{"id":114622,"date":"2015-12-21T15:00:10","date_gmt":"2015-12-21T15:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/12\/hess-01-02-2016\/"},"modified":"2024-04-09T13:46:49","modified_gmt":"2024-04-09T11:46:49","slug":"hess-01-02-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/12\/hess-01-02-2016\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Finanzierungen als Kernaufgabe von Banken"},"content":{"rendered":"<p>Die Dienstleistungen des Finanzsektors sind unverzichtbar f\u00fcr das Funktionieren des globalen Wirtschaftssystems. Dass heute die Unternehmensverantwortung auch die Nachhaltigkeitsdimension umfasst, ist mittlerweile auch in der Finanzbranche breit akzeptiert.<\/p>\n<p>Banken fokussieren einerseits darauf, die Allokation vorhandener Mittel verst\u00e4rkt auf die Bed\u00fcrfnisse einer nachhaltigen Wirtschaft auszurichten und andererseits neue Mittel f\u00fcr zukunftstr\u00e4chtige Projekte zu mobilisieren. So werden heute j\u00e4hrlich rund 320 Milliarden Dollar aufgewendet, um den Klimawandel zu mildern \u2013 wobei gut zwei Drittel davon von privaten Investoren stammen.<\/p>\n<p>Das reicht jedoch nicht: Sch\u00e4tzungen zufolge w\u00e4ren zur Erreichung der Klimaziele rund 500 Milliarden Dollar n\u00f6tig, was die Finanzmittel von Staaten deutlich \u00fcbersteigt. Mit guten Rahmenbedingungen m\u00fcssen diese nun Anreize bieten, dass die privaten Investitionen erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Der heutige Dialog der Finanzbranche mit der \u00d6ffentlichkeit geht auf die \u00abGuiding Principles on Business and Human Rights\u00bb der UNO aus dem Jahr 2011 zur\u00fcck. In der Folge wurden national wie international zahlreiche Initiativen f\u00fcr ein nachhaltiges Finanzsystem ins Leben gerufen. Diesbez\u00fcglich unterst\u00fctzen Schweizer Finanzinstitute multilaterale Arbeiten wie diejenigen des Umweltprogramms der UNO<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> oder schliessen sich auf rein privatwirtschaftlicher Basis in Gremien wie der Thun Group of Banks zusammen, um den Worten Taten folgen zu lassen.<\/p>\n<p>Angesichts der \u00fcber 50 freiwilligen Initiativen und Regulierungsbestrebungen zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung stehen Schweizer Banken bei der Umsetzung der Kriterien zur Umwelt, zu Sozialem und zur Gouvernanz vor einer Herkulesarbeit. Zudem zeigt sich exemplarisch anhand der Energiedebatte: Volatile Rahmenbedingungen f\u00fchren zu unsicheren Cashflows und damit zu Finanzierungrisiken. Gerade die Versch\u00e4rfung der Bankenregulierung bestraft aber diejenigen, die Risiken eingehen, und erh\u00f6ht somit die Finanzierungskosten von innovativen Projekten. Zu Problemen f\u00fchren auch die langwierigen Bewilligungsprozesse, da potenzielle Investoren ihr Kapital nicht beliebig lang vorhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Guter N\u00e4hrboden in der Schweiz <\/strong><\/h2>\n<p>Dennoch ist die Schweiz in der Nachhaltigkeitsdebatte gut positioniert. Die Symbiose aus globalem Finanzplatz, \u00f6kologischem Effizienzdenken und ungebrochenem Innovationsgeist bildet einen optimalen N\u00e4hrboden zur Bildung eines nachhaltigen Finanzsystems. Staat und Privatsektor erg\u00e4nzen sich gut, und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz ist Grundlage f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Marktl\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Der Staat muss aber stabile Rahmenbedingungen sicherstellen. Nur in einem vorhersehbaren Umfeld werden Kapitalgeber bereit sein, zu g\u00fcnstigen Konditionen Investitionen f\u00fcr den langfristigen Anlagehorizont zu t\u00e4tigen. Anreizkompatible Rahmenbedingungen tragen seit je mehr zur Zielerreichung bei als \u00fcberm\u00e4ssige Steuern oder das Instaurieren einer staatlichen Verbotskultur.<\/p>\n<p>In Bezug auf die nachhaltige privatwirtschaftliche Finanzierung besteht Grund zu Optimismus. Die Banken sind sich bewusst, dass es sich f\u00fcr sie auszahlt, aktiv Umwelt- und soziale Risiken zu minimieren und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. So k\u00f6nnen sie die entsprechenden Kundenbed\u00fcrfnisse bedienen und ein grosses Ertragspotenzial aussch\u00f6pfen. Gleichzeitig unterstreichen sie dadurch ihre Anstrengungen im Bereich der Integrit\u00e4t und st\u00e4rken ihre Reputation.<\/p>\n<p>Einzelne Institute haben sich im Markt durch nachhaltige Dienstleistungen einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet. Schliesslich bedeutet aktives Handeln auch einem Gesetzeskorsett vorbeugen, das den unternehmerischen Gestaltungsraum mit erheblichem volkswirtschaftlichem Schaden einschr\u00e4nken w\u00fcrde.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">United Nations Environment Programme (Unep), Inquiry into the Design of a Sustainable Financial System.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dienstleistungen des Finanzsektors sind unverzichtbar f\u00fcr das Funktionieren des globalen Wirtschaftssystems. Dass heute die Unternehmensverantwortung auch die Nachhaltigkeitsdimension umfasst, ist mittlerweile auch in der Finanzbranche breit akzeptiert. Banken fokussieren einerseits darauf, die Allokation vorhandener Mittel verst\u00e4rkt auf die Bed\u00fcrfnisse einer nachhaltigen Wirtschaft auszurichten und andererseits neue Mittel f\u00fcr zukunftstr\u00e4chtige Projekte zu mobilisieren. So werden [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3235,"featured_media":169550,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[67,69],"post_opinion":[71],"post_serie":[],"post_content_category":[96],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3235,"seco_co_author":"","author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. rer. pol., Leiter Wirtschaftspolitik, Schweizerische Bankiervereinigung, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur de la politique \u00e9conomique, Association suisse des banquiers, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"Nachhaltige Finanzen als Kernaufgabe von Banken","post_lead":"Die Bew\u00e4ltigung der sozialen und \u00f6kologischen Herausforderungen setzt umfangreiche Finanzmittel voraus, welche die M\u00f6glichkeiten von Staaten \u00fcbersteigen. Die Banken als bedeutendste Verwalter der globalen Verm\u00f6gen sind gefordert, Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Sie tun dies durch die Allokation vorhandener Mittel und durch die Mobilisierung zus\u00e4tzlicher Ressourcen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":114625,"main_focus":[156551,157200],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"42568","post_abstract":"","magazine_issue":"20160102","seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":[4127],"korrektor":"","planned_publication_date":"2015-12-21 14:00:10","original_files":[{"file":114629}],"external_release_for_author":"20151125","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/563c92c725b7f"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114622"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3235"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=114622"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":197910,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114622\/revisions\/197910"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3235"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157200"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156551"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/169550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=114622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=114622"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=114622"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=114622"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=114622"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=114622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}