t im Zeitraum 1997 bis 2012 in der Industrie durchschnittlich rund 1,7 Prozent pro Jahr wuchs, stieg sie im Dienstleistungssektor nur um 0,8 Prozent (siehe Abbildung).&#13; &#13; Erstaunlicherweise sind es vor allem die wissensintensiven, marktorientierten Branchen des Dienstleistungssektors \u2013 die [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3455,"featured_media":31055,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[213],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3455,"seco_co_author":[4326,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. rer. oec., Seniorberater, BSS Volkswirtschaftliche Beratung, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"Conseiller principal, BSS Volkswirtschaftliche Beratung, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4326,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Dr. sc. 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Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities.<\/li>&#13;\n\t<li>Kaiser, Boris and Michael Siegenthaler (2015). Productivity Growth in the Swiss Service Sector \u2013 An Analysis of the Knowledge-Intensive Business Service Industries. Studie im Rahmen der Strukturberichterstattung zum Wachstum der Schweizer Volkswirtschaft, im Auftrag des Seco.<\/li>&#13;\n\t<li>OECD-Eurostat (2014). Methodological Guide for Developing Producer Price Indices for Services. Second Edition.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Alternative Lohndeflatoren","kasten_box":"Als alternative Deflatoren haben wir den Qualifikationsbereinigten Lohnindex (QBLI) eingesetzt: Mithilfe der Lohnstrukturerhebung (LSE) wurde mit einem \u00f6konometrischen Verfahren f\u00fcr jede Branche ein Lohnindex berechnet, der das durchschnittliche Lohnwachstum bei konstanter Qualifikationsstruktur der Besch\u00e4ftigten beschreibt. Dabei wurden die Merkmale Ausbildung, Anforderungsniveau, Alter, Geschlecht, Teilzeit, berufliche Stellung (Kaderstufe) und Firmengr\u00f6sse ber\u00fccksichtigt. Es sei angemerkt, dass der QBLI nur die Verzerrung durch die H\u00f6herqualifizierung der Besch\u00e4ftigten ber\u00fccksichtigt, womit er nur einen Teil des m\u00f6glichen Messfehlers eliminiert.&#13;\n&#13;\nAusl\u00e4ndische Preisindizes: Wir verwendeten PPI-basierte Deflatoren aus Frankreich, Deutschland und Grossbritannien, wobei Unterschiede im allgemeinen Preiswachstum (Inflation) bereinigt werden."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":114522,"main_focus":[156544,157195],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":114526,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"42503","post_abstract":"Gem\u00e4ss offiziellen Statistiken ist die Arbeitsproduktivit\u00e4t in der Schweiz in den meisten wissensintensiven, marktorientierten Branchen des Dienstleistungssektors \u00fcber l\u00e4ngere Zeit deutlich gesunken. Diese Entwicklung steht im Kontrast zur deskriptiven Analyse verschiedener Indikatoren, welche nicht auf klare Schw\u00e4chen der untersuchten Branchen hindeuten. Eine Studie des Basler Beratungsunternehmens B,S,S. und der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich untersucht, ob und inwieweit diese Entwicklungen auf Messprobleme zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die problembehaftete Messung realer Gr\u00f6ssen die Produktivit\u00e4tsentwicklung in gewissen Branchen unterzeichnet. Da nur einzelne Branchen untersucht wurden, ist das Ausmass m\u00f6glicher Messfehler auf Ebene der Gesamtwirtschaft jedoch schwer abzusch\u00e4tzen, sodass weitere Forschung zu dieser Frage w\u00fcnschenswert w\u00e4re. 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